Vertrauen lässt sich nicht drucken

6. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow, Zeitlos

von Bankhaus Rott

Die Daten zum Verbrauchervertrauen in Großbritannien waren so wie das typische Herbstwetter in der britischen Hauptstadt. Nur der Nebel hat sich verzogen, denn viel klarer als die Briten kann man eine schlechte Beurteilung der Lage nicht aussprechen.

Die Briten können so einiges vertragen. Das gilt für den Pub offenbar genauso wie im Alltag. Die regelmäßige Auswertung von Nationwide liefert erneut eine beispielhaft düstere Beurteilung der wirtschaftlichen Lage. Wenn es mit dem Aufschwung schon nicht klappt, dann will das ehemalige Empire wenigstens beim Verbrauchervertrauen und den Zukunftsaussichten neue Rekorde aufstellen. Erneut sind es Negativrekorde.

Der Gesamtindex nähert sich der Nulllinie, nachdem er den fünften Monat in Folge gefallen ist. Der aktuelle Stand liegt bei 36, das Allzeithoch wurde bei über 110 markiert. Ein bemerkenswerter Abstieg.

Hier ein Auszug aus dem aktuellen Report

  • Confidence fell for the fifth month in a row in October to a new low of 36 points
  • The main index now stands 42 points below its long run average of 78
  • Expectations Index fell by 14 points in October, taking it to its lowest ever reading of 48
  • Continuing consumer concern about the future state of the economy and the jobs market has driven the recent falls in confidence
  • The Eurozone crisis is likely to continue to weigh on confidence in the short term

Vor allem der letzte Punkt ist bemerkenswert, denn den Briten macht angeblich die Eurokrise Sorgen. Diesen Punkt stellten schon die US-Behörden als Begründung für den schlaffen Zustand ihres Wirtschaftskörpers in den Mittelpunkt. Andere Erklärungsansätze gehen leider unter. So liegt die Industrieproduktion auf der Insel auf dem Stand der späten 80er Jahre. Der Sektor ist offensichtlich in ebenso guter Verfassung wie weite Teile der britischen Infrastruktur.

Seisdrum, guter Rat ist teuer, Ratschläge erteilen jedoch ist kostenlos. Der Blick auf die Schuldenuhr und die gescheiterten Ansätze des Schatzamtes Ihrer Majestät, Einsparungen vorzunehmen, lassen für die Briten keine Besserung erwarten. Die Umfrage zeigt, dass die Menschen dies bereits ahnen. Daranändern auch die Dauerkäufer von der Bank of England nichts.

“In early October the Bank of England expanded its asset purchase scheme, which should help to stimulate

the economy in the months ahead, although it is likely to take some time before the benefits are felt by consumers.“

Faszinierend, dass die Ankaufprogramme der Zentralbank weiterhin als „Konjunkturprogramm“ dargestellt werden. Zu glauben scheint es niemand mehr, warum auch, es hat noch nie funktioniert. (Seite 2)


 

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4 Kommentare auf "Vertrauen lässt sich nicht drucken"

  1. wolfswurt sagt:

    So so, also die schwache wirtschaftliche Situation in GB und USA hat erst zur Schuldenkrise der EU geführt.

    Oder wars umgekehrt oder umgekehrt oder umgekehrt…

    Jeder Idiot findet einen Schuldigen für sein eigenes Heil.

    Oder wars Unheil?

    Oder, lesen sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

    Oder erschlagen sie ihren Arzt oder Apotheker und fressen ihre Packungsbeilage…oder so ähnlich.

    Jetzt weiß ich aber auch nicht mehr weiter…

    Der ganze weltweite Laden ist morsch.
    Jeder wartet auf den ersten der umfällt um eine Ursache vorweisen zu können warum man auch fällt.

    Und weil dann alle fallen können ist die Freude groß.

  2. Vroni sagt:

    Wieder mal interessante Fakten,
    die Verschuldung von UK habe ich eben auf der Silberseite mit 1000% (!) noch doppelt so hoch gesehen.
    Wir glauben ja nur der Statistik, die wir selbst gefälscht haben!
    http://www.bilderload.com/bild/157803/debtdistributiong10TK1BP.png

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo vroni,

      ja, es gibt verschiedene Arten der Darstellung. Die von uns gewählte entfernt Verbriefungen aus den Daten. So werden Doppelzählungen vermieden, denn wenn eín Kredit in eine Verbriefung kommt, wird er ja nicht erneut vergeben. Das würde den massiven Unterschied bei der financial debt erklären.

      Grüße
      Bankhaus Rott

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