Vive la France!

21. November 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Robert Rethfeld

In der Wellenreiter-Kolumne vom 17. September bezeichneten wir die Entwicklungen in Frankreich als „die eigentliche Gefahr für Europa“. „Der CAC-40 offeriert ein Bild des Jammers“, so formulierten wir damals. „Der französische Aktien-Leitindex wird seit 14 Jahren von der 3.000-Punkte-Marke magisch angezogen. Nach 1998, 2002/03 und 2008/09 ist aktuell die 3.000-Punkte-Marke erneut erreicht.“…

Am Freitag befand sich der CAC-40 wieder einmal an seiner 3.000-Punkte-Marke: Er beschloss die Handelswoche mit 2.997 Punkten (folgender Chart).

Die Bedeutung des Bereichs zwischen 2.700 und 3.000 Punkten kann nicht hoch genug bewertet werden: „Fiele der CAC40 unter die 3.000-Punkte-Marke und stiege gleichzeitig der Spread zwischen der Rendite französischer und deutscher Staatsanleihen weiter an“, so schrieben wir damals, „so würde Frankreich von einem Rettungsschirm-Geberland zu einem Nehmerland mutieren. In diesem Fall wäre der Versuch, einen europäischen Rettungsschirm aufzubauen, gescheitert.“

Tatsächlich beträgt der Spread zwischen der Rendite 10jähriger französischer und deutscher Staatsanleihen aktuell 1,5 Prozentpunkte.

Beschreibt man eine längere Zeitreihe, so ist gut zu erkennen, dass ein solcher Spread historisch betrachtet nicht ungewöhnlich war. In den frühen 1980er Jahren befand sich der Renditespread zwischen Deutschland und Frankreich bei 6 bis 7 Prozent.

Die Rolle Frankreichs als Weichwährungsland – das in den 1980er Jahren seinen Nachbarn Spanien und Italien näher war als dem Hartwährungsland Deutschland – wird durch den obigen Chart sichtbar. Jetzt könnte man sagen: Ok, durch die Erhöhung der Spreads stellen die Märkte die alten Zustände wieder her. Das Problem dabei: Anders als damals existiert heute der Euro… (Seite 2)


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