Ukraine: Verheizte Diplomaten

1. März 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die EU wirft wieder einmal den Blick nach Osten und versucht mit Scheckbuch und medialer Begleitmusik den Anschein der Demokratie zu wahren. Nach dem vorläufigen Umsturz und der folgenden Orientierungslosigkeit sollte man sich vor Ort besser schon einmal auf die Suche nach etwas machen, was die Europäer nicht zu bieten haben: Dollars.

Lange haben sich die deutschen Medien der Ukraine nicht mehr so intensiv und gewohnt oberflächlich gewidmet wie in den vergangenen Wochen. Besonders viele Informationen werden zwar nicht verbreitet, aber man lernt, dass Umstürze gewählter Regierungschefs mittlerweile von der EU als demokratisches Mittel eingestuft werden. Nach den Vorgängen in Ägypten ist das leider keine Überraschung. Zu den Klängen pathetischer Begleitmusik rückt im aktuellen Wirrwarr langsam aber sicher die desolate finanzielle Situation des Landes in den Vordergrund.

Besonders prekär ist die Abhängigkeit von Energieimporten. Wie die Europäer hängen auch die Ukrainer von den Gaseinfuhren aus Russland ab. Die Diskussion wird dabei fahrig geführt und Fakten spielen keine große Rolle. So beklagten sich einige Europäer, die Russen würden die Gaspreise „instrumentalisieren“, um die Ukraine gefügig zu stimmen. Das ist eine interessante Sichtweise für den Verkauf von Gas unter dem Marktpreis. Käme das Erdgas aus der EU würde man vermutlich die großzügige Entwicklungshilfe bejubeln und sich selbst für diesen Akt der Völkerverständigung den Friedensnobelpreis verleihen.

Immerhin, lässt man sich auf einen länger anhaltenden Konflikt ein, so dürfen die Europäer ihre Solidarität auch in der Realwelt ausleben. Verlangt Gazprom den normalen Preis kann Brüssel sich um die Differenz kümmern. Die paar Milliarden lassen sich schon auftreiben. Sicher findet die ARD auch gleich eine entsprechende „repräsentative“ Umfrage, die die Bereitschaft von 95% aller Deutschen zur Zahlung eines solidarischen Gaspfennigs verkündet. Man will ja nicht beiseite stehen, gerade die Deutschen haben ja, usw. …

Nach dem Austritt aus der kommunistischen Welt wähnte man sich auf dem Weg nach oben, jedoch bedeutet mehr Angebot nicht gleichzeitig auch mehr Nachfrage. Da vielerorts Nachfrage und Bedürfnisse gleichgesetzt werden sei daran erinnert, dass Nachfrage der Teil der Bedürfnisse ist, den sich jemand leisten kann. Nimmt man das kaufkraftadjustierte Pro-Kopf-BIP als grobe Messlatte für die ökonomische Realität so findet sich die Ukraine auf einem Niveau wieder, das ein Viertel unter dem Stand vom Beginn der 90er Jahre liegt.

Ein Pfennig wird jedoch kaum ausreichen, vielmehr benötigt die Ukraine eine umfassende lautlose Kollekte. Allein die Defizite des Staatskonzerns Naftogaz lagen in den vergangenen zwölf Monaten bei rund 2 Milliarden USD. Aber die kalte Ukrainer Luft hat offenbar auch ihr Gutes, sorgt sie doch Tag für Tag für so manche Wunderheilung. Zumindest erzählt man sich dies beim Thema Rückenleiden. So bleibt das seinerzeit vom Ägypter Hosni Mubarak bewohnte Krankenzimmer in der Republik wohl vorerst unbelegt.

Ja, so ändern sich die Zeiten. Wer erinnert sich schon noch an früher?

(Focus, 2011) Alle deutschen Regierungen haben Mubarak besucht und ihn empfangen. Schwarze und Liberale, Sozialdemokraten und Grüne haben ihn der deutschen Freundschaft versichert und ihn als Garant der Stabilität gefeiert.

Joschka Fischer, dessen grüne Partei sich heute am lautesten empört, war achtmal bei ihm in Kairo und lobte die „ausgezeichneten Beziehungen“. Als Mubarak in Deutschland operiert wurde, hat die deutsche Regierung geholfen, spezielle Telefonleitungen in die Klinik legen zu lassen.

Seinerzeit hatte man den ägyptischen Regierungschef in Heidelberg behandelt und nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus geradezu überschwenglich reagiert.

