Verzicht auf Konsum und Karriere: Porträt des Berliners von Jorck

10. Januar 2014 | Kategorie: Aufgelesen

Gerrit von Jorck könnte Spitzenverdiener sein: Sein VWL-Studium hat er mit 1,0 abgeschlossen, er war im Ausland, hat Praktika absolviert. Alles richtig gemacht also. Doch von Jorck lebt von 500 Euro im Monat – weil er das so will. Über einen, dem Zeit das Wichtigste ist. via Verzicht auf Konsum und Karriere: Porträt des Berliners von Jorck – SPIEGEL ONLINE.

 

15 Kommentare auf "Verzicht auf Konsum und Karriere: Porträt des Berliners von Jorck"

  1. FDominicus sagt:

    Vielleicht verstehe ich da was nicht. Seine Vorsorge für die Zeit wenn er älter ist existiert nicht, was wohl heißt die Solidargemeinschaft wird für ihn wohl aufkommen müssen. Es sei denn, er hat das Glück und kann mit 80 auch noch so leben.

    Immerhin arbeitet er zumindest für sein derzeitiges Auskommen, ist das das Bemerkenswerte an ihm? Oder das er bei der Attac freiwillig mitmacht?

    Und was macht er wenn er das was er als bezahlte Arbeit macht nicht mehr machen kann. Lebt er dann von Luft? Wer darf dann für Ihn zahlen, denn sparen ist ja offensichtlich gar nicht angesagt….

    • samy sagt:

      Pardon F.D.,

      natürlich respektiere ich dein libertäres und leistungsorientiertes Weltbild -wir lesen ja beide schon länger hier die Kommentare und können uns einschätzen- aber hast du den Text gelesen, bevor du über andere Lebenskonzepte urteilst?

      Der erst 27-jährige (!) plant sehr wohl für die Zukunft. Er plant ein Hauskauf in der Boom-Town Berlin. Weil der Zins so niedrig ist. Er weiss, dass 500 nicht immer reichen, er will rauf auf 1200€. (Pack noch 300 € oben drauf, und man kann meiner Meinung nach auch was fürs Alter zurück legen.)

      Er ist kein Aussteiger, er ist ein Entschleuniger. Er nimmt sich etwas, was niemand kaufen kann, er nimmt sich Zeit. Und er investiert es in ein zweites Studium.

      Wieviel ist den notwendig, um gut zu leben? Wieviel muss man monatlich zurück legen?

      „Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.“
      (F.Nitzsche)

      „Von dem Geld das wir nicht haben, kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen um Leuten zu imponieren die wir nicht mögen.“
      (unbekannt)

      „Sieh nur, wie viele Dinge die Athener zum Leben brauchen! […] Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf…“
      (Sokrates, bei einem Spaziergang über einen athener Markt)

      Mach doch einmal eine Ansage, nenne eine Zahl. Was brauchst du in der Schweiz mindestens um heute leben zu können und im Alter nur akzeptable Einschränkungen hinnehmen zu müssen?

      Ich sage 1500 € für die BRD.

      Wer bietet mehr? Wer weniger?

      VG

      • FDominicus sagt:

        Nun wie Sie feststellten kann er es mit 500 € nicht schaffen und er möchte mehr als verdoppeln. Er will auf 1200 € kommen, dafür muß er aber bei den Jobs den er Macht rund 40% noch an Sozialleistungen draufsatteln als ganz groß 1500 € „verdienen“.

        Die Zinsen sind so niedrig? Ja das ist natürlich ein Argument, also muß er sich zumindest mal so über 100 000 € verschulden. Soviel zur „Entschleunigung“.

        Mir persönlich ist es völlig egal wie Andere leben wollen, es interessiert mich wirklich nicht. Aber es interessiert mich, wenn ich für „alternative“ Lebensformen bezahlen muß. Und für diesen Herren ist es absehbar, daß ich bezahlen „darf“.

        • samy sagt:

          „Und für diesen Herren ist es absehbar, daß ich bezahlen “darf”…“

          Und genau den letzten Satz bezweifel ich. der Mann macht einen grundsoliden Eindruck. Um 1200 € netto zu verdienen, müßte man so 2000€ Brutto haben. Das wird ihm gelingen wenn er will. Bei seinen Qualifikationen -VWL+Philo- wird dann eine 1/2, vielleicht eine 3/4 Stelle genügen.

