Vom Leisten und vom Lohnen

28. Januar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Egon Wolfgang Kreutzer

Zwei Themen gaben den Anstoß zu diesem weitausgreifenden Artikel. Einerseits die erste der beiden jüngst veröffentlichten Oxfam-Studien zur Verteilung des Reichtums auf der Welt, andererseits die Gesetzesinitiative aus dem Arbeitsministerium zur Verbesserung der Transparenz über Löhne und Gehälter. Es ist die augenfällige Diskrepanz…

…zwischen der großen, globalen Ungerechtigkeit und den daneben bedeutungslos lächerlich erscheinenden Ankündigungen des sozialdemokratischen Flügels der Großen Koalition, die geradezu nach einer Erklärung schreit, warum auch in einem der wirtschaftlich potentesten Staaten der Welt von Seiten der Politik nur die Nagelfeile zum Einsatz kommt, um kleine Unebenheiten zu glätten, wo es doch eigentlich darum gehen sollte, massive Ketten wirtschaftlicher Abhängigkeiten zu sprengen.

Einleitung

Es ist unumgänglich, vor allem anderen die Begriffe Arbeit und Leistung sauber auseinander zu halten. Physikalisch wird Arbeit als „Kraft x Weg“ definiert. Gleiche Arbeit heißt, dass es identisch viel Arbeit macht, ein Gewicht von 1kg um 1 Meter zu heben oder ein Gewicht von 2 kg um 0,5 Meter zu heben.

Leistung bezieht die Arbeit auf die Zeit – und gibt dem Ergebnis der Arbeit damit eine vollkommen andere Qualität, denn es ist nicht gleichgültig, ob das Heben des Gewichts 1 Stunde oder eine Sekunde dauert. Es ist nicht gleichgültig, ob an der Scanner-Kasse im Supermarkt 30 Artikel pro Minute erfasst werden oder nur fünf. Es ist nicht gleichgültig, ob die Lösung einer komplexen konstruktiven Aufgabe im Maschinenbau einen Monat oder zwei Tage benötigt, und es ist nicht gleichgültig, ob die Sekretärin auf einen klaren Satz hin selbständig den gewünschten Brief schreibt, oder ob ihr der Brief von der Anrede bis zur Grußformel Wort für Wort, Satzzeichen für Satzzeichen diktiert werden muss.

Dabei wird erkennbar, dass da, wo die Physik mit ihrer „Kraft-mal-Weg-Formel“ nicht mehr ausreicht, die Begriffe „Fähigkeit“ und „Qualität“, aber auch „Motivation“ Einzug halten müssen, wobei – bei gleicher Motivation – mindere Fähigkeiten entweder mehr Zeit benötigen, um das gewünschte Ergebnis hervorzubringen, oder innerhalb der vorgegebenen Zeit nur ein Ergebnis minderer Qualität erwartet werden kann. Von daher sollte – von gut-durchschnittlicher Leistung, wie sie üblicherweise erwartet werden kann – nach oben und unten ausdifferenziert werden, in unzureichende und mäßige, bzw. überdurchschnittliche und außerordentliche Leistungen.

Wenn der Satz, Leistung muss sich lohnen, einen Sinn haben soll, dann kann er nur so verstanden werden, dass die mäßige Leistung mehr einbringen muss als die unzureichende, die gut durchschnittliche mehr als die mäßige, die überdurchschnittliche mehr als die durchschnittliche und die außerordentliche mehr als die überdurchschnittliche.

Gleiche Arbeit – gleicher Lohn, das ist eine hübsche Parole, die aber letztlich nur bedeutet, dass der Arbeiter oder Angestellte einen Stücklohn erhält, ohne dass ihm dabei eine Mindestleistung abverlangt wird. Wo der Arbeiter oder Angestellte mit seiner „Arbeit“ teure Betriebsmittel blockiert, oder wo verderbliche Güter schnell verarbeitet werden müssen, wird diese nicht zu Ende gedachte Forderung jedoch für jedermann erkennbar problematisch.

