Vorsicht! Die Goldblase lebt (noch)

10. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Das waren Zeiten, als die Gold – und Silberpreise noch gestiegen sind. Am Wochenende war ich in Hamburg unterwegs, auf der Hanseatic Money Fair, der „Edelmetallmesse“ des Nordens. Geschockt von den Analysen der viele Analysten, die Goldblase würde platzen, wäre geplatzt oder platzt gerade, kam ich in Hamburg an und machte mich auf die Suche nach ihr…

Eigentlich habe ich schon eine Stunde vor Eröffnung der Messe erwartet, dass tausende, wenn nicht gar Millionen von Leuten die kleine Messe stürmen wollten. Polizei, Absperrungen und dosierter Einlass zu den Ständen der Metallhändler… Dazu großes Geschrei, Gedränge und heftige Diskussionen um nächste Kursziele oder Tauschmöglichkeiten. Gold TV berichtet live. Ich war enttäuscht. Sieht so eine Blase aus, die gerade platzt? Tot. Mausetot. Eigentlich sollte man den Notarzt rufen.

Vielleicht befinden wir uns ja in einer „Nach-Blasen-Ära“. Man weiß nicht so recht, was die Analysten angesichts der Gelddruckerei rauchen, unter Umständen sogar die Gummibäume aus Plastik aus ihrem Büro. „Nach-Blasen-Ära“. Versucht es demnächst mit diesem Begriff. Der Tip ist kostenlos, aber von mir. Werfen Sie ihn weg oder rauchen Sie auch diesen. Mir soll es recht sein.

Wenn dem so wäre, dass eine Blase geplatzt ist oder gerade platzt, müsste es doch irgendwie einen Knall gegeben haben. Habe ich den nicht gehört? Die Blase müsste doch mit Euphorie einher gegangen sein – mit Sondersendungen im Fernsehen, goldenen Zeitungsbeilagen und mehr Aufmerksamkeit. Zumindest hätte ich „Mister Finanztest“ mit goldener Krawatte und im silbernen Anzug erwartet, der gesteht, er wäre schon immer ein Goldbug gewesen. Habe ich das etwa verpasst?

Wie dem auch sei, tote Blasen verhalten sich wie Ratten, die Bauern mit der Schaufel nicht ganz erwischt haben. Man muss öfters drauf schlagen, was beim Gold ja passiert. Vielleicht hat diese Blase aber sieben Leben oder gar mehr. Am Dienstag zuckte sie noch. Ich würde mich freuen, wenn die Analysten der SogGen falsch liegen würden. Dann schicke ich ihnen ein Pfund getrockneter Gummibaumblätter. Das wirkt!

Erinnern Sie sich an die ersten Analystenstimmen, die von einer Blase bei den Bitcoins redeten? Das war im Bereich von 60 US-Dollar. Inzwischen und in kurzer Zeit hat sich der Preis vervierfacht. Von daher könnte Gold auch auf 6.000 Dollar steigen, begleitet vom Blasengerede. Nein, was wäre nicht gut, schließlich sähe dann die Welt ganz anders aus. Wünscht sich das etwa jemand? Na sehen Sie! Aber manchmal geht das schnell. Die EZB hält das Bitcoin-System übrigens für ein Schneeball-System. Das sagen die Richtigen, meinte neulich ein Börsenhändler und meinte, die EZB wäre der Befeuerer eines weit viel größeren Schneeballsystems. Das wird sie wie ihre Kollegen aber anders sehen…(Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

13 Kommentare auf "Vorsicht! Die Goldblase lebt (noch)"

  1. Skyjumper sagt:

    Lassen wir die Papiergoldtiger, oder doch eher Kätzchen?, mal aussen vor. Sie erwarten doch nicht allen Ernstes in Hamburg ein Geschiebe und Gedränge wenn es um Geld geht?

    Der Hamburger hat, oder er hat nicht. Aber seine Äusserungen dazu werden dezent sein. Das gilt auch für Edelmetalle. Und wenn ich mich so umsehe im erweiterten Bekanntenkreis: Es gibt doch einige die mittlerweile haben, und ich habe noch von keinem gehört, dass er wieder verkauft hätte.

    Blase? Nein, das kann man derzeit wohl wirklich nicht sagen. Aber für ein ansonsten vollkommen nutzloses Metall findet sich zwischenzeitlich doch wesentlich mehr als früher in Schließfächern und Tresoren.

  2. braindead sagt:

    wenn in den „GEZ-gesalbten Informationsmedien“ gesagt würde eine Unze Au oder Ag ist gefährlicher und ungesünder als eine Unze U(ran) …

    würden das 99,x% weiterhin sofort für bare Münze nehmen

    in meiner Bekanntschaft und Verwandtschaft habe ich das Thema aufgegeben … Sie wollen es nicht anders und natürlich könnte ich auch falsch liegen.

