US-Finanzkrise: Die Pleite, die niemand will – außer mir!

15. Oktober 2013 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Was geht vor sich? Wer weiß das? Wenn der Markt etwas will, dann braucht er keinen Grund dafür. Er fragt nicht um Erlaubnis. Er gibt keine „Prognosen“. Er tut nur das, was er will. Aber der Grund, warum alle die Kommentatoren über einen möglichen „Clash“ reden, ist die Schuldenobergrenze in Washington…

Ich habe darüber nicht alle Details nachgelesen; das scheint trivial zu sein. Aber wenn der Kongress nicht seinen kollektiven Hintern bewegt und diese Grenze erhöht, dann muss die Regierung die Türen schließen. Denn ein älteres Gesetz verlangt von der Regierung, dass sie keine weiteren Schulden macht, wenn eine bestimmte Grenze erreicht ist.

Laut der Financial Times heißt es: „Shutdown steht wegen des Haushalts bevor.“ Soweit ich das sehen kann, möchte jeder, dass die Regierung weiter Geld ausgibt, welches sie nicht hat. Es geht nur darum, für was es ausgegeben wird. Die Republikaner möchten aufhören, für „Obamacare“ Geld auszugeben. Die Demokraten wollen es für alles ausgeben. Wenn es keine Einigung gibt, dann wird das Geldausgeben für fast alles aufhören.

Hier eine weitere Schlagzeile: „Die Pleite, die niemand will.“

Das ist sicher nicht korrekt. Denn ich wäre froh über dieses Ereignis. Denn genau das sollte passieren.

Der Kongress gibt mehr aus, als durch Steuern reinkommt. Das tut er seit Jahren. In einem seltenen Moment der Klarheit sahen sie die Schrift an der Wand und stimmten dafür, damit aufzuhören. Sie setzten eine Grenze, in Bezug auf die Höhe der Schuldenlast des Staates. Der Bund wird dieses Niveau bald erreichen. Deshalb sollte das Schuldenmachen aufhören.

Ich möchte das gerne sehen. Nicht so sehr wegen der finanziellen Gesundheit der Nation. Ich möchte nur den Ausdruck ihrer Gesichter sehen – alle die Zombies, die plötzlich von frischem Blut abgeschnitten sind.

Mehr Kuchen?

Aber Moment. Über wen lache ich? Das ist so, als ob eine fette Person sich dazu entschieden hätte, ein bestimmtes Gewicht nicht zu überschreiten. Diese Person beobachtet dann, wie ihr Gewicht steigt. Sie entscheidet sich dazu, mit dem zu viel essen aufzuhören, wenn eine bestimmte Marke erreicht wird. Diese Person fühlt sich gut, weil sie so resolute Beschlüsse hat. Jetzt hat sie ihr Gewicht unter Kontrolle, oder? Der Mann bzw. die Frau dieser Person sollten stolz sein.

Dann wird die magische Zahl erreicht. „Oh, mein….“, sagt diese Person.

An diesem Abend wird der Nachtisch serviert. Diese Person denkt sich: Was ist an dieser Grenze schon so besonders? Warum nicht 5 Kilogramm mehr? Oder 10? Diese Person könnte den Nachtisch verweigern. Aber es ist Schokoladenkuchen, der Lieblingsnachtisch. Deshalb wird der Beschluss geändert und der Kuchen gegessen. Aber nach dem Jahreswechsel soll dann die genannte Gewichtsgrenze wieder erreicht werden. Und auch in den USA will jeder ein Stück Schokoladenkuchen! (Seite 2)

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5 Kommentare auf "US-Finanzkrise: Die Pleite, die niemand will – außer mir!"

  1. FDominicus sagt:

    Nein, Sie sind damit nicht allein. Schon beim Letzten „Mal“ habe ich gefragt. Was machen Sie wohl beim nächsten Mal? Die Antwort ist klar, Sie machen dasselbe wie beim letzten Mal. Mehr Schulden, rein vom Verhältniss der Bevölkerung machen die USA rund 8- mal so viele Schulden als selbst D. Auf Dauer kann das nicht funktionieren. Davon abgesehen ist es erstaunlich wie Obama hier in der Presse immer noch behandelt wird. Quasi als sakrosankt und wenn man es auf die Spitze treibt, scheint er der einzige „zivilisierte“ Mensch in der Politik zu sein. Fällt es nur mir auf, daß
    1) Guantanamo immer noch existiert (Gefangene sind dort rechtlos)
    2) Obama während seiner ganzen Amtszeit in Kriege verwickelt war/ist
    3) Das unter Obama die järhlich Neuverschuldung über 1,2 Billionen lag?
    4) Das unter Obama die Bürgerrechte massiv eingeschränkt und der Überwachungsstaat ausgbaut wurde wie nie zuvor?

    Das mit der Verschuldung im Verhältnis zu BIP ist eine pure Lüge. Damit darf man nicht argumentieren, aber auch da legt die Presse niemals den Finger auf diese klaffende Wunde. Es wird wirklich so getan als hätte der Staat ein Recht auf alles was seine Bürger erwirtschaften. Das ist ein perverses System.

  2. EuroTanic sagt:

    Der Kaiser hat keine Kleider mehr an. Aber der Mob will das nicht sehen. Also kann der Kaiser weitermachen wie es ihm beliebt.
    Diese Krise ist keine Finanzkrise , oder eine politische Krise, die Menschen leiden auch nicht primär an irgendeiner Unterversorgung. Es ist eine Bewusstseinskrise. Wenn die Mehrheit endlich erkennen würde, dass der Kaiser keine Kleider anhat, dann hat er auch keine Macht mehr über sie.
    „wenn der Regierung wirklich das Geld ausgeht“
    Dieser Zeitpunkt ist noch lange nicht da.

  3. beccon sagt:

    Die Presse lebt von der Politik und umgekehrt. Darum würde ich von ihr nicht zuviel erwarten. Zum Glück gibt es alternative Informationsquellen im Internet – das Westfernsehen unserer Tage 😉

    Und da zeigt sich die Mentalität des marxistoiden Staates: Alles was die Bürger verdienen ist erst einmal seine, es gibt dann „Fonds“ (im DDR Sprech für eine Kostenstelle) für „Versorgung“ – Essen, Trinken, Wohnen – mehr hat der „Werktätige“ nicht zu fordern. Und immer laut singen „Dankeschön, lieber Staat, dafür, daß du jeden Morgen die Sonne aufgehen läßt“

    Dummerweise ist das auf beiden Seiten des Teiches wohl das Gleiche geworden. (wenn man von Inseln der Marktwirtschaft in Südamerika mal absieht)

  4. beccon sagt:

    Eisenhower war das mit dem „Militärisch Industriellen Komplex“ – interessant.
    Genausowenig wie dieser jedenfalls für den Frieden eintreten wird, ist der Sozial- Industrielle Komplex an einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Leute interessiert. Im Gegenteil, er wird immer mehr Menschen durch Indoktrination und pure Sabotage in Sozialzombies konvertieren, damit seine eigene Klientel befriedigt werden kann.

    Die Kollateralschäden sind immens und reichen an die Verheerungen von Kriegen heran. Nur ein Staatsbankrott kann beide „Komplexe“ aufhalten. Darum gibt es noch jemanden, der diesem auch gute Seiten abgewöhnen könnte.

  5. Michael sagt:

    Michael Rivero … Obamacare – Die Software und die Systematik. Nettes Interview …
    http://www.youtube.com/watch?v=OEbGa3ALfDg

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