(Auszug aus einer Pressemitteilung des Uniklinikums Heidelberg) „Wir sind stolz darauf, dass das Universitätsklinikum Heidelberg die medizinische Betreuung des ägyptischen Präsidenten übernehmen durfte“, sagte Professor Dr. J. Rüdiger Siewert, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg.

Stellvertretend für das ganze Team, das den Präsidenten in den vergangenen drei Wochen versorgt hat, möchte ich zum Ausdruck bringen, wie sehr wir seine Stärke, seine Willenskraft und seine Entschlossenheit, aber vor allem seine Menschlichkeit bewundert haben.

Er hat die Herzen all derer, die ihn betreut haben, in einer Weise berührt, die seinen aufrichtigen Charakter und sein offenes Wesen widerspiegeln.

Ich und mein Team sind stolz darauf und fühlen uns geehrt, dass wir Präsident Mubarak in Heidelberg medizinisch versorgen durften.

Da würde selbst Gandhi erblassen und sein Haupt in Demut beugen. Das mit der Menschlichkeit hat der eine oder andere Ägypter vermutlich anders eingeschätzt, aber als Bürger ist man oft einfach zu nah dran um seine Staatschefs entsprechend zu würdigen. Glücklicherweise hat der Europäer sich das Auge für das Große und Ganze sowie das Gute in jedem Menschen bewahrt. Sollte also bei der einen oder anderen juristisch vollkommen unbefleckten Oppositionsteilnehmerin mal wieder der Rücken zwicken, findet sich in Deutschland sicher ein warmes Bett (Mahlzeiten inklusive)…


Nachdem die Tränen der Rührung getrocknet sind schauen wir auf die Jahresergebnisse des staatlichen ukrainischen Gasunternehmens Naftogaz.

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Gut, dass es bald Frühling wird, sonst müsste manch selbsternannter Philantrop seine orangefarbene Geldbörse zücken. Die eher hilflosen Versuche der EU, Unterstützung anzubieten wirken geradezu grotesk und offenbaren eine gesunde Überschätzung der europäischen Position. So veröffentlichte Bloomberg kürzlich eine Meldung, in der es hieß die Ukraine könne im Fall der Fälle das russische Gas durch Gas aus der EU ersetzen.

Feb. 28 (Bloomberg) — Ukraine will probably revisit a plan to buy natural gas from EU nations because Russia’s Gazprom may increase price in 3Q, according to Oxford Institute for Energy Studies.

Der folgende Chart zeigt das Verhältnis von Importen und Ausfuhren des Energieträgers in der Eurozone. Sollte das russische Gas eines Tages nicht mehr so strömen wie jetzt, wird man von Den Haag bis Kiew warme Pullover brauchen.

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Jeder hilft so gut er kann. Möglicherweise schickt ja die Bundeswehr noch einen restaurierten Alpha Jet oder eine F-4 Phantom. Vielleicht schaffen es die Museumsstücke sogar bis über die Grenze, am sichersten wäre vermutlich der Transport über die Straße. Aber wenn sich der Einsatz lohnt, ist bekanntlich jedes Mittel recht. Und wie liest sich eigentlich die Kurzbeschreibung der Ukraine bei Bloomberg?

Ukraine located in Eastern Europe, bordering the Black Sea, between Poland and Russia. The country’s natural resources are iron ore, coal, manganese, natural gas, oil, salt, sulfur, graphite, titanium, magnesium, kaolin, nickel, mercury, timber, and arable land. Ukraine’s capital city is located in Kiev.

Ganz schön rohstofflastig. Auch bei Sonnenblumenöl ist man ganz weit vorne dabei. Da lohnt es sich offenbar, das Scheckbuch zu zücken, in der EU sind die Grundstoffe bekanntlich rar gesät. So will selbst die Europäische Union nun Gelder, wir nehmen einmal an es wird von Krediten gesprochen, bereitstellen. Der geneigte Betrachter kann angesichts der desolaten Situation der EU-Finanzen natürlich nur schmunzeln, denn zur Vergabe von Krediten müssen die Europäer ihrerseits Geld leihen. Die EU geht also unter die Carry-Trader. Natürlich will man die Vergabe an Bedingungen knüpfen.

