Und es kam wie es kommen musste …

22. Juni 2011 | Kategorie: RottMeyer

Wenn die Finanzminister der Euro-Zone die Köpfe zusammenstecken, dann weiß der deutsche Steuerzahler eigentlich schon vor dem Treffen, dass es für ihn teuer wird. Oft genug wurde das abgekartete Spiel inzwischen praktiziert…

vom Smart-Investor

Die deutsche Regierung präsentiert der eigenen Bevölkerung im Vorfeld medienwirksam ihre „harte“ Verhandlungsposition, welche dann, völlig unerwartet versteht sich, vollständig pulverisiert wird. Danach erfahren die Schutzbefohlenen zu Hause von den großartigen „Verhandlungserfolgen“ ihrer Regierung. Diese bestehen aktuell darin, dass nun die dauerhafte Transferunion zu Lasten Deutschlands auf den Weg gebracht wurde, einhergehend mit der Selbstenthauptung der nationalen Parlamente zu Gunsten des Brüsseler Apparats. Der permanente „Rettungsmechanismus“ ESM, etwa so sinnvoll wie permanente Reanimation, wird schon aufgrund seiner absurden Dimension – 700 Milliarden Euro sind natürlich nur der Anfang – das Haushaltsrecht des Parlaments de facto weitgehend aushebeln.

Spätestens seit den gestrigen Finanzminister-Beschlüssen müsste die deutsche Regierung eigentlich unter strenger Beobachtung durch den Verfassungsschutz stehen. Die „Euro-Krise“ hat dem Brüsseler Apparat in kürzester Zeit eine derartige Machtfülle beschert, dass der Gedanke naheliegt, der Euro sei schon als ein solches trojanisches Pferd zur Zerstörung der Nationalstaaten konstruiert worden. Dass er zumindest so, wie er seinerzeit von der Regierung Kohl/Waigel propagiert wurde, gar nicht funktionieren konnte, war wirtschaftlich denkenden Menschen damals bereits klar. An Warnungen fehlte es jedenfalls nicht.

Am Beispiel Griechenland- und Euro-„Hilfe“ kann man zudem geradezu lehrbuchmäßig die Wirkung staatlicher Interventionen studieren: Ein marktfernes Projekt (Euro) erfordert zu dessen Aufrechterhaltung immer neue und größere Eingriffe in immer schnellerer Abfolge. Lesen Sie hierzu auch die Titelgeschichte „Krake Staat“ im neuen Smart Investor (Ausgabe 7/2011).

Raider heißt jetzt Twix – Konkursverschleppung heißt jetzt „Rettung“

Das leidige Thema hat allerdings ein paar Randerscheinungen, die so grotesk sind, dass man schon wieder Schmunzeln muss: Etwa wenn die reichlich beschenkten Griechen nun praktisch ununterbrochen auf den Straßen Athens wüten, um gegen was eigentlich (?) zu demonstrieren, während die zwangsverpflichteten Deutschen die fortwährende Plünderung ihres Gemeinwesens lammgleich und ergeben hinnehmen. Oder wenn Merkel und Sarkozy auf griechischen Demonstrationen allen Ernstes als „Nazis“ bezeichnet werden, dann kann das eigentlich nur die pure Lust an der Provokation auf Europas angesagtester Partymeile im Athener Stadtzentrum sein.

Es zeugt schon von großer Regierungskunst, wenn man sich durch das Verschenken von zig Milliarden auch bei den Empfängern hochgradig unbeliebt macht. Dass ein deutscher Finanzminister schließlich so vollkommen weltfremd ist, auf einen freiwilligen Beitrag von Banken zu hoffen, zeigt eigentlich nur, dass er im wirklichen Leben noch nicht viel mit Banken zu tun gehabt haben kann – nette Kumpels, die er da mit Steuerzahlergeld aus dem selbstverschuldeten Sumpf zieht…

Den vorläufigen Höhepunkt aber lieferte die Kanzlerin selbst, die gestern auf der „Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung“ auftrat – eine Regierungschefin wohlgemerkt, der die eigene Währung buchstäblich zwischen den Fingern zerbröselt. Zumindest einen gewissen Sinn für Humor kann man den Handelnden also nicht absprechen. Aber derart lustige Leute muss sich ein Gemeinwesen auch erst einmal leisten können. Insofern geht es uns doch noch gut.

