Vermurkster Jahresstart

9. Januar 2011 | Kategorie: RottMeyer

Grausig! Das Wetter ist erbärmlich, das Frühstücksei verseucht, sogar die Sonne versteckte sich tagsüber für einen kurzen Moment. Einen Quell der Unterhaltung bieten die Finanzmärkte.

Der DAX hüpfte wie ein Tennisball. Der Euro fiel brach sich ein Bein, obwohl er jetzt auch von China gestützt wird. Gold rutschte durch den  Deckenboden. War es das mit dem Gold? Wenn ja, müsste Papiergeld aufwerten. Rechnet man die Woche ab, ist außer Spesen wenig gewesen.

Doch was ist das? Die Inflation kommt. Nach offizieller Lesart stieg die Teuerung in der Eurozone um 2,2 Prozent. Seltsam. Vielleicht kaufe ja nur ich immer zu teuer ein? Sicher. Und das schon seit Jahren. Was sagen die Lehrbücher? Teuerung ist die Folge von zu viel Geld aus den Notenbanken. Erst treibt es die Preise für Aktien, Häuser und Rohstoffe nach oben. Dann klopft man sich an der Börse vor Freude auf die Schenkel, bevor es im wirklichen Leben da draußen teurer wird. Müsste man vielleicht die Leitzinsen anheben? Wo denken Sie hin! Dann kracht es wieder an den anderen Ecken und Kanten.

Bemerkenswert in dieser Woche waren die um 2,4 Prozent rückläufigen Einzelhandelsumsätze im November trotz überschäumender Konsumlaune. Und bemerkenswert sind auch die Prognosen der vielen Fachleute für den DAX. Sie erwarten ihn in diesem Jahr durchschnittlich zwölf Prozent höher bei 7.617 Punkten. Das Dumme daran ist, dass er sich auch in diesem Jahr nicht daran halten wird. Etwas irritiert, dass alle Experten optimistisch gestimmt sind. Mark Twain hatte Recht: Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

©Frank Meyer
(Kolumne aus den Lübecker Nachrichten)

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