Schlussendlich wird man wohl vor der Überweisung ein aufgefrischtes „Assoziierungsabkommen“ zur Unterschrift vorlegen, das eben deshalb nicht „Freihandelsabkommen“ heißt, weil es auch ein Sätzchen zur NATO-Annäherung enthlten wird. Geld gibt es dann nach der Unterzeichung, aber man setzt natürlich niemanden unter Druck, denn das tun bekanntlich nur böse Russen. Die paranoide Haltung gegenüber Russland und das geradzu bizzare Bashing des Landes in den westlichen Medien deutet auf ein bei vielen Protagonisten anhaltendes Trauma hin. Vielleicht hat man auch Angst vor Argumenten, denn damit kann man nach Jahren mit Maischberger, Will und Konsorten nicht mehr umgehen.

Man darf also festhalten. Die EU und der IWF wollen Mittel auftreiben, die man dem Land dann „unter Auflagen“ überweisen möchte. Das feiert man in Brüssel und Berlin als große Diplomatie, während man vor einigen Wochen Russland für die eine bedingte Mittelvergabe noch der Erpressung bezichtigte. Dem deutschen Staatsrundfunk ist dies offensichtlich entgangen, war man doch mit „der Opposition“ beschäftig, die man auf eine Person projiziert, die man aus welchen Gründen auch immer für rechtschaffen hält. Es ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, wie Argumentationsketten munter umgekehrt werden. Besonders hübsch und falsch ist die seltsame Annahme, nur weil ein Staatschef nicht rechtschaffen ist, sind alle in dem von ihm regierten Land Inhaftierten zu Unrecht im Gefängnis. Das kann sein, ist aber eher unwahrscheinlich. Wie heißt es so schön? Nur weil man paranoid ist, heißt das nicht, dass niemand hinter einem her ist… (Seite 3)


 

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23 Kommentare auf "Ukraine: Verheizte Diplomaten"

  1. samy sagt:

    Moin,

    auf die Schnelle zwei Links in die Diskussion geworfen.

    Einmal sehen wir den alten Fuchs und Präsidentenberater Kissinger auf CNN, der sich in Putin hinein versetzt.
    http://globalpublicsquare.blogs.cnn.com/2014/02/01/kissinger-on-why-ukraine-matters-to-putin/

    Der andere Link ist ein erstaunliches Interview mit einem ehemaligen MdB der CDU, einem Herrn Willy Wimmer. Ehemaliger Staatsekretät im Verteidigungsministerium. Er findet ebenfalls erstaunlich deutliche Worte zum „angelsächsischen Faustrecht“ in der Weltpolitik und scheut nicht den Vergleich mit 1914. Er meint: „Die vereinigten Staaten haben sich entschieden den Krieg nach Europa zurück zu bringen“

    http://www.youtube.com/watch?v=O3fNWgefjz0

    VG

    • bluestar sagt:

      @samy
      Vielen Dank für den Link zum Interview mit dem CDU-Mann Willy Wimmer.
      Da spricht ein Insider und mir läuft es kalt über den Rücken.
      Sollten alle Deutschen mehrmals hören !!! Leider wird es dazu nicht kommen und YouTube hat auch bereits alle Kommentare dazu gelöscht.
      Stattdessen werden ununterbrochen in den Medien Lügen unters Volk verteilt und Ursache-Wirkung auf den Kopf gestellt.
      Armes Europa, armes deutsches Volk.

  2. wolfswurt sagt:

    Da droht ein morsches Gebilde(USA), welches nur noch aus der Distanz mit Drohnen Krieg führt, weil die Psyche und Physis selbst der „Elitetruppen“ den Anblick von abgeschlagenen Köpfen nicht mehr ertragen kann, einem Volk, daß unter den widrigsten Umständen von Moskau bis Berlin marschieren konnte.

    Da bietet eine von Korruption und vor Machtgeilheit triefende charakterlose Verbrecherbande namens EU einem Putsch-Präsidenten Hilfe an mit dem Anspruch demokratischen Gewissens, auf welches sie in ihrem eigenen Machbereich scheißen.

    Für meine Teil wird es Zeit, daß die von Brot und Wasser lebende und kämpfen könnende russische Soldateska dem verkommenen Westen eins aufs Maul haut.

    Dieses Siechtum und die Sklavenseelen sind wahrlich nur noch schwer zu ertragen.

    • bluestar sagt:

      @wolfswurt
      Danke und schönes WE.