Der neue Smart Investor

Gerade eben ist das neue Heft 7/2011 in Druck gegangen und aller Voraussicht nach werden Sie es am Wochenende in Ihrem Briefkasten vorfinden. Das Titelthema handelt – wie schon erwähnt – vom Staat bzw. vom staatlichen Interventionismus (kommt vom lateinischen inter-venire: dazwischen gehen bzw. kommen, was im übertragenen Sinne als „eingreifen“ übersetzt werden kann) und wie sich dieser in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und des Lebens niederschlägt.

Nochmals zur Terrorgefahr

Inzwischen haben auch einige Mainstream-Presseorgane wie z.B. DER SPIEGEL die Terrorwarnungen für Deutschland aufgegriffen, welche seit einigen Wochen im Internet kursieren. Wie nicht anders zu erwarten ist, wurden dabei die Tatsachen aber vertauscht bzw. verschleiert. Die Internet-Gerüchte sprechen sämtlich von einem False-Flag-Attentat (westlicher Geheimdienste), und was macht der SPIEGEL daraus?

Dort wird die Sache so dargestellt, dass das Bundekriminalamt (BKA) derzeit Spuren nachgeht, wonach Islamisten ein Attentat planen könnten – von False-Flag ist dort überhaupt nicht die Rede. Das bedeutet zuende gesponnen: Wenn tatsächlich irgendwann in nächster Zeit ein Terroranschlag geschehen sollte, dann steht für SPIEGEL und damit für die deutsche Allgemeinheit von vorneherein schon wieder mal fest, wer’s war (wie bei 9/11 auch). Die Islamisten! Man muss sich schon fragen, ob SPIEGEL und andere Massenmedien noch wirkliche Berichterstattung betreiben, oder ob sie sich nicht schon längst zu Handlangern von irgendwelchen Desinformationskreisen gemacht haben.

Der von uns vor zwei Wochen schon erwähnte Rechtsanwalt Dominik Storr hat diesen Sachverhalt auf seiner Website aufbereitet, samt den relevanten Links:

http://www.buergeranwalt.com/2011/06/21/erst-manhattan-dann-berlin-soger-kopp-online-ubernimmt-falschmeldung-von-spiegel-online/

mit freundlicher Genehmigung vom Smart Investor

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13 Kommentare auf "Und es kam wie es kommen musste …"

  1. Stuelpner sagt:

    Ich bin nun wirklich kein Rechter bzw. das was man heute ugs. darunter versteht (dann wären alle Bürger die stolz auf Herkunft und Heimat sind Rechte, Hilfe ringsum in EU wohnen überall Rechte, außer in D da wohnen Schuldige), aber Kopp-V geht gar nicht, ist in meinen Augen nichts anderes als die BILDerzeitung in dunkelbraun, Schuld sind immer die Islamisten auch wenn es keinerlei Beweise gibt. Man will mit Stimmungsmacher Geld verdienen, das ist alles, da fehlt es auch schon mal bei der Gründlichkeit der Recherge. Muss gestehen, war am Anfang von denen auch ganz angetan, aber bei näherem Hinschauen und Nachprüfen bin ich dann sehr kritisch geworden.

    Terrorgefahr klar ist die vorhanden, in einem Land mit ca. 80Mio potenzieller Terroristen die überwacht werden müssen, weil sie durch ihre Existenz schon eine Gefahr sind. Im Straßenverkehr heißt es „Haftung aus Betriebsgefahr“ (Autofahrerhaftung), hier würden dann passen „Terror-Gefahr durch Existenz“.
    Hier paar Bildleins zumThema Terrorist:
    http://www.google.de/search?tbm=isch&hl=de&source=hp&biw=1080&bih=744&q=vorratsdatenspeicherung&gbv=2&oq=vorratsda&aq=0&aqi=g3&aql=&gs_sm=c&gs_upl=2241l10070l0l9l9l0l1l1l0l807l3060l2-5.0.1.1.1l8

    Wenn jetzt wieder so ein Spruch kommt „…die Stasi … usw.“ dann ist das Ende wirklich schon nah.

  2. Reiner Vogels sagt:

    Besonders bedrückend ist im Zusammenhang mit den immer neuen Griechenland- und Eurorettungsmechanismen die schändliche, komplizenhafte Rolle des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Seit etwa einem Jahr sind wohlbegründete Klagen gegen die erste Griechenland“rettung“ in Karlsruhe anhängig. Geschehen ist bis heute nichts.

