Volkswagen verpestet DAX, Yellen dehydriert

27. September 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

In Wolfsburg läuft jetzt die brutalstmögliche Aufklärung einer maximalen Verschleierung an. Nicht nur die Umwelt ächzt. Selbst Marder meiden die Dieselfahrzeuge und bevorzugen nun Kabel in Umspannwerken wie in Neuss. Dabei geht es den Versorgern schon so schlecht wie Volkswagen in der Zukunft.

Zudem verpestet VW mit einem Kurssturz von 40 Prozent binnen einer Woche auch noch den DAX. Notfalls müssen die Steuerzahler ran. Die US-Konkurrenz dürfte sich ein weiteres Loch in den Auspuff freuen.

Aus der EZB tönt es, die Gelddruckerei wird wohl über September 2016 hinaus ausgeweitet. Normalerweise werden Experimente abgebrochen, wenn sie zu gefährlich werden. Je gefährlicher sich aber ein Geldsystem zeigt, desto forscher geht man vor – sonst wird es ja noch gefährlicher, heißt es. Die Kollegen um Mario Draghi begleiten seine Überlegungen mit Zustimmung, Ablehnung und anderen Verbal-Verpuffungen. Richten Sie sich darauf ein ein, dass unser Geld weiter verdünnt und der DAX trotzdem steigen wird, sagen Experten, obwohl die Börse gerade fallen will.

Dort sind aus leichten Irritationen jetzt Turbulenzen geworden. Sind Aktien plötzlich doch kein Hort der Sicherheit mehr? Das hieß es nämlich, als der DAX die 12.000er Marke überschritt und heute doch noch viel höher stehen sollte. Unterdessen senken die Analysten ihre Kursziele für den DAX, da er sich nicht an ihre Vorgaben halten will. Analysten sind oft ein großes Ärgernis, kochen sie doch mit Wasser, trinken Wein und rennen den Trends meistens nur hinterher. Noch gibt es für sie keine verbalen Abgas-Grenzwerte. Nötig wäre es.

Und dann auch das noch… Während die Welt immer noch an die Göttlichkeit der Notenbank-Chefs glaubt, sorgte ein irdischer Schwächeanfall bei der US-FED-Chefin Janet Yellen für Aufsehen, als sie eine Rede abbrach. Ob das etwas mit Diesel-Abgasen zu tun hat, kann verneint werden. Schließlich atmet Frau Yellen ganz besondere, aber zu trockene Luft. Ein Sprecher sagte, sie fühlte sich dehydriert am Ende einer langen Rede unter heller Beleuchtung.

Theoretisch hätte sich der Dow Jones ebenfalls dehydriert gefühlt und wäre mindestes um 20 Prozent gefallen. Sie sagte im Hörsaal: „Lassen Sie mich hier aufhören!“. Viele hatten schon gehofft. Aber es war dann doch kein Rücktritt…

Bill Bonner hatte sich neulich noch mit dem Gehirn von Frau Yellen befasst, morgens um 4. Hier nun weitere Aussagen, die doch einiges erklären könnten…



Morgens um Vier in Janet Yellens Gehirn – Teil Zwei
von Bill Bonner

Sicherlich kann die Chefin der zentralen Notenbank entscheiden, zu welchem Zins sie Banken Kapital verleiht, oder etwa nicht?

Wenn ich den Leitzins anhebe, nur ein kleines bisschen, werde ich bestimmt als vernünftige und verantwortungsvolle Ökonomin gefeiert. Schließlich ist es unnatürlich, dass der Leitzins so lange so niedrig ist. Und diese Tabellen und Graphiken auf meinem „Dashboard“ … sie scheinen auszusagen, dass sich die Dinge wirklich wieder zum Normalzustand zurückentwickeln. Die Menschen haben Arbeit. Die Wirtschaft wächst. Wieso also sich Sorgen machen?

Selbstverständlich weiß ich ganz genau, dass diese Tabellen überwiegend Mist sind. Die ganzen Daten sind so von den Jungs im Hinterzimmer des Büros hin her geschoben worden, wer weiß schon, was wirklich vor sich geht?

Und da sind Bill Dudley bei der New York Fed, Goldman Sachs und Larry Summers, die mir sagen, dass die natürlichen Kräfte der Märkte selbst die Kreditkonditionen einengen, ohne auf die Entscheidung der Fed zu warten.
Und wenn ich nun die Zinssätze erhöhe, würde ich eine schlechte Situation noch verschlimmern.

Vielleicht haben sie Recht. Doch die an Null gehenden Zinssätze müssen eine Verzerrung bewirken, über die wir nichts wissen. Der Markt für risikoreiche spekulative Anleihen, zum einen. Und der Unternehmensanleihenmarkt, im Allgemeinen.

Wie hätten wir wissen können, dass diese niederträchtigen Unternehmensführungskräfte Geld zu unseren niedrigen Zinsen leihen, nur um ihre Aktienkurse durch Rückkäufe anzukurbeln, so dass sie sogar noch fettere Boni einheimsen?

Und jetzt sind die Aktienkurse von unserem ultraniedrigen Zinssatz abhängig. Das ist verrückt. Sie müssen doch wissen, dass wir früher oder später die Zinsen anheben. Dann werden all die Menschen, die Aktien zu einer der höchsten Bewertung in der Geschichte, gekauft haben… wie die Zocker bei Goldman… sie werden realisieren müssen, dass sie Geld verlieren.

Ich schätze, es ist meine Pflicht, ihnen eine Lektion zu erteilen…

Was ist, wenn all diese Dummköpfe, die mit der Fed spielen, die Wetten abschließen, dass wir ZIRP wesentlich länger durchziehen, als wir vermutlich sollten, was ist, wenn sie in Panik geraten?

Was ist wenn es einige Tage Dow-Abfälle von 1000 Punkten gibt? Werden sie dann nicht alle mit dem Finger auf mich zeigen… und behaupten, dass ich die Panik ausgelöst habe? Natürlich habe ich nichts dergleichen getan. Es ist nicht meine Schuld, dass sie ihre Aktien bei solch hohen Bewertungen gekauft haben.

Ich habe nur versucht, die Aktivpostenkurse anzukurbeln, so dass der „Vermögens-Effekt“ dafür sorgt, dass die Amerikaner hinausstürmen und Geld ausgeben.

Wir müssen zu irgendeinem Zeitpunkt die Zinsen anheben, oder das ganze System löst sich los… driftet wer weiß wohin. ..und wird angeschwemmt an den Wer-Weiß-Was Felsen.

Doch was ist, wenn Larry Recht hat? Was ist, wenn eine Zinserhöhung die Kreditkonditionen zu streng macht? Was ist, wenn das einen Sell-Off der Aktien bewirkt… und eine Folge von Ereignissen bewirkt, wie jene, die zu der großen Depression geführt haben?

Dann stürzen die Aktienmärkte. Der „Vermögens-Effekt“ wird sich ins Negative umwenden. Der Welthandel kollabiert noch früher. Die Arbeitslosenquote steigt. Und wir enden in einer zehnjährigen Depression…

Was ist, wenn sie sagen, dass es meine Schuld ist? Was ist, wenn sie es sogar die „Yellen-Depression“ nennen?

Oh nein….Es ist nicht fair…Es ist nicht fair… Boo-hoo…schnief…schnief…Ich hätte in Harvard bleiben sollen. Dort hätte ich eine Festanstellung. Ich hätte eine nette Pension. George und ich könnten den Sommer in Martha’s Vineyard verbringen können. Es wäre so ein schönes Leben. (Quelle: Kapitalschutz-Akte)

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