„Leistung soll sich lohnen“, ist eine wesentlich verständlichere und klügere Forderung als „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“. Ja, Leistung sollte sich lohnen, also ein Einkommen hervorbringen, das dem Wert der erbrachten Leistung entspricht, ihr also adäquat ist. Das zu bestreiten, wäre engstirnig und auf eine bestürzende Weise gleichmacherisch, weil Leistung, wenn sie sich nicht mehr lohnt, auch nicht mehr auf jenen Feldern erbracht würde, wo sie für die Gemeinschaft notwendig und nützlich ist, sondern nur noch da, wo sie ganz und gar und ausschließlich egoistischen Zielen dient, wozu auch jede Form ansonsten zweckfreier Selbstverwirklichung gezählt werden muss.

Der Wert der Leistung

Wie kann Leistung gemessen werden, wie kann Leistung gerecht entlohnt werden, wer misst welcher Leistung welchen Wert zu?

Die Welt, in der wir leben, gibt vor, eine Leistungsgesellschaft zu sein, und wenn es auch nicht zu hundert Prozent so ist, so wird doch in den meisten Fällen die Leistung nicht an der in einer bestimmten Zeit erbrachten Arbeit gemessen, sondern an jenem Geldbetrag, der dafür bezahlt wurde, statt – wie es richtig wäre – den Geldbetrag nach der tatsächlichen Leistung zu bemessen.

Dieser Satz mag sich im Kopf zuerst querstellen, unverständlich erscheinen, den Widerspruch, den er aufdecken soll, erst nach einigem Grübeln preisgeben, doch am Ende wird klar: Viel Geld zu verdienen heißt nicht zugleich auch, viel zu leisten, und
viel zu leisten, bedeutet nicht zugleich auch, viel Geld zu verdienen.

Sozialökonomen und Betriebswirtschaftler reduzieren dieses Problem, wenn eine Erklärung (noch nicht einmal eine Lösung) angeboten werden soll, auf das Knappheits-Prinzip. Das heißt, so wie die Kartoffelpreise bei hohen Erträgen sinken und bei niedrigen Erträgen steigen, lässt eine hohe Anzahl an Personen mit gleichen Fähigkeiten deren Lohn – unabhängig von der Leistung – sinken, während die Einkommen derjenigen steigen, die sich ihre Qualifikation nur mit wenigen teilen, und das ebenfalls fast unabhängig von der Leistung.

Weil eben praktisch jeder einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen kann, ist diese Leistung so gut wie nichts wert, während diejenigen, deren Ausbildung und Erfahrung sie befähigt, als Anwalt ein Unternehmen wie Amazon gegenüber Steuernachforderungen des Finanzamts erfolgreich zu verteidigen, nicht nur gesucht werden, sondern – vielleicht sogar aus moralischen Gründen – so selten sind, dass ihre Leistung fürstlich honoriert wird.

Hiermit eröffnet sich ein zweiter Aspekt, nämlich derjenige der Veränderlichkeit der Nachfrage. Während die Nachfrage nach Kartoffeln langfristig zwar tendenziell nachlässt, in der kurzfristigen Betrachtung jedoch im Wesentlichen von Jahr zu Jahr gleich bleibt und die Befriedigung der Nachfrage über den Preis reguliert wird, ist die Nachfrage nach „Spezialisten“ relativ „volatil“. Das heißt, wenn sich die Prozesse gegen Unternehmen mehren sollten, wenn nicht nur VW und die Deutsche Bank aus den USA mit Prozessen überzogen werden, sondern sich dieser Trend zur Lawine auswächst, wird die Nachfrage nach erfahrenen Prozessbevollmächtigten steil ansteigen. Dies wiederum führt zu einem steilen Anstieg der Honorare der wirklichen Spitzenkräfte – und ganz selbstverständlich auch zu einem Anstieg der frei vereinbarten Honorare derjenigen Juristen, die erst in der zweiten, dritten und vierten Reihe stehen.

Unter Umständen führt eine solche Prozesswelle jedoch auch dazu, dass die Unternehmen erkennen, dass der Ertrag ihrer Unternehmen leichter sicherzustellen ist, wenn sie sich grundsätzlich mehr an Regeln halten, statt sie in Bereicherungsabsicht zu brechen, nur um den vermeintlichen Gewinn anschließend in langwierigen und teuren Rechtsstreitigkeiten wieder aufs Spiel setzen zu müssen. Ein solcher (wenn auch wenig wahrscheinlicher) Trend könnte dazu führen, dass die teuren Unternehmensanwälte ein Mandat nach dem anderen verlieren, was sich in sinkenden Honoraransprüchen niederschlagen würde.