          Trotzdem wüsste ich gerne, ab wann man denn deiner Meinung nach das nötige Minimum verdient?

          1500 netto sage ich.

          Grüße

          • FDominicus sagt:

            Das kommt ganz auf die Ansprüche an. Ich weiß es nicht. Jedenfalls wird es so wie er sich das jetzt denkt nicht klappen. Nicht bei den derzeitigen Abgaben und ohne je etwas zu sparen.

            Und zum Brutto/Netto kann ich nicht viel sagen. Ich weiß nicht was er meint. Aber nehmen wir an es seien 1200 € Brutto also gehen 1200 * 18.9 = 226, 8 € erst mal an RV. Nehmen wir an das klapp alles so und er arbeite bis 67 (hat bisher ja nichts eingezahlt und/oder gespart) dann bekommt er dafür 500 – 700 € Rente (nominal). Das sind jetzt bei einer angenommenen Preissteigerungsrate von 2.8 % (angeblich Durchschnitt der letzten 50 Jahre) dann noch ca 200 € Rente.

            Wird sich zeigen ob er einen qualifiziertern Beruf auf Halbtagesbasis bekommen kann, ich tippe mal im Staatsdienst lägen da seine besten Chancen.

            Soll er ruhig machen, ich verlange „nur“ für derartige Lebensweisen nicht bezahlen zu müssen. Sollte aber dieser Mann irgendwann sich beklagen was für ein armes Schw. wer ist, möchte ich einfach nur sagen können. Na und? – selbst so gewollt.

            Zu dem ob er und Kollegen etwas machen können. Erst einmal rechnen wir mit rund 50 m² pro Wohnung. Also rund 8 * 50 = 400. Ein Haus zu bauen in dieser Größenordnung kostet ungefähr 400 * 2500 (grob eine Million), dafür gibt es noch kein Land. Auch noch keine Nebenkosten und ähnliches sind davon bezahlt. Und ja es wird wohl einen etwas weiteren Weg von der Wohnung zur Arbeit brauchen. Der gute Mann verbraucht derzeit so ziemlich alles was er hat. Hat als gerade mal 400 € Reserve für die Finanzierung, also insgesamt bei den 8 Partien rund 8 * 400 = 3200.

            Mit dem Eigenkapital sieht es ja nicht so doll aus. Also muß das Haus komplett finanziert werden (und jeder einzelne hoffen, das jeder auch schön seinen Anteil bezahlt). Also dürfte der Zins maximal um die 2 % liegen (wenn man denn noch etwas tilgen möchte) und auch immer mit der Annahme, das könnte so bleiben. Wird interessant davon die Grundsteuer, Haftpflicht, Heizung, Wasser und Reparaturen zu bezahlen. Alles machbar?

            Ich bezweifele es. Derzeit kann er nur hoffen, daß ihm nie irgendetwas passiert, sobald nur eine Kleinigkeit schief geht (mal den Arbeitsplatz verlieren) hat er gar nichts mehr. Und Sie meinen immer noch, daß sei alles kein Problem.

            Wie geschrieben, will er so leben, soll es mir recht sein. Nicht recht ist es mir wenn ich bei dieser Unterfinanzierung aushelfen werde „dürfen“.

            Nun zum Minimum. Ich denke mit den 1500 netto wäre man durchaus schon auf der ziemlich sicheren Seite. (Aber nur wenn man es vermeiden kann immer mehr in die Umverteilungsmaschine bezahlen zu müssen) Die Chancen für diesen Herren sind da eher schlecht. Er arbeitet ja als Angestellter, und diese werden speziell nach allen Regeln der Regierungskunst ausgenommen wie die Weihnachtsgänse.

            Das er behauptet als VWLer könne er rechnen, halt ich für eine „feine“ Ironie. Denn offenbar können ja Top VWL ja außer sehr viel heißt Luft ablassen nicht sehr viel. Es sei denn man betrachtet die EU weite Situation derzeit als „VWL“ Meisterstück 😉

            Und als Letztes mit seiner „Unabhängigkeit“ wird es genau dann vorbei sein, wenn er mit den Kredit für irgendetwas aufnehmen wird müssen. Mein Tipp von heute ist, er zieht das noch ein paar Jahre so durch und dann ändert er Seinen Lebensstil oder wird von allen ausgehalten werden müssen. Mit 40 als VWLer der niemals ernsthaft für Kunden gearbeitet hat, halte ich seine Chancen egal wie gut er im Studium war für sehr gering. Aber auch hier, ist es mir solange egal, solange ich dafür nicht aufzukommen habe.

