Ukraine: Ein Appell an die Vernunft!

29. August 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

„Moderne Kriege machen viele Menschen unglücklich, solange sie andauern – und sie machen niemanden glücklich, wenn sie vorüber sind“ (Johann Wolfgang von Goethe)..

In der Ostukraine überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag gegen 11 Uhr die ukrainische Regierung mit den Worten zitiert hat, die „russische Militärinvasion in der Ukraine“ habe stattgefunden, wurde die Meldung zwei Stunden später mit den Worten relativiert, russische Truppen seien in die Ukraine gebracht worden.

Russland selbst dementiert weiterhin, militärisch in der Ukraine einzugreifen…

Wie heißt es so treffend: Das erste Opfer in einem Krieg ist die Wahrheit.

Wie die Lage in der Ukraine tatsächlich aussieht, das wird daher niemand seriös beurteilen können – es sei denn er ist selbst vor Ort ist und hat zudem präzise Einblicke in die Schaltzentralen der Verantwortlichen. Und wer hat die schon?! Doch auch ohne derartige Einblicke wird in diesen Tagen eines deutlich:

Die Sache steht auf Messers Schneide. Wenn die Akteure nicht endlich zur Besinnung kommen, droht ein militärischer Konflikt in Europa, der im schlimmsten aller denkbaren Fälle in einer nuklearen Eskalation enden könnte. Ein wahrer Alptraum…

Eine kurze Bestandsaufnahme:

Seit Frühsommer 2014 bombardiert die demokratisch nicht legitimierte Kiewer Putschisten-Regierung Schulen, Krankenhäuser, Wohnhäuser, Altenheime, Elektrizitätswerke und Kläranlagen im Osten des Landes, um so die Unabhängigkeits-Bestrebungen der russischstämmigen Mehrheit dieser Region im Keim zu ersticken.

Die Bundesregierung, die EU, die Nato sowie die westlichen Medien tolerieren und unterstützen dieses Vorgehen.

Jeder, der das Unrecht erkennt, das sich hier zeigt und der dennoch wegsieht, macht sich mitschuldig.

Um zu verhindern, dass sich die unvorstellbar grausamen Bilder, die uns derzeit aus der Ostukraine erreichen, über den gesamten Kontinent ausbreiten, brauchen die Menschen dort derzeit drei Dinge am dringendsten:

– einen sofortigen Waffenstillstand;
– eine international koordinierte Hilfsaktion sowie finanzielle Hilfen der Völkergemeinschaft für den schnellen Wiederaufbau der Ostukraine;
– ein Referendum über die Unabhängigkeit der Ostukraine vom Rest des Landes.

Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum es vor dem Hintergrund der humanitären Katastrophe in der Ukraine nicht schon längst zu Friedensverhandlungen gekommen ist, wird man bei einem Strategiepapier des Internationalen Währungsfonds (IWF) fündig.

Dort heißt es, dass die Regierung der Ukraine für den Erhalt von Hilfsgeldern in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar unbedingt die gegen Kiew aufbegehrenden Regionen im Osten und Süden des Landes unter politische und militärische Kontrolle bekommen müsse. Derart kriegstreiberische Erpressungsversuche durch den Internationalen Währungsfonds sind alles andere als zielführend und auf das Schärfste zu verurteilen!

Wenn sich die beteiligten Parteien nicht zügig an den Verhandlungstisch begeben, und zwar die Europäische Union, Russland und die Ukraine, dann besteht die Gefahr, dass sich der Konflikt zu einem Flächenbrand in ganz Europa ausweitet. Das kann niemand wollen.

Interessanterweise gibt es am Vorgehen des Westens in der Ukraine mittlerweile sogar offene Kritik aus den eigenen Reihen: Der Council on Foreign Relations (CFR) sieht nach einer aktuellen Analyse die Hauptschuld an der Ukraine-Krise beim Westen. Das ist eine mittlere Sensation, weil diese Organisation eng mit der Rockefeller Stiftung, der Konrad Adenauer Stiftung, der Nato und der Europäischen Union verbandelt ist. Alles keine unverdächtigen Zeitgenossen, wenn es um die Frage geht, wer die Eskalation in der Ukraine zu verantworten hat.

In der Analyse heißt es wörtlich:

“The United States and its European allies share most of the responsibility for the crisis.“

Auch die unsinnigen Sanktionen gegen Russland, die einzig und allein aufgrund unbewiesener Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Absturz von MH 17 beschlossen wurden, müssen umgehend gestoppt werden.

Wir erlauben uns in diesem Zusammenhang, den BASF-Vorstandsvorsitzenden Kurt Bock zu zitieren. Anlässlich der Hauptversammlung des Konzerns in Mannheim sagte Bock: „Russland ist wichtig, sehr, sehr wichtig“.

Aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland kann man dieses Statement aus der Führungsetage eines DAX-Konzerns nur unterstreichen. Eine Sanktionsspirale gegenüber Russland gefährdet in Deutschland Hunderttausende Arbeitsplätze. Will das jemand? Wollen Sie das, Frau Merkel?

Die Redaktion des Antizyklischen Börsenbriefs richtet daher einen dringenden Appell an die Bundesregierung sowie an die beteiligten Konfliktparteien, Verhandlungen aufzunehmen und das sinnlose Sterben der Menschen in der Ostukraine zu beenden.

Wir stützen uns dabei auf unsere feste Überzeugung, dass es Frieden und Wohlstand in Europa nur in Kooperation und Partnerschaft mit Russland – niemals aber gegen Russland geben kann…

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

 

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3 Kommentare auf "Ukraine: Ein Appell an die Vernunft!"

  1. bluestar sagt:

    Vielen Dank Herr Hoose ! Die USA schlagen seit 9/11 nur noch blind und ohne Konzept um sich. Egal wo man hinschaut, überall Verwüstung, Chaos, Krieg, unendliches Leid. Und was machen diese EU-Bonzen ? Laufen mit, zum Schaden ihrer Völker. Entweder wir werden dieses Pack los oder wir werden mit ihnen unter gehen.

  2. Michael sagt:

    Wie wahr, wie wahr. Schauen wir mal, ob verhandelt wird und insbesondere wann. Denke es ist gar nicht so einfach die wahren Gründe aus dem Dickicht von Interessen die ver- und getreten werden ans Sonnenlicht zu bringen. Denke ein Punkt ist die Kaspische See, aber nicht der einzige. Just jener umstrittene Teil umfasst das Kaspische Becken und reicht bis Russland rein.

    The world will not be destroyed by those who do evil, but by those who watch them without doing anything (Albert E.)

    https://www.youtube.com/watch?v=YTf5d3l35jo

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