Um was es beim Bargeldverbot wirklich geht…

3. März 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Gibt es überhaupt einen „Krieg gegen das Bargeld?“ Nein, es ist ein Krieg gegen Sie, uns alle!!! Es ist viel perfider, als Sie sich das vorstellen können. Mehrere Länder – wie zum Beispiel Dänemark, Schweden und Norwegen – sind bereits fast völlig bargeldlos…

Andere, wie zum Beispiel Frankreich, haben Bargeld-Transaktionen oberhalb bestimmter Beträge verboten. Es gibt sogar Pläne auf den höchsten Ebenen der indischen Regierung – Indien ist eine der am meisten vom Bargeld-abhängigen Gesellschaften – jetzt Anreize gegen die Verwendung von Bargeld einzuführen.

Inzwischen votieren gleich mehrere Ökonomen und Kommentatoren – allen voran die Harvard-Ökonomen Larry Summers und Kenneth Rogoff, Citibank Chefökonom Willem Buiter, Andy Haldane von der Bank of England, und Martin Wolf von der Financial Times – für eine bargeldlose Gesellschaft.

Wie wir vor kurzem hier im Tagebuch berichteten, sagt Herr Summers ja, dass es Zeit sei, die 100-Dollar-Banknote zu töten.

Und der New York Times zufolge könnte die Abschafftung von Banknoten mit hohem Nominalwert unheimlich hilfreich sein im Kampf gegen Verbrechen.

Heute graben wir ein wenig tiefer in diesen Misthaufen, um herauszufinden, wer oder was sich wirklich hinter dieser Kampagne verbirgt.

Und was für eine Überraschung!

Es ist wie so oft „Deep State“ – der Schatten-Staat –

übelriechend,

böswillig

und bösartig.

Nehmen wir zunächst – wie von einer schmutzigen Windel – Abschied von der Vorstellung, dass die Abschaffung von Banknoten mit hohem Nominalwert dazu dient, „Verbrechen zu bekämpfen.“ Wenn Sie einen $ 100.000 Cash-Deal machen wollen, brauchen Sie einen Stapel von $ 100 Noten, der ein wenig mehr als vier Zoll hoch ist.

Nehmen wir nun an, die 100 Dollar-Note ist nicht mehr verfügbar. Wird der Drogenhändler nun zu seinen Klienten sagen: „Ich denke, wir können nicht ins Geschäft kommen. Ich kann nicht damit belästigt werden, große Bündel an Bargeld zu tragen.“

Wird der Rüstungsindustrielle, der ein Mitglied des House Armed Services Committee im Parkhaus trifft, sagen „Es tut mir leid, ich kann Dir einfach nicht das Geld geben. Es passt nicht in den Umschlag“?

Wird die Prostituierte ihrem Zuhälter sagen: „Ich arbeite nicht für 20er.“?

Liebe Leser, machen Sie sich keine Sorgen über die Verbrecher. In Argentinien basiert das Rückgrat der Wirtschaft auf der 100-Peso-Banknote – die hat einen Wert von nur etwa 6 $.

Wir haben ja eine „farm“ in Argentinien. Wir haben gesehen, wie es funktioniert. Die Leute benutzen 100-Peso-Noten für alles – egal ob man nun die Morgenzeitung oder die $ 1.000.000 Wohnung kauft. Sie tragen sie in Papiertüten (um nicht die Aufmerksamkeit von Dieben zu erregen) herum. Sie verstauen sie in Tresoren. Ganze Stapel davon quillen aus den ausgebeulten Hosentaschen der Schmarzmarktgeldwechsler.

Ein Ärgernis? Ja. Werden damit Verbrechen verhindert, bekämpft?

Selten so einen schlechten Witz gehört…

Drogenverkäufer, Prostituierte, Terroristen, Geldwäscher. Sie werden bereits wie Verbrecher gejagt … und mit Geldstrafen, Gefängnis oder Tod bedroht.

Wird die Unannehmlichkeit, Geschäfte nur noch mit Banknoten mit kleinerem Nominalwert abwickeln zu dürfen, sie stoppen?

Vergessen Sie es. Sie werden auf kleinere Banknoten, Devisen, Bitcoin, Gold oder etwas anderes ausweichen. Verbieten Sie die Nutzung von „bequemer“ Währung , werden sie innovativ. Jede Wette.

Eine Steuer auf die Erparnisse

Was ist dran an der Idee, dass ein Bargeldverbot der Wirtschaft hilft?

Wenn es immer schwieriger wird, Bargeld zu halten, wird es für die Zentralbanker weltweit einfacher sein, einen negativen Zinssatz für Ihre Bankeinlagen zu verhängen.

