Robert Rethfeld: Wahlfaktor Aktienmarkt

25. Oktober 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Robert Rethfeld

Der Dow Jones Index folgt 2012 seinem Musterverlauf für Wahljahre: Einem Anstieg im ersten Quartal folgte der Fall im zweiten Quartal. Das dritte Quartal zeigte einen Aufwärtstrend. Ganz so, wie es in Wahljahren sein sollte (folgender Chart).

Doch das Muster scheint gebrochen. Zum ersten Mal ergibt sich eine größere Abweichung. Der Dow Jones Index fällt, obwohl er gemäß dem Wahljahresmuster steigen müsste.

Fokussiert man sich auf die Einzelverläufe seit 1960, so ergibt sich für den Zeitraum Ende Oktober bis zum Wahltermin Anfang November stets ein Anstieg der Märkte (folgender Chart). Dies gilt auch für den brutalen Abwärtsherbst des Jahres 2008. Die Panik fand Mitte Oktober ihr Ende; die Märkte stiegen bis zur Wahl.

 Lediglich im Jahr 1980 (grüne Linie obiger Chart) kam es zu einem Minusverlauf kurz vor der Wahl. Damals wurde der demokratische Präsident Jimmy Carter nach nur einer Wahlperiode von Herausforderer Ronald Reagan aus dem Amt gejagt. In den Tagen nach der Wahl (4. November 1980) stiegen die Aktienmärkte deutlich. 1980 holte Ronald Reagan 51 Prozent der Stimmen, Jimmy Carter lediglich 41 Prozent. Für einen Amtsinhaber war das Resultat desaströs. Der Rest ging an einen unabhängigen Kandidaten.

Wieder ist ein Demokrat seit vier Jahren Präsident. Ansatzweise zeigen sich Parallelen zum Jahr 1980. Der republikanische Herausforderer Mitt Romney liefert Präsident Obama in aktuellen Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bisher lief der Aktienmarkt auf der Linie „Obama gewinnt“. Dies zeigt der folgende Chart.

 Doch seit Mitte September erfolgt eine Abweichung. Ein September-Hoch an den Aktienmärkten war häufig der Vorbote für verlorene Wahlen des Amtsinhabers.

In den vergangenen drei Wahljahren zeigte sich jeweils Ende Oktober ein wichtiges Tief (folgender Chart).

 2008 begann die Rally am 28. Oktober; 2004 am 26. Oktober. Im Jahr 2000 startete die Wahlrally am 18. Oktober.

Fazit:

Ginge es „normal“ zu, so müsste eine Wahlrally noch in dieser Woche beginnen und bis über den Wahltag hinaus andauern. Sollte sich die Rally nicht manifestieren, so wäre dies ein dezenter Hinweis darauf, dass Obama das Schicksal des Erdnuss-Farmers Jimmy Carter teilen könnte. Antizipieren Sie die Entwicklung der Finanzmärkte mit Hilfe unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
www.wellenreiter-invest.de

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