Wahl: Nominal, real, egal

3. September 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Beim DAX ist der Wurm drin. Sein Jahresplus ist auf nur noch fünf Prozent geschrumpft, was besser ist als null Zinsen auf dem Konto. Gut möglich, dass Aktien im Herbst bei ihrer Angewohnheit bleiben, wie Blätter zu fallen…

Edelmetalle hatten einen guten Monat – im Gegensatz zu Martin Schulz. Zumindest endet bald und endlich dieser schreckliche Sommer und damit auch der Wahlkampf – diese Schlammschlacht ohne Schlamm. Wäre die Börse ein Wahlplakat, könnte sie die Minuszeichen einfach weg lächeln. Dabei haben Börsenprognosen eine Trefferquote von 50 Prozent – Traumwerte in der Politik!

Auffällig, wie gut es uns vor der Wahl geht. Selbst „Dieselgate“ und Feinstaub sind gerade wie vom Winde verweht wie auch die aus der Statistik gekehrten Arbeitslosen – und freilich auch die Inflation. Selbst der HSH Nordbank geht es wieder gut, seit sie ihren Kreditmüll beim Steuerzahler abgeladen hat. Und sogar der DAX könnte bald auf neue Rekorde sehen, sagen Fachleute. Das jedenfalls ist wahrscheinlicher, als dass die SPD die Union überholt – ohne einzuholen.

Weil ja gerade September ist, neue Staubsauger dürfen laut dem Brüsseler Zentralkomitee seit Freitag nur noch mit 900 Watt saugen, was den Stromverbrauch pro Gerät auf plangenaue 62 Kilowattstunden im Jahr senken soll. Teppiche werden an dieser Stelle einwenden, das sei so sinnvoll wie einem Kühlschrank mit 20 Grad zu betreiben.

Egal, vieles aus der Stube der Eurokraten in Brüssel erinnert an Zentralratsbeschlüsse kommunistischer Länder. Dort weiß man immer ganz genau, was gut ist für die Leute und für Europa, wo wir so gut und gerne leben. Sicherlich werden sowohl der Börse als auch der Wirtschaft vorgeschrieben, mit welchen Vorgaben sie zu steigen haben. Unsinn? Sie können mir das schon glauben! Schließlich komme ich aus der Zukunft – aus der DDR.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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5 Kommentare auf "Wahl: Nominal, real, egal"

  1. bluestar sagt:

    Bezüglich Planvorgaben, Zentralismus und Kommandowirtschaft befinden wir uns auf gutem Wege Richtung DDR, wie beim Abbau von Rechten und Freiheiten auch.
    In den Bereichen Blockparteien, Massenmedien, Feindpropaganda und Umgang mit Andersdenkenden sowie Abweichlern ist DDR-Niveau bereits erreicht.
    Bezüglich Nationalstolz, Kriminalität und Familienpolitik bewegen wir uns allerdings in entgegengesetzte Richtung. Naja, ein paar Unterschiede darf es dann wohl geben.
    Gemeinsam bleibt die Unterwürfigkeit der Masse, solange es Brot und Spiele gibt.
    Und geblieben ist auch die Gabe der Deutschen, jene Personen zu wählen welche das Land in den Untergang führen…

  2. Avantgarde sagt:

    Ich wäre dafür die Teppiche ganz zu verbieten – dann könnten die 900W auch noch eingespart werden.
    Apropos: gibt es da eigentlich schon ein Feinstaubverordung für Innenräume, Partikelfilter…?
    🙂

    • MHHamburg sagt:

      Eine Feinstaubverordung für Inneräume ist mir nicht bekannt. Aber bei Kaminöfen wird schon ordentlich (Ab-) Gas gegeben.Diese müssen demnächst mit Filtern nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie zu alt sind. Wachstum, Wachstum, Wachstum ……

  3. Don_Juan_Matus sagt:

    Die inhaltslose Stupidität der Wahlplakate spricht ja auch schon Bände.
    „Respekt“ (Linke) – vor was, vor wem, warum überhaupt???
    „Mehr Grün für Berlin“ – ich empfehle da 50m^2 Rollrasen, oder 3 Linden pflanzen…
    Die sind auch noch in 100 Jahren wirklich grün!
    Speziell in Deutschland haben wir ja die DDR 2.0.
    Auch gab es schon Wahlbezirke mit über 100% Wahlbeteiligung,
    das hat nicht mal die DDR geschafft – alles läuft nach Plan.
    Unser tägliches Soma gib‘ uns heute. Amen.

  4. Ed sagt:

    Das versteht man in Brüssel eben unter Reformen. Ein Schelm der dachte, dass sich nach dem Brexit etwas ändert – obwohl, der Franzose kommt nach den Wahlen ausnahmsweise mit seiner persönlichen, ungeschminkten Wahrheit ans Licht. Mal sehen, ob sich seine Ausgaben für das Kosmetikerteam lohnen. Was sind schon 26.000€ für etwas Fassade.

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