Verwirrendes vom Olymp der Geld-Bürokraten

19. Mai 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Hannes Zipfel

Am Mittwoch war es mal wieder so weit: das Fenster zur Geheimwelt der gottgleichen Notenbanker wurde ein kleines Stück weit für die Massen geöffnet und der Markt erstarrte vor der Weisheit der bürokratischen Alleswisser in Ehrfurcht und Angst.

Die Weisheit trat dieses Mal in Form der sogenannten „Minutes“ vor die Massen der Spekulanten. Diese „Minutes“ sind die schriftlichen Minutenprotokolle, festgehalten bei der letzten Offenmarkt-Ausschuss-Sitzung der US Notenbank (Fed) am 27. April. Diese Protokolle der Weisen von Washington werden jeweils drei Wochen nach dem letzten Zinsentscheidungs-Meeting zur „besseren Transparenz“ publiziert. Wir erstarren erneut, dieses Mal in tiefer Dankbarkeit.

Wie bekannt, kam es im April erneut zu keiner Zinserhöhung. Gemäß dem Protokoll sprach sich jedoch eine Mehrheit der stimmberechtigten Notenbank-Direktoren für eine Zinsanhebung im Juni aus, sollten sich die Wirtschaftsdaten bis dahin signifikant verbessern.

Zwei Tage später, am 29 April wurden dann sehr schlechte BIP-Daten für das erste Quartal 2016 bekannt, eine Woche später dann zusätzlich noch schlechtere Arbeitsmarktzahlen für den Monat April. Es ist daher nahezu ausgeschlossen, dass es im Juni (8 Tage vor dem BREXIT-Plebiszit) zu einer Zinsanhebung kommt. Der BREXIT, also der Austritt der Briten aus der EU, war übrigens auch Thema der Sitzung und wurde als ernstzunehmendes Risiko eingestuft, das einer Zinsanhebung im Juni im Wege stehen könnte (oh, diese Weisheit). Wie immer dominierte der Konjunktiv die Minutes.

Dennoch lassen sich viele Marktteilnehmer von der Rhetorik der US-Fed immer wieder verunsichern, was deren Intention genau entspricht. Die Märkte sollen sich nicht sicher fühlen, um spekulative Exzesse zu verhindern. Die unvermeidbare Wahrheit (QE statt Zinswende) soll so lange wie möglich vom Schleier der Unsicherheit verdeckt bleiben.

Und so kam es zu der gewünschten Verunsicherung der Marktteilnehmer. In der Folge stieg der US-Dollar stark an und fielen spiegelbildlich die Edelmetall- und Aktienkurse ab. Die Minenaktien haben dabei wie gewohnt mit höheren Schwankungen als Dollar, Gold, Silber, Palladium und Platin reagiert. Auch das ist ein bekanntes und normales Verhaltensmuster.

Natürlich wird es in Anbetracht der Überschuldung der USA (19,3 Bio. US$ Staatsverschuldung und 64,9 Bio. US$ Gesamtverschuldung) keine Zinsanhebungsserie geben. Ein „normales“ Zinsniveaus von 3,5-5,0 Prozent ist auch in den USA erst nach einem globalen Schuldenschnitt (GCR: Global Currency Reset) wirtschaftlich wieder tragbar.

Lassen Sie sich also nicht von der Verunsicherungstaktik der Notenbanker auf verbaler Ebene ins Bockshorn jagen und nutzen Sie statt dessen wie die Profis die günstigen Preise zum Auf- bzw. Ausbau von Metall- und Minen-Positionen.

Fakt ist, dass die US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen sich im Februar diesen Jahres am Rande des G20-Treffens in Shanghai nach den katastrophalen Folgen der ersten und bisher einzigen US-Zinsanhebung seit zehn Jahren um 0,25% (im Dezember 2015) zum weiteren Stillhalten verpflichtet hat und den Zinsschritt im Dezember selbst als „Missjudgement“ (Fehleinschätzung) bezeichnete.

Die Taktik der US-Notenbank ist ein sukzessiver Rückzug aus der Zinserhöhungs-Rhetorik, um anschließend die Geldpolitik zu betreiben, die andere Notenbanken überschuldeter Volkswirtschaften (wie Japan, UK, EU etc.) längst betreiben (NIRP, ZIRP, QEs) und gegen die auch eine US-Fed allein nicht Geldpolitik betreiben kann, sofern sie kein Chaos an den Weltwährungsmärkten mit anschließender Weltwirtschaftkrise verursachen möchte.

Aber selbst in diesem unwahrscheinlichen, mutwillig herbei geführten Crash-Szenario wären Gold und Minenaktien die klaren Profiteure. Eine klassische Win-Win-Situation für Gold oder eine Falle für die ach so weise Fed, je nach Blickpunkt.

Die Fakten sind eindeutig und sprechen mittelfristig ganz klar gegen den US-Dollar und für die monetären Edelmetalle, allen voran Gold. Bei der Minen-Hausse 2.0 stehen wir erst ganz am Anfang einer Preisentwicklung, die im Zeitverlauf sehr wahrscheinlich an historische Aktien-Manien anknüpfen wird. Am Ende steiget der Dollar zusammen mit den Bürokraten der Fed vom Olymp und Gold nimmt dort seinen legitimen Platz wieder ein. Amen.
***Hannes Zipfel managed das Wikifolio AUSIS GOLD & SILBER MINEN

 

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