Vortrag von Hans Werner Sinn: Staatsverschuldung 1950 – 2011. Das dicke Ende kommt noch

6. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer





Quelle: Youtube

 

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32 Kommentare auf "Vortrag von Hans Werner Sinn: Staatsverschuldung 1950 – 2011. Das dicke Ende kommt noch"

  1. FDominicus sagt:

    Bitte diesen Tip „ernst“ nehmen. In „this time is different“ wird das eindrucksvoll für mehre Jahrhunderte aufgeschlüsselt. Es ist soweit mir bekannt das umfassendste Buch über Staatspleiten.

  2. topperhopper sagt:

    Ein klasse Vortrag. Viele werfen ihm ja vor, er sei ein Schwarzmaler, aber ich finde, er hat recht.

    Am Ende lässt er übrigens durchklingen, wer die Krise beenden könnte: diejenigen, denen die ganzen Schultitel gehören. Leider sind das nicht nur die „bösen“ Vermögenden“, sondern auch Fonds etc. mit den ganzen Kleinsparergeldern.

    @ FDominicus:
    Das Buch ist nicht schlecht, aber leider sehr abstrakt. Es lädt nicht gerade zum lesen ein, obwohl die Datensammlung klasse ist.

    VG

  3. samy sagt:

    Danke für den Link…

    Wie endet der Vortrag? Der Herr Bundespräsident war im Publikum? Möge er gut aufgepasst haben …

    VG

  4. MARKT sagt:

    Leider vergisst der gute Herr Sinn, wenn er heute spricht wodurch diese Ungleichgewichte entstanden sind.

    Er war es, der jahrelang für mehr Wettbewerbsfähigkeit durch geringere, in vielen Branchen sogar negative Reallohnzuwächse plädiert hat. Durch diesen Fanatismus wurden die Ungleichgewichte geschaffen, die die Eurozone schon heute an Ihre Grenzen bringt.

    Ich vermisse aber jegliches Eingeständis eines Fehlers, dieses schon fanatisch eingeforderten Verzichts bei Arbeitnehmer und Sozialstaat.

    Vom Saulus zum Paulus kurz vor der Karren im Dreck steckenbleibt?

    Haben wir nicht einen Bundespräsidenten, der diesen Wechsel ebenfalls perfekt schaffte?

    Ach nein, wir haben ja einen Präsidenten der Herzen. Und wenn er es nicht mehr ist, wär der Professor Hans-Werner Sinn mit Sicherheit einer der Besten Kandidaten.

    „Wir“ werden ihn dann Feiern als letzten aufrechten Kämpfer gegen die Eurokrise.

    • Avantgarde sagt:

      „Leider vergisst der gute Herr Sinn, wenn er heute spricht wodurch diese Ungleichgewichte entstanden sind.

      Er war es, der jahrelang für mehr Wettbewerbsfähigkeit durch geringere, in vielen Branchen sogar negative Reallohnzuwächse plädiert hat. Durch diesen Fanatismus wurden die Ungleichgewichte geschaffen, die die Eurozone schon heute an Ihre Grenzen bringt.“

      So i-s-t es !!

      Nun versucht er irgendwie hektisch zwecks eigener Gesichtswahrung zurückzurudern.
      Sehr überzeugend finde ich das allerings nicht.

      • Futur sagt:

        Ja, ganz genau. Die verfehlte Politik der Neoliberalen hat doch zu den vielen prekären Arbeitsverhältnissen geführt.
        Diese ungesicherten wirtschaftlichen Lebensumstände haben doch erst viele davon abgehalten Familien zu gründen!
        Dann vergisst er noch zu erwähnen, dass bei einem Austritt eines Landes die Target2 Salden direkt abzuschreiben wären. Außerdem gibt es bei eventuellen Ausfällen noch die EZB.
        Warum sollen wir Griechenland aus der EU entlassen, wenn dort so viele Öl- und Gasverkommen zu erschließen sind?
        So, mit Statistiken, kann man die Welt und auch die Zukunft nicht beschreiben! Geld und damit die Zahlen sind relativ. In 20 Jahren bedeuten diese Zahlen etwas komplett anderes.
        Grundsätzlich gilt, dass die Neoliberalen keine Antworten für Zukunft haben, da finde ich die NWO viel logischer.

        • topperhopper sagt:

          @ Futur:
          „Die verfehlte Politik der Neoliberalen…“

          Können wir mal aufhören mit: DIE haben Schuld. Was wäre denn Deine Alternative gewesen zu den Hartz-Reformen? Als wenn wir die Schuld für die Eurokrise allein bei D suchen müssten. Was hatten wir denn für ein Wahl als die Lohnkosten zu senken bzw. nicht steigen zu lassen? Hättest Du gerne lieber weiter hohe Arbeitslosigkeit, aber dafür hohes Lohnniveau der Arbeitenden bzw. einen sehr starren Arbeitsmarkt? Wir können in der heutigen Zeit nicht 6% Arbeitslosigkeit und die „alten, guten“ Arbeitsverhältnisse zugleich haben. Schade, aber nicht zu ändern.

          Dass die unterschiedlichen Entwicklungen der Euro-Länder hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit uns nun das Genick anknacksen, steht auf einem anderen Blatt.

          Hinterher besserwissen kann jeder, davor wissen ist der Knackpunkt!

          VG

    • FDominicus sagt:

      Es ist nicht unmöglich herauszufinden wie hoch die Löhne in GR in der letzten Dekade gestiegen sind es sind 34%. Bei uns um 10 % oder so, also Griechenland hat abkassiert aber nicht mehr produziert. Daher müssen wohl die Schulden hoch gehen. Irgendwer zahlt es und in diesem Falle wurden mit „lauen Versprechungen“ bezahlt. Der Lohn in Griechenland wir absehbar um mindestens 50% fallen. Entweder „real“ oder durch eine Inflation sollten Sie eine Drachme einführen.

