USA: Abgründe im Arbeitsmarkt

9. August 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Der Dow Jones steht jetzt 1.000 Punkte unter seinem Hoch. Der S&P 500 hat seine Gewinne des Jahres fast komplett eingebüßt. Nur noch wenige Aktien stützen den US-Aktienmarkt. Kommt jetzt auch noch die Zinswende?

Die Zentralbank hält seit nunmehr neun Jahren die Leitzinsen bei „nahe Null“ – auch um den Arbeitsmarkt zu stützen. Was für ein Erfolg! Seitdem haben 20 Millionen Amerikaner diesen Arbeitsmarkt verlassen bzw. sie wurden einfach aus der Statistik gelöscht.

Im Juli wurde 215.000 neue Jobs geschaffen. Wie schon in den letzten vielen Monaten werden die neuen Jobs meist schlecht bezahlt, dass sich rund 45 Millionen Amerikaner mit Lebensmittel – und überzogenen Kreditkarten über Wasser halten. Oder sie werden Student, ausgestattet mit einem üppigen Studentenkredit, den man zwar später nicht zurückzahlen kann, sich damit aber ein paar Jahre durchschlagen kann. Die Summe der Studentenkredite hat die 1-Billion-US-Dollar-Marke längst überschritten. Subprime sozusagen. 

Nach den neuen Zahlen aus dem Hause von Harry Potter standen dem Arbeitsmarkt im Juli 93,8 Millionen Leute „nicht zur Verfügung“. Wir wissen nicht was sie den lieben langen Tag tun, aber das spielt auch keine Rolle. Aus diesem Grund stagniert die offizielle Arbeitslosenquote bei heuchlerischen 5,3 Prozent.

Wer noch tiefer in der statistischen Mülltonne wühlt, entdeckt einen Aufschwung à la Pippi Langstrumpf mit einer Qualität, die sich für die Ablage im Mülleimer qualifiziert. Diese Zahlen sind Grundlage der FED für ihre Entscheidungen.

Die Zentralbanker glauben seit vielen Monaten, die Zinsen anheben zu müssen. Nur zu! Ihre Vertreter springen damit vor den Mikrofonen herum wie C-Promis aus Seifenopern der Hollywood-Filmstudios. Im September soll es passieren mit der Zinswende. Oder im Dezember. Oder gar nicht. Zumindest haben die Null-Zinsen die Aktien – Anleihe- und Immobilienmärkte aufgepumpt, kaum aber die Geldbörse von Jo Sixpack. Die Reichen wurden reicher und die Ärmeren ärmer. Die Zinsdiskussion verfolgt uns noch sehr lange in der absoluten Gewissheit, dass jede Blase am Finanzmarkt irgendwann mal ihre Nadel findet. Vielleicht bald schon. © Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

 

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11 Kommentare auf "USA: Abgründe im Arbeitsmarkt"

  1. böses Schaf sagt:

    Rente weg, Sozialleistungen demnächst gleich 0,00, Überflutung mit Sozialforderern etc.
    Gleich wie ich das drehe oder wende – es kommt dabei 0,00 heraus. Sämtliche Staaten dieser Welt sind hoffnungslos überschuldet!
    Und das den DowJ nur noch wenige, hoffnungslos überkaufte Werte (dementsprechend völlig irreal bewertete) am Leben halten?
    Sieht doch überall auf diesem Planeten nicht anders aus.
    Jeder, der noch halbwegs bei Verstand ist, sollte zwischenzeitlich wissen, dass dieses System (weltweit) fertig ist.
    Rette sich wer kann und glaube diesen Auswüchsen der inzwischen üblichen Propaganda aus MainstreamMedien (eh gekauft) und den sog. Insidern, die letztlich auch nur eines wollen, dein Geld, kein Wort mehr.

    Es ist Zeit, Verantwortung für sich selbst und seine Lieben zu übernehmen. Kein Staat oder keine Regierung dieser Welt wird das für den Einzelnen zukünftig noch tun können.

  2. .45 sagt:

    Tja, wer sich nicht vorbereitet hat ist selber schuld. Die Zeichen stehen schon lange auf „hilf dir selbst dann hilft dir??“. Wir sind bereit, bist du es auch?

