Vermeiden Sie diese Aktie 2014!

18. Januar 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Weihnachten bekam mein jüngster Sohn Edward eine „Drohne“ als Geschenk. Innerhalb von Minuten flog die im Raum herum und nahm jeden ins Visier…

Es war so, als ob ich wieder in Vietnam war. Immer wenn ich die Rotorblätter hörte, duckte ich mich.

Wie genial, dachte ich. Ein technologischer Triumph der Miniaturisierung. Etwas nervig.

Aber Drohnen sind die Welle der Zukunft. Jeder sagt das. Bald wird man die nutzen können, um die eigenen Nachbarn auszuspionieren, so wie die NSA.

Vielleicht kann ich Drohnen beibringen, den Kühlschrank zu öffnen und ein kaltes Bier zu bringen, während ich den Super Bowl schaue. Oder vielleicht werden die Pakete von Amazon bringen.

Widersprüche und Paradoxien

Weihnachten ist vorbei. Das neue Jahr hat begonnen. So viele verrückte Dinge geschehen. Weihnachtspakete zukünftig per Drohnen gebracht? Sicher, warum nicht?

Ja, 2013 war ein Jahr für die Geschichtsbücher. Soviel passierte. Und nichts passierte. Es war ein großartiges Jahr – und auch ein miserables Jahr.

Es war ein Jahr der Widersprüche und Paradoxien.

Dinge, welche im Januar hätten passieren sollen, traten gar nicht ein. Dinge, welche gar nicht passieren sollte, passierten jeden Tag.

Es sollte eine Wirtschaftserholung geben. Aber Schlüsselindikatoren wie Inflation und Löhne sprechen dagegen. Die Inflation auf Konsumentenpreisebene ist da, wo sie war, als die Fed mit QE begann. Die Behörden schafften es, die Arbeitslosenquote nach unten zu zwingen, aber nur indem die Statistiken um Altlasten bereinigt wurden und eigentlich einstellbare Seelen „abgeschreckt“ wurden.

Währenddessen machte die Fed mit QE und Nullzinspolitik weiter. Und der Goldpreis fiel wie ein Stein, trotz des „lustigen Geldes“, welches Zentralbanken im Rekordtempo erschaffen haben.

Aber die Investoren nahmen lieber dieses neue Papiergeld und verkauften das Metall.

US-Aktien waren überteuert, als 2013 begann…und sie sind noch überteuerter gewesen, als das Jahr zu Ende ging. Und die Nachrichten wegen des Rückfahrens der Anleihenkäufe der Fed – da hätten die Aktienkurse fallen sollen, denn ein wirkliches Zurückfahren würde härtere Kreditkonditionen mit sich bringen.

Denn die Zinsen für die Schulden der Unternehmen – künstlich niedrig dank QE – würden dann steigen, was auf die Gewinnmargen drücken würde. Schuldenfinanzierte Aktienrückkauf-Programme würden dann auch zurückgehen, da die Kosten für Schulden steigen würden.

Aber die Investoren weigerten sich, zu glauben, dass die Fed Ernst macht mit dem Rückfahren der Anleihenkäufe. Und jedes Mal wenn sie schauten, da schüttete die Fed auch wirklich mehr Alkohol in die Bowle.

Der Fluss ohne Wiederkehr

Die Aktienkurse sind künstlich hochgetrieben. Und die Preise für US-Immobilien. Und die „oberen 1%“ sagen danke für all das Geld, welches sie ohne Gegenleistung erhalten haben. Kann jemand den Champagner rüber reichen?

Sehen Sie sich nur Amazon an!

Vor Jahren nannte ich das Unternehmen „River of no Returns“ – Fluss ohne Wiederkehr. Ich riet vor 10 Jahren dringend davon ab, diese Aktie zu kaufen. Wer meinen Rat befolgte, hegt seitdem wahrscheinlich einen Groll gegen mich.

Der Aktienkurs, der damals bei kaum 10 Dollar stand, steht heute beim 40fachen.

Und oh – die Aktie soll ein KGV von 1.426 haben. Das bedeutet, der Gewinn je Aktie würde bei 26 Cents liegen. Warum sollte jemand ein KGV von 1.426 zahlen für ein Unternehmen, welches ein ganzes Jahrzehnt Zeit hatte, sein Geschäftsmodell zu beweisen? Wir wissen, was das Unternehmen kann: 26 Cents je Aktie verdienen.

Bei einem KGV von 10 wäre ein vernünftiger Kurs: 2,60 Dollar je Aktie. Sie sehen, ich war sogar übermäßig bullish, als ich schrieb, der Kurs sollte „im Bereich 10 Dollar“ liegen.

Allerdings ist Jeff Bezos ein Visionär. Und seine jüngste Vision ist, Drohnen fliegen zu lassen. Die sollen keine Bomben bringen, sondern Pantoffeln… und Bücher!

Ja, Bezos plant eine Drohnenattacke, die das Pentagon klein aussehen lässt.

Ich denke nicht, dass das passieren wird. Wo wollen die denn die Pakete abgeben? Wie sollen Stromleitungen vermieden werden? Wie viele Unfälle gäbe es, bis die Anwälte reich wären und die Drohnen wieder aufgegeben würden? Würde es sich lohnen in Bezug auf die Transportkosten?

Natürlich kenne ich nicht die Antworten auf diese Fragen. Aber ich weiß, dass ein KGV von 1.426 sehr hoch ist. Ich gebe Ihnen den Rat, Geld zu erhalten, das Sie nicht verdient haben, als Sie meinem Rat in Bezug auf Amazon vor 10 Jahren gefolgt sind.

Hier ist eine zweite Chance… ein zweiter Biss in den Apfel… zu Jahresbeginn: Verkaufen Sie Amazon!


Quelle: Kapitalschutz Akte
Dinge, die eintreten werden… (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Vermeiden Sie diese Aktie 2014!"

  1. bluestar sagt:

    Da sage noch mal einer, die Welt hätte keine bahnbrechenden, das Leben der Menschheit verändernden Visionen mehr !
    Grandios, Pakete mit Drohnen direkt bis vor die Haustür. Keine lästigen Menschen mehr, die die bestellte Ware zuliefern. Wenn das kein Fortschritt ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Ich sollte mir die Aktie von Amazon kaufen, auch wenn das KGV bei
    1500 steht. Diese ganzen langweiligen Bewertungsmethoden sind doch alle sowieso von gestern. Man muss nach vorne schauen, und da geht es ganz klar steil aufwärts mit
    nie dagewesenen unbegrenzten Potenzialen. Wenn die neuen I-Phones mit Drohne angeliefert werden, dann springt die Masse auf den Tisch vor Jubel und die Aktie von Amazon durch die Decke.
    Schade nur, dass die NSA nicht an der Börse ist, deren Aktien hätten noch mehr Phantasie aus Visionen.

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