Und die Moral von der Geschicht`…

29. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zum Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung erhoben werden könnte.“ (Immanuel Kant)

Was tun Anleger eigentlich, wenn Sie in eine Firma investieren und deren Aktien kaufen? In erster Linie werden die meisten dabei an den möglichen Profit denken. An Dividenden beispielsweise oder an mögliche Kursgewinne durch einen Anstieg des Aktienkurses.
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Dass man als Aktionär darüber hinaus maßgeblich dazu beiträgt, dass die „eigene Firma“ investieren und so Arbeitsplätze schaffen kann, wird im Zeitalter eines weltweiten Börsencasinos dagegen eher selten beachtet.

Und dann gibt es da noch die moralisch-ethische Komponente des Geldanlegens. Dabei geht es etwa um die Frage, ob man Investments in bestimmte Branchen und Unternehmen ganz grundsätzlich meiden sollte. Etwa weil man es nicht mit dem eigenen Gewissen vereinbaren kann, an Waffengeschäften zu partizipieren.

Bei Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin oder Boeing, bei Spekulationen mit Agrarrohstoffen oder bei nachweislichen Umweltverbrechern wie dem Ölkonzern BP ist diese Frage relativ leicht zu beantworten: Anleger, in deren Überlegungen mögliche Profite nicht oberste Priorität haben, werden sich hier zurückhalten.

Nicht ganz so einfach ist der Sachverhalt bei den Mobilfunkbetreibern zu beurteilen. Sind das nicht grandiose Unternehmen, weil sie uns allen diese „unverzichtbaren“ Handys, Tablets und das mobile Internet bescheren, das mit dem neuen LTE-Standard künftig sogar noch viel besser und leistungsfähiger werden soll?

Tatsächlich sieht etwa der Kursverlauf einiger Mobilfunkanbieter aktuell verführerisch aus. Nehmen wir etwa die Aktien der Deutschen Telekom in der folgenden Abbildung. Hier scheint sich gerade ein Aufwärtstrend zu etablieren. Bei oberflächlicher Betrachtung ist man geneigt, die Aktie nach dem jüngsten Rücksetzer zu kaufen, auch mit Blick auf mögliche Marktturbulenzen, denn gerade defensive Aktien sollten dann besonders gut abschneiden.

Telekom lang JPG

Wer sich jedoch einmal etwas eingehender mit der Thematik beschäftigt, der wird feststellen, dass die großen Telekomkonzerne nicht besser sind als Waffenlobbyisten oder Fracking-Firmen.

Immer mehr spricht dafür, dass hier Milliardengeschäfte auf dem Rücken der Gesundheit von uns allen gemacht werden. Warum man davon in den Medien so wenig hört oder liest, liegt auf der Hand: Mobilfunkbetreiber, Behörden und Medien sitzen alle im selben Boot und haben ein Kartell des Schweigens gebildet.

Tatsächlich ist die Faktenlage erschreckend:

Der Onkologe und Professor für umweltbedingte Mutagenese Dr. Angelo Gino Levis von der Universität Padua und der Neurochirurg Dr. Guiseppe Grasso konnten zweifelsfrei nachweisen, dass elektromagnetische Strahlungen, die von Handys und Schnurlostelefonen ausgesendet werden, die Zellen schädigen und zu Krebs führen können.

Im vergangenen Jahr warnte sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass die Strahlungen von Mobiltelefonen Krebs erzeugen können.

Die WHO nahm Handys daher in ihre „Class 2B Carcinogen-List“ auf. Dort stehen die niedlichen Geräte jetzt in einer Reihe mit Benzpyren, wie es im Steinkohleteer vorkommt, oder mit Benzol, einem Bestandteil von Motorenbenzin.

Bemerkenswert sind auch jüngere Erkenntnisse der staatlichen Universität Belo-Horizonte in Brasilien. Forscher verschiedener Fakultäten und des öffentlichen Gesundheitsdienstes hatten den Regierungsbezirk Minas Gareis untersucht. Dabei wurden die Daten von zwei Millionen Einwohnern (!) ausgewertet.

Ergebnis: Die Krebssterblichkeit ist dort am höchsten, wo die Einwohner den größten Strahlenbelastungen ausgesetzt sind. Und: Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben ist umso größer, je näher die Menschen am Sendemast leben.

„Sonderbehhandlung“ für Kinder und Krebspatienten…

In diesem Zusammenhang könnte man einmal die Frage stellen, warum Mobilfunksender hier zu Lande bevorzugt in der Nähe von Rehakliniken für Krebspatienten (kein Witz) oder, auch das ist höchst fragwürdig, in unmittelbarer Nachbarschaft von Schulen oder Kindergärten errichtet werden.

Auf der Internet-Seite der Bundesnetzagentur lassen sich die Standorte dieser Sender sehr einfach ermitteln. Beispielhaft zeigt das die Louise von Marillac-Klinik in Bad Überkingen. Hier sollen sich Frauen von ihren Brustkrebs-Operationen erholen.

Und siehe da: Zwei Sendemasten, erkennbar an den orangefarbenen Dreiecken in der folgenden Grafik, wurden in unmittelbarer Nachbarschaft des Krankenhauses (blauer Kreis) postiert. Die verantwortlichen Behörden und die beteiligten Mobilfunkbetreiber müssen sich die Frage gefallen lassen, was dieser Unsinn eigentlich soll.

