USA: Die Fassade bröckelt

27. Juni 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Ben Bernankes Hubschrauber hat irgendwo einen Kolbenfresser. Er steht schon wieder am Boden. Seine Rotorblätter drehen sich nur langsam weiter. Irgendwo fließt Benzin aus und verursacht anderweitige Schäden…

Es sieht danach aus, als bräuchte der Chef der US-Notenbank einen Ratschlag. Wer soll ihm den geben? Ich weiß nicht, ob Bill Bonner noch für ihn erreichbar ist. Sein rotes Telefon stand in den letzten Jahren bereit. Geklingelt hat es, soweit man erfahren konnte, allerdings nicht.

Ich warte immer noch darauf, dass jemand auf meiner Hotline“ anruft. Sie erinnern sich vielleicht, liebe Leser, dass ich bereit bin, den Zentralbankern kostenlos meine Ratschläge zur Verfügung zu stellen… jederzeit, ob tags oder nachts. Ohne Gebühren. Aber bislang blieb das Telefon still, ich gehe davon aus, dass es sich bei demjenigen, der nicht angerufen hat, um Ben Bernanke handelt. (Quelle: Kapitalschutz-Akte von 2008)

Bernanke hatte wenig Glück, der mächtigste Notenbankchef der Welt und sich auf seine Bücher verlassen, die er selbst geschrieben hat. Und jetzt kommt auch noch Pech hinzu. Offiziell liegt die US-Arbeitslosenquote bei 9,1 Prozent. Nach früheren, wissenschaftlich bestätigten und gängigen Berechnungsmethoden aus den 80ern, dürfte sie eher bei 22 Prozent stehen, berichtet John Williams von Shadow Stats.

140 Millionen US-Bürger gehen derzeit einer Arbeit nach. In den letzten beiden Jahren wurden acht Millionen Jobs gestrichen. 85,6 Millionen US-Bürger stehen dem Arbeitsmarkt nach letzten Berechnungen „nicht zur Verfügung“, heißt es im Arbeitsmarktbericht. Was machen sie? Keine Ahnung. Von den 310 Millionen US-Amerikanern bekommen inzwischen 44,6 Millionen Lebensmittelmarken, was einer Quote von 14,3 Prozent entspricht. Diese vielen Leute im und auch außerhalb des Arbeitsmarktes werden vermutlich keine neuen Autos kaufen, auch keine grünen…

„Die Fortschritte sind frustrierend langsam“

sagt Bernanke nach der letzten FED-Zinsentscheidung, einem Ritual, wo es derzeit nichts zu entscheiden gibt, außer die Geschwindigkeit von Ben`s Rotorblättern am Hubschrauber. Und dann reduzierte er die US-Wachstumsprognose in diesem Jahr auf 2,7 bis 2,9 Prozent. Seltsam… Zieht man davon die Gewinne der Finanzindustrie und Unternehmen ab, die ihre Produkte aus Kostengründen im Ausland produzieren, dürfte die reale Wirtschaftsprognose irgendwo zwischen Rezession und Depression angesiedelt sein… (Seite 2)

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