Und täglich grüßt das Murmeltier – Griechenland erneut „gerettet“

(vom Smart Investor) Natürlich hatten die meisten schon vermutet, dass Griechenland wieder mal „in letzter Minute gerettet“ würde. Diese Dramaturgie ist aus Hollywood-Produktionen bestens bekannt, wird dort aber hübscher in Szene gesetzt – Politik ist eben – so ein geflügeltes Wort – Show-Business mit hässlichen Menschen…
Schließlich hat man Griechenland nicht vor zwei Jahren vom Kapitalmarkt genommen, um heute zu vollziehen, was damals schon jeder Verantwortliche wusste: Das Land ist pleite. Ein Job übrigens, den der Markt damals besser und schneller erledigt hätte, als der ganze „alternativlose“ Transfersozialismus Merkelscher Prägung. Sich und vor allem anderen einen Fehler einzugestehen, scheint Politikern ohnehin noch schwerer zu fallen, als Normalsterblichen.
Für 130 Mrd. EUR weitergewurstelt
Selbst wenn in der Fraktion der „Dauerretter“ der Missmut steigt und sie sich zunehmend von ihren griechischen „Euro-Partnern“, milde formuliert, verschaukelt fühlen, so werden sie brav weiter zahlen. Erstens sehen sie keine Alternative und zweitens können sie nach der Suspendierung der Marktkräfte für Griechenland auch keine glaubwürdige Drohkulisse mehr aufbauen. Man wird sich mit dem Euro also auf den drei wackeligen Säulen der EU-Realpolitik weiter durchwursteln: Wunschdenken, Realitätsverweigerung und Umverteilung. Diesmal ist es also ein Paket von 130 Mrd. EUR, das die griechische Politik für ihre beiden Hauptexportgüter „heiße Luft“ und „leere Versprechungen“ erhält. Die „Dauerrettung“ Griechenlands ist damit auf dem besten Weg der Running Gag der Finanzgeschichte zu werden. Die Akteure brauchen sich also über einen Platz in den Geschichtsbüchern nicht mehr zu sorgen. Was derzeit passiert, werden noch Generationen von Studenten mit ungläubigem Kopfschütteln nachlesen können.
Bester Darsteller
Wenn wir die eingangs erwähnte Analogie zu Hollywood noch ein bisschen weiter strapazieren, dann erscheint uns ein Oscar in der Kategorie „Schmierenkomödie“ überfällig. Ein heißer Anwärter auf die besten darstellerischen Künste in diesem Bereich dürfte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sein, der im kleinen Kreis und „off records“ so ganz anders redet, als vor der deutschen Öffentlichkeit. Als Beleg mögen zwei Video-Sequenzen dienen. Die eine, ein nicht für die Öffentlichkeit bestimmter Redeausschnitt vor dem European Banking Congress im November 2011:
Die andere, eine offenbar ebenfalls nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Unterredung mit seinem portugiesischen Amtskollegen vom Februar 2012:
Da das, was Herr Schäuble öffentlich sagt, so vollkommen von dem abweicht, was er im kleinen Kreis äußert, halten wir seine schauspielerische Leistung für preiswürdig. Da sei es ihm auch nachgesehen, dass er gelegentlich etwas aus der Rolle fällt. Auf die Amtszeit von Christian Wulff angesprochen, entgegnete er voller Häme: „Ha, wie man den bewertet, das wird die Staatsanwaltschaft tun!“
Das ist insofern eine spaßige Aussage, als „der Staatsanwalt“ Berichtspflichten und Weisungsrechten unterliegt. Franz-Josef Strauß wird die Steigerung „Feind, Todfeind, Parteifreund“ zugeschrieben. Herr Schäuble füllt sie durch herzhaftes Nachtreten erneut mit Leben… (—> Seite 2 <—)
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6 Responses to Und täglich grüßt das Murmeltier – Griechenland erneut „gerettet“
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Bei Herrn Schäuble ist die Frage bei wem Schäuble schauspielert. Vermutlich hat er noch einige andere unbekannte Gesichter. Jedenfalls verdreht er genervt die Augen während dieses Gespräches.
Es ist ja ein uralter Trick zu sagen, ja ich würde ja gerne, aber das Volk, das Parlament, die Frau oder was auch immer.
So etwas nennt man dann Diplomatie. Man möchte jeden Affront vermeiden. So heißt ja auch wenn Merkel sagt: “Italien ist ein starkes Land, wir sind zuversichtlich, dass sie ihre Probleme alleine lösen können.”, ins nichtdiplomatendeutsch übersetzt: “Macht euren Scheiß alleine, wir helfen euch nicht.” Gleicher Inhalt, sehr unterschiedliche Außenwirkung.
Bin wirklich schon neugierig, ob die GR- Spekulation vom Smart Investor aufgehen wird.
Habe mir das selbst längere Zeit überlegt, war dann aber doch zu “feige”, mir solche Anleihen ins Depot zu holen.
Die im Mai auslaufenden GR- Anleihen sind aber derzeit in einen Bereich vorgedrungen, wo ich schon wieder zu überlegen beginne. *fg*
http://www.finanzen.net/anleihen/5_250-Griechenland-Republik-Anleihe-2012-GR0124018525
Ist immer verfüherisch, so eine hop oder top Spekulation.
Gerade Leute, die wegen ihrer geringen Einsatzmöglichkeiten auch mal Lotto spielen, gehen gerne solche horrenden Risiken ein.
Meine Antwort auf solche Spiele, wie immer: niemals gegen die Bank spielen. Egal ob Zentralbank oder Politik. Und da haben wir, Rottmeyer sei Dank, doch immer die Alternative voll im Blick.
Bei Smart Investor frage ich mich öfter, wofür da smart steht. Vielleicht sind die doch zu stark Investor.
Zum Thema Investment ein relevanter Artikel:
http://www.propagandafront.de/1101720/gefangen-im-wertpapier-dschungel-was-edelmetallanleger-den-mainstream-investoren-voraus-haben.html
Abgerechnet wird immer am Ende. Noch nicht jetzt
Gold ist meines Erachtens eine volle Spekulation gegen Regierungen und Notenbanken.
Abgerechnet wird zum Schluss, bloß dass wir hier das Ergebnis fast schon schwarz auf weiß haben.
Viele Grüße!
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