Vom Schein des Euro und dem Glanz des Goldes

28. November 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Hannes Zipfel

Kritiker des Goldes wenden oft ein, dass hinter dem Wert des gelben Metalls nichts als Aberglaube steht, gestützt auf religiöse Symbolik, optische Ästhetik und Jahrtausende alte Gewohnheit. Zum Glück bleibt uns derartiger Aberglaube bei der Gemeinschaftswährung Euro erspart…

Der Wert unseres gesetzlichen Zahlungsmittels gründet sich auf die Stabilitätskriterien der europäischen Verträge und die Unabhängigkeit der Währungshüter der EZB. Damit kann man Gold getrost vergessen. Oder doch nicht? Nun, die Ereignisse der letzten Monate und mittlerweile Jahre lassen uns die Worte des irischen Dramatikers George Bernard Shaw ins Gedächtnis rufen:

„Sie haben die Wahl zwischen der natürlichen Stabilität von Gold und der Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierungsmitglieder. Und mit allem notwendigen Respekt für diese Gentlemen, ich rate Ihnen, solange das kapitalistische System währt, entscheiden Sie sich für Gold“.

Das Problem ist nur, dass die heute lebenden Generationen nahezu ausschließlich mit dem Vertrauen in unsere gesetzlichen Zahlungsmittel aufgewachsen sind und nichts anderes kennen. Und damit sind sie in den letzten Jahrzehnten ja auch nicht schlecht gefahren, bezogen auf die relative Kaufkraftstabilität von D-Mark und Euro. Die Weisheit eines längst verstorbenen irischen Dichters verhallen daher nahezu ungehört.

Leider ereilt unser heutiges ungedecktes Währungsregime schleichend das gleiche Schicksal wie vor ihm jedes ungedeckte Währungssystem der Menschheitsgeschichte, es zerfällt. Dieser Prozess geht allerdings so langsam vor sich, dass er den Menschen im Alltag kaum auffällt. Ein Euro bleibt doch ein Euro, sagt man.

Schaut man jedoch genauer hin, stellt man fest, dass sowohl die Fiskalpolitiker in den Regierungen als auch die Geldpolitiker in den Notenbanken längst in den absoluten Währungskrisenmodus übergegangen sind. Da werden Verträge gebrochen, Statistiken geschönt, juristische Schlupflöcher zu Kratern ausgeweitet, hemmungslos Geld gedruckt und gelogen dass sich die Balken biegen. Der Kit, der den Anschein der Normalität im Moment noch zusammenhält, ist aus schierer Verzweiflung gemacht. Das sehr starke Motiv hinter diesen zum Teil grotesk anmutenden Verzweiflungstaten ist der Gewinn von Zeit.

Basierend auf dem naiven Glauben, dass man diese „Schuldenprobleme“ und die Spannungen im Euro-System einfach aussitzen oder aus ihnen herauswachsen kann. Der unvermeidliche Zusammenbruch des Euro-Systems wird dadurch jedoch lediglich etwas hinauszuzögern – kostet es was es wolle.

Wer allerdings wartet, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, um überzeugt zu sein oder bei Gold und Silber noch auf ein Schnäppchen wartet, der pokert sehr hoch – mit einem schlechten Blatt.

In diesem Sinne raten wir Ihnen dringend: Spekulieren Sie nicht auf die Hoffnung, dass alles wieder gut wird, denn das wird es nicht. Tauschen Sie so viele Euro-Scheine wie möglich in glänzendes Gold und Silber, lieber ein Jahr zu früh als eine Stunde zu spät. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Zentralbänkern, die den Glauben in Ihr eignes System offenbar schon verloren haben, oder wie sind solche Pressemeldungen anders zu interpretieren:

Seit vierzig Jahren haben die Zentralbanken nicht mehr so viel Gold gekauft: 148,4 Tonnen wanderten im dritten Quartal in die Bestände der Banken. Dies ist wesentlich mehr als bisher bekannt gewesen ist. Die Zahlen wurden am Donnerstag im Quartalsbericht des World Gold Council veröffentlicht. Das WGC ist die Lobby der Gold Industrie. (Quelle: Handelsblatt)

Quelle: Hannes Zipfel, VSP AG


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5 Kommentare auf "Vom Schein des Euro und dem Glanz des Goldes"

  1. lindsay sagt:

    Crash-Prophet Dipl. Ing. Walter K. Eichelburg – Was erwartet uns 2012?

    der meister hat gesprochen 😉

  2. ace sagt:

    sehr schlecht zu verstehen 😉

  3. MARKT sagt:

    Euch reicht es doch wenn man vversteht, alles geht kaputt außer Gold und Silber bleiben bestehen.

    Ich weis nicht viel aber eines weis ich ganz sicher: ganz so einfach wird das ganze nicht kommen.

    Nichts für ungut, nur für die weitere Aufmerksamkeit.

    MARKT

  4. WiKa sagt:

    Der Tanz ums „Goldene Kalb“ … kommt aber nicht so genau drauf an, kann ja auch ruhig mal eine goldene Sau sein die man durchs Dorf treibt. Klar ist, wer Gold hat, der hat auf alle Fälle nach dem Crash einen besseren Start, auch wenn er während des Crashs nix zu Fressen hat.

    Man sollte sich allerdings auch vergegenwärtigen, dass alles Gold der Welt in meinen Vorgarten passt. Wenn man davon ausgeht, dass es sich um rund 200.000 Tonnen weltweit handelt, kann man bei Wikipedia nachlesen, dann handelt es sich um einen kleinen Würfel mit den den Ausmaßen von 28,1 Meter und um diesen Würfel prügelt sich die Welt … ein lustiger Gedanke …

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