      Real wäre ehrlich und damit wird es garantiert über Inflation gehen. Denn eins ist bei Griechenland „gewiß“, es ist ein „notorischer“ Bankrotteur. Dazu verweise ich nur auf das von mir „emfohlene“ Buch. Dort liegt Griechenland in der jüngeren Vergangenheit mit an der Spitze der Bankrotte.

      • Futur sagt:

        Griechenland ist in jeder Hinsicht ein großes Problem. Zur Realität gehört leider auch, dass die EU Verfassung gar kein Rausschmiss zulässt. http://www.welt.de/wirtschaft/article106609236/Im-Notfall-koennte-Griechenland-selbst-Euros-drucken.html
        Natürlich sind in der Vergangenheit gewaltige Fehler gemacht worden. Jeder Politiker hat nur den kurzfristigen
        Erfolg gesehen, seine Widerwahl stand im Vordergrund. Dass diese Entscheidungen in ferner Zukunft zu den heutigen Katastrophen führen würde, hat damals nicht so interessiert. Die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Militärindustrie hat von der Aufnahme Griechenlands sehr profitiert.
        Das Wichtigste ist doch, dass In Europa nicht gehungert wird, und dass Frieden herrscht. Eine starke EU ist doch für die Zukunft nicht falsch. Wenn man die Ideen des Neoliberalismus konsequent zu Ende denkt, so führt dieser ganz sicher in die Katastrophe. Die Idee der EU ist dagegen logisch und innovativ.

        • topperhopper sagt:

          „Die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Militärindustrie hat von der Aufnahme Griechenlands sehr profitiert.“

          Irgendwer profitiert ja immer. Die dt. Militärindustrie ist mE nach nicht so groß, dass das eine Rolle spielen würde. Ich kenne aber keine genauen Zahlen…

          „Das Wichtigste ist doch, dass In Europa nicht gehungert wird, und dass Frieden herrscht.“

          ja, genau

          „Eine starke EU ist doch für die Zukunft nicht falsch. Wenn man die Ideen des Neoliberalismus konsequent zu Ende denkt, so führt dieser ganz sicher in die Katastrophe. Die Idee der EU ist dagegen logisch und innovativ.“

          Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Jeder -Ismus führt am Ende in eine mehr oder minder große Katastrophe. Aber wie zum Teufel kann man Neoliberalismus mit EU vergleichen – das eine ist eine Weltsicht – das andere ein Staatengebilde?

          VG

          • Futur sagt:

            Die 172 Professoren sind doch in der Hauptsache Verfechter des Mainstream – Neoliberalismus. Das habe ich zumindest gelesen, bei Herrn Sinn weiß ich es.

            Natürlich beinhaltet die Gründung einer starken und zentralistischen EU auch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Da die Politik der Deregulierung und der „unsichtbaren Hand“ umfassend gescheitert ist, wird jetzt wohl mehr reguliert. Dass man die Staatsform und die wirtschaftliche Ideologie nicht getrennt voneinander betrachten kann, dies zeigt ja schon das Beispiel China.

            Ohne über die zukünftigen Wirtschaftsform der EU zu spekulieren, so glaube ich doch, dass eine Ökonomie die soziale, umweltfreundliche und innovative Aspekte in den Vordergrund stellt, wegweisend wäre.

  5. samy sagt:

    15 Ökonomen bedrängen 190 Ökonomen. So, so …

    http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:bankenunion-oekonomenstreit-droht-zu-eskalieren/70060245.html

    Einaml unabhängig davon wer inhaltlich Recht hat, ist das schon eine köstliche verdrehte Sichtweise…

    Und Schäuble schäumt mal wieder (was spart der Mann eine Kohle! Rasierschaum muß der nicht kaufen! Beneidenswert!). Jetzt nicht weil der Bundespräsident und das BVerfG sich nicht mal mehr scheuen in einer Demokratie vor dem Volke zu kommunizieren.

    Nein, weil die 190 Bedränten nun ihm bedrängen, ja weil diese so bedrängt sind von den 15 Bedrängern, oder nicht oder wie jetzt?

    Ach, wie bedrängt das Ganze.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-kritisiert-sinns-oekonomen-appell-a-842939.html

    Ich wünsche ein unbedrängtes Wochenende.

    PS: Frei nach Loriot „Wo bedrängen sie denn, ja, wo bedrängen sie denn … ? Ach, ist der Bundestag schööööön groß ;-)“

    http://www.youtube.com/watch?v=7LgWlAUnW9w

  6. samy sagt:

    @futur, Domenicus, avantgarde

    Die Hartz-Reformen, AGENDA 2010, der Realohnverzicht der AN in der letzten Dekade bei steigenden Unternehmensgewinnen usw. dass ist ein heißes Eisen. Da bin ich ja mit so einigem eurer Meinung, auch aus eigener Erfahrung mit diversen Ämtern und meinen Mitmenschen.

    Aber ihr seht schon noch, dass die Länder um uns herum ein gewaltige AL aufweisen? Insbesondere Jugend-AL? Genauso in den USA und GB?
    diese Ungleichgewichte im EU-Raum, die wären doch gar nicht derart ausgefallen, wenn einige Südstaaten den Euro nie erhalten hätten. Eben weil diese eine VW mit dieser starken Währung hatten, aber kaum attraktive Güter und Geschäftsmodelle, lief viel über Kredit. Und gerade der war auch verführerisch und ungewohnt niedrig für die Südschiene

    Alles (!) kann in der BRD nicht falsch gelaufen sein im letzten Jahrzehnt. Es gab und gibt nun mal einen wachsenden Wettbewerb in einer globalisierten Welt. Die Südschiene hat sich diesem nicht gestellt, weil sie zu hohe Löhne beibehalten hat, keinen derart innovativen Mittelstand hat und alles auf Pump finanzierte. So könnte man das auch sehen.