Ohne die Möglichkeit, Ihre Ersparnisse in physischer Währung zu halten, werden Sie keine andere Wahl haben, als ihr Geld auf dem Bankkonto zu lassen … und dafür zu bezahlen.

Aber ein negativer Zinssatz ist nur eine weitere Steuer … eine, die von Mitarbeitern der Bankenbranche Ihnen auferlegt wird und dazu braucht es keine Abstimmung in irgendwelchen Parlamenten.

Bei einem negativen Zinssatz von 1%, verlieren Sie $ 10 für jede $ 1.000 Ersparnisse. Dies ist das gleiche wie eine 1% Steuer auf Spareinlagen.

Aber halt … eine Steuererhöhung führt normalerweise nicht dazu, dass Menschen mehr Geld ausgeben. Es bewirkt, dass sie ihre Geldbeutel schließen und nicht öffnen.

Wenn man Ihnen Geld wegnimmt, haben Sie weniger davon. Sie müssen sich einschränken. Und wenn Sie für Ihren Ruhestand sparen, bedeutet eine Steuer auf Ihre Ersparnisse, dass Sie mehr von ihren Einkommen zu Sparzwecken verwenden müssen.

Es gibt keinen einzigen Beweis in der Wirtschaftsgeschichte dafür, dass es der Wirtschaft hilft, wenn man den Menschen Geld wegnimmt.. Die Idee ist so absurd, dass sie nur von einem PhD-Ökonom … oder einem Schuft kommen kann.

Aber, um es vollständig zu verstehen, … müssen wir Hunderte von Jahren zurück in die Geschichte gehen.

Wir bleiben an der Sache dran…

Fatale Schwachstelle…
von Bill Bonner

Jüngst lautete eine Schlagzeile wie folgt: „Wells Fargo: Es gibt mit einer Wahrscheinlichkeit von 23,5 Prozent eine Rezession in den nächsten sechs Monaten.“

Wir stimmen nicht zu! Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession liegt deutlich höher. Nämlich bei 23,6%, nicht bei 23,5 Prozent.

Wie hoch sind die Chancen, dass Donald Trump ins Weiße Haus einziehen wird?

33,8 Prozent!

Wie stehen die Chancen, dass die Aktienkurse im Jahr 2016 steigen?

72,3%!

Zu welchem Prozenstsatz ist das alles Unsinn?

90% !!!

Gefährliche Zahlen

Friseuren sollte es nicht erlaubt werden, mit Presslufthämmern auf den Köpfen ihrer Kunden zu hantieren. Bäcker sollten keine explosiven Stoffe in ihre Öfen legen. Und Ökonomen sollten nicht mit Zahlen hantieren.

Es ist einfach nicht sicher. Wenn sie etwas zu sagen haben, sollen sie es einfach in Worten ausdrücken. Die Leser können dann für sich selbst beurteilen, ob sie irgendeinen Wert haben.

Die Zahlen sind zu ca. 82,7% falsch. Und dann sind sie auch noch irreführend. Oder noch schlimmer: Sie suggerieren, ob Sie etwas nicht wissen. Oder etwas, das Sie nicht wissen wollen.

„Ihr Blutdruck ist zu hoch“, sagt Ihr Arzt.

„Du trinkst zu viel“, sagt Ihre Frau.

„Sie verlieren Geld“, sagt Ihr Steuerberater.

Jeder sichert seinen Anspruch mit Zahlen ab.

Aber Zahlen können auch nützlich sein, wenn man sie nicht zu ernst nimmt.

Schamlose Präzision

Werfen wir einen Blick auf unsere eigene Agora Economics 10-Jahres-Marktprognose, zum Beispiel …

Erstellt hat diese unser Chef-Analyst, Stephen Jones. Das Prognosemodell basiert – mit einigen Abänderungen – auf Warren Buffet Lieblingsindikator: Marktkapitalisierung in Relation zum BIP.

Und es zeigt aktuell eine reale (inflationsbereinigten) Jahresgesamtrendite von negativen 7,9% für den S & P 500 in den nächsten 10 Jahren an.

Hey … das ist besser, als es vor ein paar Monaten war. Und zwar aus einem offensichtlichen Grund: Aktien haben bereits einen Teil der für das nächste Jahrzehnt prognostizierten Verluste erlitten.

Aber bedeutet dies, dass Sie, wenn Sie in Aktien investieren, 7,9% pro Jahr verlieren werden?

Nein natürlich nicht. Es zeigt nur – mit schamloser Präzision – das Ergebnis unserer quantitativen Analyse.