Auf der Seite der Bundesnetzagentur lassen sich mühelos zahlreiche weitere Beispiele finden, über die man nur den Kopf schütteln kann. Einfach Adresse von Schule, Kindergarten oder Klinik eingeben und staunen.

Mobilfunk Klink Überkingen JPG

In diesem Zusammenhang muss man den folgenden Dokumentarfilm von Klaus Weber gesehen haben. Unter dem Titel „Mobilfunk – die verschwiegene Gefahr“ macht der Beitrag deutlich, wie wir hier alle belogen werden; wie unsere Gesundheit geopfert wird, weil es einer gigantischen Lobby um Milliardengewinne geht:

Die Mobilfunkbetreiber schädigen aus Profitgier wissentlich die Gesundheit und das Leben der Bevölkerung. Diese Tatsache machte vor einiger Zeit auch der ehemalige Staatsanwalt Professor Erich Schöndorf öffentlich. Schöndorf hat festgestellt, dass Sachverständige ganz bewusst lügen, um die Wahrheit zu verschleiern und im Geschäft zu blieben.

Mobilfunk Lügner JPG

Vielsagend ist auch, wie Telekom-Sprecher Dr. Volker Bökelmann die Sache sieht. Ohne es zu wollen beantwortet der Manager mit dem folgenden Statement auch gleich die Frage, ob man die Telekom-Aktie jetzt oder in Zukunft kaufen sollte:

Mobilfunk-Wahnsinn JPG

Unsere Meinung zu dem Thema ist aus heutiger Sicht reichlich exotisch, dürfte aber genau aus diesem Grund weitaus zutreffender sein als die Beschwichtigungsformeln in den Medien. Denn bekanntlich lauern die größten Gefahren immer dort, wo niemand hinsieht:

Genau wie beim Dauerthema Finanzkrise stehen wir auch bei der Mobilfunkthematik noch ganz am Anfang von Entwicklungen, die vielen von uns die Augen öffnen werden. Für viele wird der Erkenntnisgewinn leider zu spät kommen.

Erstaunlichen Weitblick zeigte hier der frühere Bundespostminister Wolfgang Bötsch. Bereits im Jahr 1994 sagte der Politiker:

“Die aufgeregte Diskussion in der Bevölkerung über die Kernenergie dürfte in Relation zu dem, was uns die Mobilfunknetze noch bescheren werden, nur ein laues Lüftchen gewesen sein.”

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief


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5 Kommentare auf "Und die Moral von der Geschicht`…"

  1. Rico sagt:

    Der Grund warum die Masten in der Nähe von stark frequentierten Häusern stehen ist doch einleuchtend: Da wo sich viele Leute aufhalten, werden viele Zugangspunkte benötigt. Je mehr Leute sich an einem Punkt befinden, desto größer ist auch der Kampf um eine Verbindung zum Mast. Also stellt man einen weiteren Mast hin um die Last zu verteilen.

    • Habnix sagt:

      Ja stimmt, sind ja auch viele Kinder im Kindergartenalter, die sehr viele Handymasten benötigen.Man stelle sich mal vor, man hätte früher auch so viele Telefonzellen für einen Kindergarten gebraucht, nur damit die Leute oder Kinder sich nicht um eine Telefonzelle kloppen.Jeder will ja einen Zugang zur Telefonleitung haben und so eine Telefonzelle hat ja nur ein Telefonleitung. Also ist man früher hingegangen hat mindestens zehn Telefonzellen vor einem Kindergarten hingestellt?

      Und das alles bei schwindenden Bevölkerungszahlen.

      • meinereiner sagt:

        Früher… das Wort welches immer dann fällt, wenn man keine Argumente hat.

        Früher konnten die Bauern ihre Äcker auch noch mit einem Gaul und einem Pflug (hinter dem sie herliefen) bestellen.
        Früher war Salz wertvoller als Gold.
        Früher wurde der Bedarf an PCs weltweit auf 5 Stück und der notwendige Hauptspeicher auf 640MB geschätzt (mehr braucht kein Mensch).
        Früher hies unser soziales Netzwerk „draußen“.

        Heute nimmt aber jeder sein Smartphone mit ins Krankenhaus und will permanent schnelles Internet, am besten noch Filme auf’s Tablet gestreamt. WLAN ist zu teuer, also müssen die Masten her. Die Eltern vertrauen ihren Kids auch nicht mehr, also brauchen die auch Smartphones mit Ortungsfunktion.
        Und schon ist der Bedarf an Masten da.
        Muss man das gut finden? Nein.
        Gäbe es bessere Alternativen? Ja.
        Aber die meisten Menschen wollen die Technik eben auf diese Weise nutzen. Die Betreiber kalkulieren logischerweise ohne Moral rein Wirtschaftlich wo sich welcher Mast mit welcher Abdeckung und wie viel potentiellen Kunden rechnet – abhängig von Bevölkerungsstruktur und -dichte, Topologie, Anbindung an die eigenen Infrastruktur, andere eigene Masten in der Umgebung etc.

  2. Habnix sagt:

    Waren und sind Smartfons(Handy) im Krankenhaus nicht verboten?

    Aha! Ohne Moral.

    Worum ging es nochmal im Artikel?

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