Wahrer Glaube und falsche Fuffziger

14. Februar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Nicht jeder Rücktritt dieser Woche war erwartet worden. Gut, bei Bildungsministerin Annette Schavan zeichnete sich ab, dass ihr Besuch in Südafrika der vorerst letzte auf Steuerzahlerkosten sein würde. Überraschend war hier lediglich der gemeinsame Auftritt mit Duzfreundin Kanzlerin – Hosenanzug an Hosenanzug… (vom Smart Investor)

Nur „sehr schweren Herzens“ ließ letzterer die „anerkannteste und profilierteste Bildungspolitikerin unseres Landes“ ziehen – im bislang „schwülstigsten Politrauswurf unseres Landes“ möchte man ergänzen. Das alles war so dick aufgetragen, dass es eigentlich nur echt sein konnte. Hier standen zwei, die sich richtig lieb haben.

Überraschend war dagegen der Rücktritt des Papstes, alleine schon deshalb, weil Päpste in aller Regel nicht zurücktreten. „Unser Papst“ Benedikt XVI. kündigte seinen Rückzug an und plötzlich wusste jeder eine Begebenheit über den körperlichen Verfall des Heiligen Vaters beizusteuern. Papst- und Börsenastrologen nehmen sich da nicht viel, vor allem in der Rückschau kennen sie sich aus.

Seine schwindende Kraft war es denn auch, die Benedikt XVI. als Begründung für seinen Schritt nannte. Kräfte zehrend war das Amt allemal: Da waren nicht nur die üblichen Intrigen und Machtkämpfe der Glaubensbrüder, die offenbar bis in seine unmittelbare Umgebung geführt wurden. Zermürbend dürfte auch die beispiellose Kampagne sein, die seit vielen Jahren gegen die katholische Kirche geführt wird. Damit sollen die Mißbrauchsfälle dort weder verharmlost noch klein geredet werden.

Dennoch ist es auffällig, wie derartige Fälle nahezu ausschließlich gegen die katholische Kirche instrumentalisiert wurden, so als ob Missbrauch in anderen Organisationen nicht vorgekommen wäre und vorkommen würde. Unausgesprochene Zielrichtung derartiger Angriffe war immer auch dieser wertkonservative Papst, dem die Vertreter eines zunehmend christenfeindlichen, ja gottlosen Zeitgeistes intellektuell ohnehin nicht das Wasser reichen konnten. Benedikt XVI. war viel zu gescheit, um nicht zu sehen, wo uns dieser Zeitgeist letztlich hinführen würde, Man lese nur einmal seine Rede vor dem Deutschen Bundestag. Und so stand dieser Papst, weil er nicht anders konnte – solange es eben ging.

Falschheit aller Orten

Begeben wir uns vom aufrechten Papst in die Niederungen des Alltags: Falschheit begegnet uns an vielen Stellen, aber am offensichtlichsten und zugleich unmerklichsten beim Geld. Offensichtlich, weil in einem staatlichen Zwangsgeldsystem – in geradezu orwellschem Neusprech als „unser Geld“ bezeichnet – Werterhaltung schon deshalb nicht funktioniert, weil es nur einige wenige an der Quelle des frischen „Geldes“ sind, die davon profitieren, während alle anderen darunter leiden.

Unmerklich, weil wir durch den alltäglichen Gebrauch dieses „Geldes“ vollkommen eingelullt sind und auch die Medien wenig tun, um den riesigen blinden Fleck, den das Volk bei diesem ganz besonderen Stoff hat, zu erhellen – Fragen der Geldordnung sind praktisch tabu. Wer dennoch die permanente und tatsächlich „systemrelevante“ Geldentwertung wahrnimmt, der wird zuverlässig auf die falsche Fährte gelenkt: Gierige Produzenten, Händler oder Vermieter seien es, die die Preise antrieben.

Dabei steht am Anfang immer eine Notenbank, die in eigener Machtvollkommenheit die Geldmenge ausweitet (= inflationiert). Wer die spannende Geschichte des „modernen“ Geldwesens im Eiltempo durchschreiten will, dem sei der Beitrag „Echtgeld vs. Falschgeld!“ von Claudio Grass von unserem Kooperationspartner Global Gold empfohlen – vom wohl ersten dokumentierten Fall eines betrügerischen Bankiers – der des Passio im Jahr 393 v. Chr. – bis zum heutigen Teilreservebanksystem… (Seite 2)

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