    • Entlebucher sagt:

      Ich lese diesen Blog seit langer Zeit und mit größtem Vergnügen, da er mich den alltäglichen Mainstreammedienwahnsinn ertragen lässt. Ich schätze ebenfalls die meist sehr geistreiche Diskussion.

      Daher muß ich Ihnen leider sagen, dass ich mich sehr über Ihren Kommentar geärgert habe:

      „Da bietet eine von Korruption und vor Machtgeilheit triefende charakterlose Verbrecherbande namens EU einem Putsch-Präsidenten Hilfe an mit dem Anspruch demokratischen Gewissens, auf welches sie in ihrem eigenen Machbereich scheißen.

      Für meine Teil wird es Zeit, daß die von Brot und Wasser lebende und kämpfen könnende russische Soldateska dem verkommenen Westen eins aufs Maul haut.“

      Solche Statements sind in meinen Augen Stammtischniveau und sollten nicht hier her gehören.

      Ihre Äusserungen über die USA-Armee kann ich ebenso nicht nach vollziehen,
      da deren Elitetruppen im Ernstfall keiner Konfrontation aus dem Weg gegangen sind, noch zukünftig gehen werden. Seien Sie dort sicher. Viele Bürger der ehemaligen Bundesrepublik waren währen des kalten Krieges sehr dankbar dafür.

      • bluestar sagt:

        @Entlebucher
        Leider kann ich Ihre Einschätzung der US-Elitetruppen aufgrund von Tatsachen der letzte 20 Jahre nicht teilen.
        Für mich sind das Söldner bis Verbrecher in Uniform, die:
        -Nicht für die Verteidigung ihrer angegriffenen Heimat kämpfen
        -Sich permanent auf fremden Territorien bewegen
        -Das Faustrecht eines Imperiums durchsetzen und auf nationale Interessen anderer
        Völker pfeifen
        -übelste Kriegsverbrechen begehen
        -Nur haushoch technisch überlegen zum Kampf antreten
        Sorry, aber vor so einer Truppe sollte man im besten Falle Missachtung übrig haben.

      • wolfswurt sagt:

        @Entelbucher

        Würde ich meine Äußerungen am Stammtisch kundtun, so wäre ich in Minuten Opfer einer Geisteshaltung, welche ihre Wurzeln in dieser Schwuchtel/Pädophilen-Gesellschaft hat.

        Ihre Meinung ist für Sie OK und meine für mich.

  3. Reiner Vogels sagt:

    Vielen Dank für die kritische Berichterstattung über die Ukraine in diesem eigentlich der Ökonomie verpflichteten Blog.

    Es ist wirklich wohltuend, wenn man neben der Gehirnwäsche, mit der uns die gleichgeschalteten Mainstreammedien traktieren, einmal eine Stimme hören kann, die der Wahrheit verpflichtet ist.

    Nun sieht es so aus, als ob der vom Westen gegen eine demokratisch gewählte Regierung angezettelte gewaltsame Putsch für den Westen zu einem Rohrkrepierer wird. Große Teile der Ukraine befinden sich im Aufruhr gegen die Junta in Kiew. Nicht nur die Krim, sondern auch die wichtigsten Städte in den industriellen Zentren der Ukraine, die im Osten liegen, verweigern den Gehorsam gegen die selbsternannte Regierung in Kiew.

    Und natürlich ist Russland präsent, um die Rechte seiner russischen Landsleute zu verteidigen.

    Aus der Sicht des Westens besteht die Gefahr, dass am Ende die Westukraine als Armenhaus dem Westen auf der Tasche liegt, während der industrielle Osten sich nach Russland orientiert. Ein tolles Ergebnis für die politischen Eliten in Europa und den USA!

    Es sieht so aus, als ob der Westen vor einer Niederlage steht. Vielleicht ist er in Zukunft vorsichtiger mit der Unterstützung von Putschen gegen demokratisch gewählte Regierungen.

    • cubus53 sagt:

      „Nun sieht es so aus, als ob der vom Westen gegen eine demokratisch gewählte Regierung angezettelte gewaltsame Putsch für den Westen zu einem Rohrkrepierer wird.“

      Wird es sicher nicht (sarkastisch gemeint), denn entsprechende Rettungspakete sind schon geschnürt und werden vom Bundestag im Eiltempo abgesegnet. Die Troika fährt dann auch in die Ukraine und mit deren Auflagen gegen Cash wird die EU und deren Lobby noch mehr Sklaven ausbeuten. Das Risiko trägt der Steuerzahler – natürlich alles für den Frieden in Europa.

