Von Wahnsinn und Plan-sinn

7. Oktober 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Sollte ich wütend sein? Ich finde keine Wut. Nur etwas Gelassenheit unter spanischer Sonne. Es läuft hier wie auf Schienen, auch wenn die Güterwagen der spanischen Wirtschaft gerade alle entgleisen. Spanien geht wie Portugal und Griechenland vor die Hunde. Das kann nur gewollt sein, denn in hausgemachten Krisen lassen sich am besten die Weichen neu stellen…Nichts anderes macht man derzeit – natürlich ohne diejenigen, die es am meisten betrifft. Die Menschen dieses Einheits-Kontinents. Vielleicht wird das der Schwachpunkt oder die Sollbruchstelle der ganzen Angelegenheit sein.

Es hat den Eindruck, Spanien wird gerade „europäisiert“ bzw. auf EU-Linie getrimmt. Wenn dann die Leute auf die Straße gehen – wozu gibt es Polizei und Gummigeschosse? Ja, das ist zynisch, zynisch wie die Politik.

Ich suche am (s)panischen Himmel den Airbus von EZB-Chef Mario Draghi, der Euros regnen lässt. Ich Dummkopf! Das käme zu früh. Doch ich sehe, wie sich EZB und ESM in Stellung gebracht haben für die große Flut zentralistischer Planungen im Sinne Brüssels. Dann werden mit neuen Schulden die Wirtschaften zentral gelenkt und finanziert. Wenn das „Erich“ noch erleben könnte…

Nirgendwo kommt derzeit EZB-Geld an, während umfassend „umgebaut“ wird. Banken geben gar keine Kredite aus sondern bunkern Geld – besonders in Spanien. An wen sollten sie auch Kredite ausreichen? An die überschuldeten Privaten?

Geld ausgeben wird später der Staat, finanziert über den ESM und die EZB. Das dauert noch etwas. Erst muss der Abwärtsstrudel der Ökonomie Deutschlands Wirtschaft erfassen, bevor sich Frau Merkel an 2008 erinnert – an staatliche Ausgabenprogramme mit staatlich verordnetem Boom. Wenn alles verrückt wird – Börse, Rohstoffe, Goldpreise, Statistiken und letztlich die Köpfe der Probanden bei so vielen Statistiktricks und Sonntagsreden.

Halten Sie sich gut fest und bringen Sie Ihr Geld besser jetzt schon in Sicherheit. Wie? Geld in Sicherheit zu bringen heißt: Es zu tauschen in etwas Besseres. Und jetzt sind Sie dran!

©Frank Meyer, Kolumne in den Lübecker Nachrichten

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3 Kommentare auf "Von Wahnsinn und Plan-sinn"

  1. John Doe sagt:

    „Gestörte“ Märkte? Ich sehe nur „gestörte“ Banker, Menschen, die von sich behaupten, der „gestörte“ Markt hätte ihnen die Tat eingeflüstert. Es waren und sind auch keine „Sozialisten“ unterwegs. Nach eigenem Bekunden sind sie Alle „marktwirtschaftler“, die auf dem Boden des Kapitalismus stehen!

    Nur ein Beispiel, aus der ftd von heute: “ Premium 2007 wird ABN Amro zum Spielball des Kapitalmarkts. Ein Konsortium um die Royal Bank of Scotland lanciert eine feindliche Attacke und setzt sich durch. Doch der Deal kommt alle Beteiligten teuer zu stehen – vor allem die vermeintlichen Sieger. von Tobias Bayer Brüssel
    Aus heutiger Sicht mutet die Summe fast absurd hoch an: 70,4 Mrd. Euro, davon 66 Mrd. Euro in bar. Das ist der Preis, den ein Konsortium aus Royal Bank of Scotland , Fortis und Santander für die niederländische Bank ABN Amro im Frühjahr 2007 zu zahlen bereit ist. Die Angreifer wollen das Amsterdamer Traditionshaus filetieren und unter sich aufteilen.
    ABN-Chef Rijkman Groenink, der lieber mit den Briten von Barclays fusionieren will, kann es nicht fassen. Er hält die Bieter für verrückt und verantwortungslos. Doch Royal-Bank-Chef Fred Goodwin scheint dagegen keine Bedenken zu haben. Er hält stur an seinem Kurs fest. Als Vertraute ihn warnen, weist er sie ab. „Es ist zu spät“, sagt Goodwin. Der Deal steht.
    Fünf Jahre später gibt es keinen Zweifel mehr, dass Groenink recht behalten hat: Die größte Bankübernahme aller Zeiten hat sich als desaströs erwiesen – für alle Beteiligten. Die Royal Bank musste vom Steuerzahler mit Milliarden gerettet werden, das Kreditinstitut ist immer noch in staatlicher Hand. Starbanker Goodwin, genannt Fred „the Shred“ („Der Schredder“), wird vom Hof gejagt.
    Ähnlich geht es seinem Fortis-Kollegen Jean Votron. Er tritt zurück, nachdem die Kapitaldecke der Bank komplett aufgezehrt ist. Auch hier muss die Regierung einspringen.
    Sich aus der Affäre ziehen kann nur Santander. Aber nur, weil die Spanier die „heiße Kartoffel“ weiterreichen: Sie treten die italienische Banca Antonveneta, die sie von ABN übernommen haben, für 9 Mrd. Euro an Monte dei Paschi ab. Die älteste Bank der Welt braucht daraufhin Staatshilfe – und fällt 2012 durch den Stresstest der Bankenaufsicht EBA.
    Und ABN? Ist nur noch ein Rumpf. Wohin man also blickt: nur Verlierer.“

    Leider reicht der Platz nicht aus um die Verfehlungen der „Marktteilnehmer“, die alle auf dem Boden des Kapitalismus stehen, hier zu listen. Wie wäre es mit der Daxia Bank in Belgien, der Commerzbank, der Dresdnerbank und den bis heute gezählten, in den USA pleite gegangenen, rund 371 Banken? Es findet sich immer wieder dasselbe Muster. Es waren nur „gestörte“ Banker unterwegs!

    • Lickneeson sagt:

      In der Tat. Wer irrt – verliert.

      Man kann sich, mit Blick auf die Vorstände(nicht mur der Banken) in puncto Gier,Grössenwahn und arrogantem Selbstdarstellertum eigentlich nur noch die Einführung einer Frauenquote herbeisehnen.Auch wenn uns sogleich die weinende Frau „Continental“ einfällt….ein derartig schlampiges und dämliches Management wie es vielen Banken wohl seit Jahrzehnten praktiziert wird kann keine Frau kopieren.Weniger Testosteron – mehr Hirn und Verantwortung.

      Euer Ed von Schlecker

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