  3. markku sagt:

    Eine „Goldblase“ kann es gar nicht geben, denn Gold ist gerade nicht beliebig vermehrbar. Insofern ist alleine die Verbreitung dieses Begriffs eine manipulative Täuschung — außer man benutzt ihn satirisch 😉

    Die Blase im Goldpreis ist also ein Symptom der existierenden Geldblase und reflektiert den Zustand der Geldbesitzer, die keine gescheiten Investments (=vernünftiges Chance/Risiko Verhältnis) mehr finden. Also ein Indikator für die Papiergeldkrise.

  4. Lickneeson sagt:

    Geblasen wird gerade woanders.Und zwar ins „Sachwerte-Horn“.Das Titelblatt des „Aktionärs“ schreit:“Jetzt reden die Börsendinos“!!!

    U.a. Friedhelm Busch und andere Phrasenmäher.Mit freundlicher Unterstützung der globalen Notenbanken wird hier mit Hochdruck der Aktienmarkt für den Soufflee-Crash aufgeblasen.Nebenbei wird noch der Goldmarkt kräftig manipuliert, damit die Konten nicht in Gold getauscht werden.

    Verraten und verkauft sind kommmende Generationen und alle, die sich nicht unentwegt mit dem Finanzmarkt auseinandersetzen(wollen/können).

    PS:Soros ist Spekulant, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    PPS:In Hamburg ist 4 mal im Jahr Gedränge – immer dann wenn die Sonne mal scheint.

    MfG

  5. EuroTanic sagt:

    „Die Analysten sind sicher, Gold wird fallen.“
    Wenn das Gold fällt,
    geht’s nicht kaputt und kost kein Geld.
    Sei nicht dumm, sag‘ ich mir hier,
    bücke mich und nehm‘ es mir.

  6. FDominicus sagt:

    Könnte sein, daß langsam die Notverkäufe anfangen:
    http://www.zerohedge.com/news/2013-04-10/here-we-go-cyprus-sell-%E2%82%AC400-million-gold-finance-part-its-bailout

    Zur Freude von wem wird das wohl sein…

  7. ThinkDifferent sagt:

    Ja ein lustig Schauspiel allerorten. 😉

    Bzgl. Soros: Cui bono?

    Oh ich armer Tor, hab so viele Goldscheine wie nie zuvor.
    Wie werde ich sie nur los und mache sie zu noch mehr Moos?
    Verkaufe sie unvermeidlich und achte auf Diskretion unheimlich.
    Doch danach brech ich mein Schweigen, um den Preis hinabzutreiben.
    Wenn er dann im Tale ist, erfüllt sich meine List.
    Sodann kauf ich das Wahre und rette mich von der Totenbahre.

    (zu meiner Entschuldigung, ich war schon immer schlecht im Reimen, es hat mich aber sehr gejuckt 😉

  8. Avantgarde sagt:

    Ich hab es kommen sehen – und nicht erst seit seit gestern, sodern seit vielen Monaten – um nicht zu sagen seit über einem Jahr.
    Falls mich einer hier noch kennt – ich bleibe authentisch.

    Daß der Goldpreis unter die 1500 Dollar fallen kann glaube ich nach wie vor und sogar noch sehr viel tiefere Kurse wären dann möglich.
    Schlicht deswegen weil auch die Preise für Edelmetalle nur aus der vorhandenen Kreditgeldmenge gebildet werden können.

    Beim Aktienmarkt hab ich mich getäuscht – das geb ich zu.
    Ich finde es in der Tat erstaunlich wie viel Euphorie an diesem Markt herrscht.

    Nach den USA ist ea auch in Japan soweit….
    Noch im Januar 2013 wusste die diePresse.com

    „Ab Jänner kommenden Jahres will die Notenbank monatlich Wertpapiere für 13 Billionen Yen (109 Mrd. Euro) kaufen. Eine Methode, wie sie ähnlich auch die US-Fed einsetzt. Die internationalen Börsen reagierten auf diese neue Ankündigung aber kaum.“

    Neuerdings:
    „Die Bank von Japan wird geldpolitische Operationen so durchführen, dass die Geldbasis jährlich um 60 bis 70 Billionen Yen (495 bis 577 Milliarden Euro) steigt“, hieß es.

    Fehlt noch die EU.
    Dazu weiß Jens Erhhardt – ein durchaus seriöses Börsenurgestein in der ARD-Börse

    „….Wenn die EZB den Euro weiter erhalten will, muss sie schwere Geschütze auffahren. Sie muss massiv Geld drucken – genauso wie die Fed in den USA. Die wird in diesem Jahr voraussichtlich die gigantische Summe von einer Billion Dollar an neuem Geld quasi aus dem Nichts kreieren, 85 Milliarden Dollar monatlich. Die Japaner gestalten ihre Quantitative-Easing-Politik mit 70 Milliarden Dollar im Monat ähnlich aggressiv…“

    „…Tatsächlich müssen Anleger nahezu Angst haben, dass sich die Konjunktur in den USA deutlich bessert, weil die Fed dann ihr QE-Programm zurückfahren würde. Der kritische Punkt, an dem ein Exit erfolgen muss, wird kommen. Keine Frage. Doch so unmittelbar am Horizont auftauchen sehe ich diese Gefahr nicht. Wer wollte schon einen Exit in der derzeitigen Lage riskieren?! Die Konjunktur würde einbrechen, die Aktienkurse sinken, an den Rentenmärkten regierte Panik. Reichsbankpräsident Rudolf Havenstein stand Anfang der 1920er Jahre vor dem gleichen Dilemma – er entschied sich damals gegen den Exit. Mit verheerenden Folgen: Es folgte die Hyperinflation….“.

