Vermögensabgabe gegen Überschuldung

2. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

von Prof. Thorsten Polleit

Vermutlich ahnen viele Menschen, dass die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise noch längst nicht vorüber ist. Die Wirtschaftsdaten verbessern sich zwar. Aber handelt es sich dabei wirklich um einen „echten Aufschwung“? Oder ist es lediglich eine konjunkturelle „Scheinblüte“, die neues, womöglich noch größeres Ungemach mit sich bringen könnte?

Die Vorahnung ist vermutlich nicht unbegründet. Aufhorchen lassen sollte zumindest das Folgende: Es mehren sich die Vorschläge, die Staaten sollten eine „einmalige Vermögensabgabe“ erheben, um damit ihre Schulden abzubauen. Mit anderen Worten: Private Sparer sollen für überzogene Staatsschulden aufkommen. Das könnte für viele eine böse Überraschung werden.

Der Staat genießt bekanntlich großes Vertrauen. Die Bürger haben ihm nahezu alles anvertraut. Kaum mehr ein Bereich des Gesellschafts- und Wirtschaftslebens, in dem der Staat nicht seine Finger im Spiel hat. Ob Erziehung, Bildung und Weiterbildung, Energie, Transport, Gesundheit, Altersvorsorge sowie vor allem das Kredit- und Geldsystem: Überall lenkt der Staat. Die Bürger haben dem Staat vor allem auch ihre Lebensersparnisse anvertraut – und damit ihr künftiges Wohl und das ihrer Kinder in seine Hände gelegt. Viele Menschen investieren ihre Ersparnisse, wissentlich oder unwis-sentlich, in Staatsschuldpapiere. Und von denen produziert der Staat bekanntlich jede Menge, weil er chronisch mehr ausgibt aus als er einnimmt und die dabei entstehende Finanzierungslücke mit Schuldenaufnahme füllt.

Mit der Erwartung, seine Schuldpapiere seien sicher, leihen die Bürger dem Staat ihr Geld, vor allem auch, weil er ihnen die Zusage gibt, dass er es künftig einschließlich eines Zinses zurückzahlen wird. Für viele Sparer scheint das offensichtlich paradiesisch zu sein: eine Sicherheit, die sich auch noch verzinst! Doch spätestens seit dem Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise dämmert es nun doch dem einen oder anderen, dass er sich vielleicht in einer Scheinsicherheit gewogen hat.

II.

Viele Staaten und vor allem auch die unter ihren Fittichen gedeihenden Banken sind mittlerweile nämlich überschuldet. Viele von ihnen können das Geld, das sie sich geliehen haben, nicht mehr zurückzahlen. Um sie vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren, haben die Zentralbanken die Zinsen künstlich abgesenkt. Und zudem versorgen sie strauchelnde Staaten und Banken mit jeder gewünschten Geldmenge, damit alle Verpflichtungen termingerecht beglichen werden können. Doch das ist nur der erste Schritt der Politik, um die Überschuldungskrise zu „lösen“.

Der zweite Schritt zeichnet sich bereits ab. Zum Beispiel hat der Internationale Währungsfonds (IWF) jüngst eine Idee für den Euroraum ausgegeben1): Es soll eine (einmalige) Abgabe/Steuer auf das Finanzvermögen der Privaten erhoben werden, und die damit erzielten Erträge sollten es erlauben, die Schuldenstände der Staaten auf das Vorkrisenniveau zu senken. Auch die Deutsche Bundesbank scheint einer solchen Politikempfehlung zuzustimmen… (Seite 2)

 

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20 Kommentare auf "Vermögensabgabe gegen Überschuldung"

  1. samy sagt:

    Moin,

    etwas beruhigt mich an der Diskussion. Sie wird breit getreten. So eine Aktion muss möglichst schnell und möglichst lange im verborgenen geführt werden. Spätestens wenn die BILD berichtet …

    Oder ist das eine Art Dekadenz, die sich aus der weit fortgeschrittenen Ungleichverteilung des Vermögens nährt.

    Die, die zuviel haben, die jucken die 10% – 30% nicht mal. Oder Sie haben gar keine Ahnung mehr davon, wie hart ihre Vorfahren für das Familienvermögen schuften mussten. Oder sie machen sich keine Illussionen.