Ähnliches ist auch auf dem Gebiet der Technik zu beobachten. So mancher Ingenieur, der sich zum unverzichtbaren bestbezahlten Spezialisten hochqualifizierte, muss feststellen, dass er (gerade deswegen) von der rasanten technischen Entwicklung überholt wurde, dass sein gesamtes Knowhow praktisch über Nacht wertlos geworden ist, weil sein „Thema“ durch eine andere Technologie über Nacht substituiert wurde.

Es bleibt für den Augenblick festzuhalten, dass nicht nur die Leistung zählt, wenn es um den Lohn geht, sondern dass das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage eine zumindest ebenso wichtige Rolle spielt.

Gut, das ist die bereits angesprochene Erklärung der Wissenschaftler, doch erscheint diese Erklärung ebenso unbefriedigend, wie unzulänglich.

Muss Leistung „nützlich“ sein?

Aus einer anderen Perspektive betrachtet, besteht „Leistung“ doch gerade aus dem, was für die Gesellschaft notwendig und nützlich ist.

Notwendig für die Gesellschaft ist

-saubere, sauerstoffreiche Atemluft,
-die zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser,
-die Erzeugung von Nutzpflanzen und -tieren zur Lebensmittelversorgung,
-die Versorgung mit Energie,
-die Errichtung und Einrichtung von Wohnungen,
Werkzeuge, Instrumente und Hilfsmittel, auch für Künstler,
-die Bereitstellung medizinischer Dienstleistungen,
-die Herstellung von Straßen und Fahrzeugen und
-die Bereitstellung industrieller Strukturen, die dies erst ermöglichen.

Dazu kommen Sicherheitsdienste, wie Polizei und Armee, ein funktionierendes Bildungswesen sowie ein funktionierendes Rechts- und Justizsystem.

In diesem „Leistungsmilieu“ sind alle Anbieter zugleich auch Nachfrager, die im Sinne des arbeitsteiligen Wirtschaftens – jeder auf seinem Gebiet – so viel zu leisten haben, dass alle anderen mit der jeweiligen, spezialisierten Leistung mindestens ausreichend versorgt werden können.

In diesem „Leistungsmilieu“ ist es leicht, tatsächliche „Marktkräfte“ und ihr neutrales Wirken festzustellen. Unterversorgung lässt neue Absatzchancen erkennen und folglich Unternehmen der entsprechenden Branchen wachsen oder neue entstehen. Überversorgung führt zu Preisverfall, zu Kapazitätsanpassungen, auch zu Unternehmensschließungen. In diesem „Leistungsmilieu“ ist das wichtigste Kriterium für Über- oder Unterversorgung jedoch stets zunächst die Bevölkerungsentwicklung, erst danach folgen negative äußere Einflüsse (Naturkatastrophen, Missernten, Krieg, Seuchen, etc.), während reine „Gewinninteressen“ zum Zwecke der Vermögensansammlung keine – und wenn, dann eine störende – Rolle spielen, was zur gesellschaftlichen Isolation und Ächtung der „Wucherer“ und „Pfeffersäcke“ führt.

Natürlich kann auch der Außenhandel, wenn er ein geringfügiges Maß an der Wirtschaftsleistung überschreitet, Einfluss auf die Versorgungssituation der Volkswirtschaft haben, doch soll eben dieser Einfluss vorläufig ausgeklammert bleiben. Wir kommen später darauf zurück.

Produktivitätsfortschritt und Luxusgüter

Ein weiterer, wichtiger, zumeist allerdings allmählich auftretender Einfluss auf die Versorgungssituation wird durch die Produktivität, bzw. ihre Veränderung ausgeübt. Ein Einfluss, den genauer zu betrachten, allerdings ausgesprochen aufschlussreich ist. Je effizienter die Unternehmen der einzelnen Branchen arbeiten, d.h., je weniger (menschliche) „Leistung“ pro erzeugter „Einheit“ erforderlich ist, desto mehr Kapazitäten werden frei.