    VG

    • Futur sagt:

      Der wachsende Niedriglohnsektor und die prekären Arbeitsverhältnisse in D sind im Zusammenhang mit den wachsenden Exportgewinnen eine Folge des Neoliberalismus.

      http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=heiner%20flassbeck%20youtube&source=web&cd=3&ved=0CE4QtwIwAg&url=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DmfKuosvO6Ac&ei=XzX4T7i5LMnE8gOD7ay9Bw&usg=AFQjCNGJEUF1nDUZhL7PsTUfjzsu9csFBg

      Während die Südschiene also immer über ihre Verhältnisse gelebt hat, fielen die Nettolöhne in Deutschland. Dadurch wurde die Binnenkonjunktur nachhaltig geschwächt. Ich hoffe, es kommt bald zu einer Korrektur.
      Da wir in Deutschland zum größten Teil eine Realwirtschaft haben, und nicht wie die Angloamerikaner von einer Finanzindustrie abhängig sind, sehe ich die Zukunft nicht so negativ. Ich bin sehr froh über den starken deutschen Mittelstand.
      Die Angloamerikaner und deren Idee des Neoliberalismus sind als Geschäftsmodell weitestgehend gescheitert.

      • FDominicus sagt:

        Nun ich fände es nett wenn Sie uns Ihre Sicht des Neoliberalismu erläutern wollen. Bitte seien Sie mir nicht gram aber ich kann höchstens Neosozialismus erkennen. Ohne Anspruch auf „Vollständigkeit“, damit wurden wir „beglückt“

        – Mit einer Zentralbank, deren einzige Aufgabe es ist für Geldwertstabilität zu sorgen. Wo bitte macht das die EZB?

        – Glühbirnenverbot, welche liberale Begründung kann es dafür geben?

        – Umstieg auf erneuerbare Energien auch das bitte mir nur eine liberale Begründung geben.

        – Immer mehr Verlagerung von Sachen auf die EU und immer mehr Gesetze von dort, bitte mir auch nur eine liberale Begründund dafür geben.

        – Und das illiberalste überhaupt eine EZB die, den Geldmarkt völlig ausschalten kann und das tut. Auch da bitte nur eine „liberale“ Begründung. Nur eine…

        Ich weiß nicht wie man irgendwo noch den Hauch von liberal erkennen kann. Es wird reguliert und umverteilt und das hat mit liberal egal in welcher Form überhaupt nichts zu tun. Im liberalen Bereich entscheiden sich die Menschen frei und werden nicht als Sozialmüll behandelt.

        Da es bei Ihnen offenbar eine irgendwie andere Vorstellung von liberal gibt als mir geläufig ist müssen Sie schon sagen wo sich der Liberalismus versteckt. Danke.

        • Futur sagt:

          Ich meinte, dass bisher in Deutschland (beinflusst von der Angloamerikanischem Ideologie, beispw. Milton Friedman) eine Neoliberale Mainstream Ökonomie vorherrschte. Diese wird mit der EU nicht weiter fortgeführt, das haben Sie genau richtig beschrieben. Statt Deregulierung und Laissez-faire Ökonomie wird eine andere Wirtschaftsweise umgesetzt. Sie nennen es „Neosozialismus“, das hat Charme.
          Die EU wird keine liberale Wirtschaftspolitik umsetzen, weil diese weltweit gescheitert ist.
          Welche Wirtschaftspolitik führt zum Erfolg? Schauen Sie sich Singapore und China an! Diese Länder sind hochgradig reguliert. Mit dem Liberalismus können die zukünftigen Probleme nicht gelöst werden.
          Das ist aber nur eine Vermutung, Beweise habe ich keine, da mich noch nie bei den Bilderbergern gewesen bin.

          • samy sagt:

            Ob Keynes, ob Friedman, beide rotieren im Grab, wenn sie sehen was aus ihren Theorien gemacht wird.

            Friedman hätte Blasen platzen lassen, so einfach ist das!
            Friedman legte größten Wert darauf die Geldmengen nicht zu mißbrauchen, um Fehler zu korregieren, überhaupt verachtete er jeden Markteingriff durch die Politik. Klar Thatcher und Reagan beriffen sich damals auf Friedman, was die Kürzung der Sozialleistungen anging, stimmt schon.

          • Futur sagt:

            @samy
            Die Ideen von Keynes und Friedman können in einer instabilen, dynamischen Wirklichkeit nicht zweckmäßig sein,, da sie mithilfe der empirischen, mathematischen Methode konstruiert worden sind. Folglich sind sämtliche Prognosen unsicher. Dass empirische Theorien in einer dynamischen Wirklichkeit nicht zweckmäßig sein können, da sie sich per Definition immer auf die Vergangenheit beziehen, dürfte zu verstehen sein. Die Wissenschaftstheorie beweist eindeutig, dass allein die empirische (induktive) Methode als Mittel zur Theorienbildung unzweckmäßig ist. (Stichwort:Schwarzer Schwan). Zweckmäßig sind nur die deduktiven Wissenschaften, die Mathematik und die Formale Logik.
            Albert Einstein: „…insofern sich die Sätze der Mathematik auf Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit“ (Geometrie und Erfahrung, 1921 in Mein Weltbild).
            Das Problem, das ich bitte zu verstehen, ist folgendes: Jede mathematische Prognose muss in einer instabilen, dynamischen Wirklichkeit versagen, da das Ergebnis (die Realität) außerhalb der Berechnungsgrundlage liegt.
            Was aber noch viel fataler wirkt, ist die Tatsache: Mathematischen Berechnungen auf die Wirklichkeit bezogen, sind nicht falsifizierbar! (Prof. Franz Hörmann, u.a.). Das heißt, in einer dynamischen, instabilen Realität ist jede mithilfe der empirischen und mathematischen Methode gefundene Aussage als unsicher anzusehen.
            Die Formale Logik stellt Hypothesen (Prämissen) auf, diese sind falsifizierbar, damit als zweckmäßig anzusehen.
            Die Theorien der Ökonomen beantworten nicht die systemimmanenten Fragen: Z.B. Ständiger Wachstumsdruck in einer endlichen Welt, Geldsystem, unnütze Produktion, Rationalisierungen, soziale Verwerfungen, usw…

