Warum der Abverkauf bei Gold eine gute Nachricht ist

3. Juli 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Gold ist das Thema meines heutigen Kommentars. Die Financial Times schreibt: Gold ist auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gefallen, und es ist auf Kurs für seinen größten Quartalsverlust seit dem Kollaps des Wechselkurssystems von Bretton Woods im Jahr 1971, welches den Wert des Dollars an das Edelmetall gebunden hatte…

Das sind gute Neuigkeiten. Gold tut das, was es tun sollte. Und es gibt uns eine weitere gute Möglichkeit, eine Schwimmweste zu kaufen, bevor das Boot sinkt.

Kein Markt steigt ohne Korrektur. Die Spekulanten eilen sich selbst gewöhnlich voraus. Sie benötigen ein paar Schläge…sie benötigen Prüfungen, und eine Abkühlung. Wie eine Stahlklinge müssen sie gehämmert werden, bevor sie fertig sind für den finalen Kampf.

Im letzten großen Bullenmarkt für Gold – welcher den größten Teil der 1970er dauerte – stieg der Goldpreis von rund 40 Dollar je Unze auf über 800 Dollar je Unze. Das war einer der größten Bullenmärkte aller Zeiten. Aber der war nicht ohne Herausforderungen. Der Goldpreis stieg schnell. Er musste zumindest einmal zurückfallen, bevor er schließlich sein Topp erreichte. Gold fiel um 47%, bevor es sich verachtfachte und im Jahr 1980 sein Topp erreichte.

Mal sehen. Gold begann seinen aktuellen Bullenmarkt bei ein wenig unter 300 Dollar je Unze. Es stieg auf rund 1.900 Dollar je Unze. Das ist ein Gewinn von 1.600 Dollar je Unze. Wenn Gold die Hälfte seiner Gewinne abgeben würde, dann müsste es um 800 Dollar fallen…und damit ungefähr auf 1.100 Dollar. Deshalb haben wir noch einen Weg vor uns.

Das ultimative Geld

Aber wie wissen wir, dass die zugrunde liegenden Gründe für den Marsch des Goldes zum Ruhm hin immer noch intakt sind? Wir können niemals sicher sein. Für Tausende Jahre war Gold nicht nur eine Form von Geld…sondern die beste Art von Geld. Während andere Formen von Geld gescheitert sind, ist Gold immer noch im Geschäft. Es ist das ultimative Geld.

Ein Teil des Reichtums wird in Form realer Dinge gehalten. Ein anderer Teil des Reichtums wird durch Papier repräsentiert – Anleihen, Schuldverschreibungen, Aktien etc. Wenn eine Wirtschaft wächst, wird es komplexer…mit relativ mehr Reichtum in Papierform.

Das sind Ansprüche an andere Arten von Reichtum, ausgearbeitet in einem Zeitraum des Reichtums und des Vertrauens. Je mehr Vertrauen die Menschen „ins System“ haben, desto mehr Vertrauen haben sie, dass ihre Papierscheine wieder eingetauscht werden können, zu einem Zeitpunkt in der Zukunft, gegen reale Güter und Dienstleistungen.

Wenn das Vertrauen in das System schwindet, dann verschwindet auch das Vertrauen in diese Papierstücke. Wer Papiergeld hat, beginnt sich zu fragen, was mit dem Risiko der Gegenpartei ist. Können die Emittenten wirklich zahlen? Sind die Unternehmen wirklich so profitabel wie sie sagen? Ist derjenige, der uns diesen Schuldschein gegeben hat, solvent?

Wenn das Vertrauen plötzlich verschwindet, dann gibt es das, was eine „Panik“ genannt wird. Dies zeigt sich dann bald in einem „Crash“ in den Preisen der (Papier-)Vermögensanlagen. Oft fallen dann auch die Preise der realen Güter – wie Immobilien, Kunst und Rohstoffe.