    Offensichtlich hat das Gericht, weil die Sache politisch heikel ist, die Angelegenheit erst einmal auf Wiedervorlage in einigen Jahren gestellt. Das kommt einer Rechtsverweigerung gleich!

    Das Bundesverfassungsgericht verweigert den Menschen das grundgesetzlich garantierte Recht auf verfassungsrechliche Kontrolle des Regierungshandelns. So wird die Demokratie ausgehebelt, und das oberste deutsche Gericht ist der erste Helfershelfer der Feinde unserer Demokratie. Von daher ist es vollkommen sinnlos, auf den Verfassungsschutz zu hoffen, dass er dem demokratiefeindlichen Treiben unserer Politiker Einhalt gebieten würde. Wenn das oberste deutsche Gericht die Demokratie nicht mehr verteidigt, wie soll das dann ein kleiner Beamter im Verfassungschutz tun?

  3. JayJay sagt:

    Unsere sogenannten Volksvertreter, wissen doch schon lange das, das Bundesverfassungsgericht denen nicht ans Bein pinkelt. Die werden schon ihre Order aus Berlin bekommen haben, wie sie sich zu entscheiden haben, wenn es mal zur Entscheidung kommt.

    Schon fast Verhältnisse wie in der DDR, naja die Banken & Politiker sind ja schon im Kommunismus angekommen. Nur halt der kleine dumme, deutsche Steuermichl nicht, für den gilt weiter die Marktwirtschaft.

    Armes Deutschland 🙁

    Gold & Silber Ahoi

    • Stuelpner sagt:

      „Schon fast Verhältnisse wie in der DDR,…“
      Danke JayJay lange mußte man ja nicht auf einen solchen fundierten Vergleich warten.(s.letzter Satz in meinem Geschreibsel)
      Weis nicht ob die Umfrage „Ziele und Sorgen“ auch schon „fast“ die DDR-Verhältnisse zeigt???

  4. Andre sagt:

    So ähnliche Fragen schwirren mir auch ab und an in meinem Kopf herum! Der Griechische Staat(nicht der Bürger!)bekommt Milliarden, und den Deutschen kümmert es nicht! Er frisst seine Beta – Blocker und geht wieder zur Maloche!
    Good night good old Germany!

  5. Ein Besorgter Grieche sagt:

    „Etwa wenn die reichlich beschenkten Griechen nun praktisch ununterbrochen auf den Straßen Athens wüten, um gegen was eigentlich (?) zu demonstrieren“

    Auf die Beantwortung dieser Frage würde ich gerne näher eingehen, weil sie vielen Deutschen offenbar Probleme bereitet…

    Als die Krise in Griechenland ausgebrochen ist und die ersten Sparmaßnahmen verkündet wurden, war ich als in Deutschland lebender und hier aufgewachsener Grieche davon überzeugt, dass die regierende PASOK in den Umfragen sofort einbrechen würde. Verwundert reibte ich mir die Augen, dass sie sich stattdessen viele Monate lang konstant ohne Stimmenverluste als stärkste Kraft halten konnte. Da dämmerte es mir… Die Helenen haben wirklich genug von der Fetternwirtschaft, den „Fakelaki“ und der Korruption im Land. Sie verlangen nach Veränderungen. Das Taten sie zwar auch vorher, aber damit war schluss wenn es an ihren eigenen Geldbeutel ging. Aber jetzt waren sie bereit auch persönliche Einschnitte in Kauf zu nehmen um ein marodes System ein für alle mal aus dem Land zu fegen!

    Es hieß immer: „Wenn wir die Veränderungen nicht jetzt durchziehen, jetzt wo wir in der Krise sind und die ganze Welt auf uns schaut und Europa Druck ausübt, dann werden wir es niemals schaffen. Denn ohne Hilfe von aussen können wir gegen die Mächtigen in diesem Land nichts ausrichten.“

    Was ist heute noch von dieser Euphorie und Aufbruchstimmung übrig geblieben?
    Leider nicht viel. Die „Reformen“ haben wie immer nur die mittleren und geringen Einkommen belastet. Meine Großmutter bekommt jetzt ca. 300€ Rente im Monat und dass bei Lebensmittelpreisen die um ein vielfaches höher sind als hier in Deutschland. Können Sie von 300€ im Monat leben? Ich könnte es nicht…
    Die Reichen zahlen noch immer keine Steuern. Die Politiker verdienen immernoch 15 oder mehr Monatsgehälter und genießen eine zweifelhafte Immunität gegen so ziemlich jedes Gesetz. Von Gerechtigkeit und Gleichheit ist noch immer nichts zu sehen. Die Menschen sind verärgert und desillusioniert.

