Unschöne Details …

20. Mai 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Der Preis für die Tonne Kaliumchlorid sank kürzlich auf den tiefsten Stand seit 2008. Alle Bemühungen einen Boden herbeizureden waren offenbar bisher wenig erfolgreich und so darf man auf die Profitabilität manches Großprojektes gespannt sein…

Wer sich gerne in aller Eile auf die frisch im Radio vermeldeten Unternehmenenszahlen stürzt, sollte daran denken, sich diese noch einmal selbst anzuschauen. In der Regel plaudern die zweibeinigen Mikrofoständer lediglich die Zahlen nach, die sie irgendwo anders gehört haben.

Dabei handelt es sich meistens um die „adjusted earnings“, die mit den Erträgen, die sich nach den offiziellen Standards ergeben, nichts zu tun haben müssen. Das zeigt das Beispiel Lanxess. Das Unternehmen meldete für das Gesamtjahr 2013 „adjusted earnings“ von 1,538 Euro pro Aktie. Gemäß Bilanzierungsstandard GAAP fiel jedoch ein Verlust pro Aktie in Höhe von 1,91 Euro an.

Die Marktteilnehmer hat dies offenbar ebensowenig gestört wie die Kapitalerhöhung. Gewinne oder Verluste – egal! Kapitalerhöhung und damit Verwässerung des Kapitals – auch egal! Prima, so kommen wir dem universellen Finanzmarktgleichgewicht ganz, ganz nahe … Viel Glück!

Ein bisschen mehr Magie könnte dem einen oder anderen Papier nicht schaden. So hat die Aktie des Salz- und Düngemittelkonzerns K+S schon bessere Zeiten erlebt. Der Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre zeigt den dramatischen Anstieg, macht aber auch klar, wie schmerzhaft und langwierig sich ein Abstieg gestalten kann. Daran ändert auch die anhaltende Korrektur des letzten scharfen Einbruchs nichts.

 

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Ähnlichkeiten im Verlauf des Aktienkurses und des Preises für Kaliumchlorid sind sicher rein zufälliger Natur…

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Der oben stehende Chart zeigt deutlich, wie außergewöhnlich der Anstieg des Rohstoffpreises ab 2007 war. Von 1980 bis 2004 hat sich per Saldo wenig getan. Der häufigen Wiederholung des Argumentes, der Preis könne nur steigen, weil die Weltbevölkerung wächst, sollte dies ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Die Population legte im genannten Zeitraum um rund 40% zu. Zumindest sollte niemand aus dem Wachstum der Menschheit seine Projekttplanung für die kommenden 10 Jahre ausrichten.

Wie die Geschichte nicht nur dieses Rohstoffes zeigt, kann eine preisliche Dürre länger dauern als mancher glauben mag… (Seite 2)

 

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