    • böses Schaf sagt:

      wer – von der Masse dieser sog. demokratisch verwalteten Länder, kann das denn überaupt noch?
      Vorbereiten auf was? Wenn den übewiegend auf soziale Leistungen Abhängigen?

      Es nutzt nichts.!

      Jeder Mensch, ob Kind oder Greis, wird sich damit zurecht finden müssen!!! Es wird keine Sozialleistungen mehr geben… ,da nicht mehr bezahlbar – und wenn schon, dann fällt fast jeder durch dieses Gitter.

      Kauft, wenn ihr das überhaupt könnt, etwas, was in Jahrtausenden nie an innerem Wert verloren hat. Kauft Silber – und wenn möglich – Gold.

  3. .45 sagt:

    …ach ja, bevor ich es vergesse: die Kommentare von Frank Meyer sind genial…hast du einen Ghostwriter oder entspringt dir das einfach so aus der Feder? Chapeau 🙂

    • Frank Meyer sagt:

      Danke!
      Ach, ein Ghostwriter wäre schön.
      Neee, ist alles am eigenen Schreibtisch entstanden 🙂
      Viele Grüße

      • .45 sagt:

        Wow, dann ist Dir mein Neid (bezüglich Deines genialen Schreibstiles) sicher:).
        Auf das noch viele bissige Komentare zur Lage der chaotischen USA „Regierung“ und deren Bücklingsvasallenstaaten aus Deiner Feder zu lesen sind. Grüße aus Kölle und bleib gesund.

    • Entlebucher sagt:

      Einen Ghostwriter braucht Herr Meyer in Gernsheim nicht.

      Da fließt noch der Geist von Peter Schöffer *1425 zu Gernsheim,
      einem der ersten Buchhändler und Verleger und Mitarbeiter Gutenbergs
      durch den Wasserhahn.

      Es könnte natürlich auch am Schöfferhofer liegen, aber da bin ich mir nicht ganz so sicher…

  4. Hinterfrager sagt:

    Einmal mehr absolut genial, wie übrigens auch dieser jüngst erschienene Artikel:
    http://www.rottmeyer.de/irrsinn-inzwischen-voellig-normal
    Ach ja, das Ende des Sabbath-Jahres steht bevor. Und alles, was drum herum passiert, spielt sich selbstverständlich nur im Dunstkreis allerbööösester Verschwörungstheorien ab…
    http://www.rottmeyer.de/das-sabbatjahr-201415
    …und Näheres abseits jeglichen Mainstreams hierzu wird auch in diesem Clip zwischen Minute 7 und 25 ausgeführt:
    https://www.youtube.com/watch?v=rkELgi6EkNo&feature=youtu.be

  5. Argonautiker sagt:

    Nun das anheben der Zinsen wird man sich aufsparen für den Moment, wenn man es eskalieren lassen will. Ob man das nun durch die Herabsetzung der Kreditwürdigkeit bei Staaten macht, oder eventuell größer angelegt, mittels der Anhebung der Leitzinsen tut, das Ergebnis ist das Gleiche. Eskalieren lassen will man es immer dann, wenn Regierungen oder das Volk, oder sogar mal Beide zusammen, Wege gehen wollen, die nicht genehm sind. Solange wir spuren wird man nichts dergleichen tun.

    So unangenehm das auch ist, je mehr Aufklärung stattfindet, desto eher wird das eskalieren, denn Aufklärung, das ein Virus ein Virus ist, ist für den Virus eine Katastrophe, da er ja davon lebt, das Andere glauben, er gehört zum Organismus, während er ihn für seine Zwecke ausbeutet.

    Also was macht man am Besten? Aufklären! So lange, bis die Abwehr wieder erreicht wird, denn so lange, wie die im Dienste des Virus stehen, kann jeglicher ernsthafte Versuch einer Umwälzung, nur in einem Massaker enden. Der bewaffnete Teil der Bevölkerung, also Polizei und Militär muß sich wieder zum Dienst am Menschen erinnern, sonst geht der Weg der Zerstörung runter, bis auf den Punkt, wo Polizei und Militär zerstört werden, die, vom Virus befallen, den Virus schützen. Es sich also nur noch im Siechtum reinigt.

