Verkaufen Sie Aktien – Kaufen Sie Gold

26. September 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die Märkte schienen an den Tagen vor der US-Zinsentscheidung wie eingefroren zu sein. Wie ein Baum, der nach dem Herbst auf einen steifen Wind und einen kalten Frost wartet. Die US-Notenbank machte diese Woche ja ihre Wettervorhersage.

Bloomberg berichtet, dass nur zwei der 23 Fed „primary dealers“, also der Banken, die Anleihen direkt von der Regierung kaufen, eine Zinserhöhung erwarteten. Die Mehrheit lag also richtig.

„Tall Paul“

Natürlich ist grundsätzlich immer alles möglich. Aber die Fed-Position ist klar. So oder so, sie kann sich ihren Zinsererhöhungszyklus abschminken. Angesichts eines bevorstehenden unvermeidlichen Ausverkaufs an der Wall Street und einer gleichzeitigen Rezession der Main Street. Die Tage des ehemaligen Fed-Chef „Tall Paul“ Volcker sind vorbei.

Damals, als Volcker im Jahr 1979 die Fed übernahm, konnte die Wirtschaft noch einen harten Frost überleben. Das neue reine auf Schulden basierende Geld hatte noch nicht so viel Unheil angerichtet.

1980, im ersten Jahr von Volcker als FED-Chef, lag die US-Staatsverschuldung noch bei unter einer Billion Dollar. Jetzt liegt sie bei mehr als 19 Billionen Dollar. Wenn Sie damals ein Haus kaufen wollten, mussten sie mehr als 12 Prozent Zinsen für die Hypothek zahlen. Und der Aktienmarkt war in den letzten 14 Jahren stetig nach unten gedriftet – die Bewertungsniveaus brachen auf das Niveau der 1930er-Jahre ein.

Und die Verbraucherpreise stiegen um fast 14 Prozent; Volcker musste also damals etwas dagegen tun. Im Gegensatz zur aktuellen Fed-Chefin Janet Yellen kündigte er kein Zinserhöhungsprogramm mit marginalen Schritten an, was am Ende ja dann doch nicht umgesetzt und eingehalten wird. Stattdessen erhöhte er den kurzfristigen Zinssatz von 11% auf einen Höchststand von 20% im Juni 1981.

Monetärer Winter

Ein Frost? Volcker löste einen regelrechten Schneesturm aus.

Und die Politiker verlangten seine Demission.

Eine Gruppe angesehener Ökonomen verlangte, dass er aus dem Amt entfernt werde. Ein Bildnis von ihm auf den Stufen des Kapitols verbrannt.

Aber Volcker hielt an seinem Programm fest. Und es funktionierte. Zwei Jahre später sank die Verbraucherpreisinflation auf nur noch drei Prozent pro Jahr. Volcker konnte die Zinsen senken. Die Wirtschaft boomte.

Heute ist niemand besorgt über die Inflation. US-Aktien befinden sich in der Nähe ihrer Allzeithochs. Und Hypothekenzinsen sind auf Allzeittiefs. Der Leitzins, der Leitzins für Hypothekendarlehen, liegt bei nur noch auf 3,5%, und hat einen langen Weg nach unten von seinem Höchststand bei 21,5% im Jahr 1981 hinter sich.

Heut können weder Anleger, Haushalte, Banken, Feds, noch die amerikanischen Unternehmen einen äußerst milden monetären Winter überleben. Natürlich ändert sich das Wetter, ohne dass jemand das vorhersagt. Und letztlich tun dies auch Märkte.

Im Jahr 1980, zum Beispiel, waren die Aktienkurse so billig, dass Sie alle Aktien des Dow mit einer Unze Gold kaufen konnten. Heute sind die Aktienkurse so hoch, dass sie 14 Unzen Gold benötigen würden, um alle Dow-Aktien zu kaufen.

Einfaches Modell

Wir haben einmal ein einfaches Handelsmodell in den Raum gestellt… Wenn der Dow weniger als 5 Unzen Gold wert ist, kaufen Sie Aktien und verkaufen Gold. Wenn der Dow mehr als 10 Unzen Gold wert ist, verkaufen Sie Aktien und kaufen Sie Gold.

Gold ist echtes Geld. Es ist wahrer Reichtum. Die Menge an Gold steigt; aber in etwa nur so schnell wie die Menge der Waren und Dienstleistungen, die sie kaufen können.

Aktien repräsentieren auch wahren Reichtum. Es ist sinnvoll, zumindest für uns, dass es eine mehr oder weniger vorhersagbare Beziehung zwischen echtem Geld und den Unternehmen, die wahren Reichtum produzieren, gibt. Nämlich das Dow-Gold-Ratio.

Was sollten Sie jetzt tun? Verkaufen Sie Aktien. Kaufen Sie Gold. Und suchen Sie bitte unbedingt in Ihrem Schrank nach Handschuhen. Es könnte sehr, sehr frostig werden – zumindest an den Märkten…

Sind Sie auf die Rezession 2017 vorbereitet?
von Bill Bonner

Heute kehren wir hier im Tagebuch in die Welt des Geldes zurück. Die Märkte sind aus ihren Sommerschlaf aufgewacht. Wir müssen jetzt sehr wachsam sein und genau hinsehen. Hier ein kurzer Blick auf die aktuelle Lage:

Die US-Wirtschaft wächst weiter. Aber kaum noch. Und das Muster ist klar. Statt stärker zu wachsen, schwächt sich die Wirtschaft weiter ab … mit geringerem BIP-Wachstum von Quartal zu Quartal. Der „Sollwert“ für das BIP-Wachstum liegt jetzt bei 2,4%. Das ist die niedrigste Rate – abgesehen von Rezessionzeiten -, die seit dem Zweiten Weltkrieg gemessen wurde.