Bevorzugt betrachtet und kritisiert wird dabei die Freisetzung von Mitarbeitern, deren Arbeit letztlich von „Technik“ übernommen wurde. Hier wird „Leistung“ schlicht nicht mehr abgenommen und folglich auch nicht mehr entlohnt. Diese Entwicklung ist volkswirtschaftlich sehr bedenklich, weil sie – statt zu allgemeiner Arbeitszeitverkürzung – fast vollautomatisch und ohne nennenswerten Widerstand den Weg in eine Klassengesellschaft ebnet, in welcher zwischen dem abgehängten Prekariat und den noch Beschäftigten und Entlohnten ein gigantischer Graben aufgerissen wird. Die daneben und gleichzeitig stattfindende Entwicklung wird seltener betrachtet, doch sollte auch sie nicht aus den Augen gelassen werden, weil auch das, was sich da vollzieht, ausgesprochen aufschlussreich ist.

Frei werdendes menschliches Leistungsvermögen muss nicht unbedingt in die Arbeitslosigkeit wandern. Im Gegenteil, es kann genutzt werden, um über den Standard des vorbeschriebenen „Leistungsmilieus“ hinaus, das ab sofort als „Leistungsmilieu 1“ bezeichnet wird, all das zu erzeugen, was man sprachlich zwischen „Tand“, „Wohlstand“ und „Luxus“ ansiedeln kann. Die Bandbreite ist immens, umfasst Millionen von Artikeln und Dienstleistungen, und reicht – um nur drei anzusprechen – vom Geschenkpapier über spezielle Kaffeemaschinen bis zum großen Privatflugzeug.

Geschenkpapier, am untersten, billigsten Ende dieser Kategorie angesiedelt, ist als reines Wegwerfprodukt zwar im Grunde überflüssiger Tand, steht jedoch als Leistung der spezialisierten Papierhersteller nahezu einschränkungslos allen anderen Leistungserbringern zur Verfügung. Es hat die Grenze Leistungsmilieus 1 gerade überschritten und könnte gut und gerne auch noch dort eingeordnet werden.

Mit dem Privatflugzeug sieht es hingegen ganz anders aus. Die Leistung einer großen Zahl von Spezialisten wird hier über einen längeren Zeitraum eindeutig für eine sehr geringe Zahl einzelner Solitär-Abnehmer erbracht.

Der „Rest der Gesellschaft“ ist von dieser Leistung abgeschnitten, obwohl dieser „Rest der Gesellschaft“ die existenziellen Grundlagen auch für diese Leistungserstellung bereitstellt, ohne im Gegenzug dafür auch nur einen Cockpitscheibenwischer zu erhalten.

Im Marketing hat man so genannte „Zielgruppen“ definiert. Damit sortiert man „Haushalte“ in eine Matrix ein, in der sich am Schnittpunkt von Haushaltseinkommen und Bedürfnissen sowohl mögliche Verkaufszahlen als auch maximale Preise „ablesen“ lassen, was wiederum eine zielgruppengerechte Produktgestaltung und zielgruppengerechte, werbliche Ansprache ermöglicht. Primäres Unterscheidungsmerkmal der Zielgruppen ist dabei jedoch stets die dort jeweils vermutete Kaufkraft. Erst innerhalb der Kaufkraftklassen findet die Differenzierung in Bedarfe, Vorlieben und Interessen statt.

Nehmen wir als Beispiel die Kaffeezubereitung.

Um 2 Tassen italienischen Espresso zuhause (fast) perfekt zubereiten zu können, wird die hochwertige Ausführung des klassischen Espresso-Bereiters, jene Kanne, in die man, durch einen Filter getrennt, sowohl Wasser als auch Kaffee einfüllt, um dann auf einer Herdplatte per Dampfdruck Kaffee zu erzeugen, immer noch angeboten. Selbst die Edelausführung aus hochwertigem Aluminium in bester Verarbeitung ist derzeit schon für unter 15 Euro zu haben.

Zielgruppe: Nostalgiker, Puristen und Kaffeeliebhaber an der Armutsgrenze.

Mit der fragwürdigen Erfindung der Kaffee-Pads wurde eine bis dahin nicht erreichte Zielgruppe geschaffen. Hier beginnt die Preislage bei etwa 40 Euro und schraubt sich hoch bis auf über 250 Euro.

Zielgruppe: Singles mit schmalem Budget und ausgeprägter Bequemlichkeit.

Vor den Pads-Maschinen gab es bereits diverse Modelle von mehr oder minder „Voll“-Automaten für einen breiten privaten Anwendungsbereich in der Preisklasse von 500 bis 1.200 Euro. Diese werden immer noch angeboten.