    Das heißt funktioniert die Abwehr nicht mehr, wird ein Organismus, wenn es sein muß, sogar durch ein Siechtum, bis zu seinen Ursprüngen zurückgeführt, wo es wieder zum Tauschhandel kommt, was dann die Viren erkennbar, und ausscheidbar macht. Denn ein Virus hat auf Dauer nichts zum tauschen, da er nichts neues erschafft.

    Wollt ihr den totalen Krieg, war die Frage eines Menschen, der selbst einen Virus erschaffen hat, um einen anderen Virus zu zerstören. Das kann auch jetzt wieder passieren.

    Einen Virus erkennt man durch Spiegelung. Wie im Gleichnis von den Vampiren, die kann man im Spiegelbild auch nicht sehen, weil sie eben nicht aus sich selbst leben. Ist auch interessant, das Papiergeld zu den größten Überträgern von Viren gehört, und nichts anderes ist als die fortwährende Spiegelung ein und des Gleichen ist.

    Ein Virus gibt die Botschaft heraus, das das System zu stützen sei, weil, wenn es zusammenbräche, alles zerstört würde. Für den Virus stimmt das. Für die von ihm Befallenen nicht. Die Haupt Frage, um Virus von Werkzeug zu unterscheiden, ist also, dient ein System dem Leben, oder soll das Leben dem System dienen. Und weiter gefaßt, dienen die von Menschen gemachten Gesetze dem Leben, oder soll das Leben diesen Gesetzen dienen?

    Schöne Grüße

    • Skyjumper sagt:

      Hallo @Argonautiker,

      so logisch das auch im ersten Moment klingt mit dem „Siechtum zurück zu den Ursprüngen“, so scheint mir doch dass Sie dabei eine immer noch zu rosa eingefärbte Brille tragen. Ich unterstelle mal das Ihnen bewußt ist dass dieses „Siechtum“ weder ein stiller, noch ein friedlicher Weg wäre, sondern von umfangreichen und gewalttätigen sozialen Umbrüchen begleitet wäre. Und vermutlich haben Sie dabei einen Blick in die Geschichte geworfen und festgestellt dass sich die Gesellschaften auch nach solchen gewalttätigen Umbrüchen meist (nicht immer) wie Phönix aus der Asche erhoben haben??

      Allerdings möchte ich darauf hinweisen dass der Blick in die Geschichte trügerisch ist. Lassen wir mal das 1. Zeitalter menschlicher Gesellschaften, dass der Jäger und Sammler, aussen vor, obwohl Ihr Ansatz dort sicherlich am besten funktioniert hätte. Auch im 2. Zeitalter, der Agrargesellschaft, würde es noch sehr gut funktionieren da der Grad der Arbeitsteilung gering, und der Grad der Autarkie hoch war. Bereits im 3. Zeitalter, der Industriegesellschaft, ist es jedoch deutlich schwieriger. Aus deutscher und europäischer Sicht haben wir 2 Ereignisse in dieser Phase die zeigen dass es zwar geht, aber bereits mit erheblichen Opferzahlen verbunden ist. Ich meine natürlich den 1. und den 2. Weltkrieg.

      Während das Industriezeitalter bei diesen beiden Ereignissen jedoch noch in der „Pubertät“, bzw. „Jungerwachsen“ war, sind wir mittlerweile dabei das Industriezeitalter zu beerdigen und stehen bereits fast mit beiden Beinen im 4. Zeitalter menschlicher Gesellschaften, der Dienstleistungsgesellschaft. Noch nie in der Geschichte hatten wir einen derartig hohen Grad an Arbeitsteilung wie heute. Unsere Tätigkeiten sind nur noch kleinste Rädchen im Gesamtprozess, und ohne diesen Gesamtprozess praktisch wertlos. Wir hatten auch noch nie einen derartig niedrigen Grad an Autarkie wie heute. So gut wie niemand in Deutschland ist in der Lage ohne ständige Dienstleistungen anderer zu überleben. Und ich meine jetzt nicht „auf derzeitigen Niveau“, sondern genau das was ich schrieb: Überleben.

