USA: Vor dem Offenbarungseid?

2. August 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Mack & Weise

Die Aktienmärkte führten auch im Juli ihr insbesondere liquiditätsgetriebenes Eigenleben weiter fort; ließen sie sich doch weder von den an Dramatik gewinnenden staatlichen Schuldenkrisen beiderseits des Atlantiks, noch von den sich mittlerweile eintrübenden Aussichten für die Weltwirtschaft beeindrucken…

Trotz der vom US-Finanzministerium für den 02. August avisierten „technischen Zahlungsunfähigkeit“ der USA und dem darauf nur zwei Tage später folgenden „D“-Day für US-Treasuries (Ankündigung Standard & Poor´s) reagierten die US-Börsen ungeachtet der wahltaktischen Manöver im US-Kongress um die 94. Ausweitung der Schuldenobergrenze seit ihrer Einführung im Jahre 1917 eher gelassen – weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Dass sich die USA nach der Lehman Brothers-Erfahrung nun selbst fallen lassen würden, erwartet offenbar keiner, aber … nichts ist unmöglich!

Während die USA indessen nicht nur zur Verhinderung des Zahlungsausfalls, sondern auch zum Erhalt des triple A-Ratings, vehement von den Ratingagenturen oder dem IWF aufgefordert werden ihre Verschuldung wie auch immer weiter auszudehnen (!) und selbige dabei Sparvorschläge bejubeln, die sich lediglich darauf beschränken, etwas weniger vom dem Geld, was man nicht hat, auszugeben, muss in Europa zum Erreichen des gleichen Ziels auf Druck derselben Protagonisten und eines im Rahmen der Möglichkeiten funktionierenden Kreditmarktes … kräftig gespart werden!


Glaubten die Politiker noch im Mai letzten Jahres mit der 110-Mrd.-Euro-Kreditvergabe an eine erfolgreiche Verschleppung des griechischen Solvenzproblems bis zum Inkrafttreten des Dauerrettungsschirms ESM im Jahr 2013, holte sie nun früher als geplant erneut die Realität des Bankrotts … fast ein. Da der Markt in Bezug auf die Solvenz der PIIGS ihrer Meinung nach irrational reagiert, die Urteile der drei großen Ratingagenturen an „Terrorismus“ erinnern (Luis Mira Amaral, früherer Industrieminister Portugals) und diese sowieso schon bald (ab Mitte 2012?) durch eine von der Politik unterstützten und von der heimischen Finanzindustrie „gesponsorten“ – vollkommen objektiven – europäischen Ratingagentur Interessen wahrend selbst viel besser getroffen werden könnten, entschieden die Gipfelteilnehmer von Brüssel, dass Griechenland ein „letztes Paket“ (Jean-Claude Juncker) vom europäischen Steuerzahler zur Vollendung der Haftungs- und Transferunion erhalten muss…. (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "USA: Vor dem Offenbarungseid?"

  1. wolfswurt sagt:

    Interessant wird der Moment an dem die letzten „freien Markt“-Gläubigen erkennen, daß es sich um die Schablone des „Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe“(RGW) handelt.

    Diese Institution des ehemaligen Ostblocks brachte ein Resultat zustande: den Niedergang der Realwirtschaft.

    Selbiges ist seit Jahren im Westen zu beobachten.

    Man sollte sich langsam darauf einstellen…

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