Veggie-Tage für den DAX?! Wie die bevorstehende Wahl deutsche Anleger verunsichert

8. August 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

vom Smart Investor

Wettbewerb der Volkserzieher… In knapp sieben Wochen ist es soweit – bei der Bundestagswahl am 22.9. ist der „Teilsouverän“ aufgerufen ein wenig Demokratie zu spielen. Wenn man sich die Vorschläge einiger Politiker ansieht, dann kommen einem jedoch Zweifel, ob hier wirklich Abgeordnete zur Wahl stehen, oder ob die Insassen der „24/7-Kita“ namens Bundesrepublik Deutschland lediglich ihre Lieblings-Erzieherinnen küren sollen…

Zumindest scheint das letzte Bisschen an Gestaltungs- und Vertragsfreiheit einer Spitzen-Grünen wie Renate Künast schlaflose Nächte zu bereiten. „Veggie-Day“ heißt das Stichwort und die Frau treibt die Sorge um, ob der Staat den „mündigen Bürger“ bei der Auswahl seiner Mahlzeiten wirklich alleine lassen darf? Richtig ist: Der deutsche Fleischkonsum ist hoch, manche Nutztiere vegetieren unter schändlichen Bedingungen und gegen gesunde Ernährung kann man kaum Vernünftiges einwenden.

Interessanterweise sind auch genau das die Themen, über die in der Presse nach der „Veggie-Day“-Forderung diskutiert wird.

Sehr viel weniger wird dagegen über das Grundsätzliche gesprochen: Die Anmaßung von Volksvertretern, die bis auf die Teller der Bürger durchregieren wollen. Denn es geht nicht etwa um eine freundliche Empfehlung eines Gesundheitspolitikers, nein, es geht darum, dass Kantinen einmal pro Woche nur Fleischloses anbieten dürfen(!) sollten. Das ist Zwang. Es ist Ausdruck jener abstoßend autoritären Denke, die sich nicht nur unter den Zeitgeist-Jakobinerinnen vom Zuschnitt einer Frau Künast breitgemacht hat.

Der liberale Blogger Armin Willburger brachte diese Tendenzen im Kurznachrichtendienst Twitter auf den Punkt: „Kantine ohne Fleisch ist wie Künast ohne ü.“ (Wahl-)Freiheit verliert sich bekanntlich in kleinen Dosen: In der Kantine etwa, oder in der Bahn, für die der grüne Nachwuchs jetzt die Abschaffung der „1. Klasse“ gefordert hat. Inakzeptabel sei es, dass sich nur „exklusive Leute exklusive Angebote“ leisten könnten. Ein „Argument“ das sich mühelos auch gegen Fahrzeug, Unterkunft und Klobürste in Stellung bringen lässt.

Und was eigentlich sind „exklusive Leute“?! Mehr als nur schemenhaft zeichnet sich das „Ideal“ des neuen grünen Einheitsmenschen ab – sozial gerecht, klimafreundlich und bis zum Toilettengang bevormundet. Dabei ist der fleischlose Tag ohnehin keine grüne Erfindung, sondern ein Plagiat der traditionellen Fastenordnung der katholischen Kirche – also ausgerechnet jener konkurrierenden Glaubensgemeinschaft mit der man – abgesehen vom autoritären Gehabe und dem Interesse an Kindern – nur wenige Gemeinsamkeiten zu haben vorgibt…

Zu den Märkten

Auch ohne Veggie-Day gibt es durchaus Hinweise, dass beim DAX jetzt erst einmal Schmalhans Küchenmeister sein wird. Zu nahe rückt die Bundestagswahl und der marktfeindliche Drall, den viele Themen und Diskussionen aufweisen, ist unübersehbar. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass viele deutsche Unternehmen nicht nur Spitzentechnologie erzeugen, sondern diese auch fast zwangsläufig im oberen, dem geschmähten „exklusiven“ Preissegment anbieten.

Der Fahrzeugbau etwa ist ein solcher Standpfeiler der deutschen Wirtschaft. Wie in keinem zweiten Land besetzen die Deutschen die Segmente der automobilen Ober- und gehobenen Mittelklasse. Nicht nur die Tendenzen zur Gleichmacherei (s.o.), auch die ständig verschärften gesetzlichen Vorgaben zielen direkt auf derartige Luxusprodukte. Dass unter dem hochfliegenden Ziel des „Klimaschutzes“ auch knallharte Industriepolitik betrieben wird, will man hierzulande eher nicht wahrhaben

Deutschland hat es zudem – im Gegensatz zum EU-Partner Frankreich und den meisten anderen Ländern – schlicht verlernt, sich auch für die Belange der eigenen Industrie stark zu machen. Wie berichtet, war es im Wesentlichen der Absatz in den Emerging Markets, der die Bilanzen der heimischen Autobauer diesmal noch versüßte. Angesichts der auch dort deutlicher werdenden Wachstumssorgen wird das aber vermutlich nicht lange so bleiben… (Seite 2)

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2 Kommentare auf "Veggie-Tage für den DAX?! Wie die bevorstehende Wahl deutsche Anleger verunsichert"

  1. JayJay sagt:

    Frei nach Honecker, den Aufbau des Sozialismus in Deutschland bzw. der EU, halten in ihrem Lauf weder Ochs, noch Esel auf.

    Seid bereit, immer bereit. 😉

    Gold & Silber Ahoi

  2. Gandalf sagt:

    +1

    Die BRD ist von der DDR übernommen worden und nicht umgekehrt.

    Die Vorgaben lauten:

    100% staatliches Schulsystem
    100% staatliches Doping
    90% staatliche Rente
    90% staatlich organisiertes Gesundheitssystem
    200% staatlich delegiertes Geldsystem (100% fiat + 100% Zwang)

    100% weis der Staast besser als ich, was mir gut tut (und die „Grünen 150%ig)

    Der Sozialismus hat gesiegt, während manche immer noch glauben, dass das alles freie Marktwirtschaft und Kapitalismus sei, – so lange die Quote in allen Bereichen nicht bei 100% und alles in Trümmern liegt.

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