Sind die USA bereits in einer Rezession?

Um das „echte“ BIP-Wachstum zu ermitteln, müssen Sie noch die Inflation (den BIP-Deflator) subtrahieren. Offiziellen Angaben zufolge liegt die Inflation bei 2,2 Prozent. Ohne Nahrungsmittel und Energie. Wenn diese Zahlen richtig wären, würde die US-Wirtschaft aktuell schon stagnieren. Tot – wie ein Fisch – im Wasser liegen. Höchstwahrscheinlich wird die offizielle Inflation unterschätzt und untertrieben tief ausgewiesen.

David Stockman, der Budgetberater von Präsident Reagan, hat insofern nachgerechnet und einen großen Teil des statistischen Hokuspokus der Feds aus seiner Berechnung eliminiert.

Seine realistischeren Zahlen weisen die reale Rate der Preiserhöhungen aus, unter denen die Amerikaner leiden. Leider leiden müssen. Er bezeichnet den Verbraucherpreisindex als „Flyover CPI“. Und dieser dürfte mit Blick auf den Durchschnitt des letzten Jahrhunderts so in etwa bei 3,3% liegen.

Mit Hilfe dieser Zahl können wir sehr schön sehen, dass die Realwirtschaft bereits jetzt in einer Rezession steckt. Und zwar mit einer Wachstumsrate von Minus 0,9%. Höchstwahrscheinlich wird sich der Abwärtstrend beim „output“ fortsetzen und verschärfen. Wenn dem der Fall ist, werden die Verantwortlichen schon vor Jahresende 2017 auch offiziell eine Rezession verkünden.

Und höchstwahrscheinlich wird es früher oder später auch am Aktienmarkt zu einem plötzlichen Ausverkauf kommen, wenn der Mythos der „Erholung“ endlich zu Grabe getragen wird. Dies wird zu mehr Intervention führen; „Drohnengeld“ wird von den Feds bereitgestellt werden und letztlich werden noch höhere Raten der Verbraucherpreisinflation die Folge sein.

Inflationsgefahr

Aber warten Sie … Inflation schleicht sich bereits jetzt in die gesamte Kapitalstruktur ein. Anleihen, zum Beispiel, hängen schon jetzt von niedrigen Inflationsraten der Konsumentenpreise ab… soweit das Auge sehen kann. Hintergrund ist schlicht, dass bei einem Zinsanstieg die Anleihekurse fallen, wenn die Zinsen steigen. Und die Zinsen steigen zusammen mit der Inflation.

Beim derzeit historisch einmalig tiefen Zins würde sogar ein kleiner Zinsanstieg die Anleihenbesitzer verprügeln.

Deshalb schauen die Investoren so aufmerksam auf die Hinweise und Anmerkungen der Fed. Sie wissen, dass die heutigen aufgeblasenen Bond-Preise von den niedrigsten Zinsen seit 5.000 Jahren abhängen.

Wenn die wahre Verbraucherpreisinflationsrate – wie von Herrn Stockman berechnet – also bei 3,3 Prozent liegt, und Sie haben Ihr Geld in 10-jährigen US-Staatsanleihen mit einer Rendite von 1,5 Prozent angelegt, verlieren Sie jährlich 1,8 Prozent an Kaufkraft. Jahr für Jahr. Und wenn Sie Ihr Geld in Aktien mit einer 2% Dividendenrendite veranlagt haben, verlieren Sie 1,3% pro Jahr an Kaufkraft.

Geiseln der FED

Bei den heutigen Marktbedingungen ist es nahezu unausweichlich, dass man in fast allen Vermögensklassen unter dem Strich Geld verliert. Lassen Sie die Verbraucherpreisinflation nur ein wenig nach oben gehen und Sie werden eine Massenflucht aus dem Aktien- und Anleihenmarkt erleben. Diese Flucht hat vielleicht bereits begonnen. Seit Mitte Juli pendeln US-Aktien ohne klaren Trend wild auf und ab.

Aber schauen Sie genau hin, was am Bond-Markt passiert ist. Ambrose Evans Pritchard schreibt im Telegraph:

„Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen – die Benchmark für die internationalen Rentenmärkte sind – kletterte jüngst um 19 Basispunkte auf 1,7 Prozent.“

Die Gesamtsumme an globalen Staatsschulden, deren Rendite unter Null Prozent liegt, ist von 13 Billionen auf 8,3 Billionen Dollar gesunken. Parallel hatte dies auch Auswirkungen auf den Markt für Unternehmensanleihen.

Investoren, Unternehmen und Haushalte werden und sind wieder mehr Geisel ihrer horrenden Schulden. Ihre Schulden sind Geisel der Zinsen. Die Zinsen sind wiederum Geisel der Inflation. Und die Fed ist Geisel ihres eigenen Mythos: dass sie eine Marktwirtschaft überwachen und verbessern kann.

Die Fed kann neues Geld drucken, um damit Aktien und Anleihen zu kaufen. Die Fed kann damit die Vermögenspreise nach oben treiben. Aber je mehr Geld sie schafft, desto näher kommt der Tag, an dem auch die Verbraucherpreise steigen. Dann wird der ganze Laden in die Luft fliegen!!!
Quelle: Kapitalschutz Akte
Verkaufen Sie Aktien – Kaufen Sie Gold (von Bill Bonner)
Sind Sie auf die Rezession 2017 vorbereitet? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Verkaufen Sie Aktien – Kaufen Sie Gold"

  1. Derivare sagt:

    Könntet ihr mal einen Artikel schreiben mit Tipps, wo man am besten physisches Gold kaufen kann? Ich meine, bei der Bank braucht man nicht hingehen, da dort die Preise viel zu hoch sind, sodass es sich kaum lohnt.

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