    Und die, die von H4 leben oder ihre Billiglöhne aufstocken, was soll die das kümmern?

    Ist schon komisch.

    • FDominicus sagt:

      @samy:“ Die, die zuviel haben, die jucken die 10% – 30% nicht mal. Oder Sie haben gar keine Ahnung mehr davon, wie hart ihre Vorfahren für das Familienvermögen schuften mussten. Oder sie machen sich keine Illussionen.“

      Ich bin doch sehr überrascht, daß Sie das so genau wissen. Was ist wenn Sie doch eine Ahnung haben sollten, macht es dann den Diebstahl besser. Es ist schon übel zu lesen, mit wieviel Ignoranz Sie sich über das Vermögen Andere her zu machen. Nun ich persönlich hoffe in diesem Fall, daß es Sie zuerst erwischt. Im Zweifel juckt es Sie ja nicht einmal….

      • samy sagt:

        Hallo Hausmeister,
        hallo Schankobleck,

        da ich meinen Kommentar nicht editieren kann bitte ich um komplette Löschung des Kommentars. Mein Ziel war ein Schlag auf die Gürtellinie des Kommentators, nicht darunter. Das ist mir wohl nicht gelungen, das tut es mir leid.

        Meine Aufforderung an den Kommentator F.D. mich nicht mehr zu kommentieren bleibt. Ich will es dann auch so halten. Seine Kommentare sind für mich oft haarsträubend, teils beleidigend. Das mögen Andere sicher anders beurteilen.

        Hoffe damit die Situation erklärt und entschärft zu haben

        VG

        Samy

        • FDominicus sagt:

          Oh ich habe verstanden, Ironie und Sarkasmus sind nicht gewünscht und schon gar keine direkten Fragen. Ok.

        • FDominicus sagt:

          Nun ich habe Ihren Wunsch vernommen, werde ihn aber nicht respektieren. Es steht Ihnen frei mich nicht zu kommentieren es steht Ihnen nicht frei mir vorzuschreiben Sie nicht mehr zu kommentieren. Die Auswahl der Einträge die hier gepostet werden stehen alleine den Hausherren zu. Es gibt auch für Sie kein Recht nicht kritisiert zu werden. Die Kritik an mir vom Hausherrn habe ich verstanden. Ich versuche mich daran zu halten nur hat der Hausherr auch festgestellt. Man mag nicht was ich schreibe und wie aber es ist „meine“ Sache, wie auch immer der Eintrag von schlancko ist bei mir verschwunden.

    • bluestar sagt:

      @samy
      „Etwas beruhigt mich an der Diskussion. Sie wird breit getreten“
      Das beruhigt mich nicht, denn es ist das gewohnte Aktionsmuster.
      Zuerst werden Ideen und Absichten von irgendwelchen „Experten“ unters Volk gestreut, natürlich mit der sofortigen Einschränkung der Herrschenden, das dies nur Theorie ist und nach Lage der Dinge in D nicht passiert.
      Dann wird die Reaktion abgewartet, erfolgt kein Aufschrei oder Widerstand kann man das Szenario in Ruhe erneut präsentieren und praxisnah vorbereiten.
      Nebenbei laufen wichtige Ablenkungsmanöver wie z.B.über den täglichen Kampf gegen das böse (vom Volk regulär gewählte ) Regime in der Ukraine. Natürlich ist bei uns alles gut, da darf man ungestraft Brandflaschen auf Polizisten werfen und Regierungsgebäude besetzen ohne dass die Staatsmacht mit Härte reagiert.
      Zypern, Zensus, IBAN, die Frage ist doch nicht mehr ob, sondern wann und in welcher Form eine Vermögensabgabe durchgeführt wird. Denkbar sind mehrere Szenarien und Stufen der Repression und Enteignung. Für mich ist auch klar, dass dabei der
      Rest des leistungserbringenden und steuerzahlenden Mittelstandes in Deutschland „alternativlos“ liquidiert wird. Danach gibt es nur noch die Superreichen 0,1% und Nichtvermögende, sowie den gefestigten Zuspruch für Mutti und ihre GroKo.

