Unsere Prognose zur Zukunft des Privateigentums

21. Februar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Gestern ging es ja hier im Tagebuch um die Frage der Zukunft des Privateigentums in der USA. Wir wagen heute unsere eigene Prognose. Wir alle wissen ja, dass Zentralbanken und Staatsfonds bereits Anleihen in einem Volumen von vielen Billionen Dollar gekauft haben. Aber wussten Sie, dass sie auch Aktien kaufen?

Bank of Japan als Großaktionär

Laut Bloomberg ist die japanische Zentralbank im japanischen Leitindex Nikkei 225 nunmehr einer der Top-10-Eigentümer von 90% der Aktien. Unter dem Regime ihres QE-Programms kauft die Bank of Japan (BoJ) jährlich für sechs Billionen Yen (53 Milliarden Dollar) japanische Aktien in Form von ETFs.

Ja, die BoJ kann machen und kaufen, wie und was sie will. Sie muss sich nicht um den Preis kümmern bzw. sorgen. Oder um die Rendite des Investments. Oder Risikomanagement.

Ist eine Aktie zu teuer? Ist ein Unternehmen schlecht geführt? Steht der Aktienmarkt gerade oben oder unten? Was bedeutet es, wenn man mit Geld aus dem Nichts kauft?

Das interessiert die Notenbank nicht. Lassen Sie uns jetzt folglich zu unserer eigenen Prognose kommen:

Also, mit Beginn der demnächst anstehenden neuen Finanzkrise werden die Zentralbanken, einschließlich der Fed, Aktien und Anleihen in einem noch größeren Maßstab aufkaufen. Dazu bedarf es kein Handeln des Kongress`. Es ist auch keine Debatte im Senat nötig. Nicht einmal ein Tweet des Präsidenten.

Sie werden behaupten, „die Wirtschaft schützen und stützen zu wollen“. Sie werden sagen, dass sie „Arbeitsplätze retten“. Aber der Effekt wird folgender sein: Echter Reichtum wird von normalen Privatleuten dann in die schleimigen Hände der Feds und ihrer Kumpels verlagert.

Falschgeld-Kredite

Und was ist mit Immobilien? Viele Immobilien befinden sich bereits im Besitz von REITs, die auch aufgekauft werden könnten. (Anmerkung: Ein REIT ist eine Kapitalsammelstelle für die Kapitalanlage im Immobiliensektor, welche Eigentum an Immobilien erwirbt, verwaltet und veräußert.)

Und die Kumpels im Finanzsektor haben vielleicht schon ein Auge auf Ihr Haus geworfen. Die meisten Häuser werden ja mit Hilfe einer Hypothekenfinanzierung gekauft. Banken leihen Ihnen ja das gleiche Falschgeld, das die Fed verwendet, um irgendwann Aktien zu kaufen. Sie schaffen das Geld ja aus dem reinen Nichts. Ein paar Tastenanschläge im Computer reichen da völlig aus.

Sie haben nie das Geld verdient. Aber Sie müssen das Geld von der Bank leihen, dann das Haus kaufen und es an die Bank zurückzahlen. Und wenn Sie nicht zahlen, nimmt die Bank Ihnen das Haus ab und verkauft es an jemand anderen.

Finanzieren ist „in“

Vor Jahren noch war es so, dass die Menschen feierten, als sie ihre Hypothekenschulden vollends getilgt hatten. Endlich waren Sie die einzigen Eigentümer der Liegenschaft und konnten damit tun und lassen, was sie wollten. Jetzt wird Ihnen gesagt und beigebracht, dass sie ihre Kredite verwalten und refinanzieren sollen. Und bei derart tiefen Hypothekenzinsen – warum auch nicht?

Die meisten Eigenheimbesitzer besitzen also nie ihre Häuser. Sie mieten sie einfach von Banken; und zahlen ihr ganzes Leben für das Dach über dem Kopf und den Flachbildschirm im Zimmer. Aber warten Sie, eines hab ich noch vergessen…

Sie zahlen auch Grundsteuern. In Baltimore zahlen wir jetzt so viel an Grundsteuer wie wir vor einigen Jahren noch an Miete bezahlt haben. Auch unsere Automobile werden heute oft „geleast“ oder finanziert. Wir sprechen von „unseren“ Autos und Häusern.

Sollte Trump die Wall Street entfesseln?
von Bill Bonner

Der Aktienmarkt steht zwar hoch, aber irgendwie fehlt es an Volatilität. Investoren warten darauf, dass etwas passiert.

Und irgendwie wundern sie sich auch… Die Unternehmensgewinne sinken seit fast drei Jahren. Sie sind jetzt etwa 10% unter dem Niveau des Spätsommers 2014. Warum sollten Aktien so teuer sein? Oh, ja … das Trump-Team wird die Wall Street befeuern. So lautet die gängige Sicht der Dinge. Aber die Investoren sollten sich auch um folgenden Punkt Gedanken machen.

Die Aktienkurse nach oben zu pushen – und zwar so, wie wir es in den letzten acht Jahren gesehen haben – ist bei weitem einfacher, als das Wirtschaftswachstum und die Einkommen der Familien wirklich nachhaltig nach oben zu bringen. Und mit jedem Tag, der vergeht, wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Trump dies auch erreichen wird. Je mehr die kleinlichen Kämpfe, die dummen Streitereien und stürmischen Tweets zunehmen, desto weniger Munition bleibt der Administration übrig, um eine echte Schlacht mit dem Kongress oder Deep State auszufechten.