    • Avantgarde sagt:

      „@futur, Domenicus, avantgarde“

      „diese Ungleichgewichte im EU-Raum, die wären doch gar nicht derart ausgefallen, wenn einige Südstaaten den Euro nie erhalten hätten.“

      Stimmt – wären sie nicht.
      Denn erstens hätten die Südländer die billigen Kredite zu Eurokonditionen nie erhalten und zweitens wird es für einen Exporteuer wie D ab einem bestimmten Wechselkurs unmöglich seine Produkte dort noch abzusetzen.

      „Alles (!) kann in der BRD nicht falsch gelaufen sein im letzten Jahrzehnt. Es gab und gibt nun mal einen wachsenden Wettbewerb in einer globalisierten Welt.“

      Es ist so ziemlich alles falsch gelaufen was nur schief gehen konnte.

      Der Euro hat das bewährte EWS aus purer Sturheit der Politik ersetzt.

      Schröder ist dieser Irren Idee des Reaganomics/Thatcherism eines Herren Blair verfallen.
      Die Amis sind bereits etwas weiter – dort kann man die „Früchte“ dieses Wahnsinns noch besser betrachten.
      Vom Unterschreiten des vereinbarten Inflationsziels der EZB bis hin zum Derivateboost(sog. Deregulierung Kapitalmarkt), Steuerfreien Veräusserung von Unternehmensbeteiligungen (=Fütter für die Finanzheuschrecken) über die Senkung der direkten Steuern für die Reichen, Senkung der Kapitalsteuern bis hin zum überschreiten der Maastricht-Kriterien.

      Freilich bedeutet Globalisierung Wettbewerb.
      Das wir aber noch immer in einem Rechtsstaat leben ist Wettbewerb auf der Lohnschiene mit Ländern wie China völlig aussichtslos – da helfen auch keine Lohnsenkungen.
      Das war kein Grund für die Agenda-Politik sondern ein Vorwand.

      „Die Südschiene hat sich diesem nicht gestellt, weil sie zu hohe Löhne beibehalten hat, keinen derart innovativen Mittelstand hat und alles auf Pump finanzierte. So könnte man das auch sehen.“

      Die Südschiene hat zweifellos das Inflationsziel maßlos überschritten.
      Die Kreditvergabe allerdings wurde jahrelang als Erfolg gefeiert – Ackermann und Co. lassen grüßen.
      Blätter mal in alten Zeitungen: Da war jahrelang davon zu lesen wie toll es in den Südländern läuft. Gejammert wurde, daß D das Wachstumsschlußlicht sei.

      Spätestens 2004 wusste man in Brüssel Bescheid über die Lage Griechenlands – hat aber niemand interessiert.
      Selbst in den Medien erschienen Berichte wie diese
      http:// http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/euro-raum-griechenland-erschwindelte-euro-beitritt-1189739.html

      • samy sagt:

        Sicher, auch das ist eine Interpretation dessen was wir gesehen haben.

        Ich will auch gar nicht die Globalisierung, so wie sie läuft verteidigen. Sehr gerne können wir über hohe Straffzölle reden, wenn Produkte unter Bedingungen des Lohn- und Sozialdumpings hergestellt werden. Nur diese Diskussion blieb eben in der letzten Dekade aus. Ein Fehler von uns, dem Wähler, wir waren desinteressiert, wir haben die Politiker machen lassen. Geiz ist geil! „Der DVD-Player aus Taiwan kostet nur noch 49,50 Euro? Wow! Weisst du noch wie teuer ein VHS-Videorecorder war? …“

        Dem Volk muß man eigentlich spätrömisches Desinteresse attestieren und zwar bis zum heutigen Tag.

        Der unbestreitbare Produktivitätszuwachs der durch die Globalisierung erreicht wurde, war für die Wirtschaftswelt bitter nötig, um den wachsenden Geldmengen auch die wachsenden Gütermengen zu bieten, sonst wären wir mit unserer Inflation schon weiter. Davon bin ich überzeugt.

        Ist das alles nicht einfach nur ein Beispiel dafür, dass man zuerst eine politische Union hätte etablieren müssen bevor man den Euro eingeführt hätte? Ein europaweiter Wirtschaftsraum, der sich abgestimmt und koordiniert dem globalen Wettbewerb stellt und dann erst den Euro einführt, falls überhaupt nötig? So hat jedes Land wie gewohnt weiter gewurschtelt. Die Deutschen mit der ihnen eigentümlichen Angst haben sich frühzeitig Wetterfest gemacht, im Detail leider begleitet von manchen Ungerechtigkeiten. Und die Südschiene?

        Was wäre den geschehen, wenn die BRD die Löhne nicht gesenkt hätte, die Güter weltweit nicht hätten absetzen können und europaweit die Zulieferbetriebe den Bach runter gegangen wären? Besser für alle?
        Was sehen wir denn in den USA? Jedem Amerikaner sein Haus. Aussenhandelsbilanzen negativ? Her mit der Kreditkarte …

        Nö, lief nicht alles falsch in Deutschland.