  2. cubus53 sagt:

    Unser Land ist nun neu geteilt, nicht mehr in Ost und West, sondern in Arm und Reich. Eine Zwangsabgabe der Armen in Höhe von vielleicht 10% zugunsten der Reichen – besser gesagt der Banken – ist sehr wahrscheinlich. Es wird nur die Armen treffen, denn die Reichen werden – ebenso wie im Falle Zyperns – von oben rechtzeitig gewarnt, um das Geld auf den undurchschaubaren Kapitalmärkten in Sicherheit zu bringen.
    Die Armen werden keine Chance haben, denn die Aktion wir übers Wochenende noch vor der Eröffnung der Börse in Tokio abgeschlossen sein. SEPA sei Dank, denn nun haben wir alle nochmal nichtsahnend die Richtigkeit unserer Kontendaten x-fach bestätigt.
    Ich sehe nur noch die Möglichkeit, sämtliches Geld von der Bank in Form von Bargeld abzuheben, denn Zinsen bringt das eh nicht mehr. Würden alle ihr Geld in Form von Scheinen auf einmal abheben wollen, würden wahrscheinlich die Banken geschlossen werden, denn das Geld auf unseren Konten ist bekanntlich nur eine virtuelle Zahl, die nicht einmal in Form von bedrucktem Toilettenpapier abgedeckt werden könnte.
    Aber gegen die Rettung über Bargeld oder Gold kann der Staat ebenfalls vorgehen, in Form eines Bargeld-oder Goldverbotes.
    In diesem Sinne wählen Sie doch weiter Frau Merkel, Herrn Schäuble, oder im Zuge der Europawahl Leute wie Herrn Junckers. Aber alle, die das eigentlich angeht, schauen lieber Dschungelcamp. Insofern fehlt mir das Mitleid.

  3. samy sagt:

    Überhaupt würde mich einmal interessieren, wie eine Welt nach einem z.B. 25%-Cut aussieht?

    Was geschieht in den Köpfen der Marktteilnehmer, was mit dem Zins? Vielleicht verstecken erst einmal alle teilweise ihr Vermögen, geben es in das Ausland, vergraben Cash und Gold im Garten. Die Zinsen würden explodieren. Franks Artikel „Staatsanleihen für Dummies“ oder das Bargeldverbot a la Larry Summers lassen grüßen. Den man muss schließlich die Kapital- und Vermögensbwegungen kontrollieren.

    Und natürlich würde so ein Cut im Staatsapparat erst einmal für Luft sorgen, aber er erzeugt keine Innovationen oder Geschäftideen. Wieso sollte Frankreich, Griechenland usw. plötzlich wettbewerbsfähiger werden? Wieso Länder wie China relativ zu der EU seine Wettbewerbsfähigkeit einbüssen? Wer sich keine Chancen am Markt ausrechnet, der wird das Risiko des Unternehmertums nicht eingehen. Wenn kein Kapital am Markt ist oder nur zu horrenden Zinsen raus geht, dann erhalten die Unternehmer kein Kredit. Also fahren die Staatsschulden wieder hoch, da keine Steuereinnahmen usw. usf..

    Damit die dann spätestens immer misstrauischer (dann steigende Zinsen und wiederum Schulden, Teufelskreis!) werdenen Vermögenden von einem erneuten Cut überrascht bleiben, müsste er noch schneller kommen und/oder o.g. Vermögenskontrollen bereits eingeführt sein.

    Ich sehe es schon kommen, wir werden noch einmal Marktprotektionismus erleben, also einen Wirtschaftskrieg der Volkswirtschaftsräume. Dann wird die Globalisierung zu Grabe getragen.

    VG

    • Michael sagt:

      Wie die Welt aussieht kann ich ihnen nicht sagen, aber wie meine Wohnung aussieht – wie der Apple Store:) in der Schatzhöhle auf der Isla de Muerta.

      Ein Enteignung der Sparer ist an sich der Staatsbankrott. Da braucht man nicht drum herum reden. So einfach ist die Welt.

      Ob der genehmigt/akzeptiert wird vom zentraler Stelle in den U.S. ist ein anderes Thema. Zumindest lt. Ann Barnhardt ist das gar nicht so einfach – aus einem Video in dem auch über die CDS Problematik wurde gesprochen. Collateral Damage Security.

