Warum die Amerikaner ärmer werden…

13. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute versuchen wir hier im Tagebuch weiter, den kleinen James mit unserem Diskurs über Geld und Geldpolitik in den Schlaf zu bringen. Wir machen also dort weiter, wo wir gestern aufhörten. Also, wir erklärten ihm, dass in einer gesunden Wirtschaft die Zinsen auf natürliche Weise – ganz grob – dem Wirtschaftswachstum folgen würden.

Wenig Wachstum bedeutet wenig Nachfrage nach Ersparnissen. Die Unternehmen expandieren nicht. Die Verbraucher kaufen nicht. Investoren spekulieren nicht. Die Zinsen fallen als Reaktion auf die gesunkene Nachfrage.

Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, sollten die Zinsen wieder steigen, was schlicht die höhere Nachfrage nach Kapital reflektiert.

Sie werden feststellen, dass es sich hier um ein selbstkorrigierendes, zyklisches System handelt. Höhere Zinsen erhöhen die „Hürden“ für neue Unternehmen. Sie müssen schnell profitabel arbeiten, um die Hürde zu überwinden.

Folglich müssen Unternehmer und Investoren vorsichtiger sein. Wenn ihr Unternehmen es nicht schafft, ausreichend Umsätze (Reichtum) zu generieren, um die Kosten der Ressourcen – einschließlich der Kosten des Geldes (Zinsen) – zu zahlen, werden sie Geld verlieren.

Dies ist die wesentliche Wahrheit der Realwirtschaft. Das Kapital ist immer knapp. Sie müssen es mit Bedacht verwenden. Die Zinssätze sagen nur aus, wie knapp es ist.

Typischerweise würgen steigende Zinsen neue Unternehmen ab, kühlen die Wirtschaft ab, und fallen dann wieder… Dann, wenn die Hürde gesenkt wird, fangen Unternehmer wieder mit neuen Projekten an. Und die Wirtschaft zieht auch wieder an.

Leider führten PhD-Ökonomen wie Summers diesen einfachen Zyklus ins absurde.

Wenn zu hohe Zinsen eine Wirtschaft abkühlen … und niedrige Zinsen die Wirtschaft stimulieren müssen wir nur eines tun: die Zinsen dauerhaft tief halten. Dann wird die Wirtschaft die ganze Zeit heiß laufen!

Welche Erholung?

Vor acht Jahren hat die Fed – im Übrigen nicht zum ersten Mal – diesen „Plan“ umgesetzt. Die Zinsen wurden auf „Null“ gesenkt, um eine Erholung zu stimulieren.

Auf diese Weise gab die Fed Unternehmern das Signal, dass Kapital in fast unendlichen Mengen zu geringsten Kosten zur Verfügung stehe. Es bestehe keine Notwendigkeit, vorsichtig zu sein. Es ist auch nicht notwendig, das Kapital nur bedächtig zu investieren. Nichts wie los und kaufen … investieren … spekulieren – das war das Motto!

Aber warten Sie … was ist das?

Wo ist die Erholung?

Der Budgetdirektor von Präsident Reagan, David Stockman, hat ausgerechnet, dass der durchschnittliche Amerikaner – real angepasst an die wirklichen Steigerungen der Lebenshaltungskosten – als zu Beginn dieses Jahrhunderts.

Was ist passiert?

Die Feds gaben der Wirtschaft genug „Stimulus“, um die Toten zu erwecken. Doch statt das BIP-Wachstum zu erhöhen, scheint die Wirtschaft dem falschen Zinssatz der Fed gefolgt zu sein – nach unten.

Das muss für die kindlichen Gemüter bei der Fed als unmöglich erscheinen. Aber die scheinen auch die Wirtschaft nach unten gedrückt zu haben.

Wie kann das sein? James bewegte sich jetzt ein wenig. Wir dachten, er könnte aufwachen. Also, setzten wir den Diskurs fort…

In einer gesunden Wirtschaft stellen die Zinsen den Ausgleich zwischen der Verfügbarkeit von Überschusskapital und der Nachfrage her.