        VG

        • Avantgarde sagt:

          „Was wäre den geschehen, wenn die BRD die Löhne nicht gesenkt hätte, die Güter weltweit nicht hätten absetzen können und europaweit die Zulieferbetriebe den Bach runter gegangen wären? Besser für alle?“

          Wenn ich so etwas lese wird mir fast schwarz vor Augen…

          Solange die Produktivität steigt(und das tat sie in D) ist es überhaupt kein Problem wenn die Löhne m-i-t der Produktivität laufen – kein Wettbewerbsnachteil, nix.

          Von Lohnsenkungen profitiert nur der, der Kapitaleigner von diesem Betrieb ist- und n-u-r dieser.
          Ansonsten zieht das einen Rattenschwanz in allen anderen Bereichen nach sich:
          Sozialsysteme werden unterlaufen, den anderen Unternehmen (auch in D) steht weniger Konsum des AN zur Verfügung.
          Und nicht zuletzt der AN selbst profitiert nicht mehr von der wirtschaftlichen Entwicklung.
          Der inflationsbereinigte Konsum in D ist über die letzten 10Jahre übrigens flach wie ein Brett – kann man sehr schön danran ablesen.

          Nun muß der eingesparte Lohn ja aber irgendwo hin.
          Und das tut er auch: Man kann damit Aktien, Rohstoffe oder Anleihen kaufen….
          Genau das ist es doch was die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderlaufen lässt.

          So – und jetzt kommen wir zu den Asiaten.
          Erinnerst Du Dich noch als damals die Japaner kamen?
          Was für ein Geschrei – die Welt und D ging dennoch nicht unter.
          Nun hat Japan gewaltige Probleme – ich möchte es nicht beschreien aber wenn ich mir die Geisterstädte in China anschaue kommt mir das schon ein bischen wie deja-vu vor…

          Nun kommen die Chinesen – und auch dieses Mal wird die Welt nicht untergehen.
          Selbst wenn man es versuchte wäre es ein völlig irres Unterfangen mit Chinesischen Löhnen konkurieren zu wollen.
          Es nutzt Dir nix wenn Deine Lohnsumme um X -1 gesenkt wird aber in China oder Vietnam die Lohnsumme bei x -100 liegt.

          „Was sehen wir denn in den USA?“

          Die Reagan-Regierung senkte mit dem Economic Recovery Tax Act of 1981 den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer von 70 % auf 33 %. Auch die Steuern auf Veräußerungsgewinne und Unternehmenssteuern wurden reduziert. Dadurch verringerten sich die Steuereinnahmen deutlich.

          Inzwischen beziehen über 46 Mio Amerikaner Lebensmittelmarken – wobei lt. USDA(US-Departement of Agriculture) sogar 70Mio anspruch darauf hätten.


          Weltweit stieg die Zahl der Millionärshaushalte im vergangenen Jahr um zwölf Prozent an: Einer Studie zufolge verfügt nur ein Prozent über mehr als ein Drittel des Reichtums. Die USA haben die meisten Millionäre vorzuweisen.

          Nur rund ein Prozent der Haushalte weltweit verfügt nach einer Studie über 39 Prozent des gesamten Reichtums. Vergangenes Jahr stieg die Zahl der Millionärshaushalte um zwölf Prozent, wie die Unternehmensberatung Boston Consulting Group am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Damit sei der Anteil der Millionäre am gesamten Reichtum der Welt im Vergleich mit 2009, als er bei 37 Prozent lag, um nochmals zwei Prozentpunkte gewachsen.

          Trotz der Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten gibt es der Studie zufolge dort immer noch die meisten Millionärshaushalte: Ihre Zahl stieg 2010 um 1,3 Prozent auf 5,2 Millionen.

          Und ich nehme jetzt einfach mal an, daß sowohl die Zahl der Reichen als auch die Zahl der Lebensmittelmarkenempfänger weiter ansteigen wird.

          Die Republikaner halten ja weiterhin ihre schützende Hand über den Vermögenden damit denen auch ja kein Haarchen gekrümmt wird.

          Super Plan – diese Reaganomics… 🙁

          Jetzt sag mal:
          Was sollen die Amis tun – die Löhne noch weiter senken?????

          • samy sagt:

            „Wenn ich so etwas lese wird mir fast schwarz vor Augen…“

            Das sind ernst zu nehmende Symptome. Leg dich mal für 5 Minuten hin und pack die Beine auf einen Stuhl … 😉

            „Super Plan – diese Reaganomics… 🙁

            „Jetzt sag mal:
            Was sollen die Amis tun – die Löhne noch weiter senken?????“

            Gerade ich frage in diversen Foren seit Jahren immer wieder nach, wieso denn nun die Mutterländer des Kapitalismus zuerst in den Strudel geraten sind, also USA und UK, wenn der Sozialstaat (Wohlfahrtsstaat) an der Krise Schuld sei. Den Reagonomics und Thatcherism sind ja alles andere als kuschelige Sozialstaaten. Ich bin der falsche Ansprechpartner für diese Frage . Ich setz noch einen drauf. Rockefeller musste 90% Steuern zahlen. Warren Buffet will mehr Steuern zahlen. Und Steven King, na ja, ich will ja nicht alles zitieren, der Frank Meyer könnte vor Scham affenrot anlaufen :-), aber hier ein witziger Link vom Meister des Horrors:
            http://www.sueddeutsche.de/kultur/wutbuerger-stephen-king-sie-lassen-ihn-nicht-bezahlen-1.1346859

            Was ich sagen wollte, ist das die Amis die Quittung dafür zahlen, dass sie ihre Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig gehalten haben. Etwas was man der BRD nicht vorwerfen kann. Clinton hatte einen den letzten ausgeglichenen Haushalt hingelegt. Der Rest machte Schulden. Für den Konsum, Militärhaushalt und Kriege und Bankenrettungen nach diversen geplatzen Blasen. Also nicht für Investition in Bildung, Infrastruktur und F.u.E. Das, obwohl sie sehen können, dass sie mehr importieren als exportieren!