    Gegen was demonstrieren die Griechen jetzt eigentlich?

    Ähnlich wie die Bewegung in Spanien fordern die Griechen eine ECHTE DEMOKRATIE. Schluss mit den Privilegien und her mit einer fairen Besteuerung aller Einkommensschichten!
    Und natürlich demonstrieren sie auch gegen weitere Sparmaßnahmen, weil die allermeisten jetzt schon nicht mehr können! Das wollen viele in Deutschland einfach nicht sehen aber der normale Bürger KANN NICHT WEITER BELASTET WERDEN! Diese Menschen leisten bereits ihren Beitrag bis zum gehtnichtmehr. „Besteuert endlich die Reichen nach dem gleichen Maßstab“, sagte neulich meine Schwester in Athen zu mir. „Es kann nicht sein, dass Ärzte, die 3 Porsche Cayenne vor ihre Villa stehen haben, aber nur 12.000€ Jahresgehalt beim Finanzamt angeben und damit durchkommen.“

    Aber die Frage, die den meisten Deutschen wirklich unter den Fingernägeln brennt ist doch eine andere. Mal ehrlich: Warum sind diese undankbaren Griechen plötzlich gegen uns? Wir geben Ihnen unser Geld und was kriegen wir dafür? Ein Dankeschön? Nein, ein Nazi-Kreuz aus Europasternen…

    Da dies jetzt ein ganz heikles Thema wird will ich eines schonmal vorweg schicken:
    Diese Nazi-Symbole sind absolut unpassend, empörend und zu verurteilen. Sie entsprechen auch in keinster Weise dem Bild welches ich von Deutschland habe. Jedoch sollte man diese Bilder nicht überbewerten oder gar als representativ für die Allgemeinheit der Demonstranten ansehen, nur weil 2-3 minderbemittelte keine Ahnung von der jüngeren europäischen Geschichte haben.

    Wofür ist Deutschland nun in den Augen der Demonstranten verantwortlich?
    – Wie oben beschrieben muss nur der normale Bürger für die Kosten der Krise aufkommen. Deutschland hätte den Einfluss gehabt auch die reichen zum erforderlichen Aderlass zu verpflichten, hat dies jedoch nicht getan. Griechische Politiker sind für solche Einschnitte bereits zu sehr korrumpiert.
    – Der Focus-Scandal vom Anfang der Krise ist den meisten Griechen noch immer in Erinnerung (währen die Deutschen ihn schon längst vergessen haben).
    – In der BILD wird eine Hetzkampagne nach der anderen gegen Griechenland gefahren. Für diese Glanzleistung wurde die Bild-Zeitung vor kurzem auch noch mit einem Preis ausgezeichnet. Das haben die Griechen in Athen mitbekommen.
    – Wie in diesem Forum schon oft beschrieben, führt der Weg aus der Verschuldung bestenfalls durch Reformen und sanftes Sparen. Harte Sparmaßnahmen ohne Rücksicht auf Verluste führen zwangsläufig in die Krise. Aber für genau solche Maßnahmen ist Deutschland verantwortlich.
    – Deutschland hat anfänglich die Hilfszahlungen an Griechenland verweigert. Das wäre vertretbar, wenn dies aus Überzeugung geschehen wäre. Es ist jedoch nur geschehen damit Fr. Merkel (damals Madame No) die damaligen Landtagswahlen gewinnen kann. Dieses Ziel hat sie ja „leider“ verpasst.
    – Frau Merkel hat ohne große Not (damals waren die Hilfszahlungen wesentlich kleiner als heute) den IWF, also den Verlängerten Arm der Amerikaner, nach Europa geholt (eine Sünde in meinen Augen, die ich ihr persönlich niemals vergessen werde). Dem IWF und den Amerikanern stand Griechenland schon immer sehr skeptisch gegenüber, um es nett auszudrücken.
    – Die Zahlungen der ersten „Hilfen“ waren an Bedingungen geknüpft. Griechenland musste von Deutschland und Frankreich mit diesem Geld Waffensysteme (z.B. Fregatten) in Milliardenhöhe kaufen, nur ein mikriger Rest ist in die Rückzahlung bestehender Schulden geflossen. Für diese Information müssen Sie sehr lange in den deutschen Medien suchen und fast kein Deutscher kennt diese Details. In Griechenland steht sowas auf der Titelseite.

