Von Nichts auf 10.000

3. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Der Bitcoin ist gerade in aller Munde, aber wohl in kaum einer Tasche. Bei 10.000 US-Dollar pro Stück tauchen jetzt wieder Experten auf, die von einer Spekulationsblase reden.

Auch die Bundesbank warnt mal wieder vor dem Bitcoin als „reine Spekulation“. Das hieß es auch, als er bei 100 oder 1.000 US-Dollar notierte. Andere Freigeister meinen, Bitcoin sei das neue Gold, denn seine Menge ist auf 21 Millionen begrenzt. Nun, weder Bitcoins noch Gold kann man einfach drucken wie Papiergeld, hinter dem nichts steht.

Dabei ist Bitcoin wie Gold eine Art Anti-Geld, wobei der Bitcoin schon 1.400 Geschwister hat, was auch inflationär ist.

Wer weiß, wann der Lübeck-Coin kommt? Jeder könnte ihn ausgeben, auch ohne Erlaubnis von denen da oben. Der Bitcoin allein wiegt rund 160 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu ist der Goldmarkt mit acht Billionen US-Dollar ein Gigant – und zugleich winzig gegenüber anderen Finanzblasen, die von Zentralbanken geschaffen wurden. Diese haben das weltweite Finanzvermögen auf 300 Billionen US-Dollar aufgeblasen.

Sicherlich bzw. wahrscheinlich ist der Markt der Kryptowährungen eine Spielwiese für Spekulanten und vielleicht kann man irgendwann auch für einen einzige Bitcoin beim Bäcker die ganze Bäckerei kaufen. Doch der eigentliche Clou ist die Technologie dahinter – die Blockchain. Diese ist revolutionär und ermöglicht Transaktionen in Windeseile, ohne Kosten und auch ohne die allmächtigen Banken und Notenbanken.

Vielleicht entsteht daraus irgendwann ehrliches Geld, über das, da dezentral, der Markt bestimmt und nicht die Gelddrucker, während sie gleichzeitig vor Bitcoins warnen. Die letztliche Frage ist, was das bessere Geld sein wird. Das Papiergeld sicher nicht. Ach ja, Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hält Kryptowährungen für nutzlos und fordert ein Verbot. Genau mein Humor!
Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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