US-Inflation auf „Gold und Weizen“-Diät

19. Mai 2011 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Ich habe mich immer schon gefragt, warum es so viel Diskussionen über die Höhe der Inflationsrate gibt. Für mich scheint die einfach zu bestimmen zu sein. Man geht in den Laden. Man kauft Cornflakes. Man schreibt sich den Preis auf. Nächsten Monat tut man das gleiche. Was ist daran so schwer?

Aber was ist, wenn die Packung das nächste Mal kleiner ist? Was, wenn der Inhalt doppelt so gut ist? Was, wenn man mit einem anderen Produkt genau das gleiche erhält, zu einem anderen Preis?

Was ist also die „reale Inflation“? Die hängt davon ab, wie man sie bestimmt. Das Labor Department sagt, dass die Konsumentenpreise gegenüber dem Vorjahr um kaum mehr als 2% gestiegen sind. Laut alternativen Berechnungen liegt die Inflation hingegen bei fast 8%.

Ich sage „bei fast“ und „kaum mehr als“, weil die Zahlen nie mehr als Näherungswerte sind; es macht keinen Sinn, Nachkommastellen anzugeben, als ob sie sehr präzise und verlässlich wären. Aber jetzt kommt die MIT University mit einem Projekt, das die Preisentwicklung verfolgen soll, indem das Internet beobachtet wird. Statt eine Stichprobe zu bestimmen und deren Preisentwicklung dann periodisch zu verfolgen, soll das „Billion Prices Project“ sich eine große Zahl von Preisen überall im Internet ansehen, in „real time“. Die daraus resultierenden Ergebnisse möchten nicht perfekt sein, aber viele von ihnen durchaus. Indem das Billion Prices Projekt eine so große Zahl von Informationen verarbeiten soll, ist es wahrscheinlich das verlässlichste Maß zur Bestimmung der Konsumentenpreis-Inflation, welches bis jetzt entwickelt worden ist.

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich….und, wie groß ist die Inflation also, die durch dieses Projekt bestimmt wird?

In den letzten 12 Monaten sind die Preise um 3,2% gestiegen, sagen die Professoren Alberto Cavallo und Roberto Rigobon, die den Index entwickelt haben.

Aber die Teuerungsrate steigt. Wenn man nur die Daten von den letzten drei Monaten nimmt und aufs Jahr hochrechnet, dann kommt man auf eine Jahresrate von 7,4%.

Ich brauche es Ihnen nicht zu sagen. Wenn diese Rate erreicht wird, dann wird die heutige finanzielle Welt die Kontrolle verlieren. Laut der jüngsten Berechnung des Projektes bringen US-Staatsanleihen nur die Hälfte der Inflation an Rendite. Wie kann das sein? Warum sollte ein Investor eine Anleihen kaufen, die nur die Hälfte der Inflation an Zinsen bringt? Sind die Käufer dieser Anleihen Idioten?

Vielleicht setzen sie darauf, dass die jüngsten Inflationszahlen übertrieben sind. Ben Bernanke selbst hat das gesagt.

„Ich denke, der Anstieg bei der Inflation wird vorübergehend sein“

sagte der Mann, der für die Preisanstiege mehr verantwortlich ist als jedes andere menschliche Wesen.

Mr. Bernanke sagt, dass ein Benzinpreis von 4 Dollar je Gallone und ein Preis von 5 Dollar für eine Packung Cornflakes….Merkmale von „globaler Angebot- und Nachfrage-Situation“ seien.

Ok. Vielleicht ist das so. Aber was ist mit einem Goldpreis von 1.500 Dollar? Das Angebot an diesem gelben Metall ist heute kaum anders, als es bei einem Goldpreis von 1.000 Dollar je Unze war.

Sie könnten sagen, dass die Nachfrage um 50% gestiegen ist…aber das führt nur zu weiteren Fragen. Gold kann zu kaum etwas verwendet werden – außer für Schmuck und Geld. Was passierte, dass die Nachfrage nach Gold so plötzlich steigen ließ? Und wenn irgendetwas die Nachfrage nach Gold so erhöht hat – vielleicht kann dasselbe Ding auch den Preis von Öl und Weizen beeinflusst haben?

Quelle: Kapitalschutz Akte
US-Inflation auf „Gold und Weizen“ -Diät  (von Bill Bonner)
Mehr Informationen: Investor Verlag

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