    Was hätte sich der Giorgos-Normal-Grieche von Deutschland gewünscht?

    Eine Ehrliche Hilfe mit Beteiligung der Banken, der Reichen und der Privilegierten. Dazu Reformen die dem Allgemeinwohl dienen.
    Hätten die Deutschen/die Europäer sinngemäß alle alten, korrupten Politiker und Funktionäre aus ihren gekauften Ämtern gejagt und ehrliche, zielgerichtete Reformen durchgesetzt, wäre der Syntagma-Platz heute, trotz der harten Sparmaßnahmen der Bevölkerung, in einem Fahnenmeer aus weissblauen und schwarz-rot-goldenen Streifen eingehüllt. Und die Sterne der Europafahne währen noch immer im Kreis angeordnet.

    • Stuelpner sagt:

      Zuerst möchte ich sagen, das die Griechen meine absolute Sympatie haben für ihren Freiheitswillen. Danke E.B.G. für den Kommentar.

      Das sie jetzt Wut auf D haben ist nachzuvollziehen, wenn auch ziemlich kurz gedacht, ich denke diese „Entscheidungsträger“ in Berlin, vertreten wie immer nicht die Meinung des denkenden dt. Volkes, so daß die Griechen eher Wut auf die In Berlin haben sollten. Schließlich sind die ja sehr ähnlich mit dem … was sie da unten sitzen haben.
      „Die Reichen zahlen noch immer keine Steuern. Die Politiker verdienen….Menschen sind verärgert und desillusioniert.“ Ist absolut identisch mit D.

      “Es kann nicht sein, dass Ärzte, die 3 Porsche Cayenne vor ihre Villa stehen haben, aber nur 12.000€ Jahresgehalt beim Finanzamt angeben und damit durchkommen.” Schlimm genug, aber immerhin haben die „kleinen Griechen“ (nicht nur die Ärzte) sich ein Beispiel an ihren „vorbildlichen“ Volkszertretern genommen, in D wird fleißig weiter zum Wohle der EU und der anderen nat.Parasiten (edit?) jeder Cent und lieber einer zuviel abgeben.

      „…korrupten Politiker und Funktionäre aus ihren gekauften Ämtern gejagt und ehrliche, zielgerichtete Reformen durchgesetzt,…“ Wäre dafür nicht Vorraussetzung das sie mit guten Beispiel voran gehen? Wer sowas wie H4 durchsetzt bzw. verschärft, will keine ehrlichen, zielgerichteten Reformen.

      „Geld Waffensysteme (z.B. Fregatten) in Milliardenhöhe kaufen“ doch es gibt Deutsche die das wissen, es waren glaube ich 7,6Mrd. die Griechenland für das Zeug ausgeben mußte, zum Schutz vor den kriegerischen Türken. Das dieser Kauf nicht schon GR aus der Krise geholfen hat, nein das versteht keiner. 😉

      Hier wird wieder das dt. Volk gegen seinen Willen zum Buh-Mann gemacht und gegen die EU(-Völker) aufgehetzt die sie so wieso nicht wollte.

      • Ein Besorgter Grieche sagt:

        @Stuelpner

        Ich empfinde keine Wut auf Deutschland. Ich empfinde Zorn auf das falsche politische System (in beiden Ländern).
        Ich habe nur versucht zu erklären, was in den Köpfen der Demonstranten in Griechenland (meiner Meinung nach) vor sich geht und woher diese teilweise anti-Deutsche Stimmung kommt. Das alles bezog sich auf die Frage vom SmartInvestor, wogegen die Griechen eigentlich demonstrieren…
        Die einzigen auf die ich wirklich schlecht zu sprechen bin sind die Mainstream-Medien die Tatsachen verschweigen (wie z.B. die o.g. Waffengeschäfte) oder Tatsachen verdrehen (dass es z.B. bei der Rettung Griechenlands eigentlich um die Rettung der Banken geht) und die reinen Populismus betreiben (siehe BILD). Aber da bin ich ja in dieser Runde in guter Gesellschaft glaube ich 😉

