Wahlen in der Ukraine im Rückspiegel

2. November 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Der Radiosprecher schafft es nur mit Mühe sein Grinsen nicht allzu sehr durchklingen zu lassen. So sehr belustig den Mann die Wahl in den Gebieten der östlichen Ukraine, dass er davon spricht, als rede er von einer Kabarettnummer. Bemerkenswert, wer heute so alles in öffentlichen so genannten „Info“-Kanälen ans Mikrofon darf…

Von der Beurteilung der Wahlergebnisse darf man von solchen Menschen ähnlichen Klamauk erwarten, nutzlos für den Hörer aber möglicherweise gut für die Karriere im Staatsrundfunk. Und dort ist man sich offenbar weitgehend einig. Denn während im Westen natürlich alles streng EU-konform abläuft – Putsch und Nichtwahl für mehr als viereinhalb Millionen Bürger inklusive- wähnt man im Osten schon wieder den 99%-Erich hinter jeder Ecke.

Um sich nicht gleich festzulegen, wie eine Mehrheit zustande gekommen sein mag, darf man das Radio ausschalten und lieber den hilfreichen Blick in die Vergangenheit heranziehen. Dieser zeigt wenig überraschend eines: Schon vor dem aktuellen Konflikt, der mit der Machtübernahme in Kiew seinen Anfang nahm, war die Ukraine politisch ein gespaltenes Land. Die folgenden Karten (Quelle:acting-man.com) zeigen deutlich die politische Spaltung des Landes. Aufschlussreich sind unter anderem die Zahlen auf der Krim. Besonders überraschen sollte das deutliche Ergebnis des Referendums aus dem März 2014 auf der Krim wohl niemanden.

1

Das Jahr 2007 brachte keine revolutionären Änderungen.

4

Im Jahre 2010 sah es im Großen und Ganzen so aus …

 

2

… und im Detail wie folgt.

3

Man darf gespannt sein, wie das Leben für die Menschen in der Ukraine weitergeht. Mann kann allen nur das Beste wünschen.

*****

Ein erster Nachtrag vom Tag nach der Wahl (3.11.2014)

Bekannte Presseorgane senden die erwartbaren Beiträge:

(Tagesspiegel) Nach der Wahlfarce im Osten der Ukraine, bei der die Sieger von vorneherein feststanden, sollen an diesem Dienstag die „Präsidenten“ der „Volksrepubliken“ vereidigt werden. Kiew droht endgültig die Kontrolle zu verlieren.

Bei den Wahlen in der Westukraine war man auf den völlig überraschenden Sieger natürlich in demokratischstem Maße gespannt.

Schön vorhersehbar gibt sich auch die nicht immer ganz so intellektuell wie gerne wäre daherkommende NZZ:

(NZZ) Noch immer halten Aufständische an der imperialen Vision von der «Befreiung aller Russen» fest, von der Sammlung der «heiligen russischen Erde», wie das die Moskauer Grossfürsten in den beiden Jahrhunderten nach dem Sieg gegen die Tataren 1380 getan hatten.

Zum Glück hat man es im Gegensatz zum schlimmen Ostler in der EU mit bekanntermaßen großen Freunden des Nationalstaates zu tun, die keinerlei Visionen eines großen Schmelztiegels haben. Wir erinnern an die Wahlen im Westteil des Landes, kommentiert in der gleichen Gazette:

(NZZ) Ukraine-Wahl

Kiew will den EU-Kurs fortsetzen

Die Befreiung aller Europäer schreitet demnach volldemokratisch munter voran. Hurra, Hurra, Hurra!

Die entsprechenden Artikel der roten Wartezimmerauslage aus Hamburg wollen wir den Lesern an dieser Stelle lieber ersparen.

 

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2 Kommentare auf "Wahlen in der Ukraine im Rückspiegel"

  1. FDominicus sagt:

    Es wurde auch heute in den BNN bestätigt: Wer pro Europa wählt hat(te) eine Wahl wer Pro russische wählt hält eine Pseudo-Wahl ab.

    Nur als ganz kleine Erinnerung. Rußland und die Ukraine haben sich über weitere Gaslieferungen „verständigt“ – ja wenn die Altschulden bezahlt werden… Wie wird das wohl die Pleite Ukraine leisten?

  2. bluestar sagt:

    Danke liebes Bankhaus für diese Zusammenstellung der Fakten.
    Die Ausblendung solcher wichtigen Zusammenhänge im Staatsfunk und den
    prostituierten Systemmedien inkl. Hetzpresse ist die Grundlage für die Wirksamkeit deren Propaganda.
    Wie das Leben der Menschen in der Ukraine weitergeht ? Honigtöpfe wird das Politbüro der extrem reichen EUdssR an das ukrainische Volk verteilen. Also wie immer: Die Reichen werden noch reicher, die Armen noch ärmer.
    Die Feudalherren des Westens haben nun endlich was sie wollten: Skrupellose Oligarchen an der Macht, wirtschaftlicher Niedergang, billigste Arbeitskräfte, potenzielle Raketenbasen, ungehinderten Zugriff auf Rohstoffe. Das nennt sich dann westliche WERTE oder Menschenrechte.
    Dass dabei Putsch, Chaos, Krieg und Hass und eine Unmenge an Lügen produziert wurden gehört dazu und nennt sich Freiheit.
    Spätestens seit 9/11 muss jedem klar sein wo die Reise hingeht. Es sind immer die gleichen
    Muster, die gleichen Lügen, die gleichen Profiteure.
    Griechenland ist gegenüber der Ukraine ein prosperierendes Emirat, das werden alle deutschen Steuerzahler noch deutlich spüren. Und auch die jetzigen Billiglohnarbeiter in Deutschland werden bei Eintreffen der Konkurrenz aus der Ukraine von vergangenen Tagen im Reichtum berichten. Bis dahin: Ruhig weiterschlafen und von Mutti träumen…

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