            Auch die Hinweise auf SNAP, Ungleichverteilung des Reichtums, kenne ich alles, stimme zu, dass das böse Vorzeichen sind. Vielleicht die Vorzeichen eines kollabierenden Zinseszinssystems?

            „Solange die Produktivität steigt(und das tat sie in D) ist es überhaupt kein Problem wenn die Löhne m-i-t der Produktivität laufen – kein Wettbewerbsnachteil, nix.“

            Eine Binsenweisheit, geschenkt. Kannst du dich auch noch an die Ruckrede von Herzog erinnern? An die 5,2 Mill. Arbeitslosen um 2002 herum (jetzt bitte nicht nur auf die gefäschten Arbeitsmarktstatistiken verweisen, die sind heute genauso gefälscht wie damals)? Hatten wir damals nicht alle das Gefühl, dass etwas geschehen muß? Alles nur eingebildet?

            „… in völlig irres Unterfangen mit Chinesischen Löhnen konkurieren zu wollen.“
            Stimmt, sage ich das irgendwo? High-Tec und vom Mittelstand dominierte Nischenmärkte, die für die Massenproduktion uninteressant sind, sind die dt. Lösung. Aber unterschätze du mir die Asiaten nicht. Die werden sich nicht ewig im Niedriglohnsektor die Hände schmutzig machen, die wollen auch etwas vom Kuchen. Es verlassen jetzt schon jedes Jahr ca. 750 000 Absolventen die chinesische Unis. (Ca. 5 Mill. in ganz Asien) Sagen wir mal ,das nur 1% davon hochbegabte Unternehmensgründer hervor bringen, dann dürfen wir uns noch auf etwas gefasst machen.

            Natürlich hängt über allem das Damoklesschwert eines Deflationsschocks, Bankencrashs, vielleicht sogar von Kriegen. Die Folgen wären dann unberechenbar, dann gibt es zumindes kurz- und mittelfristig nur noch Verlierer.

            Ich muss mich ausklinken …

            VG

  7. vegaman sagt:

    wenn das BVerfG schlau ist (und davon gehe ich aus), dann wird es am Dienstag die einstweiligen Verfügungen in Kraft setzen.

    Begründung:
    „Es gibt bzgl. ESM erhebliche Interdependezen zwischen Grundgesetz, europäischem Recht, Völkerrecht usw.
    Leider hat die Politik den Vertrag so kompliziert gemacht, dass wir darüber in einem Eilverfahren nicht entscheiden können. Weiterhin sind aufgrund der Komplexität des Vertrages auch die Konsequenzen sehr schwer abzuschätzen, sie erschienen jedoch nach erster Prüfung derart erheblich, dass es in jedem Falle zuerst einmal wichtig ist, das ESM Gesetz nicht in Kraft teten zu lassen. Dies vor allem wegen einer fehlenden Austrittsklausel. Jungs lasst uns das in einem ordentlichen demokratischen Verfahren prüfen, bis dahin ist jegliche Unterzeichung untersagt.“

    Dann liegt der Ball zuerst einmal in den Niederlanden (Wahl September), den Finnen (Aussagen Finanzministerin) sowie den Politikern (Nehmt die Ewigkeitsklausel raus! Verhandelt einen ordentlichen, dem Demokratieprinzip untergeordneten Vertrag oder fragt das Volk, vielleicht macht das ja ebenso mit wie der Bundestag…).

    Und als Antwort auf jegliche Kritik:
    Unsere Aufgabe ist es, nach dem Grundgesetz zu urteilen. Für politische und zeitliche Zwänge sind wir nicht verantwortlich, die sind einfach nicht unser Ding, schaut in die Aufgabenbeschreibung, ist alles öffentlich einsehbar und seit 60 Jahren bekannt, wisst ihr ja.

    Immer dran denken: Es geht hier nicht um die Frage, ob der ESM mit dem GG konform ist. Es geht nur um die Frage, ob die Konsequenzen einer Unterschrift von Herrn Gauck schwerer wiegen als die Untersagung der Unterschriftsleistung des Präsidenten durch das BVerG. Über den ESM an sich wird noch gar nicht entschieden werden. Die wollen sich doch in so einer Situation auch nicht die Pfoten verbrennen (lassen).

    Ich denke, die Entwicklung der Renditen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen in den letzten 2 Tagen deuten eine solche Entscheidung bereits an…

  8. MARKT sagt:

    @ samy

    „Eben weil diese eine VW mit dieser starken Währung hatten, aber kaum attraktive Güter und Geschäftsmodelle, lief viel über Kredit. Und gerade der war auch verführerisch und ungewohnt niedrig für die Südschiene“

    Es ist Sinn und Zweck dieses Kreditgeldsystems, dass sich jemand (je mehr desto besser) verschuldet. Ob es die Südländer sind , die über die niedrigen Zinsen geködert wurden , oder sonst wer , ist vollkommen egal. Dass Deutschen als Ganzes, nun aber zu mehr Arbeit für weniger Lohn gedrängt wurden (sich drängen liessen) und jetzt sich selbst für ihre starke Wirtschaft bejubeln und glauben, es sei in Deutschland vieles richtig gelaufen , ist schon etwas sehr skuril.
    Wer finanziert den seit 2008 einen Großteil unserer Exporte in die EU? Einfach sich einmal die Target 2 Problematik verinnerlichen. Am Ende sind es auch Sie. Ob Sie dass, dann auch noch als richtig empfinden werden, wage ich zu bezweifeln.