      Stimmt mit rauswachsen ist nicht mehr viel. Für große Volkswirtschaften ist das schwerlich eine Option. Wenn Österreich anfängt die Weltmärkte mit Gütern zu überschwemmen fiele das nicht mal auf zu Beginn nicht auf. Wer kann noch Defizite fahren? Wenn Deutschland sich die eigenen Produkte selbst verkauft :).

  4. Samsara sagt:

    Man hätte die ganze Konkursverschlepperei sein lassen sollen. Der Schutz der Riesterrenten und der kleinen Sparkonten bis 100000 Euro wäre wesentlich billiger geworden. Island hat es uns vorgemacht, wie man mit so einer Krise richtig umgeht.

    So hat man die ganze Grossfinanz gerettet, die ja noch am ehesten verantwortlich für das ganze Schlamassel war, also die Banken der Wallstreet und die Londoner Banken. Jetzt ist es zu spät, die grossen Vermögen können sich einer solcher Vermögensabgabe wesentlich leichter entziehen als der Mittelstand.

    Und wie soll das überhaupt gehen. Ein mittlerer Beamter kommt am Ende seiner Berufszeit locker schon mal auf ein diskontiertes Vermögen von 500000 Euro und mehr allein auf Grund seiner Pension. So wie die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag sind, werden die kaum etwas beschliessen, dass diese Pensionen anknabbert. Dazu noch den Freibetrag für ein Haus, dann ist man schon mal bei einem Freibetrag von mindestens 1 Million Euro. Einem kleinen Handwerker, der sich den gleichen Betrag zusammengespart hat für seinen Lebensabend, kann man daher das Geld aus Gerechtigkeitsgründen kaum wegnehmen.

    Dazu kommen noch mannigfaltige Gründe, warum man einem Mittelstandsbetrieb nicht sein Kapital unter den Füßen wegziehen möchte. Was bleibt dann noch?

    Ein Miniabgabe, die kaum den ganzen Aufwand rechtfertigen kann.

    • samy sagt:

      Hallo,

      also aus Zypern kommen Sie schon einmal nicht, oder? 😉 🙂

    • FDominicus sagt:

      Ahnungslosigkeit schützt vor Enteignung nicht. Nehmen wir mal Ihre ominösen 100 000 €
      Wieviele Deutsche haben so viel auf dem Konto? Ich weiß es nicht, aber nehmen wir mal rein theoretisch 10 000 000, dann reden wir „mal eben “ über
      1 000 000 000 000, diese Zahl nennt sich Billion. Die offiziellen Schulden Deutschlands betragen etwas mehr als das Doppelte und der Haushalt beträgt ungefähr 350 000 000 000. Wir brauchen also nur „schlappe“ 3 Haushalte um diese „Garantie“ zu bezahlen.

      Es wird auch interessant zu erfahren, was wohl die Leute machen werden die mal eben um 10 – 30 % Ihres Eigentums beraubt werden. Ich schätze das gibt noch mal einen richtigen Investionspusch. Denn das ist ja einmal und wird ja „nie wieder passieren“.

      Ich werde Ihnen etwas sagen, das Jahr nach diesem Putsch wird der Staat mit weitaus geringen Steuereinnahmen rechnen dürfen, die Ansprüche werden aber bestehen bleiben. Ob es dann bei der „einmaligen“ Sache bleibt?

      Das darf bezweifelt werden. Und ja Sie haben recht man hätte die ganze Sache sein lassen können und genau dann hätten die Guthabeninhaber mal gerlernt was es heißt einer Bank Geld zu geben. Aber in erster Linie hätte es zunächst die EK-Geber dann die FK-Geber dann die Kontoinhaber und Angestellten erwischt und diese Betrugsbanken wären verschwunden. Vielleicht wäre es dann zur Neugründung von Banken im Besten sinn gekommen. Nämlich Banken die die Finger von den Guthaben der Kunden lassen und wenn diese dann Pleite gehen träfe es genau diejenigen die vorher von der Bank profitierten. Und Sie meinen dieser Betrug wird nicht irgendwann auffliegen und Sie glauben tatsächlich der Staat wäre in der Lage eine solche Garantie zu leisten?

