Von Ostereiern und anderen Überraschungen…

19. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Man soll ja Eier suchen in diesen Tagen, also Ostereier natürlich. Manche stöbern auch ganz fleißig, finden aber ganz andere Dinge. Das sind dann die Osterüberraschungen, mit denen niemand gerechnet hat – und die sind ja bekanntlich besonders erhellend…

Wirklich witzig fand ich beispielsweise die Nachricht, dass unser kleines EU-Land Belgien mittlerweile zum drittgrößten (!) Eigentümer von US-Staatsanleihen geworden ist. Nach China und Japan. Wie bitte? Ist Belgien denn gänzlich unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in den Rang einer weltumspannenden Supermacht aufgestiegen?

Belgien Staatsanleihen

Die Belgier kaufen wie von Sinnen. Nämlich US-amerikanische Staatsanleihen. Mit 341 Milliarden US-Dollar an US-Schuldpapiere steht das kleine Land jetzt weltweit an Nummer drei – hinter China und Japan. (Quelle: TIC, Zero Hedge)

Unsere Interpretation laute: Weil sich China, vor allem aber Russland, derzeit ganz massiv von US-Staatsanleihen verabschieden, besteht die Gefahr, dass die Renditen von US-Staatspapieren stark ansteigen. Weil man dies jenseits des Atlantiks, sagen wir mal, nicht so gerne sehen würde, vor allem nicht mit Blick auf die exorbitante Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten, sackt die US-Notenbank die Papiere selber ein.

Und damit das nicht sofort jedem Volltrottel auffällt, schickt man das kleine Belgien vor. Sehr praktischer Trick: Die Zinsen in den USA bleiben so weiterhin niedrig, und das Spielchen mit dem vielen Geld kann noch eine Weile weiter gehen.

Blöd ist nur, um das einmal mit Abraham Lincoln zu sagen, dass man zwar einige Menschen dauerhaft für dumm verkaufen kann, und sogar alle Menschen eine Zeitlang. Niemals aber alle Menschen die ganze Zeit über.

LincolnHat uns etwa der frühere US-Präsident Abraham Lincoln in diesem Jahr ein Osterei ins Nest gelegt?(Grafik: Wikipedia)

Mit anderen Worten: Irgendwann fliegt der ganze Schwindel auf und dann ist es das gewesen – zum Beispiel mit dem Vertrauen in das Papiergeld und in die „guten Absichten“ der Notenbanken (an dieser Stelle darf laut gelacht werden).

Dieses Vertrauen soll ja so wichtig sein, wie man hört. Tja, wirklich schade, wenn es flöten geht, aber genauso wird es natürlich kommen. Wie noch immer in der 5.000jährigen Geldgeschichte, wenn die Politiker geglaubt hatten, die Menschen für dumm verkaufen zu können. Und das haben sie oft geglaubt…

Gut, wenn man dann ein paar Goldmünzen unterm Kopfkissen versteckt hat. Auch der Goldpreis sorgte kurz vor dem Osterfest ja wieder für einige Verwirrung. Da rasseln in der Ostukraine die Säbel, sogar von Krieg ist die Rede – und Gold fällt wie ein Stein.

Klare Sache, so erklären es uns die Goldbären mit wichtiger Mine: Der sichere Hafen hat ausgedient (an dieser Stelle darf wieder herzhaft gelacht werden).

Wie das wirklich läuft mit dem Goldpreis, das ahnen die bösen „Verschwörungstheoretiker“ ja schon lange. Manipulation rufen sie – und werden herzhaft ausgelacht von all jenen, die der festen Überzeugung sind, dass die Notenbanken ja doch nur unsere Bestes wollen. Unser Geld womöglich? Wer weiß…

In diesem Umfeld ausgelassener Heiterkeit hat sich der frühere stellvertretende US-Finanzminister (!) Dr. Paul Craig Roberts auf die Suche gemacht, um herauszufinden, warum sich das Gold so merkwürdig verhält – und siehe da: Gold wird tatsächlich manipuliert, und zwar nicht zu knapp. Dr. Roberts schreibt dazu:

„Nahezu in jeder Woche lässt sich erkennen, wie umfangreiche Short-Kontrakte in Zeiten geringer Umsätze auf den Markt geworfen werden. Diese Short-Verkäufe lösen Stopp-Loss-Marken und Nachschussverpflichtungen aus, die den Goldpreis nach unten hämmern“.

„In den vergangenen Jahren wurden diese Eingriffe zunehmend verzweifelter, weil sich Länder wie Russland und China vom US-Dollar abwenden und immer mehr Gold anhäufen“

Über ihre Agenten, die Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan „bombardiere“ die Notenbank den Goldmarkt mit umfangreichen Papiergeldkontrakten. Und zwar typischerweise in umsatzarmen Zeiten, da die so ausgelösten Mini-Crashs dann besonders effektiv seien. Und das sagt nicht irgendein dahergelaufener Börsenfuzzi sondern ein früherer stellvertetender US-Finanzminister…

Besonders markant seien die Eingriffe im März 2014 gewesen, weil sich der Goldpreis angeschickt habe, die wichtige Marke von 1.400 US-Dollar zu überspringen. Die folgende Grafik zeigt den Goldpreisverlauf in dieser Zeit. Dr. Roberts hat alle Preismanipulationen über Gold-Short-Bestände an der Rohstoffbörse COMEX mit roten Pfeilen markiert.

Gold COMEX Eingriffe

Grafik: Dr. Paul Craig Roberts, (Link)

Mit diesen chirurgischen Eingriffen, die ja bekanntlich nicht nur beim Gold angesetzt werden, war man in den vergangenen Jahren nun offensichtlich derart „erfolgreich“, dass die Aktienmärkte immer weiter gestiegen sind. Wie zu hören ist, sollen sie dies von nun an bis in alle Ewigkeit tun… (Seite 2)


 

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Ein Kommentar auf "Von Ostereiern und anderen Überraschungen…"

  1. bluestar sagt:

    Sehr schöner Artikel, vielen Dank.
    Natürlich wird der Goldpreis manipuliert, so wie Asset-Preisblasen, Statistiken, Feindbildern, Angstszenarien, Meinungen, Denken der Menschen. Ohne Manipulation funktioniert das kranke System nicht mehr. Neben Manipulation sind Gewaltanwendung gegen die eigene Bevölkerung und zunehmende Militarisierung nach außen weitere Säulen der Machterhaltung. Seit 9/11 in den Staaten unübersehbar.
    Als letzte Maßnahme bleibt noch der militärische Konflikt, auch auf die Gefahr des eigenen Untergangs.

    VG aus Leipzig

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