  2. Lotus sagt:

    @F.D. Wer sagt Ihnen denn, daß es in Zukunft noch eine Rente gibt? Er ist erst 27 und denkt sicherlich nicht so weit. Ich meine, für zahlreiche junge Leute ist dieser Arbeitszwang nicht erstrebenswert. Und wenn man an sich selbst denkt, wie es früher einmal war, ist Besitz und ne Menge Geld nicht das A und O gewesen, sondern das andere Geschlecht kennenzulernen. Daher ist die sinnvolle Verwendung von Zeit eine wichtige Sache. Da stört es, sich für andere, fremde, geldgeile Betriebe aufzuopfern. Nur wurde man damals von allen Seiten mit Warnungen bombardiert. Na ja, heute ist es nicht anders. Man wird schief angesehen, wenn man mal eine Auszeit erwähnt.

    Ich selbst mit 20, erinnere mich gut daran, daß ich mit 50 aufhören wollte. Es kam anders, weil ein Neustart mit 40 schon nicht mehr möglich war. Zur falschen Zeit 40 geworden und der erlernte, wegrationalisierte Beruf wurde nicht mehr benötigt. In Deutschland wurde ein falscher Weg für alle Bundesbürger eingeschlagen, was sich auf die Gesundheit und den Familienzusammenhalt niederschlägt. Denn das Zeitalter von Computern und Rationalisierung durch Technologien hätte die Chance einer entlastenden Arbeitswelt bedeuten können. Weniger wäre sicherlich mehr gewesen für jeden. So wären auch bestimmte Arbeitszeitmodelle vorteilhaft und die H4-Gesetze nicht nötig gewesen.

    Ich wäre sehr dafür, die deutsche Gesellschaft zu entschleunigen. Aber leider geht das nicht mit dieser Regierung und schon gar nicht mit den Menschen, die viel zu kopfgesteuert an sinnlosen Werten hängen. Diese heutige Generation müßte erst mal umgepolt werden, damit der Wille zu weniger Arbeit und mehr Zeit für das Privatleben entstünde. In den Kommentaren bei SPON kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wie wenig ein neuer Lebensentwurf doch Anklang findet. Schade.

    • FDominicus sagt:

      Sie haben recht, für die heute 20 jährigen wird es keine nennenswerte Rente mehr geben. Ich denke Inflation werden die Rentenansprüche gewaltig miniminieren. Warum meinen Sie wettere ich immer so gegen das derzeitige Schuldscheinsystem? Warum beschwere ich mich über den täglichen Durchgriff auf das Eigentum der hier Lebenden?

      Und ja es wäre alles weitaus besser, wenn nicht immer „umfairteilt“ würde. Die deutsche Gesellschaft zu entschleunigen ist eine Frage des Austiegs aus den ganzen Umverteilungen. Ohne die ganzen Umverteilungen müssten nicht alle auch für die nicht leistenden bezahlen. Meinetwegen kann der Herr von gerne von 500 € leben. Meinetwegen kann das jeder machen, soll aber einfach niemals kommen und mir „umfairteilen“ vorschlagen.

      Ganz groß und kurz. So wie dieser Herr gerade lebt kann er es nur solange er weiterhin zumindest für dieses Geld arbeitet, diese Mann hat aber überhaupt keine Reserven und daher ist es absehbar. Die „blöden Anderen“ müssen für ihn bezahlen. Es ist ein Schmarotzer in spe. Es steht dort gar nichts vom Sparen also lebe dieser herr von der Hand in den Mund. Und dann werde ich vollgesabbert mit einer zu gründenden Familie, klar das wird „super“ klappen mit 500 € und wie groß das Anspruchsdenken wirklich ist kann man am folgenden erkennen 20 Stunden Arbeit/Woche a 1200 €/Monat sind nur mal eben schlappe 1200 / 80 = 15 € netto also nur mal eben grob das doppelte des aktuellen „Mindeslohns“ von 8.5 €.

      Ich weiß nicht was an diesen Zahlen unklar ist. Dieser Mann lebt zwar derzeit noch von dem was er sich erarbeitet aber sein „Modell“ ist eine Schlag in das Gesicht eines jeden der ein „normales“ Arbeitsleben führt oder führen will. Und bevor ich hier völlig ausraste lass‘ ich es besser mit dem kommentieren.