So sah es mehr oder weniger im 2008/2009er Crash aus. Als die Investoren realisierten, dass die „subprime“-Hypothekennehmer ihre Kredite nicht bedienen konnten, da fragten sie sich, wer sonst nicht bezahlen könte. Sicher, die Banken, welche für Milliarden Dollar „subprime“-Papiere hatten, würden auch Probleme bekommen. Und auch einige Immobilienunternehmen. Und viel weitere.

Normalerweise steigt der Wert von bestimmten Papier in einer Panik. Geld mit sofortiger Fälligkeit – Bargeld – tendiert dazu, wertvoller zu werden. Das ist das Ding, welches die meisten Menschen nicht haben, und es ist das Ding, welches sie am meisten benötigen, um ihre Rechnungen zu bezahlen.

Selbst Gold kann gegenüber dem Preis von Bargeld fallen. Es ist Bargeld, welches die Leute benötigen, nicht Gold. Aber manchmal fällt auch das Vertrauen der Menschen in Bargeld. Dann erhält man eine wirkliche Panik. Das passierte in den 1970ern. Bargeld verlor an Wert, hauptsächlich wegen der übermäßigen Ausgaben der Regierung und einem exzessiv langen Zeitraum mit negativen realen Zinsen von der Fed.

Wie sein Nachfolger Ben Bernanke verlieh damals Arthur Burns zu lange für zu geringe Zinsen Geld, weil er annahm, dass es einen trade-off zwischen Inflation und der Zahl der Beschäftigten gebe.

Und dann, in der Ära von Alan Greenspan, verlieh die Fed erneut zu viel für zu geringe Zinsen, für zu lange. Ben Bernanke verstand die Zeichen komplett falsch. Er nannte das eine Ära der großen Mäßigung. Aber die Stabilität, die er sah, war eine Luftspiegelung. Das „leichte Geld“ war ein Schnapsladen, welcher nach Hause lieferte. Das hielt die Probleme davon ab, öffentlich zu werden. Die Schuldner fanden es fast unmöglich, nüchtern zu werden.

Egal, wie schlecht sie ihre Dinge handhabten, irgendjemand würde ihnen Geld leihen. Der Goldmarkt erkannte, dass Probleme bevorstanden. Die Investoren trieben den Goldpreis nach oben, bis sie wieder einmal sich selbst vorauseilten.

Jetzt korrigiert Gold… Aber sind die Probleme, welche den Bullenmarkt in Gold verursachten, gelöst? Ist das Schuldenniveau substanziell reduziert? Sind die faulen Institutionen gesäubert worden? Hat die Wirtschaft, die sich an die Politik des leichten Geldes gewöhnt hat, diese Gewohnheit abgeschüttelt? Kommt QE wirklich zum Ende? Wahrscheinlich nicht… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Warum der Abverkauf bei Gold eine gute Nachricht ist"

  1. samy sagt:

    Meist kann ich mit Amstrong nicht viel anfangen, aber manchmal macht er nachdenklich. Ähnlich wie bei Bonner, daher einmal ein Link:

    http://www.propagandafront.de/1175720/staatsschuldenkrise-wir-befinden-uns-jetzt-inmitten-des-zusammenbruchs.html

    Hieraus:

    „Als Diokletian nach dem großen geldpolitischen Zusammenbruch des 3. Jahrhunderts an die Macht kam (284 bis 305 n. Chr.), wollte er die Wirtschaft wiederrichten und führte sogar erneut Silbermünzen ein. Um das zu erreichen, musste er jedoch eine aggressive Besteuerung implementieren, und er erfand den Reisepass, da man nicht mehr aus der Stadt reisen durfte, außer man hatte seine Steuern gezahlt….“

    Aha, die Erfindung des Reisepass. Man hätte es sich denken können. 🙂 .Amstrong zieht noch eine Schleife über den NSA-Skandal. Man darf sich fragen, ob hier im Kampf gegen den Terror nicht -hups!- Kapitalverkehrskontrollen geschaffen wurden.

    Grüße

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