Wir könnten die Nachricht auch bescheidener, in englischer Sprache, mit einem Zitat eines ehemaligen US-Präsidenten versehen:

„This sucker is going down.“

Technische Schwachstelle

Zahlen können auch für Vergleiche nützlich sein.

Vor langer Zeit arbeiteten wir mit Mark Hulbert zusammen. Unser Ziel war es, genau zu ermitteln, welche Performance die Depots diverser Börsenbriefe auswiesen. Wir wollten sehen, wer wirklich Geld für seine Abonnenten verdient… und wer nicht.

Mark hat sich seither nur damit beschäftigt. Aber jetzt, 36 Jahre später, geht der Performance-Cop in den Ruhestand:

Was hat er gelernt? In seiner Abschiedsausgabe sagt er es uns:

„Die erste und vielleicht wichtigste Lektion ist, dass es sehr schwierig ist, den Markt langfristig zu schlagen. Nicht nur sehr schwierig, sondern extremst.

Bestenfalls können Sie darauf hoffen, den Aktienmarkt im Jahresdurchschnitt mit nur ein paar Prozentpunkten zu schlagen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da sie die Risiken und Chancen damit definieren, den Markt zu schlagen.“

Mark hat über mehr als drei Jahrzehnte die Performance hunderter Börsenbriefe ausgewertet. Während dieser Zeit schaffte es der beste Dienst nur, die simple „buy and hold“-Strategie mit einer Überrendite von 3,7 Prozent pro Jahr zu schlagen.

Eine Fußmatte hier in Aiken zeigt ein Bild von einer Pistole mit den Worten: „Hier ist nichts drin, wofür es sich zu sterben lohnt.“

Wir wollen auch nicht für eine magere Rendite von 3,7% in den Kapitalmärkten „getötet“ werden.

Ein anderer Freund, der ehemalige Budget-Direktor des Weißen Hauses (unter Präsident Reagan), David Stockman, glaubt, dass Investoren von einigen sehr speziellen Zahlen in der nächsten Ausverskaufswelle verprügelt werden.

Er bezeichnet es als „fatale, technische Schwachstelle“ im Markt…
Quelle: Kapitalschutz Akte
Um was es beim Bargeldverbot wirklich geht…(von Bill Bonner)
Fatale Schwachstelle (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

6 Kommentare auf "Um was es beim Bargeldverbot wirklich geht…"

  1. Avantgarde sagt:

    Merkliche Negativzinsen können nur mit einer Reform des Rechtes auf Eigentum einhergehen – und das ist mal noch freundlich ausgedrückt.
    Der Weg dahin ist beschritten.

    Ob sich die Politik auch wirklich klar ist was das dann bedeutet?
    Ich hab da so meine Zweifel…

  2. Insasse sagt:

    „Aber ein negativer Zinssatz ist nur eine weitere Steuer … eine, die von Mitarbeitern der Bankenbranche Ihnen auferlegt wird und dazu braucht es keine Abstimmung in irgendwelchen Parlamenten.“

    Ein wirklich entscheidender Aspekt in diesem Vorhaben! Den so von den Banken eingeführten Negativzins, darf man getrost als Umgehung der Demokratie bezeichnen. Natürlich mit stillem Einverständnis der „Demokraten“ in den Parlamenten. Verlängert der Negativzins doch auch deren Machterhalt noch ein Weilchen. Es ist wirklich zum Gruseln…

  3. XY sagt:

    Wenn es kein Bargeld mehr gibt, was wird dann seine Stellung als Vollgeld übernehmen?

    • Michael Scholz sagt:

      Wir werden die Autobahntoilette mit der Geldkarte bezahlen. Die „Großen“ machen ihre „Geschäfte“ dann eben mit Edelmetallen.

      • Argonautiker sagt:

        Oder die Leute nehmen nicht die Karte, sondern treten vermehrt die Tür ein. Das darf man nämlich nicht außer acht lassen. Es könnte der Zeitpunkt kommen, an dem der ganze Plan der Zentralplaner kippt, und einfach auf Null Toleranz beim Menschen trifft. Man sieht es am Thema Flüchtlinge. Das ist gaaanz dünnes Eis, auf dem man sich da gerade seitens der Zentralplaner bewegt.

  4. schlussstrich sagt:

    Tja, wie funktioniert denn nun ein „Bankrun“ bargeldlos?
    Man holt sein Geld von der Bank oder wie?
    Geht ja wohl nicht. Also bargeldlos ist der beste Schutz vor einem bankrun.
    Die Achillesferse der Banken ist Schnee von gestern ….

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.