      • samy sagt:

        „Es ist ein Schmarotzer in spe…“

        Na, super, wie schnell wir Leute verurteilen!

        Ich habe eben einmal einen Brutto-Netto-Rechner angeworfen. Bei 1200€ Brutto erhält man derzeit 917€ netto. Bei seiner Qualifikation mit 20 Stundenschnell erreicht.
        Wenn er eine Lebensgefährtin mit einem ähnlichen Modell hat, dann sind das noch einmal 917€, also in Summe ca. 1840€ netto. Beide arbeiten Teilzeit, haben also Zeit um Kinder zu erziehen und nicht vor die Flimmerkiste zu parken.

        Übrigens, wenn Sie weniger schnell ausrasten würden, so würden Sie die Ruhe besitzen einen Text auch entspannter zu verarbeiten. Er will mit elf Bekannten ein Haus kaufen und nicht alleine. Würden alle elf Bekannte ähnlich gut qualifiziert sein und ca. 920€ netto verdienen, so sind das über 10 000€ netto in dieser Wohngemeinschaft. Verteilen wir die elf Bekannten einmal auf 8 Wohnungen -einige könneten ja Paare sein- so könnte man ein Haus passender Größe finden das bei den Einnahmen finanzierbar ist. Sicher keine Luxusvilla im Stadtkern.

        Und ja, ich weiß dass man in diesem Alter noch Träume hat und das sich diese 11 Bekannten auch zerstreiten können oder schlicht andere Wege gehen.
        Das Risiko kenne ich.

        Ich persönlich würde sehr gerne einen Tag in der Woche an Arbeit abgeben, alos auf 4/5 umsteigen. Bei meinen Stress -Rechner regelmäßig am WE zu Hause, Reisetätigkeiten usw. usf.- habe ich Arbeit abzugeben und komme immer noch locker über die Runden. Bei vier weiteren Fällen wie mich, würde ein AL wieder in Lohn und Brot kommen. Außerdem muss ich bald einmal entschleunigen. Die Arbeit macht mich aus diversen Gründen „krank“. Und ich zähle zur belastbaren Sorte.

        VG

        • FDominicus sagt:

          Ich schrieb: “Es ist ein Schmarotzer in spe…”

          Sie antworteten „Na, super, wie schnell wir Leute verurteilen!“

          Tatsächlich, ich lag falsch, er lebt jetzt schon ohne Gegenleistung von der Hilfe andere Leute:
          “ Weil er seine Kleidung nicht im Laden kauft, sondern aus Schenkläden der Stadt mitnimmt.“

          Weiterhin interessant:
          „Weil er im Supermarkt die Billig-Marken sucht. “
          Aha nur weil es eben dort einen noch funktionierenden Markt gibt, kann er sich so günstig „versorgen“. … Aber böse, böse das kauft doch einer bei den „bösen“ Kapitalisten… Paßt ja super mit dem Engagement bei der Attac zusammen. Die diese Supermärkte ja so gerne an den Pranger stellt.

          Er fährt also nicht mit der Bahn gut, daß wird nur etwas schwieriger wenn er denn in sein schönes Haus mit seinen 11 „Gleichgesinnten“ ziehen wird.

          • samy sagt:

            Wieso wundern Sie sich Sie sich darüber, dass ich die Betitulierung „Schmarotzer in Spe“ als Verurteilung werte? Ihren Kommentar auf meinen Kommentar deute ich so.

            Schauen Sie, dort wo ich sozialisiert wurde, ist Schmarotzer nun mal eine grobe Beleidigung. Würden Sie den jungen Mann morgens mit „Guten Tag Herr Schmarotzer in Spe“ grüßen, so hätte er aller Hand Grund Ihnen das übel zu nehmen. Lassen wir einmal Belehrungen über Wirt und Schmarotzer aus der Biologiestunde. Im zwischenmenschlichen Bereich ist das eine schroffe Abwertung.

            Und bevor ich Menschen beleidige, beurteile ich diese. Ich leide nicht unter dem Tourette-Syndrom. Und eine Verurteilung ist eine abgeschlossene Beurteilung.

