Versprechen, die gebrochen werden

9. Januar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Zunächst einmal wünsche auch ich Ihnen ein frohes neues Jahr. Zum Thema Vorsätze und Versprechen – heute zu Versprechen, die gebrochen werden (können). Wenn Wohlstand leicht zu erkennen und zu kontrollieren ist, das heißt, wenn dieser sich hauptsächlich auf Land bezieht, wären einige Insider gut damit beraten, dies für sich zu behalten…

Die feudale Hierarchie hat jedem einen Platz im System zugeteilt und die Insider auf den Gipfel dieses Berges gesetzt. Doch dann kam die industrielle Revolution und der Wohlstand häufte sich plötzlich außerhalb des feudalen Systems. Zudem wuchs auch die Bevölkerung…und sie wuchs stetig und rastlos. Das alte Regime versuchte dieses neue Geld zu versteuern, aber die neue widersetzte sich.

Keine Besteuerung ohne Mitspracherecht“, war ein beliebter Slogan dieser Zeit. Die Außenseiter wollten rein. Und es gab Vorteile, diese Türen zu öffnen. Statt auf einen Kreis von Insidern setzte die Regierung der modernen Welt auf die Energie der gesamten Bevölkerung. Das war der eigentliche Durchbruch für die französischen Revolution und die Revolutionen, die ihr folgten.

Man machte sich die Energie von Millionen Bürgern zu Nutze, die bereit waren, für ihr Vaterland besteuert zu werden oder zu sterben, falls es notwendig war. Das war Napoleons Geheimwaffe: riesige Armeen, gegründet aus zivilen Soldaten. Genau diese enthusiastischen Krieger verschafften Napoleon im Kampf einen Vorsprung. Doch genauso brachten sie ihn zu seinem eigenen Waterloo.

Napoleon Bonaparte war selbst ein Außenseiter. Er war kein Franzose, sondern Korse. Er sprach nicht mal ein Wort Französisch, bis er als Junge in Toulon ankam.

Aber es gibt niemals eine festgelegte Gruppe von Insidern. Nein, diese Insidergruppe hat nur eine poröse Membran, die sie von dem Rest der Bevölkerung abgrenzt.

Einige Menschen kommen hinein. Manche Menschen sind ausgegrenzt. Die Gruppe wächst und die Gruppe schrumpft. Potenzielle Rivalen werden manchmal in die Gruppe reingenommen. Schwache Mitglieder werden rausgeworfen.

Manchmal bringt nur eine militärische Niederlage eine ganz andere Gruppe von Insidern an die Macht. Auch Wahlen können die Aufstellung des Kerns der Gruppe verändern.

Die Genialität der modernen repräsentativen Regierung besteht darin, die Menschen glauben zu lassen, dass auch sie zu diesem Kreis der Insider gehören.

Sie werden ermutigt zu wählen… und zu glauben, dass ihre Stimme wirklich zählt.

Natürlich zählt die kein bisschen. Allgemein haben die Wähler auch keine Ahnung für was oder wen sie wirklich stimmen. Oftmals bekommen sie am Ende dann das Gegenteil von dem, wofür sie gedacht haben zu stimmen. Der gemeine Mensch genießt die Vorstellung, dass er die Dinge steuert. Und er bezahlt teuer dafür. Nachdem die Insider ihn in die Wahlkabine gedrängt haben, schnellen seine Steuern in die Höhe.

In Amerika begann der Unabhängigkeitskrieg, weil die Bürger mitbestimmen wollten, wofür sie Steuern zahlen. „No taxation without representation“ hieß das damals. Nun, das ist sie teuer zu stehen gekommen. Vor dem Unabhängigkeitskrieg lag die Höhe der Staatsausgaben bei nur 3% des BIP. Jetzt sind es 38,9% des BIP. Und wenn Sie in einem Bundesstaat wie Baltimore oder New York leben, dann können Sie feststellen, dass der Staat (inkl. Bundesstaat und Landkreise) Ihnen fast 45% des Einkommens nimmt!

Die Insider gestatteten dem Pöbel zu glauben, dass er die feierliche Verantwortung dafür hat, wie der Kurs der Regierung gesetzt wird. Und während diese Leute von ihrer eigenen Macht geblendet waren… leerte man deren Taschen!

Aber da hörte es nicht auf. Unter den Königen und Kaisern war ein Soldat ein bezahlter Kämpfer. Wenn er Glück hatte würde seine Seite gewinnen und er konnte in der eroberten Stadt für ein paar Tage plündern und vergewaltigen.

Relativ betrachtet waren nur wenige Menschen Soldaten, weil vernünftige Menschen sie verachteten und die Gesellschaft nicht reich genug war, eine große, dauerhafte Armee zu finanzieren.

Auch das wurde durch die Französische Revolution geändert. Im 20. Jahrhundert konnten sich entwickelte Länder die Unterhaltung teurer militärischer Bereitschaft leisten, auch wenn es nicht viel gab, auf das man sich vorbereiten musste.

Aber die kleinen Menschen wurden wieder gehäutet. Nicht nur, dass von ihnen erwartet wurde dafür zu zahlen, wurde ihnen, immer noch in dem Glauben, das Ruder in der Hand zu haben, weiß gemacht, dass es eine patriotische Pflicht sei, die Insider seines Vaterland zu verteidigen!

Das ist der eigentliche Grund, dass sich das System der modernen Demokratie über die ganze Welt verteilt hat. Es ermöglich den Eingeweihten immer mehr von der Kraft und den Ressourcen des Landes für ihre eigenen Belange zu mobilisieren. Damit kann nichts konkurrieren.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Versprechen, die gebrochen werden (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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