      Haben Sie wirklich hier noch nicht mehr als 5 Einträge gelesen? Ich lege Ihnen wirklich nahe dem Bankhaus Rott & Meyer zu glauben und nach dessen Vorschlägen zu handeln. Wenn Sie nicht wollen in Ordnung, aber jammern Sie nicht wenn es Sie erwischt…..

  5. samy sagt:

    Ja, ja, ich weiss, es ist OFF-TOPIC, so es stört, bitte einfach wieder löschen …

    … aber ich kann sie nicht leiden, diese Moralapostel, dieses Wasser predigen und Rebensaft saufen.

    Laut Spiegel betreibt Frau Schwarzer gerade ihren Beitrag zur „Vermögensabgabe“.

    „http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/alice-schwarzer-beichtet-schweizer-steuergeheimnis-a-950622.html“

    Aber sie wird auch diesmal jede Kritik in Grund und Boden schreien.

    VG

  6. wolfswurt sagt:

    Die Tatsache, daß die Frage: Wessen Schulden werden bei wem mit der Vermögensabgabe beglichen, nicht gestellt wird, offenbart die Verwirrung und Orientierungslosigkeit.

    Wem zum nutzen?

  7. Samsara sagt:

    @FDominicus

    also auf 10.000.000 schätzen Sie die Zahl der Kontoinhaber, die hier in Deutschland mal so eben 100.000 Euro auf dem Konto haben. Da scheine ich mich ja völlig in den falschen Kreisen zu bewegen. Jeder achte (Kinder, Arbeitslose, etc. eingeschlossen) mit so viel Geld auf dem Konto, erstaunlich. Und die ominöse Billion, die Sie aus diesen Annahmen herbeirechnen, die haben wir doch eh schon längst verpulvert, in all den zahllosen Rettungspaketen.

    Interessanter erscheint mir die Frage von wolfswurt, denn schliesslich soll die Vermögensabgabe ja nicht im Nirvana, sondern bei irgendwelchen Gläubigern landen. Warum soll bei uns ein Wohlhabender einem anderen Wohlhabenden dessen Fehlspekulationen ausgleichen. Wollen wir wirklich jede Spekulation im Finanzwesen subventionieren, indem wir die Gewinne behalten lassen, und die Verluste sozialisieren? Bei Realinvestoren rettet ja auch niemand die Fehlinvestitionen, wieso sollen wir da gerade den Finanzsektor bevorzugen. Vielleicht ist ja manch einem der Finazsektor einfach noch zu klein (bei uns generiert der noch nicht 40% des BSPs wie in den USA oder in GB).

    Mir jedenfalls erscheint diese Art der Subvention mehr als absurd.

    • FDominicus sagt:

      Und wenn es nur einer wäre, wäre es völlig in Ordnung diesem sein Geld wegzunehmen? Und wenn es nicht wirklich ein paar Firmen gibt die auch noch etwas Geld auf den Konten haben, wäre ich doch sehr verwundert. Nur um die Zahlen in die richtige Perspektive zu bringen, die Geldvermögen der Deutschen werden auf 5 Billionen geschätzt. http://www.crp-infotec.de/01deu/finanzen/privat_vermoegen.html

      Was bei 80 Mio etwa 62500 € pro Einwohner ausmacht und das sollen nicht 1/8 auch mehr als 100 000 € auf dem Konto haben?

      Nehmen wir eine andere Zahl von der oben angeführten Seite
      „Das obere Drittel über ca. 80 % des Vermögens“

      Ein Drittel von 80 000 000 sind ungefähr 26,4 Mio. Ergo haben diese 26,4 Mio ganz grob gerechnet
      4000000000000 / 2640000000 etwas über 151 000 € auf dem Konto. Ich denke daher mit meinen Zahlen habe ich noch recht tief gestapelt.

      Wer behauptet der Staat könnte irgendetwas von den Guthaben garantieren, hat definitiv nur den Glauben auf seiner Seite…. Die Garantiesumme nur für das obere Drittel beträgt fantastische 2.64 Billionen. Es wär wirklich eine Erfahrung, was passierte, wenn wir mal eben unsere Schulden von jetzt auf gleich „verdoppeln“. Woher sonst sollen die Garantien kommen?

