Verpfuschte Diätpläne für Spanien

22. April 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Diäten gehen meist nach hinten los. Es sind Zeitphasen, in denen man mehr verbrennen soll, als man zu sich nimmt. Spanien ein gutes Beispiel. Die verordnete Blitz-Diät soll das Land wieder in Form bringen. Dabei ist es jetzt schon magersüchtig…

Trotzdem soll Spanien den ausgewogenen Umgang mit nicht mehr vorhandenen Ressourcen lernen. Wahrscheinlich hinterließ diese Magerkur auch gravierende Folgen beim seinem Finanzminister. In Frankfurt wusste er in dieser Woche mit vielen Worten über die Erfolge des Verhungerns zu berichten.

Dabei wurde deutlich: Diäten sind gefährlich! Sie lähmen sogar Denkzentren, wenn sie mit zu wenig Nahrung versorgt werden. Es kommt zu bösen Nebeneffekten: Ausfall, Jojo und Haha! Cristóbal Montoro meinte, Spanien hätte keine Probleme mit Krediten – nur mit seiner abstürzenden Wirtschaft. Oh! Wenig erstaunlich, wenn Einnahmen sinken und Bankkredite sich trotzdem nicht in Luft auflösen. Die Konten sind längst überzogen. Vielleicht hätte Traubenzucker dem guten Mann helfen können. Aber daran herrscht in Spanien wohl ebenfalls Mangel.

Bei wem hat Spanien eigentlich seine Schulden? Bei Banken. In Sachen Geld wird es anschaulich. Das Untergewicht des einen, ist das Übergewicht des anderen. Während der eine verhungert, platzt woanders ein anderer an Übergewicht. Während Experten weiter über Normalgewichte palavern, zeigt sich, dass politisch verordnete Diäten wie tödlich verlaufene Hellas-Kuren verlaufen. Die Wissenschaft verlangt immer nach einem zweiten Nachweis, um empirisch belegt als erfolgreich zu gelten. Ist Politik eigentlich eine Wissenschaft?

©Frank Meyer, Kolumne in den Lübecker Nachrichten

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