      Und als ob das nicht schon genug wäre kommt noch ein weiterer Faktor hinzu. Während man uns andauernd versucht einzureden das wir in Deutschland akut „vom Aussterben bedroht“ seien, ist nach geschichtlicher Rückblende das Gegenteil der Fall. 1919, wohlgemerkt in den damaligen Grenzen des deutschen Reiches (also flächenmässig viel größer als die vereinigte BRD) betrug die Bevölkerungszahl etwa 61 Mio. Für jeden einzelnen stand also viel mehr Fläche zur Verfügung als heute. Da konnten sich noch viele, Knowhow etc. vorausgesetzt, zumindest teilweise selbst mit Nahrung versorgen. 1950, nach der nächsten Katastrophe, betrug die Bevölkerung auf der Fläche der heutigen BRD (also BRD und DDR zusammengenommen) man gerade 68 Millionen Menschen. Heute leben in dem gleichen Gebiet 81 Millionen, viele ehemals landwirtschaftlich nutzbare Flächen sind zwischenzeitlich mit Häusern, Strassen etc. überbaut oder anderweitig umgewidmet. Das Knowhow ist drastisch zurückgegangen, Saaten sind (dank Züchtung) nicht mehr selbst vermehrbar, und es gäbe sicherlich im Detail noch vieles mehr was sich seit 1950 (unter dem Gesichtspunkt Überlebensfähigkeit des Einzelnen im Krisenfall) verschlechtert hat.

      Kurz und gut: Ich bezweifel sehr dass ein „Siechtum zur Gesundung“ diesmal funktionieren würde. Also sicher funktioniert es grundsätzlich. Aber nicht mit einem Ergebnis dessen Gesellschaft und Lebensweise auch nur annährend dem entspricht was wir die letzten 50 Jahre geniessen durften. Einen „Crash“ als Heilmittel anzusehen, oder gar zu erhoffen, ist aus meiner Einschätzung daher blauäugig.

      • Argonautiker sagt:

        @skyjumper

        Verstehe ihren Widerspruch nicht ganz. Was soll am Siechtum nett und hübsch sein? Es ist so ziemlich der Unangenehmste Vorgang einer Bereinigung den es gibt, zumal er vollkommen außerhalb der Bewußtheit stattfindet, und einen sehr weit zurückwirft. Ich glaube aber auch nicht, daß ich das so geschrieben habe, also würde ich diesen Vorgang als „rosa“ ansehen. Ich sehe das, was Sie schreiben also nicht wirklich als Widerspruch, sondern eher als eine Erweiterung dessen was ich angerissen habe.

        Und in der Tat, sehe ich das so, daß WENN es zu so einem Vorgang des Siechtums kommen sollte, denn Revolution, Bürgerkrieg, etc., sind ja durchaus auch Optionen, und Mischungen daraus, sind auch denkbar, dann wirft es das, was man die Gesellschaft nennt, durchaus weit zurück, also auf jeden Fall vor das Industriezeitalter, da dies ja erst das in dem Ausmaß ermöglichte, was wir heute haben. Also die Kontrolle Weniger über die Mehrheit.

        Sodaß heutzutage im Einzelnen kaum mehr Entwicklung stattfindet, sondern die Mehrheit sich in einer Art Klon Modus befindet, welche nur noch funktional das ausüben, was Wenige sich zur Machterhaltung ausdenken. Sich die Mehrheit also im Prinzip in einer Art Funktionalismus befinden, in der sie das erschaffen und warten, durch was sie in Schach und von ihrem Leben abgehalten werden, und dann auch noch rufen, wir brauchen mehr davon, also mehr Arbeit und mehr Geld.

        Im gesunden Fall würde ich es mal eher so sehen, der Mensch möchte nicht arbeiten, sondern sucht nach Verwirklichung dessen, zu was er sich berufen fühlt, und will nicht nur irgendeine funktionale Tätigkeit ausüben, die er deshalb nun auch nicht mehr Berufung nennt, sondern Beruf, weil diese Tätigkeit ihn eben nicht mehr verwirklicht, sondern ihn nur noch zum arbeiten braucht. Er also nicht mehr lebt, sondern zu einer Funktion benutzt wird.

        Also falls sich die Menschheit nicht darauf besinnt, von dem Prinzip des Wohlstands als Sinn des Lebens wegzukommen, den man nur durch Rationalisieren und Funktionieren erreicht, wird es zu so einem Siechtum kommen. Man darf heute weniger denn je, dem Geld folgen, das einem den Wohlstand bringt, da Geld lediglich ein Werkzeug des Handels ist, sodaß, wenn man dem Geld folgt, selbst zum Werkzeug wird. Sondern man hat das zu tun, was man zu tun hat, und was so wichtig im Leben ist, daß man es selbst dann tun will, wenn man die größten Schwierigkeiten dafür aufzunehmen hat.

