Vom Zensus bis zum Zentaur

5. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Kolumne von einem Leser des Blogs

Der Autor dieser Zeilen hat vor kurzem Post bekommen, aus Europa, genauer gesagt aus Fürth, einer unscheinbaren Stadt im Süden des Herzens dieser phönizischen Königstochter. Da ich zum jetzigen Zeitpunkt unverhältnismäßig erregt bin und mein Puls in von meinem Arzt unerlaubte Höhen fliegt, erkläre ich mich zum Zeitpunkt der Niederschrift für unzurechnungsfähig und nicht schuldfähig…

Der Inhalt dieser Zeilen mag reine Fiktion sein, Ähnlichkeiten könnten sich jedoch zufällig so ereignet haben.

Eigentlich freue ich mich über Post, aber dieser Absender schien ab dem Frühjahr 2011 gleich einer Werbestrategie penetrant immer wieder das Gleiche in meinen Briefkasten senden zu wollen.

Zu aller Anfang dachte ich über einen Spam-Ort oberhalb meines Briefkastens nach, aber die ersten Versuche bei der Befestigung meines Büro-Shredders scheiterten kläglich und der Bote weigerte sich aufgrund von Verletzungsgefahren, weiterhin auch andere Post einzuwerfen.

Leider bekomme ich täglich so viel nett gemeinte Werbung und Zeitungen im Zeitalter des papierlosen Büros, dass mir derartige Briefe wohl versehentlich ungesehen ins Altpapier gerutscht sein müssen.

Da mein heimatlicher Verein diese europäische Rohstoffquelle aus den chinesischen Wunderjahren nach wie vor schätzt, freue ich mich auf der anderen Seite sogar über einen täglich überfüllten Briefkasten an der Hausecke. Dazu muss man wissen, dass mir mein europäischer Partner pro Immobilie jedes Mal ein eigenes Bündel von Formularen schenkte. Da er es wie oben beschrieb, in einem scheinbaren iterativen Prozess von Endlos-Schleifen vollziehen wollte, türmte sich der Vereinsrohstoff in meiner Kammer.

Aber zurück zum Thema, spätestens nach der zweiten netten Anregung pro Objekt, doch meine Mithilfe zu ihrem Anliegen zu erbeten, erwartete ich wenigstens einen persönlichen Besuch in dieser Angelegenheit, zumindest aber meine Unterschrift beim Boten, soviel Aufwand sollte schon sein.

Die Familie wurde instruiert, die nächsten Wochen keinem mehr die Haustüre zu öffnen, was u. a. dazu führte, dass mein Kaminkehrer mehrmals anreisen musste, bis ich den Schwarzen Mann für „Gut“ befand, ohne wegzurennen. Die unschuldigen Kinder der Hausgemeinschaft machten sich spätestens zu diesem Zeitpunkt bereits erhebliche Sorgen um ihren bis dahin scheinbar normalen Vater, nun stand er aber bei jedem Haustürklingeln hinter dem Vorhang oder rannte in den Dachboden, von dem man erhöht auf alles und jeden herabschauen kann, zugegeben, im Zweifel ein Gefühl der paranoiden Erhabenheit.

Mehrere durch die weibliche Admiralität instruierte Gespräche halfen nichts, es müsse ein wenig ziviler Ungehorsam erlaubt sein, war immer das finale Ende eines solchen Meinungsaustausches.

Vor etwa zwei Wochen, in einem im Nachhinein als sinnfreien und unkonzentrierten Augenblick einzuschätzen, forderte mich mein Schicksal heraus. In der Küche stand ein Ebenbild erhabenen, männlichen Boykotts der weiblichen Intuition gegenüber und feierte den antieuropäischen Briefkasten bereits als finalen Sieg der gelebten Freiheit, Demokratie wäre in diesem Zusammenhang falsch beschrieben. Meine Kontrahentin hielt mit einem knappen „abwarten“ dagegen und sollte natürlich wie immer am Ende Recht behalten. Sollte die Wiedergeburt und die Wunschkraft irgendwann einmal offiziell anerkannt werden, so manifestiere ich hiermit den Wunsch, als Frau wieder auf die Welt zu kommen…(Seite 2)


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5 Kommentare auf "Vom Zensus bis zum Zentaur"

  1. EuroTanic sagt:

    Ich werde mich an der Befragung nicht beteiligen. Bin grade bei 300 Euro Zwangsgeld, icl. Androhung weiterer Zwangsgelder und Androhung von Zwangshaft im Falle der Nichteintreibarkeit. Wo sind wir denn hier? Ich bin als Mensch geschützt vor der Willkühr und Gewalt eines Staates, der mich lediglich als Objekt sieht. Die Volkszählung wurde glaube ich von Hitler eingeführt? Ist das richtig? Zur Zeit fühle ich mich auch so als wenn ich in diese Zeit zurückversetzt worden wäre.