    Aber alle neuen Kredite – seien sie auch noch so nieder verzinst haben eine Fälligkeit – auch bei Nullzins wird der Betrag irgendwann fällig.
    Klar kann eine Zentralbank theoretisch alle nur erdenklichen (Wert)papiere bishin zum privaten Automobilkredit(über Umwege) die nun einen Wert haben oder nicht in Buch nehmen.
    Und kosten tut sie das außer ein paar Nullen im Computer nichts.

    Aber dieses Spiel ist extrem gefährich.
    Das wird im Fall der Fälle beim heutigen Nanosekundenhandel und sonstigen Raffinessen keine Ketchup-Hyperinflation sondern ein von jetzt auf gleich Zusammenbruch.
    Und das wollen wir alle nicht – und auch die EZB,Fed,BoJ…. sind nicht so irre.
    Irgendwann werden sie aufhören müssen – und genau dann werden die kommenden Investoren darauf setzen, daß die Kurse sich abermals verdoppeln – statt dessen könnte es aber durchaus sein, daß der Preis wie beim Öl seinerzeit innerhalb von 5 Monaten von 147 auf 3X Dollar fällt und gleichzeitig Mr. Margin anklopft.

    Ich glaube nicht, daß das gut ausgeht.
    Und ich bin momentan jeden Tag Gottfroh, daß ich schon seit geraumer Zeit mir keine EMs mir mehr zulege – und erst mal weiter abwarte.

    Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf und wir müssen erkennen, daß wir hier in der BRD bisher noch ganz gut weggekommen sind.

  9. timo sagt:

    @Lickneeson:
    „Soros ist Spekulant, nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

    Das denken Viele, aber in Wahrheit ist da noch viel mehr:

    „int. Haftbefehl wegen Betrug: Putin vs. Soros“
    http://julius-hensel.com/2012/01/putin-vs-soros/

    „New York hedge fund manager George Soros is one of the most politically powerful individuals on earth.“
    http://www.discoverthenetworks.org/individualProfile.asp?indid=977

    „Top 5 Revolutions Backed by George Soros“
    http://gulagbound.com/12652/top-5-revolutions-backed-by-george-soros/#.T6l311J32Sr

    „Soros-Funded Lefty Media Reach More Than 300 Million Every Month“
    http://www.mrc.org/node/29985

    „GEORGE SOROS AND THE ROTHSCHILD CONNECTION“
    http://www.bibliotecapleyades.net/sociopolitica/secretsoc_20century/secretsoc_20century10.htm#CHAPTER%2056

    Who is behind Human Rights Watch? (2004)
    http://web.inter.nl.net/users/Paul.Treanor/HRW.html

    Wer diese Fakten durchgeackert hat, versteht, warum Kriege und Finanzkrisen von einigen Wenigen wie Katalysatoren angesehen werden und wie es skrupellose Spekulanten schaffen, mit ihrem ergaunerten Geldern, weite politische und gesellschaftliche Schichten zu unterwandern und so den Lauf der Dinge zu ihren Gunsten, dafür aber zu Ungunsten Millionen Anderer, zu beeinfflussen.

    Beste Grüße Timo

  10. Lickneeson sagt:

    @Timo

    Lange Liste, werde ich mir mal durchlesen.

    Stimmt, skrupelos hatte ich vergessen, aber das sind die FED;BoJ und die EZB auch.

    MfG

  11. GuldenerMistkaefer sagt:

    Ich will euch eure Stimmung nicht verderben, aber 3,49 % – klingt nicht sehr gut.

  12. ThinkDifferent sagt:

    Also ich würde gerne mal wissen, was hier den Goldpreis drückt:
    – der Verkauf von Goldzertifikaten oder
    – der Verkauf von physischem Gold?

    Denn wenn es – wie es immer heisst – mehr Zertifikate als physisches Gold gibt, dann ist ja wohl klar, dass Zertifikate sich leicht in Luft auflösen können. Und wenn man annimmt, die ganze Schose fliegt uns um die Ohren, dann ist es wohl nachvollziehbar, dass nun einige ihre Zertifikate loswerden wollen. Was natürlich dann den Preis drückt.

    Hat jemand Informationen oder eine Seite, die zeigt, was da jeweils gehandelt wird? Falls es überhaupt eine Differenzierung gibt. Verschleierung ist ja auch manchmal gar nicht so dumm…

    Danke!

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.