Und führe uns nicht in Versuchung ….

11. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Letzte Woche hieß es noch, der Bitcoin wäre eine Blase. Mag ja sein. Nur ist diese seitdem um nochmal die Hälfte größer geworden. Einer kostete so viel wie ein Kleinwagen oder ein ganzer DAX. Billig, aber die Leute sind offenbar willig.

Bei 1.500 Prozent Gewinn in diesem Jahr sieht der DAX mit 14 Prozent Aufschlag ziemlich staubig und langweilig aus.

In Großbritannien wühlt gerade jemand auf einer Müllkippe nach seiner Festplatte herum, auf der Bitcoins für jetzt 100 Millionen Euro liegen. Armer Kerl.

In Finanzsachen gibt es ja ständig und noch mehr Versuchungen, sich auch Verluste mit Bitcoins selbst einzubrocken. Alles eine Glaubenssache. Manche glauben ja auch an den Weihnachtsmann, den es ja angeblich gar nicht gibt. Wir sollten das mit dem Glauben ernster nehmen, sagt der Papst. Das „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern… Wer ist damit gemeint?

Stimmt, ruft der Wirtschaftsweise und verweist auf frisierte Statistiken. Gerade versucht man den Leuten wieder klebrige Prognosen für 2018 in die Haare zu schmieren. Witzig! Dabei weiß niemand, was die Börsenzukunft bringt.

In Sachen Politik ist das einfacher mit Blick auf eine neue Runde GroKo für alle. Wenn hoch bezahlte Ministerposten winken, werden schon mal gute Absichten im roten Abendlicht über Bord geworfen. Dann wird man erst Minister und später Lobbyist .., und stößt mit einem Gläschen Glyphosat an. Prösterchen! Ist ja auch noch gesund.

So ist das mit den Versuchungen. Die Werbeindustrie verdient damit Milliarden, denn täglich stehen neue Dumme auf. Börse ist nichts anderes, zumindest auf kurze Frist betrachtet eine Art Praline, deren Inhalt niemand kennt. Marzipan oder Senf?

Es kommt nur darauf an billig zu kaufen und teurer zu verkaufen, den Gewinn einzustecken und davon ein Viertel als Steuer nach Berlin zu überweisen – zur freien Verschwendung. Nur weiß man nicht, wo unten und oben ist. Doch dafür gibt es die Versuchungen, in die man immer wieder hinein geführt wird oder freiwillig rennt.

© Frank Meyer, Kolumen aus den Lübecker Nachrichten

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