    Es gibt nicht genügend Nachfrage für immer mehr (unnütze)Produkte. Egal wie stark wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, und um wieviel mehr Produktiver wir werden. Wenn die Balance über ein funktionierendes Steuersystem nicht mehr erfolgt, werden immer größere Teile der Bevölkerung vom Verbrauch (Konsum) ausgeschlossen, oder müssen diesen über Kredit finanzieren. Kredit der in der Endphase eines Zinseszins-Zyklusses zu einem immer höheren Prozentsatz ausfällt, ausfallen muss.

    „Alles (!) kann in der BRD nicht falsch gelaufen sein im letzten Jahrzehnt. Es gab und gibt nun mal einen wachsenden Wettbewerb in einer globalisierten Welt. Die Südschiene hat sich diesem nicht gestellt, weil sie zu hohe Löhne beibehalten hat, keinen derart innovativen Mittelstand hat und alles auf Pump finanzierte. So könnte man das auch sehen“

    Das ganze ist nicht auf die BRD bezogen. Aber dass, was Sie, als in der BRD als richtig gelaufen empfinden, ist exakt genauso stark für die jetzige Situation verantwortlich, wie dass, in der „Südschiene“ vermeintlich falsch gelaufen seinsoll.
    Und was den innovativen Mittelstand betrifft, behalten Sie diesen genau im Auge in den nächsten Jahren. Den genau dieser wird, der im Verhältnis zur derzeitigen bestehenden Situation gesehen der größte Verlierer sein.

    Versuchen Sie doch einmal den anerzogenen , scheinbar bei vielen guten Staatsbürgern zementierten Ausspruch: Arbeit bringt Wohlstand zu reflektieren. Oder versuchen Sie einfach zu ergründen für wen?

    Solange die Grenze für das Zahlen von Höchststeuersätzen eher sinkt (Ausnahme 3% Reichensteuer) und die Versteuerung der leistungslosen Kapitaleinkünfte halb so hoch ist wie die Versteuerung von Arbeitseinkommen z.B eines Ingenieurs läuft etwas in die falsche Richtung. Und um uns das Gehalt eines Ingenieurs, der die Autos der Oberklasse alle drei Jahre raffiniert umdisigned(Fortschritt Innovation?) leisten zu können brauchen, wir immer mehr Aufstocker die wieder über dessen Lohnsteuer unsere Mehrwertsteuer, Ökosteuer usw. ernährt werden müssen.

    Nein, ich bleibe dabei in einem Land, in dem mehrfach jeweils hunderte von Milliarden über Nacht zum Erhalt und Ausbau der Vermögen von Milliardären(größtenteils über Banken und unter falschem Vorwand) verabschiedet und ausgegeben werden, während über einstellige Milliardenbeträge für die eigene Bevölkerung in Form von Betreuungsgeld oder Erhöhung (Inflationsanpassung) der HartzIV- Sätze um 5 € Monatelang zum Teil menschenunwürdig diskutiert und dies Pauschal verunglimpft werden, läuft sehr viel falsch.

    • FDominicus sagt:

      Das was falsch läuft haben Sie doch benannt. Falschgeldproduktion. Es werden Leistungen versprochen sind die niemals geleistet wurden. Die EZB pumpt mal „eben“ 1 Billion (das ist immerhin halb so wie wie in 60 Jahren an Schulden aufgehäuft haben) an einem Tag. Ja Sie haben verdammt recht, es läuft nicht nur viel falsch sondern es läuft alles falsch.

      – durch unsere „netten“ Politiker verbrauchen wir schon Dinge die wir erst in 10 Jahren produzieren. Wie soll das gehen?

      – Sparen und Eigentum werden völlig diskreditiert.

      – Der Staat hat das Geld und Gewaltmonopol und nützt es weidlich aus von Fleissig auf „Liebling des Staates“ umzuverteilen

      – Den Menschen wird heute Geld abegknöpft was Sie niemals wiedersehen werden das nennt sich dann Umlageverfahren für was auch immer.

      – Alle neuen Schulden werden auf Kinder abgewälzt die eben kein Wähler.

      – Wir haben eine Sonderkonjuntur in Deutschland wie Sie es fast niemals zuvor gegeben hat und machen immer noch neue Schulden.

      Schauen Sie sich doch den Vortrag von Herrn Sinn an. Es ist doch für einen Blinden offensichtlich, daß der Betrug kultiviert wird.

      • topperhopper sagt:

        Ich stimme Dir im Grunde zu, aber:

        „- Alle neuen Schulden werden auf Kinder abgewälzt die eben kein Wähler.“

        Das mit der angeblichen Generationenungerechtigkeit von Schulden ist so ein Ding. Klar müssen unsere Kinder die Zinsen für unseren Konsum bezahlen, aber unsere Kinder bekommen auch die Zinsen. Schuldenmachen ist weniger generationenungerecht als vielmehr verteilungsungerecht. Die immer höheren Zinsen müssen von allen Bürgern erwirtschaftet werden, zugunsten der Gläubiger der Mittel- und Oberschicht. Eigentlich müsste Die Linke eine der Parteien sein, die sich am meisten für weniger Schulden einsetzt.

        „- Wir haben eine Sonderkonjuntur in Deutschland wie Sie es fast niemals zuvor gegeben hat…“

        Tja, Deutschland „boomt“ seit der Euro in der Krise ist 😉 Vielleicht profitiert D doch besonders vom Euro – nur anders als gedacht…

        „…und machen immer noch neue Schulden.“

        Im Schuldgeldsystem sollten wir auch immer neue Schulden machen. Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn sich der Staat wirklich an die Schuldenbremse hält…Wer sorgt dann für die systemnotwendige Aufschuldung. Es gibt ja eine Theorie, nach der der Schuldenstopp unter Clinton Ende der 90er erst zur massiven Verschuldung bei den privaten Immo-„Besitzern“ geführt hat…Warten wir´s ab.