      Aber wen interessiert es ? Die EU-Wahlen stehen vor der Tür. Sind Umstürze zu erwarten oder wählen die Sklaven wieder brav die üblichen Grinsgesichter auf den Wahlplakaten ?

      Wohl eher letzteres.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Herr Vogels,

      vielen Dank!

      Die Massenmedien vermiteln zwar den Eindruck, alle Menschen würden kritiklos das glauben, was dort verbreitet wird. Die Quoten und die Umfragen erscheinen jedoch umso unglaubwürdiger, je mehr man sich umhört. Die Kommentarspalten im Netz sind teilweise sogar ermutigend. Man darf nicht aufgeben.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  4. bluestar sagt:

    Liebes Bankhaus Rott,
    herzlichen Dank für diesen Artikel. Er müsste in allen Tageszeitungen Deutschlands stehen und im Fernsehen für die Printmedienresistenten verlesen werden !!!!!!
    Stattdessen muss man diese unerträglichen Lügen, Halbwahrheiten und Parolen in den Mainstream-Medien ertragen. Juristisch gesehen grenzt das an Nötigung eines normalen Verstandes.
    Ich meine zu spüren, dass die staatliche Propagandamaschine sich immer abartiger in Richtung Propaganda, vorsätzliche Verbreitung von Desinformationen und Verleumdungskampagnen entwickelt. Ob EU, Euro, NSA , Ukraine usw.,ehrlich gesagt befinden sich die Medien bezüglich Objektivität mittlerweile auf übelstem DDR-Niveau.
    Die politischen Eliten natürlich auch.
    Da ist es auch normal, dass Umstürze mittlerweile als legitimes demokratisches Mittel betrachtet werden, vorausgesetzt man verspricht sich einen Vorteil davon. Und eine nicht legitimierte Junta ist dann autorisierter Hoffnungsträger. Kein Wunder, werden doch auch bei EU und Euro Versprechen, Beschlüsse und Rechtsvorschriften beliebig gebeugt und gebrochen.
    Was die Ukraine betrifft, sind die Betrüger von 2004 bis 2010 und das gesamte Oligarchenpack wieder bzw. noch am Ruder. Eine widerliche Verbrecherbande löst die nächste ab, das Volk wird immer ärmer. Aber das ist ja egal, wenn man dann die richtigen Kreditbedingungen kann.
    Bin mal gespannt mit welchem Lügentheater die Kredite dem deutschen Steuerzahler
    dann verkauft werden.

  5. corleone sagt:

    Das tut so gut wie frischer Wind nach einer langen, schwülen Nacht.
    Danke.

    gez.
    Don Corleone

  6. bluestar sagt:

    @Rainer Vogels
    Schön, wieder von Ihnen zu hören.
    „Vielleicht ist er in Zukunft vorsichtiger mit der Unterstützung……“
    Das wäre zu hoffen. Ich befürchte allerdings genau das Gegenteil.
    Bisher haben hochgerüstete, insolvente Imperien immer autoritärer und aggressiver
    auf den sich abzeichnenden Untergang reagiert. Auch angezettelte militärische Konflikte gehören zum Mittel zur Erhaltung der Macht, selbst auf die Gefahr der eigenen absoluten Vernichtung.
    Hoffen wir das es friedlich bleibt und die Menschen die wahren Kriegstreiber und Kriegsprofiteure erkennen.

  7. moskau sagt:

    http://www.globalresearch.ca/the-u-s-has-installed-a-neo-nazi-government-in-ukraine/5371554 Sehr mutig, Herr Meyer! Bislang hab ich Ihre Börsenberichte und Markteinschätzungen mit großer Aufmerksamkeit und voller Sympathie verfolgt. Ihr polititsches Statement überrascht mich nicht, ich kann es nur unterstreichen. Den täglichen Brainwash ala Ruck (ARD) und Gellinek (ZDF) geb ich mir nicht mehr seit Sotschi. Traurig, aber leider erinnert die Berichterstattung an Zeiten des „Schwarzen Kanals“ und es scheint, dass die Journalisten sich explizit der Kriegstreiberei schuldig machen. Es gibt auch internationale Medienberichte, die zumindest eine gewisse Neutralität bewahren. http://www.globalresearch.ca/the-u-s-has-installed-a-neo-nazi-government-in-ukraine/5371554 * http://www.bbc.com/news/world-europe-26398112

