Untersuchungsbericht zu MH 17 vergessen?

2. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

vom Bankhaus Rott

Vermutlich liegt es an der Urlaubssaison, wenn wichtige Informationen zur Lage und Entwicklung der Situation in der Ukraine nicht veröffentlicht werden. Am Zeitmangel kann es nicht liegen, denn täglich werden neue Geschichten von einer Invasion…

…einem Hilfskonvoi der vermeintlich statt mit Lebensmitteln mit Waffen (Flugzeugträger?) über die ukrainische Grenze fuhr oder wirre Paranoias von Drohungen mit nuklearen Angriffen verbreitet.

Viele westliche Medien geben sich unterdessen bei heiklen Fragen sehr bescheiden. Selten hat man so oft das Wort „Vermutung“ in Kombination mit „die aber glaubhaft ist“ gelesen oder gehört.

So meinte kürzlich tatsächlich ein Redakteur eines staatlichen „Info“-Radios, natürlich gebe es keine Beweise für einen bewaffneten Einmarsch russischer Truppen (natürlich?), aber er „glaube den Kollegen der BBC“. Sie erinnern sich, das waren die Menschen, die zwar viel gesehen, aber nichts fotografiert hatten. Da der heimtückische Invasor nach dem vermeintlichen Beschuss des vermeintlichen Konvois offenbar mit Besen und Kehrblech die Stelle des vermeintlichen Scharmützels sauber hinterlassen hatte, gab es (natürlich!) auch im Nachhinein nichts mehr zu dokumentieren. Das ist zwar offensichtlich grotesk, aber in vielen auch staatlichen Rundfunkanstalten war man sich nicht zu schade, derlei Meldungen über den Äther zu senden.

Besonders auffällig ist dies bei den bis heute nicht aufgeklärten Morden auf dem Maidan während des Putsches (schon vergessen?) und beim vom was auch immer ausgelösten Absturz des Passagierflugzeugs MH17 über der Ukraine.

Bemerkenswert ist die Kombination aus (a) wie viel Zeit offenbar für die Untersuchung benötigt wird und (b) wie früh andere angeblich schon alles ganz genau wussten und teilweise nicht nur von Vermutungen sondern von Beweisen sprachen. Der Spiegel machte seinerzeit bekanntlich mit einem Titelbild auf, dass Fotos der Opfer des Absturzes sowie die Überschrift „Stoppt Putin Jetzt!“ zeigte. Der Spiegel hält das Titelbild wohl auch in Nachhinein für in Ordnung, jedenfalls kann man das angesichts des Textes der kurz nach dem Erscheinen des Hefts im gleichen Blatt unter der Überschrift „Wer ist der Kriegstreiber?“  veröffentlicht wurde.

So heißt es dort unter anderem:

Während manche Nutzer die russische Politik in der Ukraine verteidigten, warfen einige besonders erregte Nutzer dem SPIEGEL vor, das Titelbild sei „kriegstreiberisch“. Das ist eine absurde Behauptung, die weder durch das Titelbild gedeckt wird noch durch die Artikel im Heft.

Natürlich waren es nur „besonders erregte Leser“, die den Titel anstößig fanden. Die ruhigen Zeitgenossen fanden das also in Ordnung? Interessant.

Aber es wird noch besser, denn es schließt sich der Leitartikel mit dem Untertitel „Europa muss Putin für den Abschuss von Flug MH17 zur Rechenschaft ziehen.“ an. Im Text heißt es:

(…) 298 Unschuldige sind hier ermordet worden, die Welt wurde Zeuge, als marodierende Banditen in Uniform die Toten bestahlen, ihnen die Würde nahmen. Hier, in der ostukrainischen Einöde, hat sich Putins wahres Gesicht gezeigt. Der russische Präsident steht enttarnt da, nicht mehr als Staatsmann, sondern als Paria der Weltgemeinschaft. Die Toten von Flug MH17 sind auch seine Toten, er ist für den Abschuss mitverantwortlich (..)

Erregte Leser, so so …

Im Abendblatt der Hansestadt durften die Leser frühzeitig folgende Überschrift lesen. Das geschah drei Tage nach dem Absturz.

1

Darunter schloss sich ein Blog der Zeitung an, das unter anderem folgende Passage enthielt:

+++Poroschenko: Wir verfügen über Beweise für Schuld der Separatisten+++

19.00 Uhr: Die Ukraine verfügt nach Angaben ihres Präsidenten Petro Poroschenko über Beweise für einen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs durch prorussische Separatisten. „Wir haben Satellitenbilder des Abschussortes sowie Fotos und Videos eines Raketenabwehrsystems, was von Waffentransporten aus Russland zeugt“, sagte Poroschenko am Sonntag in Kiew.

Die aggressive Stoßrichtung vieler deutscher Redaktionen hat seither keinen Deut von ihrem Schwung verloren. Auf in den Kampf, mir juckt die Säbelspitze.