        Der Weg in dem Himmel führt immer über Golgatha, auch wenn das nicht für jeden bedeutet ans Kreuz genagelt zu werden.

        Das Geschehen, was nun vor uns liegt, stellt also nichts anderes als einen Geburtsvorgang zum Wesentlichen dar, und dabei wird das, was sie richtigerweise als das Industriezeitalter bezeichnen, drauf gehen. Es wird drauf gehen, weil es zwar Teil der Zeit war, sich nun jedoch die Zeit ändert, welche nun keine Fügung mehr für den Funktionalismus als Dominator bereit hält.

        Denn es ist mit nichten so, wie Albert Einstein gesagt hat, das sich Wahnsinn dadurch definiert, immer das Gleiche zu tun aber ein anderes Ergebnis zu erwarten. Selbstverständlich hat Zeit eine Qualität, in der Sich Motive besser, oder schlechter fügen. Und das kann jeder, der lebt, spüren, während er tut. Die selben Vorhaben und die gleiche Herangehensweise können zu unterschiedlichen Zeiten durchaus über gelingen oder mißlingen entscheiden.

        Das was Albert Einstein beschrieb war also kein lebendiger Vorgang, sondern ein bloßes ausüben einer Funktion. Bei einer Maschine wäre das so, bei einem lebendigen Organismus stimmt das nicht.

        Die Welt wird einfach nicht mehr funktionieren, sondern wieder LEBEN, und Leben ist alles andere als logisch, sondern folgt einem inneren Motiv, sodaß dann eben auch Wunder wieder sein können, denn Leben können sie funktional nicht erklären, es ist ein Wunder, sie können lediglich das messen was es hinter sich läßt. Das Leben selbst ist mit Logik nicht zu erklären. Die letzten Jahrhunderte hat man jedoch genau das versucht. Den Menschen auf logische Handlungsweisen zu reduzieren, und dadurch hat man ihn funktionalisiert. Und dadurch läuft er dem Geld als seinem Gott nach, weil Geld ein Werkzeug ist, so wie er selbst zum Werkzeug wurde, sodaß er sich nun über Geld identifiziert, aber keine Erfüllung mehr findet.

        Ich würde es also eher so sehen, anzunehmen, daß dieser Weg der Industrialisierung weiter beschritten werden kann, halte ich für äußerst blauäugig. Ein Siechtum beschreibt auch keinen Vorgang, der sich bewußt vollzieht, sondern einen Vorgang, der aus dem Unbewußten heraus vollzogen wird, also jenseits von meinem, Ihrem, oder einem Willen von Obama, Putin, Merkel, oder sonstwem stattfindet.

        Warten wir es doch einfach mal ab, ob die Regularien der Bewußtheit in der Lage sind, sich der Steuerung von wirklichen Gesetzmäßigkeiten seitens des unlogischen Unbewußten zu widersetzen, oder? Schauen sie sich mal an, wie viel Leben aus dem Funktionalismus aussteigt, weil es ihn nicht mehr erträgt, und psychisch krank wird. Und zwar gerade in der industrialisierten Wohlstandsgesellschaft. Das wird nicht weniger. Von der Wachstumsrate träumt eine jede Wirtschaft.

        Wir haben Arbeitslosigkeit, weil das Problem, was wir haben, nicht durch arbeiten gelöst werden kann. Identitätslosigkeit löst man nicht mit Arbeit. Wohl aber mit Identifikation.

        Wir haben Probleme im Finanzsystem, weil sich das Problem, was wir haben, nicht durch Finanzen lösen läßt. Der Handel aus Nächstenliebe fehlt.

        Wir haben Probleme in der Regierung, weil wir ein Problem haben, daß sich durch keine Regierung lösen läßt. Die Eigenverantwortlichkeit fehlt.

        Man könnte die Liste noch sehr weit fortsetzen, denn es gibt viele Probleme, die man mittels der Bewußtheit zu verwalten sucht, anstatt die Angebote des Unbewußten anzunehmen, und sie im Zulassen der Krise zu lösen.

        Schönen Gruß

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