Von guten Geistern verlassen

18. November 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Der Alltag ist trist. Die Themen zur Lage in Europa langweilen, obwohl sie mehr als gefährlich sind und die Stimmen schrille werdenr. Wenn man wochenlang mit Dynamitstangen gespielt hat, ist es auch langweilig, vor allem, wenn nichts passiert ist. Vielleicht sollte man den Schlagzeilen mit mehr Heiterkeit begegnen…

Kaum kommt man an die Börse, schlägt einem Zynismus der Händler entgegen. Liegt es daran, dass die deutsche Telekom das 15-jährige Jubiläum feiert? Feiern? Ron Sommer glaubte damals, es wäre eine gute Investition ist – damals im trüben November 1996. Die Händler interessiert die T-Aktie nicht…

Vielleicht zu langweilig, viel zu groß, mit zu vielen Problemen und zu wenig Hoffnung versehen. Die Händler warten eher auf die Abstufung Frankreichs von seinem AAA-Thron. Nach allen Vermutungen scheint die Pressemitteilung bzw. Mail in den Ratingagenturen schon geschrieben zu sein. Der letzte Versuch verlief etwas unglücklich. Vielleicht war es ja auch nur ein Test des Systems mit der elektronischen Postzustellung.

Die Renditen für deutsche und französische Anleihen, Herr im Himmel, laufen weiter auseinander. Zwischen beiden Kurven passte früher kaum ein Blatt Papier. Politisch sah das damals auch besser aus. Die grüne Linie will einfach nach oben weg – wie Seelen nach einem Unglück. Die orangefarbene blieb am Boden. Zu schwerfällig zu fliegen. Noch. (Quelle: Bloomberg)


Den Kaffee konnte ich mir heute früh sparen, denn ich wurde plötzlich wach, als das ZDF-Morgenmagazin durchs Wohnzimmer flimmerte. Thomas Mayer, der Chefvolkswirt der Deutschen Bank sagte, dass der Euro in einer existentiellen Krise stecke. Ohhh! Zu klein ist der EFSF und weder Versicherungslösungen und Hebeldiskussionen waren bislang erfolgreich. „So langsam gehen die Ideen aus“. Mayer meint, die EZB soll sich hinter den EFSF stellen. Frau Merkel will das nicht. Morgens im ZDF. Ich hoffe dann immer, meine Oma hat ihren Blutdruck in solchen Momenten im Griff. (Seite 2)


 

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8 Kommentare auf "Von guten Geistern verlassen"

  1. Anne sagt:

    Wegen solcher Texte bin ich süchtig nach diesem Blog.
    Vielen Dank!

  2. bizzer sagt:

    Woww,
    Mr. Spock bleibt die Spucke weg und sagt: ENERGIE 🙂
    Zur Entspanung und Überbrückung, zieh ich mir nun noch Billy Joel’s „No man’s land“ rein und warte freudig auf die Metallwoche auf http://www.metallwoche.de.

    Frank & Michael
    – Das bin ich mir wert –
    🙂

  3. Avantgarde sagt:

    Herrlich – einfach Herrlich!!

    Solche Artikel würde ich auch gerne mal in der FTD, FAZ und Consorten lesen.
    Schon mal probiert, ob die so was drucken?

    Es ist ja bekanntlich immer die Frage von welcher Seite man ein Ding betrachtet.

    So verhelfen die USA alleine der Welt zu einem Vermögenszuwachs von 6,7 Mrd Dollar pro Tag.
    Und was ist der Dank? Lediglich ein Murren über die Tatsache, daß man nicht genügend Zinsen bekommt.
    Undank ist eben der Welten Lohn 🙂

  4. Frank Meyer sagt:

    Out of Office und „Das Kapital“ in der FTD sind ohnehin Pflichtlektüre. I love it! Da brauchen die so nen Typen wie mich nie und nimmer. Ha! ich tobe mich doch schon bei den Lübecker Nachrichten aus. 🙂

    • Avantgarde sagt:

      Aber ich glaube nicht, daß die Lübecker Nachrichten sich trauen DIESEN Artikel zu drucken – bei der FTD könnte ich mir das schon vorstellen.

      Danke jedenfalls, weiter so und die Seite hier nicht einschlafen lassen!

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