Warten auf Godot-san

9. April 2016 | Kategorie: RottMeyer

Der Asiate an sich, wie man in Deutschland gerne sagt, hat mit dem Warten kein Problem. So ist es vermutlich kein Problem, wenn der Nikkei wieder auf dem Stand von 1986 ist. Man wartet einfach noch mal dreißig Jahre länger…

Warten auf Godot-san

Zum Glück haben deutsche „Wirtschafts“-Gazetten keine Zeit, sich mit dem gefährlichen Prinzip Hoffnung zu beschäftigen, dass auch hierzulande viele Anleger einiges kosten wird. Ein Finanzmarkt ist nicht dazu da, von Anlegern benötigte Renditen zu erwirtschaften. Wer meint, auf der gegenteiligen Annahme Alterssicherungssysteme aufbauen zu können, schaut nicht weit genug in die Vergangenheit zurück.

Aber der kleine Moritz beschäftigt sich eben lieber mit dem vermeintlich ganz bösen Herrn Trump, dem schlimmen Herrn Putin oder aber der Verehrung heldenhafter Lichtgestalten wie Lagarde oder Bernanke. Vielleicht will man sich aber auch nur ablenken. Hauptsache die Sparrate geht pünktlich in den Riesterschlund, denn wenn die Menschen älter werden, dann können Sie ja länger sparen.

 

7 Kommentare auf "Warten auf Godot-san"

  1. Lickneeson sagt:

    In der Tat – ein Markt, den man nicht braucht. Und wenn dann nur für Stunden, Tage oder einige Wochen. Der Nikkei sollte den „Geldhoudinis“ aus der westlichen Welt eigentlich Warnung genug sein, das ihre Politik ins Klo gehört. Aber nein, der Luca Brasi der monetären Cholera in Frankfurt fährt weiter mit Vollgas vor die Wand. Whatever it takes. The winner takes it all. No times for loosers, Captain Draghi.

    „Zum Glück haben deutsche „Wirtschafts“-Gazetten keine Zeit, sich mit dem gefährlichen Prinzip Hoffnung zu beschäftigen, dass auch hierzulande viele Anleger einiges kosten wird.“

    Mit Hoffnung hat das nix mehr zu tun, eher mit Vogel Strauss. Wer sich in Zukunft nicht eigenverantwortlich um sein Geld (so er hat!!!) kümmert kann schon mal jemanden mieten, der für ihn beim Soz-Amt in der Schlange steht für die Rente. Vielleicht einen Arbeitslosen der früher 3 Tage vor dem Apple Shop auf sein neues Handy gewartet hat…die sind da echt geschult.

    MfG

    MfG

    • Michael sagt:

      Wir haben im DOW und im DAX ein paar gewagte Sprünge an kritischen stellen die nicht zurückerobert wurden, sondern oberhalb derer begleitet von versprühter Lust & Laune wurde versucht das Niveau zu halten.

      DJNI – Nach der Rückkehr von gut 15.5k bei 15985
      DAX – Selbes in Grün am Ende letzter Woche mit dem Ziel 9585 zu überwinden

      Ich akzeptiere die Gegenbewegung, aber die Interpretation am Ende nicht. Es ändert nichts daran, dass das Rückfallniveau noch immer auf die frühen 90er Jahre steht. Auf der Ebene befindet sich der nachhaltige Aufwärtstrend.

      Das Ergebnis sind GAPs die sich gewaschen haben. Der DAX hat zuvor auf eine Schräge desöftern aufgesetzt bis in die Gegend von ca. 9450k.

      Damit ist sogar der DAX seriöser bewertet als ein DOW. Das Verfängliche daran ist einfach, eine Bärenmarktrallye wird möglw. so hoch gehandelt bis sich die Wolken am Chartbild beginnen zu verziehen und der Blitz schlagt dann unverhofft aus heiterem Himmel bis zum Boden ein.

      Ob die Märkte wie so manch einer behauptet keine Geld mehr brauchen sondern nur gute Wirtschaftsdaten würde ich so formulieren. In Ermangelung jeder Kreditwürdigkeit bleibt nurmehr das Prinzip Hoffnung.

      Es ist nicht zu erwarten, dass das Zerbild zu einer vernünftigen Einschätzung wird führen und kann auch wenn die Wahlen bspw. geschlagen sind oder welche Nachrichten auch immer die Kurse treiben zu einer Ernüchterung führen, wenn alles in Butter wäre.

      Die Verbindung DOW oder S &P und U.S. Wirtschaft und der kommunizierte Aufschwung stehen nur sehr bedingt in Zusammenhang. Es wird ja sehr lapidar davon ausgegangen das China das tatsächlich vorhandene Wachstumspotential ins Hinterland kann schöpfen. Dorthin wächst nicht schnell. Die Versorgungswege beim Vormarsch verlängern sich.

      Das Weltwirtschaftswachstum muss viel höher sein, damit die aktuellen Niveaus in den Aktien auch nur sich könnten bestätigen. Der Wolf Richter hat einen Artikel über die Rückkäufe und dass daraus schon Faule Kredite können entstehen usw…

      Auch die Fondsmanager sind nicht komplett vertrottelt.

      • Avantgarde sagt:

        Würde auch sagen, daß der Dax an sich gar nicht so hoch bewertet ist – vor allem wenn man sich den Kursdax/EuroStoxx50 ansieht – dann sind wir nämlich nicht weiter als im Jahr 2000.

        Wobei es aber freilich trotzdem runter krachen kann wenn das Geld herausgezogen wird weil gerade mal wieder ein paar Kredite im großen Stil untergehen.

  2. mikap sagt:

    Der Vergleich ist nur bedingt verwertbar, denn die Zusammensetzung des Nikkei 1986 und die von heute ist so unterschiedlich wie sie nur sein kann. Das gilt natürlich auch für die anderen Indizes. Aber zur Entlarvung der Aktienbefuerworter ist er allemal gut.

  3. Avantgarde sagt:

    http://boerse.ard.de/multimedia/audios-und-videos/sonstige/meine-erste-aktie100.html

    Es wird gerade mal wieder ganz heftig und unkritisch für die „Aktienkultur“ getrommelt.
    Die Geschichte des Nikkei spielt hier keine Rolle – leider.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo avantagarde,

      und der vollständige Titel „Meine erste Aktie – vorsorgen oder drauflosleben?“ deutet auf einen peinlichen Sprechzirkel und einen Informationsgehalt hin, der vergleichbar mit dem eines Kochrezepts für Salzkartoffeln ist. Es ist nicht verwunderlich, dass derartiger Unfug per Abgabe finanziert werden muss.

      Beste Grüße und Ihnen einen guten Wochenstart
      Bankhaus Rott

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