            Sehen Sie, Ihren Kommentar um 17:42 fand ich interessant. Dem entnehme ich, dass Einnahmen um die 1500 netto irgendwo die sichere Seite sind. Einnahmen um die 920 netto machen jemanden zum Schmarotzer. Ein schmaler Grad. Eigentlich hatte ich Lust eine ernsthafte Diskussion darüber zu führen, wieviel Stunden Arbeit und Einnahmen es braucht, um selbstverantwortlich zu handeln. Ernstzunehmende Konzepte, um etwas runter zu kommen vom Stress.

            Aber Ihre nur der Provokation dienenden Äußerungen über Schenkläden und Attac nerven.

            Sie erinnern mich an „Das Ekel Alfred“. Ach, die Serie habe ich immer gerne gesehen.

            Oder sind Sie gar ein „Agent Provocateur“ der linken Szene, der hier nur den konservativen Spießer gibt, damit andere sich von dieser bürgerlichen Denke erschrocken abwenden?

            VG

          • FDominicus sagt:

            Nun ich habe ja geschrieben, daß er nicht mehr in spe ist sondern sich heute schon ohne Gegenleistung von andere Leuten was holt. Und ja es ist eine Wertung, nämlich, daß dieser Mann sich auf Dauer nicht selbst auf diese Weise erhalten kann sondern auf die tätige Mithilfe von gutmütigeren Idioten als mir (als nur Idiot) angewiesen sein wird.

            Und Sie haben nur das gelesen was Ihnen gerade nicht paßte, das kann man so machen, ist aber etwa einseitig. Die Fakten über dessen Lage, wurden von Ihnen unter den Tisch fallen gelassen.

            Also konkreter. Was macht dieser Mensch wenn er auch „nur“ temporär seinen Verdienst verliert? Das Sie darauf bisher keine Antwort gaben, wundert mich nicht wirklich….

      • Lotus sagt:

        @F.D.: „Meinetwegen kann das jeder machen, soll aber einfach niemals kommen und mir “umfairteilen” vorschlagen.“

        Ich finde Ihre Warnung ehrlich gesagt unpassend. Das hört sich an, als wenn Sie auch die ewig bremsende Argumentationsphrase „von meinen Steuergeldern nicht“ vertreten. Dabei ist Ihnen doch wohl klar, daß es Ihnen so oder so genommen wird. Die Verteilung bestimmen nicht Sie, sondern Schäuble. Sie müssen das hinnehmen, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Ihr Einfluss ist nicht bestimmend.

        „Die deutsche Gesellschaft zu entschleunigen ist eine Frage des Ausstiegs aus den ganzen Umverteilungen.“

        Sie können das tun, sich selbst in Ihren Ansprüchen verkleinern. Sich sozusagen loslösen von Ballast, Versicherungen, kleinerem Auto, kleinerer Wohnung, unnötigem Konsum und vor allem Bankverbindungen, falls Sie dazu bereit sind. Die machen ja zusätzlich Druck, den Sie vermeiden könnten. Der nächste Schritt wäre in Ihrem Kreis davon zu berichten bis es andere auch tun. Denn Sie werden merken, wie befreiend das ist. Schon dadurch kommt die Umverteilung im System ins Stocken. Denn viele Menschen in Deutschland tun das bereits. Beweis: Die Umsatzzahlen im Handel erreichen nie wieder Höchststände. Tausende besitzen immer noch kein Smartphone. Sie wissen warum.

        Weiterer Schritt, einen Plan für zeitliches Einkommen überdenken. Das erreicht man meist zufällig, wenn der Nachbar, Freund, Familie usw. Hilfe braucht. Es entsteht ein Geben und Nehmen mit Bargeld. Umverteilung ganz unkompliziert und ohne Dritte. Nicht umsonst ist Bargeld von Regierungsseite so verpönt und nicht im Umlauf, weil immer weniger auf Konten landet. Die Menschen verteilen es selbst oder horten es. Kredite werden möglichst vermieden. Plausibel, durch die Krisenmaßnahmen, die spätestens nach der EU-Wahl aus dem Kästchen gezaubert werden. Wenn Sie also einen Kreis gebildet haben, wo ab und an Gefälligkeiten anstehen, ergeben sich durch Weitersagen neue Quellen. Nach einer gewissen Zeit, ca. 1-2 Jahre, können Sie Ihre Arbeitsstätte verkürzt antreten, und auf zukünftige gesetzliche Möglichkeiten pochen. Die kommen sicherlich, wie es aussieht. (Schleswig, Nahles usw.) Nicht zuletzt beteiligen sich in Ihrem Kreis auch Kleinunternehmer, die Ihre Dienste gerne annehmen. Auch sie erkennen immer mehr die Vorteile. Keine Verträge, keine zusätzlichen Ausgaben. So funktioniert eine Großstadt, wo nichts so ist, wie es ausschaut. Sie sehen, Sie könnten sich Zeit schaffen und das übrigens in jedem Alter.