  8. Rahel sagt:

    Guten Abend,
    möchte mich bluestar anschließen! In der Tat ist es so, dass ich diesen Blog sehr schätze, ebenso die erfrischende und sehr gebildeten Autoren 😉

    Es sind wirklich verrückte Zeiten die man ertragen muss, da tut es gut wenn man mal „abschalten“ kann,… von dem täglichen Brainwash

    8. Minütige schöne Gutenachtmusik 🙂

    Ludovico Einaudi – „Divenire“ – Live @ Royal Albert Hall London
    https://www.youtube.com/watch?v=X1DRDcGlSsE

    Nächtliche Grüße aus Ladenburg
    Rahel

    • bluestar sagt:

      Hallo Rahel,

      vielen Dank für den Link zu diesem faszinierendem Musikstück.
      Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen wunderbaren Dingen der Mensch fähig
      ist, wenn er sich auf das wesentliche im Leben konzentriert.
      Beste Grüße und einen schönen Tag.

  9. Skyjumper sagt:

    „…..Verlangt Gazprom den normalen Preis kann Brüssel sich um die Differenz kümmern………“

    Tatsächlich droht da nach meinem Kenntnisstand gleich ein Doppelschlag. Die Verluste von Naftogaz resultieren ja nicht zuletzt aus den gewährten Subventionen in Höhe von 40 %. Diese Subvention soll nach dem Willen des IWF abgebaut/gestrichen werden. Das Kiew dem bei früheren Verhandlungen nicht zustimmen wollte, ist zumindest entsprechend der Veröffentlichungen der Grund dafür, dass ein IWF-Hilfspaket nicht zustande kam und Russland seine 15 Mrd.$ in den Ring werfen konnte.
    Nunmehr hat Kiew im vorauseilendem Gehorsam verkündet alle Auflagen des IWF erfüllen zu wollen. Im nächsten Winter darf sich das ach so reformwillige normale Volksvieh also schon einmal warm anziehen.

    Pauschal gesagt muss man ansonsten feststellen, dass derzeit eine mehr oder weniger gezielte Desinformation stattfindet, und das von allen Seiten/Parteien. Es gibt gefakte Interviews, gefakte Videos, einen merkwürdigen und veröffentlichten (angeblichen) E-Mail Verkehr zwischen Klitschko und Lettland und und und. Kurzum: Ich glaube da im Moment niemanden, und das selbst wenn´s logisch klingt. Denn im Krieg stirbt bekanntlich die Wahrheit zuerst.

    Ökonomisch gesehen ist die Ukraine zwar realwirtschaftlich ein schwarzes Loch um welches man besser einen Riesenbogen schlagen sollte, allein was hilft es? Die EU muss um jeden Preis wachsen wenn sie nicht zerfallen will. Die Ukraine hat bezogen auf das BIP eine geringere Staatsverschuldung (die letzte Zahl die ich kenne ist 40%) als der Durchschnitt der EU. Auch die Privatverschuldung in der Ukraine ist vergleichsweise niedrig. Auf dem Papier sind das also hervorragende Nachschuldner, und damit etwas was eu-weit verzweifelt gesucht wird. Wen interessiert es schon, dass die nie zurückzahlen können? Das ist ja erst ein Problem für in 3-5 Jahren.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo skyjumper,

      ja, das absolute Verschuldungsniveau erscheint überschaubar. Problematisch sind die Fremdwährungskredite, von denen schon eine kleine Portion genügen kann, bzw. gefügig machen kann. Die Dollarschulden inklusive Zinsen liegen bei etwa 20% des BIP, dazu kommen noch die im Artikel erwähnte Euros.

      Zur Einordnung der Größenordnung. Inklusive Zinsen stehen etwa 30 Mrd Dollar zu Buche, bei rund 45 Millionen Einwohnern. Brasilien mit seinen 198 Millionen Einwohnern hat 36 Mrd. ausstehender Dollarverschuldung. Seit August 2011 hat das Land Währungsreserven in Höhe von 20 Mrd. Dollar verloren. Zum Jahresbeginn waren noch 16 Mrd. übrig. Mittlerweile sollte es deutlich weniger sein. Ohne Dollarkredite wird es – unabhängig von der Schuldenhöhe – eng. Aber das ist natürlich alles eine Frage der Gegenleistung und was sind schon ein paar Milliarden im „Multi Trillion Dollar Zirkus“ ….

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

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