Geld ist nicht das gleiche wie Reichtum. Aus diesem Grund produziert eine Volkswirtschaft nicht auf magische Weise mehr Reichtum, nur, weil die Zinsen manipuliert sind und mehr gefälschte Dollars zur Verfügung stehen.

Das alles bewirkt nicht, dass die Wirtschaft reibungslos, effizient und produktiv läuft. Es entsteht nur ein einziges Chaos – produziert von Summers und Co.

Eine schwierige Wahl
von Bill Bonner

Jüngst kam die Bank of England mit ins Spiel. Besorgt über die Auswirkungen der britischen Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen, verkündete sie ein großes, neues „Stimulus“-Programm.

Der Leitzins wurde von 0,5 % auf 0,25 % gesenkt. Ferner wurde eine £ 100 Milliarden (131.000.000.000 $) „Bazooka“ angekündigt, um die Banken zu zwingen, niedrigere Zinsen an ihre Kunden weiterzugeben.

Und last but not least wird das QE-Programm um £ 60 Mrd. (79 Milliarden Dollar) in den nächsten sechs Monaten erhöht.

In den USA notieren die Aktien weiter in der Nähe ihrer Allzeithochs. Und im Falle eines Ausverkaufs sind die Investoren zuversichtlich, dass die Yellen-Fed zu ihrer Rettung herbeieilen wird.

Wir wissen nicht, was passieren wird. Aber wir wissen, was nicht passieren wird: Es wird mit einer normalen Zinspolitik keine freiwillige Rückkehr zu einer „normalen“ Wirtschaft kommen.

Der Großteil der Welt hängt nun von einer abnormalen Geldpolitik ab – einschließlich des Rufs der politischen Entscheidungsträger … das Schicksal der Eliten … und das Schicksal des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Eine Rückkehr zu einer „normalen“ Finanzwelt – mit echtem Geld, echten Ersparnissen und einer vier Prozent risikofreien Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wäre eine sehr gute Nachricht für den Normalbürger.

Aber es wäre eine sehr schlechte Nachricht für die Insider. Die Insider werden mit billigen Krediten gestützt; Falschgeld macht es möglich, Billionen von Dollar zu den Cronies hin zu verschieben und die Zombies mit Kleingeld zu kaufen.

So setzen die Behörden ihre verzweifelten Bemühungen fort, die Musik weiter zu spielen und die Flüssigkeit im Fluss zu halten. Investoren spekulieren weiter, was die Behörden als nächstes tun werden … und was es für die Vermögenspreise bedeuten wird. Und fast jeder spricht über den republikanischen Kandidaten.

Schlitzohr oder Clown?

Über Donald Trump wird hier in Europa genauso groß wie in den USA berichtet. Die Leute wissen nicht, was man letztlich von ihm halten soll. Einige fragen sich, wie ein solcher Mensch überhaupt existieren kann. Geschweige denn nur ein paar Stimmen von der stärksten Position der Welt entfernt sein kann.

„Die ganze Welt ist von diesem Kerl aufgerüttelt“, sagt der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete aus Minnesota Vin Weber.

Trump fasziniert die Menschen. Über ihn scheiden sich die Geister. Über niemand anderen wird mehr im Internet recherchiert als über ihn. Niemand verkauft mehr TV Werbefläche. „Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn“, so heißt es. Die einen glauben, dass er Amerika wieder groß machen wird … die anderen, dass er es völlig ruinieren wird.

Hier im Tagebuch sind wir unschlüssig. Viele Leser scheinen wohl Mr. Trump zu wählen; aber wenn wir zur Wahl gezwungen wären, wüssten wir nicht, ob und wen wir wählen würden. Das Schlitzohr oder den Clown? Den Narr oder den Schurken? Es ist eine schwierige Wahl
Quelle: Kapitalschutz Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Warum die Amerikaner ärmer werden…"

  1. lowabras sagt:

    Schlitzohr, Clown, Narr oder Schurke, alles bedingt Cleverness! Nennen sie ihn deshalb wie sie wollen!

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