Zielgruppe: Leute, die sich gerne mit Statussymbolen schmücken – Monatseinkommen in der Regel ab 3.000 Euro aufwärts.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Es gibt Kaffeemaschinen, die sich auch in Privathaushalten oder kleinen Büros ansiedeln können, deren Anschaffungspreis nahe bei 20.000 $ liegt. Und selbst bei Amazon wird der teuerste Kaffeeautomat derzeit mit rund 3.500 Euro ausgeschrieben, was für viele Durchschnittsverdiener mehr als ein Netto-Monats-Einkommen bedeutet, also nicht mehr zu finanzieren ist.

Zielgruppe: Leute, für die Luxus keine Frage des Geldes mehr ist, sondern nur noch eine Frage des Geschmacks. Jahreseinkommen >300.000 Euro.

Die letztgenannte Kaffeemaschinen-Zielgruppe überschneidet sich sicherlich mit dem unteren Rand jener Zielgruppe, deren „Mitglieder“ sich Privatflugzeuge „leisten“ können und die bei Armbanduhren den Preisbereich unterhalb 100.000 Euro gar nicht erst in Erwägung ziehen.

Es liegt also der Schluss nahe, dass sich im Zuge der Ausdifferenzierung von Zielgruppen, die es, seit die Menschen aus den Höhlen gekommen sind, in veränderlichen Formen vermutlich schon immer gegeben hat, ein sich als relativ unabhängig darstellender Wirtschaftskreis entwickelte, dessen Leistungen nicht für die Allgemeinheit zugänglich sind. Und dies, obwohl sowohl die Leistenden als auch die Abnehmer nur aufgrund der Leistungen der Allgemeinheit (Leistungsmilieu 1) existieren können… (—> SEITE 2 <—)

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2 Kommentare auf "Vom Leisten und vom Lohnen"

  1. aridistan sagt:

    Viel Wahres..
    Vieles was einem selber im Kopf herum geistert ohne dass man es in Worte fassen konnte.
    Kritisch gebe ich zu bedenken, dass die Gier jedes Einzelnen diesem sinnvollen Kollektivgedankens entgegensteht. Und die ist aus meiner Erfahrung nur durch einen gewissen Grundstock an IQ zu beherrschen. Und dies wird das eigentliche Problem sein. Man müsste gewisse Massen zwingen, Und ist damit schnell bei Diktatur.
    Aber genau nur mit dieser funktionieren diese guten Gedanken.
    Trotz aller Komplexität, man sollte es angehen.

  2. Insasse sagt:

    Der lange Artikel hätte leicht ganz wesentlich abgekürzt werden können. Die Kernfrage ist, warum die einen zu wenig, die anderen mehr oder weniger genug und die Dritten zu viel in ihre Taschen wirtschaften, also verdienen. Die Antwort liefert der Artikel in recht umfangreichen Überlegungen. Die Antwort wurde zutreffend geliefert: Es liegt an dem intellektuellen Vermögen, sich und andere entsprechend zu organisieren. Dies meint die Fähigkeit, aus der Leistung anderer Leute den größten Vorteil für sich herauszuholen. Die in diesem Sinne „Intellektuellsten“, reichern das Ergebnis der Leistung von in diesem Sinne „nicht so Intellektuellen“ oder „gar nicht Intellektuellen“ bei sich an.

    Genau aus diesem Grund wird es auch nichts mit der Organisation von A, B, C, D usw. Diesen Leuten ist der Aufwand für den zu erreichenden Vorteil schlicht zu hoch, sie sind zu bequem, sich entsprechend zu organisieren. Wäre es anders, gäbe es diese Vorteilsabschöpfungsgemeinschaften. Noch dazu möchte ich wetten, dass sich in diesen Kooperationen sukzessive der gleiche Effekt einstellen würde, wie oben beschrieben: Die etwas Clevereren lassen die nicht ganz so Cleveren oder zu Gutmütigen die Arbeit machen, reichern also deren Leistung bei sich an.

    Anders ausgedrückt könnte man sagen: Es ist kein Zufall, dass es so ist, wie es ist. Man muss das nicht gut finden, aber wegreden kann man es auch nicht. Andere Umstände herbeizuwünschen, ist natürlich legitim. Die Aussichten auf Erfolg sind in Anbetracht der Naturgegebenheit des oben dargestellten Mechanismus nicht wirklich hoch, meine ich.

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