Warum die Fed für Hillary ist…

7. Oktober 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Hillary befindet sich ja derzeit im Umfragen-Himmel. Neben ihr sitzt Yellen auf ihrem Thron. Und jetzt gibt es im Hintergrund sogar noch das hartnäckige Gerücht, dass der Fed-Gouverneur Lael Brainard gerne unter Hillary Finanzminister werden wolle.

Warten Sie eine Minute…

Die Fed sollte ja unpolitisch zu sein. Doch jetzt gibt es einen Gouverneur der Fed, der nach einem Job in der nächsten Regierung der Demokraten trachtet.

Damit stellt sich die Frage, ob die Fed nicht im Vorfeld der Präsidentschaftswahl dazu geneigt sein könnte, die Aktienkurse hoch und die Zinsen niedrig zu halten?

Könnte sie nicht geneigt sein, ihrem nächsten Chef ein wenig Auftrieb geben zu wollen?

Bloomberg berichtet über einen Schlagabtausch zwischen dem republikanischen Kongressabgeordneten Scott Garret und Frau Yellen.

„Yellen wurde von einem Abgeordneten in einem hitzigen Wortwechsel über die Politik der Fed in die Enge getrieben“, lautet die Schlagzeile.

Die Presse konzentriert sich auf die „Politik“ zwischen Demokraten und Republikanern und den möglichen Interessenkonflikt: Die Fed kann einen Boom oder einen Crash auslösen; je nachdem, welchen Kandidaten sie gerade bevorzugt.

Aber es gibt einen viel tieferen Interessenkonflikt, den die Presse gänzlich unter den Tisch fallen lässt. Demokraten und Republikaner haben die gleiche Vorliebe.

Es ist die Vorliebe der Fed gegenüber – was ja letztlich ein nachhaltiges Vorurteil gegenüber dem Schattenkabinett „Deep State“ ist.

Wenn die Fed wirklich unpolitisch wäre, würde sie sich auch nicht wirklich um die Aktienkurse kümmern.

Es wäre ihr auch egal, welche Zinsen Kreditnehmer bezahlten. Sie würde sich zurücklehnen und Schuldnern und Gläubigern das richtige Zinsniveau entdecken lassen. Und zwar ohne Einfluss von außen.

Schließlich funktionieren Märkte immer noch so: sie belohnen Erfolge und korrigieren Fehler.

Ein Markt, der nicht korrigiert, ist wie eine Badewanne ohne einen Abfluss. Er füllt sich mit Fehlern, Fehlallokationen, Zombies und Cronies. Alles schwimmt auf der Oberfläche. Wie (Ab)-Schaum eben.

Ehrliche Zentralbanken halten große Distanz zur Politik ein – und lassen die Wannen auch richtig ablaufen. Sie sollten wirklich unparteiisch sein … und das gilt nicht nur zwischen den Republikanern und Demokraten.

Sie sollten am Aktienmarkt nicht die Bullen gegenüber den Bären bevorzugen – oder Schuldner gegenüber Gläubigern. Sie sollen nur das „Königreich des Geldes“ schützen. Aber das war es dann auch.

Das Humphrey-Hawkins Act aus dem 1978 erweiterte die Aufgabe der Fed. Die Fed ist nunmehr auch dafür zuständig, für Vollbeschäftigung zu sorgen.

Die Fed schulterte diese neue Verantwortung mit der lustvollen Begeisterung des Paris, als er Helena fand und wegtrug: Es war zwar nicht wirklich schmerz- und hürdenlos, aber am Ende könnte es doch noch zur Freude gereichen.

Es war und wird immer noch allgemein angenommen, dass das Allheilmittel, um Arbeitsplätze zu schaffen, die Zerstörung des Geldwerts der Nation ist. Dies hat die Fed mit Begeisterung, Genuss und Leidenschaft getan.

Seit 1971, als Präsident Nixon die letzten Elemente des Goldstandards eliminierte, hat der Dollar 80% seiner Kaufkraft verloren.

Und die Fed hegt nicht die Absicht, „gesundes“ Geld in Umlauf zu bringen.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Die Partei des Krieges(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

2 Kommentare auf "Warum die Fed für Hillary ist…"

  1. FDominicus sagt:

    „Die Fed schulterte diese neue Verantwortung mit der lustvollen Begeisterung des Paris, als er Helena fand und wegtrug: Es war zwar nicht wirklich schmerz- und hürdenlos, aber am Ende könnte es doch noch zur Freude gereichen.“

    Nun ja diese „Freude“ wurde gerechterweise durch Tod bezahlt 😉 , wenn auch durch die wegen Helena sitzen gelassene Frau. Leider sehe ich im Augenblick nicht wer die sitzen gelassene Frau sein könnte die es so krumm nimmt die Zentralbank sterben zu lassen. Aber der Raub der Helena hatte einen Vorteil, es kostete jede Menge der Eliten der damaligen Zeit das Leben. Wenn denn die Zentralbank auch so unterginge mit dem Großteil der Eliten von heute, dann „könnte es zu Freude gereichen“.

    Aber glückliche Geschichten sind meist keine politischen. Wenn’s politisch wird dann geht es meist für die Bürger mies aus. Und nun ja am Meisten sind auch in Troja ganz normale Menschen umgekommen…. Also so freudig war da ganze nicht…

  2. Argonautiker sagt:

    „Die Fed kann einen Boom oder einen Crash auslösen; je nachdem, welchen Kandidaten sie gerade bevorzugt.“

    Da das nicht erst seit Gestern so ist, wird klar, wie frei die Märkte denn seit je her so gewesen sind. Sie waren letztendlich immer nur so frei, wie es die dominierenden Teilnehmer wollten.

    Es kam jedoch immer wieder zu Korrekturen, jedoch erst dann, wenn die Regelsetzungen so geschaffen/verändert wurden, daß die zu erwartenden Korrekturverluste auf die Allgemeinheit, und die Gewinne auf die Dominatoren verteilt werden konnten. Diese Korrektur wird auch nun wieder anvisiert sein.

    Die Existenz von Waffen, seien sie nun EMP- oder Cybergeartet, könnten das diesmal anders ausgehen lassen als geplant. Man kann mittels Überwachung und Waffen zwar derzeit so eine Dominanz ausüben, daß man meint alles im Griff haben zu können, aber das geht nur so lange, wie Strom funktioniert.

    Macht jemand den Strom aus, wäre es bei denen, die sich jetzt für äußerst helle halten, auf einmal dunkel, sehr dunkel. Der Hauptsicherungskasten unserer Welt dürfte wo liegen?

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