        VG

    • samy sagt:

      Hi,

      ohne unhöflich sein zu wollen, aber in weiten Teilen passt die Antwort, die ich Avantgarde gegeben habe auch hierhin.

      Ansonsten, ja wir haben ein Zinseszinsproblem Die Karre fährt wohl vor die Wand. Der Point of no Return scheint überschritten und der letzte Warnschuss (Wahnschuss? 🙂 aus 2008 ist ungenutzt verhalt. Heute plädiert sogar ein Olaf Henkel für die Verstaatlichung von Banken, damals noch eine kommunistische Teufelsidee für ihm. Heute kann man die gar nicht mehr verstaatlichen, obwohl der ESM das über Bande ev. ja gerade soll.

      „Versuchen Sie doch einmal den anerzogenen , scheinbar bei vielen guten Staatsbürgern zementierten Ausspruch: Arbeit bringt Wohlstand zu reflektieren. Oder versuchen Sie einfach zu ergründen für wen? “

      Nö, nö. So einfach sehe ich das nicht mit dem Wohlstand. Wohlstand heisst erstmal freier Zugang zu Bildung und Gesundheitswesen. Die Lebenserwartung in Kuba ist höher als die in den USA. Analpabetismus sogar weniger stark verbreitet. Gut, die Autos sind alt und Gebäude verfallen. Und da wäre noch das PRoblem mit der Freiheit, zu sagen was man denkt, aber das bekommen die Amis auch gerade hin. Ein gewisser Wohlstand ist ist somit auch Kuba vorhanden, auch ohne hammerharte, durchgetaktete im globalen Wettbewerb stehende Wirtschaft.

      Nun ist Deutschland aber nicht gerade reich gesegnet an Bodenschätzen usw., um alles für den Wohlstand nötige bereit zu stellen. Also muß mit dem Ausland gehandelt werden. Konkurrenzfähige Güter auf dem Markt geworfen werden usw. usf. … Der Wettbewerb in einer globalisierten Welt eben. Schwups sind wir wieder beim Lohn. Bitte nicht falsch verstehen, der einfache Mann auf der Strasse hat seinen Beitrag im letzten Jahrzehnt geleistet. Nun reicht es. Das Wort „Lohnsteigerungen“, man hörte es sogar aus Kanzlerinnenmunde.

      „Nein, ich bleibe dabei in einem Land, in dem mehrfach jeweils hunderte von Milliarden über Nacht zum Erhalt und Ausbau der Vermögen von Milliardären(größtenteils über Banken und unter falschem Vorwand) verabschiedet und ausgegeben werden, während über einstellige Milliardenbeträge für die eigene Bevölkerung in Form von Betreuungsgeld oder Erhöhung (Inflationsanpassung) der HartzIV- Sätze um 5 € Monatelang zum Teil menschenunwürdig diskutiert und dies Pauschal verunglimpft werden, läuft sehr viel falsch.“

      Volle Zustimmug, man verschenkt die global hart erarbeiteten Früchte an eine marode Bankenwelt.

      VG

        • Futur sagt:

          Vielen Dank für den link. Ich könnte noch 100 ähnliche posten…alle mit derselben Aussage: Unser absurdes Geldsystem ist obzön, und führt zwangsläufig in die Katastrophe.
          Warum haben dies die führenden. „Wirtschftswissenschaftler“ verschwiegen? Warum ist das Geldsystem, das unser aller Leben bestimmt, in der Forschung und Lehre kein Thema? Ist die „Wahrheit“ in der
          Wirtschaftswissenschaft ein Problem? Was passiert mit renommierten Professoren, wenn sie es wagen sich mit dem Geldsystem zu beschäftigen?… Sie werden aus fadenscheinigen Gründen suspendiert wie z.B. Wirtschaftsprofessor Franz Hörmann, Uni Wien.

          Es geht nicht um das Geld, das interessiert den Geldschöpfer nicht mehr, es geht um den Machterhalt.

          Jetzt zu den noch wichtigeren Fragen:
          Warum hört man von der Regierung nichts zu dem Thema? Warum riskiert die große Mehrheit der Abgeordneten unseren hart erarbeiteten Wohlstand, um eine ungeliebte Währung zu retten? Sind alle korrupt und verkaufen die Rechte der Wähler und aller Nachkommen? …Wenn mir jemand 100 Millionen€ für die Rechte an meinen Kindern anbietet, so würde ich ihn umgehend anzeigen. Wenn er aber für ihre Sicherheit etwas verlangt, so würde ich auf diese Forderung wohl eingehen, da wäre ich erpressbar.

          Können denn die Regierenden wirklich souveräne Entscheidungen treffen? Ist Deutschland wirklich souverän? Warum redet denn der Finanzminister davon, dass Deutschland in einem Vereinten Europa souverän werden kann?
          Nur wenn man sich mit der „Wahrheit“ beschäftigt, kann man zu guten Lösungen kommen.

  9. purity sagt:

    Ab 21:00 betrachtet Sinn die Pro-Kopf-Verschuldung. Dabei spricht er versehentlich von 1,9 Billionen Euro bei Luxemburg, er meint aber offensichtlich 1,9 Millionen. Wie er die genau herleitet habe ich aber nicht nachvollziehen können. Schade, dass er nicht genauer darauf eingeht.
    Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht… (Heinrich Heine)

  10. topperhopper sagt:

    hier die (wahrscheinlich) daran anschließende Gesprächsrunde zum Thema Verschuldung: http://www.youtube.com/watch?v=1Au3r–sTlI&feature=relmfu

  11. mfabian sagt:

    @Frank,
    Wäre doch mal ein Thema für eine Wochenumfrage:
    „Sind sie in der Diskussion …
    * für Sinn
    * gegen Sinn
    * unentschieden
    „?

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