Dennoch… „Die Goldman-Aktie steigt auf ein Rekordhoch. Es wird darauf gesetzt, dass Trump die Wall Street entfesselt.“ So ist es jedenfalls bei Bloomberg zu lesen.

Goldman Sachs ist eine Säule des Establishment. Und ein Goldman-Mann, Steve Mnuchin, übernimmt die Leitung des US-Finanzministeriums. So ein Gewinn für Goldman ist nicht unbedingt ein Gewinn für uns.

Das Wort „Entfesselung“ suggeriert einen Win-Win-Deal. Die Finanzbranche soll ihre Geschäfte „freier“ betreiben dürfen. Aber es gibt verschiedene Arten von „Entfesselungen“. Einige Dinge – wie Dobermann-Hunde – werden aus gutem Grund an der Leine gehalten. Den Mob … oder einen Krieg zu entfesseln – das sind auch nicht wirklich gute Ideen.

Die Wall Street von bürokratischen Regeln zu befreien, geht zumindest in die richtige Richtung. Davon wird die Main Street-Wirtschaft aber nur profitieren, wenn die Wall Street ihr Geschäft ehrlich betreibt. Das erleichtert Win-Win-Deals und führt echtes Kapital mit würdigen Projekten zusammen. Im Idealfall. Aber leider läuft es nicht so. Die US-Finanzindustrie ist eine Deep State-Industrie, die durch das gefälschte Geld der Fed unterstützt wird.

Das „Kapital“ (Geld aus dünner Luft) ist betrügerisch. Es wird der Elite durch das Fed Banking-Kartell zu Vorzugskonditionen bereitgestellt. Das führt zu einer ganzen Reihe von betrügerischen Transaktionen. Klassische Win-Lose-Deals eben. Die Öffentlichkeit kann sich das Geld nur zum doppelten Zinssatz der Elite in Wirtschaft, Finanzen und Regierung leihen. Warum? Bei der Elite ist das Risiko geringer.

Wenn Goldman oder GM in finanzielle Schwierigkeiten geraten – trotz der Vorzugskonditionen – werden die Feds sie retten. Wenn der Mann auf der Straße nicht in der Lage ist, seine Hypothek zu bezahlen, verliert er sein Haus und darf im Zelt übernachten. Diese Ungerechtigkeit steht im Mittelpunkt des heutigen Wirtschaftssystems. Es ist auch die Quelle der Unzufriedenheit, die von den Massen und der jetzigen Regierung gefühlt, aber vielleicht nicht vollständig verstanden wird.

Betrügerisches System

Der typische Haushalt hat heute weniger Einkommen als zu Beginn des Jahrhunderts. Es soll ja angeblich die größte und erfolgreichste Periode der Menschheitsgeschichte gewesen sein. Warum sind die amerikanischen Löhne so schlecht? Schließlich ist die Zahl der Patente explodiert. Und auch das Tempo der technologischen Innovation wie die Zahl der Menschen mit College-Abschlüssen.

Inzwischen haben die Feds in den letzten 30 Jahren mehr als 37 Billionen Dollar an überschüssigem Kredit in das System gepumpt. Das ist weit über das Mass hinaus, was jemals in der Geschichte an Kreditexzess in Relation zum BIP der Fall war. Und Unternehmen in den USA sitzen auf hohen Cash-Beständen…

Also, was ist der Grund, dass in einer Wirtschaft mit mehr Technologie als je zuvor, mit mehr ausgebildeten Arbeitern als je zuvor, mit mehr „Kapital“ als je zuvor, die Haushaltseinkommen fallen? Warum wächst die Wirtschaft nur mit etwa die Hälfte der Rate der 1960er und 1970er Jahre und registriert die schwächste „Erholung“ in der Geschichte? Was ist der Grund?

Globalisierung, Mexiko, Regulierung, China, Automatisierung, Ungleichheit, Finanzialisierung- all das wird dafür verantwortlich gemacht. Aber Sie kennen die reale, die wahre Antwort: Das Geldsystem ist gefälscht, betrügerisch. Die Elite in Washington und an der Wall Street profitiert. Aber nicht der Rest von uns. Die „Entfesselung“ der Wall Street – ohne eine Rückkehr zu ehrlichem Geld – bedeutet am Ende, dass der durchschnittliche Amerikaner eine noch leichtere Beute für die Deep State-Bestie wird.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Eine andere Welt...(von Bill Bonner)
Die Partei des Krieges(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Unsere Prognose zur Zukunft des Privateigentums"

  1. Argonautiker sagt:

    Ich fürchte, Geld, beziehungsweise die Geldhersteller waren noch nie ehrlich. Das Bestreben ging schon immer dahin, sich mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel von der Leistung Anderer abzuschneiden. Die Unehrlichkeit hat mittlerweile lediglich einen Grad erreicht, der unerträglich geworden ist, und einem in aller Öffentlichkeit vollzogenen Raub gleich kommt.

    Die Auswirkungen dieser Unehrlichkeit wüten schlimmer wie die schlimmsten Kriege. Über ganze Länder zieht man her und raubt sie aus. Attilas Raubzüge waren Chorknabenausflüge dagegen. Und die heutigen Raubzüge kann man sogar mit vollkommen weißer Weste vollziehen.

    Nicht umsonst hatte Geld immer das Wesen des zweigesichtigen Januskopfes. Die Kehrseite der Medaille gehört eben auch dazu. Der Glaube ans Geld vereinfacht den Handel, er vereinfacht aber auch den Betrug.

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