Vorsicht Giftcocktail! Finger weg von Gold und Silber!

4. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Gott sei Dank war ist Freitag! Mir dreht sich immer noch der Magen um, wenn ich an den Mittwoch denke. Chefkoch Bernanke hatte zum Bankett vor dem Kongress geladen und zuvor, wie es sich gehört erst mal eine Teambesprechung mit der gesamten Großküche angesetzt. „Heute muss alles stimmen, bis zum letzten Schnittlauchhalm“, soll er seinem hochkarätig besetzten Küchenteam eingebläut haben…

„Denkt dran dem Ron Paul diesmal die Suppe richtig zu versalzen, falls er wieder versuchen sollte, mich mit seinem ewig gleichen Geschwätz von angeblichen goldenen und silbernen Kostbarkeiten in Verruf zu bringen“, ließ der Maestro noch verlauten. „Geht klar Chef“, brüllte die Küchencrew wie aus einer Kehle…

Um ihnen ein wenig den Mund wässrig zu machen, habe ich mir eine Abschrift der geplanten Menufolge besorgt. Ein Vier-Gang-Menu sollte es werden, köstlich kann ich Ihnen sagen, köstlich. Auch der Zeitplan, minutiös kalkuliert und die Speisenfolge, einfach nur ein Gedicht. Die Eröffnung des Gala-Diners war pünktlich auf 16:00Uhr terminiert. Das ganze Küchenteam stand Spalier, als die geschniegelten Ober den ersten „Gruß aus der Küche“ an die geladenen Gäste servierten.

Die Speisenfolge

Punkt 16:00 Uhr „Der Gruß aus der Küche“

 

Was für zwei wunderschöne rote Kerzen, die sich stilecht auf dem passenden Oval einfanden. Zehn Minuten sah der Zeitplan des Chefkochs für diesen „Küchengruß“ vor, unterteilt in zwei appetitliche Häppchen, die jedem auf der Zunge zergehen sollen. Spektakulär sollte es schon sein, was die Küche zu bieten hat, um den Teilnehmern der festlichen Tafel „Lust auf mehr“ zu machen. Uneitel, wie Ben S. Bernanke nun einmal zweifellos ist, begleitete er den Auftakt mit mehr oder minder nichtssagenden Worten. Nichts sollte ablenken, keine intelligente Verbalakrobatik stören, wie doch so häufig bei seinem Vorgänger. Hier und heute sollten die Geschmacksnerven explodieren und die nichtsahnenden Konsumenten regelrecht überwältigen.

Stoisch ruhig, fast gelangweilt wirkte der Meister des teuflischen Kochlöffels, als er seine „Gaben“ in Szene setzen ließ. Keiner sollte ihm etwas anmerken. Nur er wusste, was hinter den Kulissen für ein hektischer Betrieb herrschte. Aufdecken, abdecken, alles musste spielerisch aussehen, die „Speisen“ auf den Punkt serviert werden. Pausen zwischen den Gängen ja, aber nicht zu lange, denn von 16:45 bis 16:55 musste der „Hauptgang“ serviert und bei allen Gästen auf den Tischen sein. Keine Sekunde zu früh, keine Sekunde zu spät..

Was für ein „Timing“. Auf Bedienstete, die in der Küche ausrutschten oder in der Hektik stürzten durfte keine Rücksicht genommen werden. Jetzt geht es ums Ganze. Die Wirkung seiner Kreationen, darauf kommt es an. Lächeln, immer nur Lächeln, wenn die ungeliebten, nervigen Fragen zu seiner Taktik auftauchen. Wenn Ron Paul die Silberunze rausholt und das dann noch frech als wahres Geld bezeichnet…

Wenn der wüsste, was gerade ungehindert aller seiner boshaften Worte geschieht. „Schön Sie erneut zu sprechen, Kongressmann“, erwiderte Ben S. Bernanke sarkastisch, auf den Auftritt des Widersachers. „Du hast die Worte, aber ich habe die Waffen, Du Narr“, schien auf Bens Stirn zu stehen, als er ihm bemüht amüsiert wirkend zuhörte.

Der Hauptgang „Wasserfallflunder a la Ben S. Bernanke“

Was für ein Spektakel, was für ein Erfolg. „Wenn ich jetzt doch nur eure entsetzten Gesichter genießen könnte“, dachte sich der Maestro wohl noch am einsamen Tischchen, bevor er das Dessert servieren ließ. „Kommt, einer geht noch, ein Absacker, was für die Nacht. Es soll doch länger vorhalten, Freunde“.

„Der Absacker“

„Schaut auf eure Tischdekoration, eure Linien, die puste ich doch locker weg“!

Der Tag des Gala-Dinners

Hier der versprochene Menuplan:

Man nehme. Zuerst eine bereits schon im kurzen Zeitfenster sehr weit fortgeschrittene Marktbewegung. Zweitens eine technische Marktsituation, die den professionellen Handel in Bollinger – Bändern und RSI bereits zur Vorsicht mahnt. Drittens einen durchaus hartnäckigen Widerstandsbereich direkt über dem Markt.