      Da dürfte es wohl eher wahrscheinlich sein, daß alles von den Guthabenhalten über 100 000 € einfach „einkassiert wird das wären auf einen Schlag nur für das obere Drittel
      ca 1.3 Billionen.

      Mag sein, daß ich mich hier und da mit der Rechnung vertan haben, nachrechnen können Sie aber auch und mir dann mitteilen wo ich so falsch liege..

      • Samsara sagt:

        Vermutlich liegen wir ja gar nicht so weit auseinander, ich bin auch dagegen, dass hier eine Umverteilung von einem Wohlhabendem zum nächsten stattfindet. Warum soll ein Wohlhabender, der seine Mittel in einen Betrieb gesteckt hat, und damit Arbeitsplätze und reale Produkte geschaffen hat, bluten für einen anderen Wohlhabenden, der sein Geld spekulativ für einen hohen Zins an andere verliehen hat. In Griechenland etwa waren deutsche Banken zu Beginn der Krise mit etwa 25 Mrd Euro engagiert. Heute garantieren wir, die Steuerzahler für ein Vielfaches dieser Summe für die Kredite an Griechenland. In Spanien ware es wohl etwa das zehnfache.

        Beim Gesamtvermögen liegen wohl etwa 60% der Haushalte unter 100000 Euro, aber das beinhaltet ja nicht nur Geldvermögen. Insgesamt beläuft sich das gesamte Geldvermögen bei uns etwa auf 5 Bill. Euro. Auf jeden Fall wären bei einem Konkurs etwa der Mehrzahl spanischer und portugiesiescher Banken natürlich sehr viele deutsche Banken und Versicherungen ebenfalls betroffen (natürlich vornedran die Landesbanken). Schliesslich kommen da noch Zweitrundeneffekte dazu, wenn etwa deshalb eine franz. Bank pleite geht. Das heisst aber natürlich noch lange nicht, dass es deswegen zu einem Totalausfall käme. Die Belastung des Steuerzahlers könnte sehr viel selektiver erfolgen als mit der bisherigen Vorgehensweise, wo einfach alle gerettet werden, also auch die großen Spieler an der Wallstreet. Man könnte zum Beispiel allen Riesterrenten einen Inflationsausgleich garantieren.

        Wie auch immer, die bisherige Rettungpolitik war ein totaler Fehlschlag. Das isländische Modell wäre sicher auch nicht einfach geworden, aber wenigstens wären damit Fehlentwicklungen korrigiert worden.

        • FDominicus sagt:

          „Wie auch immer, die bisherige Rettungpolitik war ein totaler Fehlschlag. Das isländische Modell wäre sicher auch nicht einfach geworden, aber wenigstens wären damit Fehlentwicklungen korrigiert worden.“

          Darüber können Sie hier (wenn Sie wollen etwas nachlesen)
          http://mises.org/document/6137/

          Ein Fakt was man m.E. nicht ausblenen sollte. Die Isländer haben mit einer Inflation von über 18 % bezahlt und dazu noch Kapitalverkehrskontrollen dazu durften Investoren Ihre Geld nicht aus Island abziehen, was unter anderem dazu führte, daß die Immobilienpreise noch etwas stärker anstiegen.

          Island ist kein „reiner“ Erfolg und speziell aus Sparersicht ein Desaster. Warum es in Ordnung ist Leute die innerhalb Ihre Grenzen leben zu benachteiligen gegenüber den Schuldnern leuchtet mir nicht ein.

          • Samsara sagt:

            so schlecht sieht es dort aber nicht aus, eine Arbeitslosenrate von 6,3% (2012):
            http://en.wikipedia.org/wiki/2008%E2%80%9311_Icelandic_financial_crisis

            Spanien würde sich die Finger abschlecken bei so einer Bilanz, immerhin hätte Island nach dem spanischen Modell eine Auslandsverschuldung von 1000% seines BSPs.

          • FDominicus sagt:

            „so schlecht sieht es dort aber nicht aus, eine Arbeitslosenrate von 6,3% (2012):“

            So schlecht sah es in der DDR nicht aus, eine Arbeitslosenrate von 0,0 % (1989). Danach würde sich Deutschland die Finger ablecken (offizielle Arbeitslosenquote 6,9% 2013)

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