    • Buerger sagt:

      Ja, die Förmliche Zustellung habe ich auch bekommen.
      Werde aber trotzdem nicht ausfüllen und klagen.
      Gegen die Zwangsgeldandrohung regt sich juristischer Widerstand. In Frankfurt und Südhessen hat sich eine Gruppe von Grundstückseigentümern (darunter ein Rechtsanwalt) zusammen gefunden, die die Rechtmäßigkeit der Gebäude und Wohnungszählung und der Androhung von Zwangsgeldern verwaltungsgerichtlich überprüfen lassen wollen.
      Wir suchen weitere Grundstückseigentümer, die sich der Klage gegen die Zwangsgeldandrohung anschließen wollen.
      In Frankfurt gibt es die Gruppe „11 gegen Zensus 11“. Sie gibt per Mail Informationen heraus und trifft sich regelmäßig, das nächste Mal am Montag den 19.12.2011 um 19.00 Uhr
      Einfach mal über Zensus11.de kontakt aufnehmen.

  2. Stuelpner sagt:

    Danke an den Autor dieser Zeilen für diesen Artikel. Nur das Fettgedruckte ist etwas kurz gekommen. Lastenausgleich = Zwangshypothek muss unbedingt riesig fett drüber, damit es wieder 5 Personalangehörige mit bekommen.
    Wie schon angesprochen, hier geht es ja nun leider nicht um eine Volkszählung sondern eher um eine Inventur des „Volksvermögens“, aber nur bis 30cm unterhalb der Grasnabe nicht vergessen, mehr eigenen Grund und Boden gibts nicht. Schon länger habe ich darauf hingewiesen, als diese „Volkszählung“ bekannt wurde, ich weis jetzt nicht genau ob die Zimmer meiner Wohnung oder meines Hauses als Verwandte oder Familienmitglieder gezählt werden.

    @EuroTanic
    (Hitler? der ist tot schon lange, Stasi auch)
    Die erste Zwangshypo gabs 1923 die nächste 1948 (nur vom 7.10.49 bis 3.10.89 gabs keine, stimmts Frank ;-)) Volkszählung ist hier bloß wieder so ein Unwort wie Rechtsstaat usw. also Halbunwahrheiten. Wahrscheinlich wird die kommende Zeit noch ähnlicher werden, wie die in die Du Dich zurückgesetzt fühlst.
    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=242300 ist das Land keine Demokratie usw.
    Du denkst Du bist als „Mensch“ vor der Willkür usw. des Staates geschütz??? Was steht auf dem Ding was Du hast vor „…ausweis“ ?
    Ich habe Achtung und Respekt vor Deinem Verhalten und Deiner Zivilcourage, hoffentlich erlösen Dich die kommenden Ereignisse von diesen 300 Inflationlappen Willkürdiebstahl.

  3. pat sagt:

    Tür nicht aufmachen ist vollkommen unnötig und nur Quelle von unnötigem Stress.

    Einfach freundlich aufmachen und sagen man sei nur der Besuch. Der Schornsteinfeger kann anschließend problemlos sein Handwerk verrichten. Förmliche Anliegen müssen wiederkommen wenn der Hausherr wieder da ist.

    Übrigens darf nur die Polizei von jemanden verlangen sich auszuweisen.

  4. Bummbumm sagt:

    Ich denke, es ist verständlich und nachvollziehbar, wenn der Staat eine Inventur seines Vermögens macht, damit er die Zahlungsfähigkeit für die Schulden anderer Länder besser abschätzen kann.

    Ja – es mag sein, dass es früher Privateigentum an Immobilien gab, aber leider muss man den Alternativlosigkeiten Rechnung tragen.

    Aus diesem Grund habe ich selbst allen Anfragen freudig Auskunft erteilt. Sicherlich ist die Frage nach der Bewertung eine individuelle und man ist selbst schließlich kein vereidigter Sachverständiger, der auf alle Daten des Landes zurückgreifen kann.

    In sofern kann man nicht mehr tun, wenn man seine Pflicht erfüllen will, als nach bestem Wissen und Gewissen eine Bewertung abzugeben.

    Ich denke aber auch, dass es nicht im Interesse des Staates sein kann, wenn die Bewertung übermäßig hoch ausfällt. Schließlich will man nicht, dass beim Staat die einen faulen Assets gegen andere faule Assets ausgetauscht werden.

    In die Datenbanken müssen Werte eingetragen werden. Wenn man eine Mitwirkungsmöglichkeit hat, ist es vermutlich besser, als wenn man keine hat. Ich meine, aus Sicht des Staates, im Hinblick auf die realistische Fähigkeit zur Schuldentilgung für fremde Staaten.

    Sinniert Bummbumm.

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