Wie fange ich es an?

Erst mal mit ein bisschen Rhetorik um die Stimmungslage zu verunsichern. Dann ein paar Komplizen an den richtigen Stellen. Den Rest macht der Markt durch automatisierte Algorhythmenprogramme dann schon von ganz alleine. Wer seinen Handel ausschließlich Programmen überlässt, wie der Großteil der Hedge-Funds (Ironie an: dadurch wird „der menschliche Faktor“ eliminiert, der zu Fehlentscheidungen führen kann – Ironie aus) ist kalkulierbar. Bekommen die dann irgendwann ein Kaufsignal, konterkariere ich dieses wieder durch den Einsatz meiner Komplizen, bis der Automatismus der Programme erneut zu meinen Gunsten ausgelöst wird. Am besten an der Crimex, äh Comex, nach dem Nachmittagsfixing in London.

Warum mache ich es überhaupt?

In einer westlichen Finanzwelt, wo eine nahe Nullzinspolitik herrscht und gerade am Vormittag weitere mehr als 500 Milliarden Euro billigen Geldes verteilt wurden, muss eine Botschaft glasklar gemacht werden:

Kleinanleger und Sparer aller Nationen – Finger weg von Gold und Silber!

Ändert sich fundamental etwas? Hat sich irgendetwas fundamental verändert? Nein! Deshalb jetzt alle zusammen: „Danke Ben S. Bernanke für Deine Geschenke, danke“.

Wer am 29. Februar das Marktgeschehen in den Bonds, den Aktien, den Devisen und im Rohöl verfolgt hat, dürfte erkennen, dass hier und heute lediglich mal wieder ein klassisches Einbremsmanöver im Gold- und Silbermarkt absolviert wurde. Nicht mehr und auch nicht weniger. GOLD und SILBER FOR SALE stand auf allen Tafeln groß geschrieben. Sind meine Zeilen jetzt hier Zweckoptimismus? Nein – innere und tiefste Überzeugung.

In diesem Sinne viel Erfolg!
Michael der „Düsseldorfer“  via www.metallwoche.de



 

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6 Kommentare auf "Vorsicht Giftcocktail! Finger weg von Gold und Silber!"

  1. Avantgarde sagt:

    Da drängt sich mir doch der Verdacht auf, daß der „Düsseldorfer“ mal bei einem etwas undeutlich sprechenden Österreicher zur Schule gegangen ist….
    🙂

    Sinkender Preis=Drückung
    Kenn ich irgendwo her…
    🙂

    Mir ist wirklich schleierhaft was Menschen zu solchen Artikel treibt.

    Klar ist es dumm gelaufen wenn man da „oben“ noch nachgekauft hat.
    Sicherlich ist es für die Derivatespieler sehr ärgerlich und verlustreich wenn es einem alle Stopps abrasiert.

    Ärgern darf man sich – aber schön wäre es wenn man auf dem Teppich bleibt.

    Ein Kreditgeldsystem ist halt kein Papiergeldsystem.
    Die zweite 500 Mrd-Tranche der EZB hatte der Markt halt schon vorher antizipiert.
    Und 777 Mrd davon sind bereits wieder bei der EZB geparkt.

    • gilga sagt:

      Nun, man kann über den Vorwurf der gezielten Manipulation durchaus geteilter Meinung sein (warum auch nicht), aber es muss natürlich erlaubt sein die Dinge kritisch zu beleuchten. Wenn es sein muss auch Gewürzt mit ein wenig Sarkasmus.

      Auch mir als „engagierten Laien“ ist aufgefallen, dass praktisch nichts anderes zu diesem Zeitpunkt gefallen ist. Schon seltsem insb. bei den Rohstoffen (Silber runter, aber Öl hoch? Und das nach der Konsolidierung im letzten Jahr?). Und der Zeitpunkt war natürlich schon „interessant“ (Aktion der EZB, charttechnische Situation). Zu den anderen angesprochenen Punkten empfiehlt es sich mal die Meinungen einiger erfahrenen Akteure auf dem Markt anzuhören. Sehr empfehlenswert war da ein Interview mit Andrew Maguire auf KWN:
      http://www.kingworldnews.com/kingworldnews/Broadcast/Entries/2012/3/2_Andrew_Maguire_files/Andrew%20Maguire%203%3A2%3A2012.mp3

      Sicher sollte man das nicht ungefiltert einfach als „Wahrheit“ übernehmen. Aber die gelieferten Argumente sind es zumindest Wert in Erwägung gezogen zu werden. Interessant finde ich den Vorwurf, dass es aufgrund der wenigen Spieler am Markt ein leichtes sein soll, die Stopps die im Markt liegen in Erfahrung zu bringen. Insofern hat man mit geeigneten, vergleichsweise geringen, Mitteln natürlich schon die Chance viel zu bewegen (Stichwort: automatisierter Handel, wie im Artikel angesprochen). Ob das alles so stimmen kann, kann ich für mich leider nicht abschließend beurteilen. Kategorisch ausschließen würde ich es aber nicht…

      PS: Man darf nicht vergessen, dass der Düsseldorfer immer wieder gern zum eigenständigen Nachdenken angeregt hat… zumindest habe ich viele seiner Artikel in der Vergangenheit so verstanden.

