Von Bürgern in Wut – im Crack-up-Boom

24. Mai 2011 | Kategorie: RottMeyer

vom Smart Investor

Während die Spanier auf die Straße gehen, um ihre Wut zu zeigen, scheint in Deutschland die Wut (noch!) nicht angekommen zu sein. Auch die Protestpartei „Bürger in Wut“ konnte das Wut-Potenzial nicht bündeln und kam in Bremen gerade mal auf 3,7%.

Eviva España?

Die Demonstrationen der „Indignados“, also der Empörten, in Spanien geben einen kleinen Vorgeschmack auf die politischen Unruhen, die Europa nicht nur an der Peripherie treffen, sondern bald auch auf die vergleichsweise noch wohlhabenden Staaten wie Deutschland übergreifen werden. Und wie geht die Politik in Spanien mit den Protesten um? Richtig, sie werden einfach verboten. Da bleibt den Herrschenden halt nur die von Bert Brecht vorgeschlagene Lösung, dass sich die Regierung einfach ein neues Volk wählen soll. Wie auch immer, die weiter an Fahrt gewinnende Inflationierung wird zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in arm und reich führen.

Schaut man nach Griechenland sind eben nicht die so genannten wirtschaftlichen und politischen Eliten des Landes von den Sparmaßnahmen betroffen, sondern die „kleinen Leute“, deren mühsam Erspartes immer mehr an Kaufkraft verliert. Die „Indignados“ sehen sich in einer Linie mit den nordafrikanischen Protestierern. Im Übrigen, nicht der Hunger nach Demokratie – wie es die Mainstream-Presse gerne verbreitet -, sondern schlicht die Verteuerung der Lebensmittel und damit der Hunger nach Brot hat die Menschen in Nordafrika gegen die Machthaber auf die Straßen gebracht. Neue Regime werden dort das Problem der Inflationierung und damit des Hungers allerdings ebenfalls nicht lösen.

Die Logik des Crack-up-Boom (CuB)

Diese aktuellen politischen und wirtschaftlichen Ereignisse ergeben sich völlig logisch aus dem Crack-up-Boom-Szenario und wurden so von uns schon seit längerer Zeit prognostiziert. Dabei muss man natürlich im Hinterkopf behalten, dass der CuB – trotz der damit tendenziell anziehenden Kurse an den Aktien- und Rohstoffmärkten – keine gesunde Entwicklung ist, sondern der Vorbote des untergehenden Finanzsystems. In der Zuspitzung des CuB stehen zunehmende gesellschaftliche und wirtschaftliche Polarisierungen – rechts vs. links, arm vs. reich, Geberstaaten vs. Nehmerstaaten (Norwegen zahlt nicht mehr an Griechenland !). Die Aussichten auf einen Klassenkampf hat Warren Buffett bereits vor Jahren ins Auge gefasst: „Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht“.

Und wie geht´s dem Euro?

Die Zuspitzung der Griechenlandkrise versetzte dem Euro einen Nackenschlag und drückte die EUR/USD-Parität am 23.05. unter die Marke von 1,40 USD. Die Entwicklung lässt sich allerdings nicht als Qualitätsauszeichnung für die US-amerikanische Währung interpretieren. Je nachdem, wo gerade die Hütte stärker brennt, kann der US-Dollar oder der Euro im Tagesgeschäft zulegen. Und gegenwärtig brennt es nach Auffassung der Marktteilnehmer am stärksten bei den europäischen Schuldner-Staaten. Da sind zunächst die stolzen Hellenen, die nun ihre Häfen verscherbeln müssen. Neben Griechenland und Spanien rückt Italien immer stärker ins Blickfeld, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s Berlusconi-Land mit der Senkung des Bonitäts-Ausblicks auf „negativ“ eine Warnung vor den Latz geknallt hat. Auch aus charttechnischer Sicht sieht es für den Euro düster aus. An unserer Prognose eines schwachen Euro gegenüber der US-amerikanischen Währung halten wir daher weiter fest.

Quelle: Smart-Investor

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Ein Kommentar auf "Von Bürgern in Wut – im Crack-up-Boom"

  1. Ausverkauf in Griechenland | yoice.net sagt:

    […] Von Bürgern in Wut – im Crack-up-Boom – Während die Spanier auf die Straße gehen, um ihre Wut zu zeigen, scheint in Deutschland die Wut (noch!) nicht angekommen zu sein. Auch die Protestpartei „Bürger in Wut“ konnte das Wut-Potenzial nicht bündeln und kam in Bremen gerade mal auf 3,7%. (rottmeyer.de) […]

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