        Noch eine Kleinigkeit zum korrupten Stavros-Normal-Bürger:
        Es ist kaum möglich seine Geschäfte normal zu tätigen und seine Steuern zu bezahlen. Kleines Beispiel von vor zwei Jahren:
        Ein Bekannter hat einen Elektriker kommen lassen, der einige Arbeiten erledigt hat. Am Ende sagt der Elektriker zu meinem Bekannten ganz offen: „Meine Arbeit kostet 180€ mit Rechnung und 90€ ohne“. Wie entscheidest du dich da, wenn du nur 800€ im Monat verdienst? Hast du da eine andere Wahl? Und anzeigen bringt auch nichts, weil sogar der Steuerfahander korrupt ist…

        Grüße aus München

        • Fnord23 sagt:

          Vielen Dank für deine Kommmentare, die doch nur eines zeigen:

          Weder die Deutschen noch die Griechen oder sonst ein Volk sind sich der wahren Ursachen bewußt, die uns in dieses Desaster führen.

          Die Eliten dieser Welt hatten das Volk immer in der Hand, haben es in der Hand und werden es immer in der Hand haben. Weil sie die Bildungs- und Informationsmacht haben. Weil sie das Geldsystem in der Hand halten. Die ziehen ihr Ding durch. Mit uns oder gegen uns. Die zwingen uns deren Geld zu benutzen, deren Wahrheiten zu glauben. Wir müssen für die in Kriege ziehen und uns gegenseitig hassen wenn es denen passt.

          Finanzdiktatur und multinationale Konzerne im Auftrag einiger Weniger gegen die Völker der Welt. Da hilft wahrscheinlich nur eine weltweite gewaltsame Revolution. Leider.

          VG aus Sachsen

        • Stuelpner sagt:

          “Meine Arbeit kostet 180€ mit Rechnung und 90€ ohne”. Wie entscheidest du dich da, wenn du nur 800€ im Monat verdienst? Hast du da eine andere Wahl?
          Das ist genau was ich meinte. Die Griechen nehmen sich ihre korrupten und gewissenlosen Politiker als Vorbild und richten ihr Handeln nach denen die es so vor machen. In D. wird darüber geschimpft und der Kopf geschüttelt, aber diese Vorbilder mit Steuerfetishismus noch finanziert und belohnt.

          „Ich empfinde Zorn auf das falsche politische System (in beiden Ländern).“
          Absolut richtig, aber das kann man nicht mal so zwischen Pils und Uzo ändern, zumal die Mehrheit der Betroffenen noch nicht mal begriffen hat wie es ist bzw. wo sie leben. Zur Not gibt es dann noch paar Unworte mit denen man Aufwachende gleich wieder in tiefen Schlaf versetzt.
          siehe Fnord: „Da hilft wahrscheinlich nur eine weltweite gewaltsame Revolution.“

          Das Sparpaket in GR ist nun durch und der endgültige Untergang GR damit besiegelt, wie werden das die Stavros-Normal-Bürger nun „würdigen“, geben sie auch auf oder stehen sie jetzt erst recht auf?

    • Frank Meyer sagt:

      Herzlichen Dank für Deine Schilderungen! Und willkommen an Bord bei rottmeyer!

    • Hauki sagt:

      Hallo „besorgter Grieche“,

      die Medien sind ja an der Hetze auch nicht unwesentlich beteiligt. Angefangen bei dem unschönen Cover des Focus mit dem Stinkefinger usw…

      Im Gelben Forum berichtete neulich jemand von gelöschten Leser-Kommentaren bei DIE WELT, wenn diese nicht in den Kram passten. So auch folgender eines in Griechenland lebenden Deutschen zu einem Artikel mit dem wieder einmal bezeichnenden Titel „Griechenland ist wie ein ungezogenes Balg“:

      „Griechenland ist vor allem ein Feigenblatt, um die massive Steuersubvention der deutschen und französischen Banken zu Lasten der Steuerzahler zu kaschieren.
      Und leider ziehen die meisten Medien in Deutschland mit. Um es kurz zusammenzufassen:
      – die Banken verliehen mit staatlichen Garantien (also auf Kosten der Steuerzahler) Gelder an ein Land, das sich diese Kredite eigentlich überhaupt nicht leisten konnte. Probieren Sie vergleichbares mal bei der Bank – sie werden kein Geld bekommen.
      – Griechenland bekam auch den Euro. Von einem Tag auf den nächsten kostete zB die Limo im Restaurant statt umgerechnet zu Drachmezeiten 40 Cent mindestens zwei Euro. Die Gehälter der Griechen wurden aber exakt umgestellt, also fand faktisch ein massiver Kaufkraftschwund statt
      – wer von den Normalbürgern privaten Konsum hatte, bekam den jetzt durch Kredite. Für diese musste man gar nicht erst zur Bank betteln gehen: Die wurden den Leuten am Telefon aggressiv aufgeschwatzt.
      Und was passierte mit den Staatskrediten? Mit denen wurden vor allem Straßen, Flughäfen und Hafenanlagen gebaut, u.a. – sehr gern von deutschen und französischen Konzernen. Die staatlich garantierten Kredite flossen also abzüglich einiger lokaler Löhne und Bestechungsgelder weitgehend in die Taschen der deutschen und französischen Konzerne zurück. Und nun müssen die Kredite der Banken gerettet werden, wieder mal auf Kosten der Steuerzahler, nicht auf die der Konzerne.
      Tja, und die Bürger, die laut Bild eine Party nach der nächste und Fettlebe haben? Ausreißer im Lohnniveau gibt es in in Gr wie in D – aber hier wurden die Gehälter im öffentlichen Dienst mal eben um 30 Prozent gekürzt. Gleichzeitig wurden direkte und indirekte Steuern massiv erhöht, der Benzinpreis hat sich in zwei Jahren fast verdoppelt. Lidl ist aber trotzdem rund 15-20 Prozent teurer als in Deutschland, die einheimischen Supermärkte langen oft noch mehr hin. Die Durchschnittsrente liegt bei 600 Euro.
      Ich lebe seit einiger Zeit in Griechenland und bekomme es in der Nachbarschaft direkt mit: Die Banken rufen jetzt wieder an, aber jetzt geht es darum, ob die verschuldeten Normalbürger noch 20 Euro vom Giro bekommen oder nicht. Wer rausfällt durch die täglich irgendwo einschlagenden Job-Kündigungen: Ein kleines Arbeitslosengeld für sechs Monate, das war’s. Hartz IV o.ä. gibt es hier nicht, nur Familie, die evtl. helfen kann.
      Die Restaurants haben hier im letzten Winter genau so eines nach dem anderen zugemacht wie die vielen kleinen Läden. Das Land wird nicht in eine Rezession, sondern in eine tiefe Depression gespart.
      Wenn dann morgen am Sonntag wie von einigen erwartet eine Million Menschen in Athen auf die Straße gehen, dann entspräche das über 8 Prozent der griechischen Bevölkerung. Auf Deutschland umgerechnet wären das 6,4 Millionen der Bürger. Die stehen da nicht, weil das Souflaki im Restaurant kalt war. Die können nicht mehr anders.“

      Quelle: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13412271/Griechenland-ist-wie-ein-ungezogenes-Balg.html#

      Gruß, Hauki

  6. braindead sagt:

    wie plötzlich und unerwartet …

    Hamburg. Der Stresstest für Banken wird verschärft. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat die 90 teilnehmenden Institute aufgefordert, einen Ausfall griechischer Staatsanleihen durchzuspielen, wie die Financial Times Deutschland vermeldet. Die Anforderung ist brisant. Die EU will eine Pleite Griechenlands offiziell verhindern. Das durchgespielte Szenario eines Kreditausfall Griechenlands ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent gelistet. Die Reaktionen sind erstaunt.
    (LINK)
    ———————————————————————-

    und

    Eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, hat etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden, denn unsere „moderne Zivilisation“ ist noch immer auf der Religion aufgebaut, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode mutierte und uns alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. (LINK)

    Es geht um:
    Eine andere unsichtbare Hand des Marktes, von den blinden Flecken der Volkswirtschaftslehre
    Jürgen Kremer, Professor für Wirtschaftsmathematik am RheinAhrCampus Remagen

    12 Seiten die sich lohnen, imho schön beschrieben und Pflichtlektüre für jeden Politiker weltweit!

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