Anderswo fragt man sich jedoch durchaus, was eigentlich vorgeht. Das ist eine klassische journalistische Aufgabe, die man andernorts entweder schlicht vergessen oder absichtlich verdrängt hat.

Telepolis zur Verzögerung des Untersuchungsberichtes zu MH17


 

Schlagworte: , , , , ,

4 Kommentare auf "Untersuchungsbericht zu MH 17 vergessen?"

  1. Skyjumper sagt:

    „……..…einem Hilfskonvoi der vermeintlich statt mit Lebensmitteln mit Waffen (Flugzeugträger?) über die ukrainische Grenze fuhr oder wirre Paranoias von Drohungen mit nuklearen Angriffen verbreitet. “

    Und nicht zu vergessen die Meldungen nachdem der Konvoi die Ukraine wieder verlassen hatte und dummerweise doch nur Hilfsgüter dabei hatte. Die lauteten dann nämlich dahingehend, dass Russland ganze Fabriken in der Ukraine abgebaut und mittels der Konvoi-LKW nach Russland abtransportiert hat.
    *Sarkasmus on*
    Also da ist mir schon Angst und Bange geworden. Wenn die Russen binnen nicht einmal 24 Stunden ganze Fabriken abbauen und verladen können ………… was können die noch alles um uns zu schaden? Da muss doch selbst dem gutgläubigsten Putiniden klarwerden, dass dieses Land schnellstens durch eine Atombombe zerzört werden muss. Besser noch durch einen Photonentorpedo.
    *Sarkasmus off*

    Es ist schon bedrückend was die deutsche (aber auch die restliche westliche) Journaille so abliefert in Punkto Berichterstattung. Und ich schreibe bewußt „bedrückend“ und nicht etwa „armselig“. Denn es liegt leider nicht am Unvermögen der Journalisten. Nein. Das was wir seit Monaten erleben ist eine sehr bewußte Propaganda und Irreführung der Öffentlichkeit durch die öffentlichen Medien.

  2. bluestar sagt:

    @Skyjumber

    Natürlich werden die Lügen vorsätzlich verbreitet. Das ist ja gerade die Funktion der MSM zur Meinungsbildung und Verblödung des Wahlvolkes und bisher funktioniert es ganz gut.
    Armselig sind für mich aber die Kreaturen welche sich Journalisten nennen, aber in Wirklichkeit keine sind sondern nur kleine, sich prostituierende Schreiberlinge oder wichtigtuende Sprechblasen.
    Dreckspack das jedes diktatorische System unbedingt braucht.
    Das Niveau der Propaganda und „Beweisführung“ ist mittlerweile auf der untersten Stufe angelangt.
    (“ vermutlich,wahrscheinlich, angeblich, offenbar, möglich, könnte“, usw.) Bezüglich der Intensität der Hetze und frechen Verdrehung der Fakten durch bloße Behauptungen und plakatives Geschrei wäre wohl sogar Joseph Goebbels neidisch.
    Sind die Deutschen wirklich so dumm ? Lassen wir uns für die Interessen der uns ausspionierenden USA zum eigenen massiven Schaden verheizen. Ich meine seit 6 Monaten leider uneingeschränkt JA.
    Wird es Aufklärung zu den Mördern vom Maidan und MH17 geben ? Nein, das ist aus bestimmten Gründen ausgeschlossen, wie bei 9/11.
    Wird das jemand in Deutschland offiziell nachfragen ? Nein. Wird man sich für die beweislose Verleumdung entschuldigen ? Natürlich nicht.

    @Bankhaus Rott
    Klasse Artikel, vielen Dank !
    Übrigens BBC war ja jener TV-Sender, der 20 Minuten VOR Einsturz des WTC7 diesen als Tatsache gemeldet hat !!! Also absolut „seriös und glaubwürdig “ für MSM-Leute.
    Gab es zu WTC7 Aufklärung ? Ja, Aufklärung nach Version der USA – wo im offiziellen Abschlussbericht der Einsturz des WTC 7 nicht einmal erwähnt wird !!! Unfassbar, dieser insolvente Schurkenstaat ohne Rechtsstaatlichkeit ist unsere sogenannt Führungsmacht und Befehlsgeber der ausspionierten GROKO.
    Na dann gute Nacht Deutschland.

  3. dicke.berta sagt:

    Ich kann nur jedem dieses Interview mit KenFM im Gespräch mit:
    Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser (August 2014) ans Herz legen.
    Soviel zu “ Kriegspropaganda “
    https://www.youtube.com/watch?v=tO8OkrOxNOA

  4. Pichel sagt:

    MH17: Am 9. September soll ein erster vorläufiger Bericht über die Ursache des Flugzeugsabsturzes veröffentlicht werden.
    (11:05)

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.