      • Avantgarde sagt:

        Ich höre diesen Drückungsklamauk nun schon seit Jahren.
        Ein Blick auf den 10-Jahres Chart von Gold oder Silber genügt und jeder, einfach jeder kann sofort erkennen, daß das Nonsense ist.

        Diese Geschichten sind halt so schön für eventuelle eigene Fehler entlastend oder dienen dazu die Kunden bei der Stange zu halten.
        Denn wenn es gerade mal schief gegangen ist dann hat men einen Schuldigen der „höheren Gewalt“
        Die Fed als die Leitzentralbank eignet sich hervorragend dazu – damit kann man dann alles begründen.

        Es gibt viele Charts und Sichtweisen – und ich weiß auch nicht, ob meine Einschätzung die Richtige ist.
        Aber ich denke beim Silber einen sich etablierenden Abwärtstrend zu erkennen.
        Verbinde mal die letzten beiden Hochpunkte – dann kommst Du in einen Widerstandsbereich – und zwar genau da wo der Kurs so heftig nach unten abgeprallt ist.
        Sprich: Einige haben wohl daran geglaubt diese Trendlinie würde nach oben gebrochen und waren entsprechend positioniert.
        Dann genügte eine Kleinigkeit – und schon wollten viele raus.
        Bei einem so engen Markt wird es dann naturgemäß eben heftig.

        Und falls es tatsächich bis runter an den Trendkanal gehen sollte dann geht es zu 2x Dollar – das kann ich den dann Überraschten und an Manipulation glaubenden gleich schon mal sagen. 🙂

        Ich bin nicht bei der metallwoche angemeldet und weiß ja nicht wie der „Düsseldorfer“ das sieht.
        Aber egal ob er bullisch oder bärisch war.
        Aus Wut und Ärger diesen Drückungsklamauk aufleben zu lassen finde ich schon etwas schwach.

        Auch ich bin freilich nur interessierter Laie.
        Meine Unzen bleiben da wo sie sind – und wenn es so läuft wie ich denke dann kann ich vielleicht doch noch mal günstig nachlegen.

  2. Fnord23 sagt:

    Ich kann die ganze Aufregung um die EM-Manipulationen nicht verstehen.

    In kollektivistisch strukturierten System wird doch wohl alles manipuliert. Wozu ist Kollektivismus denn sonst da?

    Der Geldwert, der Ölpreis, die Riesterrentenanleger, die Ich-bau-mir-eine-Stromerzeugung-mit-25%-Wirkungsgrad-aufs-Dach,( vergleichbar mit der eines Fahrrades. Das nennt man dann Hochtechnologie.)……
    Ich manipuliere meine Kinder, damit sie was essen, was sie gar nicht essen wollen. Es doch aber so gesund ist.

    Im Zentrum dieser Manipulationen steht der Mensch als Anleger, als Konsument und Steuerzahler.

    Wenn du den Fnord nicht siehst, den kann er auch nicht essen!
    h t t p s://de.wikipedia.org/wiki/Fnord

    „Fnord ist ein Kunstwort, das vor allem durch die Illuminatus-Trilogie von Robert Anton Wilson und Robert Shea sowie die Principia Discordia bekannt wurde. Es steht sinnbildlich für Konditionierung durch gezieltes Einspielen von Information und Desinformation (vgl. Kommunikationsguerilla) und die sich daraus ergebenden Manipulationsmöglichkeiten, vor allem für die Massenmedien und den Staat. Die Vokabel ist nicht nur zum Code unter Diskordiern und Illuminatus-Lesern geworden, sondern wird darüber hinaus auch im realen Leben als Synonym für Desinformationen verwendet,….“

    VG aus Sachsen

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  4. crunchy sagt:

    Grundsätzlich ist es möglich über den Terminmarkt den Kassamarkt zu beeinflussen. Das heisst aber noch lange nicht, dass es in dem Aussmass gemacht wird, wie es immer wieder berichtet wird. Die grossen Player gehen logischerweise immer höhere Shortpositionen ein, je bullischer die kleinen Spekulanten werden. Und dann gibt es dort auch noch ganz normale Händler für das Bankbuch(Nostro), die schlicht Gewinn machen wollen. Diese steigen logischerweise nur dann in den Markt ein, wenn er für eine Shortposition ausreichend übergekauft ist (und umgekehrt). Es klingt aber gut, wenn man mythisches erzählen kann: lässt sich auch verkaufen in diversen Publikationen.
    Mir machen diese Mätzchen keine grauen Haare: Timen habe ich gelernt.
    Übrigens ist der Markt gerade heute gut für einen Rebound: Wer noch nicht hat, sollte eiligst ordern.

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