        • FDominicus sagt:

          “ Dabei ist Ihnen doch wohl klar, daß es Ihnen so oder so genommen wird. Die Verteilung bestimmen nicht Sie, sondern Schäuble. Sie müssen das hinnehmen, ob es Ihnen gefällt oder nicht. “

          Ja das ist mir klar, daher nenne ich es ja auch Diebstahl. Aber in diesem Zusammenhang geht es mir einfach darum, daß mir jeder „Lebensentwurf“ genauso lang egal ist, solange der/diejenige dafür auch die Kosten trägt. Das es heute nicht mehr so ist, ändert ja nichts daran, daß die heutige Situation falsch ist….

          In diesem Fall ist absehbar, daß der Mann so langfristig nicht ohne freiwillige oder nicht so freiwillige Mithilfe auskommen wird. Und genau gegen die dann folgenden Ansprüche schreibe ich hier an.

  3. bluestar sagt:

    Lustig dieser Typ.
    Die Welt ist voller Extreme, vom Arbeitstier mit Dauerstress bis zum studierten Volkswirt der in Deutschland auf einer Matratze vom Sperrmüll schläft.
    Jeder muss sich seinen Weg aussuchen. Ich glaube wie immer im Leben ist alles eine Frage des Maßes und Extreme sind auf Dauer schädlich.
    Vielleicht findet dieser junge Mann irgendwann eine Tätigkeit die ihm Spaß macht und die er mit Begeisterung ausübt, dann muss er nie mehr arbeiten und kann sogar auf einer sauberen Matratze schlafen.

  4. samy sagt:

    @FD

    Nun ja, stimmt, es gibt keine Gegenleistung in Schenkläden. Darin spiegelt sich die Natur der Schenkung.

    Haben Sie Weihnachten Geschenke erhalten. Ja? Sie sind gemäß eigener Definition dann ja ein Schmarotzer. Falls ja, so erlaube ich mir sogar die Bemerkung, dass Sie dann ein heuchlerischer Schmarotzer sind.

    „…Was macht dieser Mensch wenn er auch “nur” temporär seinen Verdienst verliert?“

    Falls das das Kriterium des Schmarotzertums ist, so haben Sie eben in einem Atemzug alle Freiberufler das Schmarotzertum unterstellt. Ausgerechnet die Leistungsträger.

    Jeder Restaurantbesitzer, Anwalt, Architekt, Arzt, Klempner usw. kann temporär sein Verdienst verlieren. Seien es gesundheitliche Gründe, Wirtschaftsflaute oder falsches Geschäftsmodell oder sonst was.

    Genau wie bei o.g. Berufsgruppen wissen wir auch bei dem Studenten Jork nichts genaues darüber wie er die Einnahmelosen Zeiten überbrücken würde. Eltern? Freunde? Netzwerke? Aufgabe des Studiums, zugunsten einer Berufstätigkeit? Staatliche Sozialleistungen? Kein Unterschied zu einem Freiberufler, über dessen Reserven oder soziale Vernetzung wir ebenfalls keine Aussagen machen können.

    Fazit:

    Schenker sind gutmütige Idioten.
    Beschenkte sind Schmarotzer.
    Freiberufler -also Leistungträger- sind Schmarotzer, da potentielles Risiko der Erwerbslosigkeit.

    Ja, ja Alfred!

    Noch was. Ich habe studiert, wusste nicht wovon ich nächsten Monate meine Miete usw. löhnen kann. Für meinen Lebensunterhalt habe ich gejobt und verdammtes Glück gehabt, dass es passend Arbeit gab. Reserven hatte ich nicht. Ich bin wie der Student Jork gewesen. Es waren harte Zeiten. Aber auch freie Zeiten. Ich habe Fehler gemacht und bin dafür gerade gestanden.

    Ein echter Schmarotzer halt.

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