Über einen „Deal“, den Trump nicht verbessern kann…

11. Januar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die Menschen können glauben, was sie wollen. Aber früher oder später greift das wirkliche Leben ein. Wir brauchen nur in ihre Gesichter sehen und erkennen dann, wann dem der Fall ist.

Von dem Blickwinkel aus betrachtet, könnte 2017 unser bestes Jahr überhaupt werden. Selten haben so viele Menschen an so viele unmögliche Dinge geglaubt. Unglaublich.

Ein besserer Deal?

Und da sind wir hier im Tagebuch schon wieder beim designierten US-Präsidenten. Mr. Trump ist ja regelrecht wild darauf, als neuer Präsident bessere Handelsabkommen auszuhandeln. Wir glauben, dass wir – zumindest etwas – von Freihandel verstehen. Aber die genaue Natur eines „besseren“ Handelsabkommens wurde uns noch nie wirklich erklärt. Naja, so weit wir das verstehen ist es in etwa so wie ein „besserer“ Kalender. Einer mit nur 100 Tagen. Damit ist es einfacher, den Überblick zu behalten . Oder es ist wie ein „besserer“ Wahlprozess, bei dem nur der Kandidat ihrer Wahl gewinnt.

China nutzt seine gigantische Heerschar an arbeitenden Menschen, um U.S. Hersteller zu unterbieten. Das sagen die Kritiker. Die chinesischen Fabriken müssen sich nicht an US-Sicherheits-, Umwelt- oder Arbeitsvorschriften halten.

Ziemlich hinterhältig, nicht wahr? Dämlich. Echte kapitalistische Schweine, diese Chinesen, nicht wahr?

„Ja“, sagt der Mann, um sich damit in Schwierigkeiten zu bringen. „Die Chinesen sind schlechte Leute … das ist alles ganz schlecht. Wir müssen Vergeltung üben.“ Im Wall-Street-Journal heißt es beispielsweise, dass Trumps Chef-Verhandler, Robert Lighthizer, sagt, dass er die Spielregeln zugunsten der amerikanischen Arbeiter verbessern wolle.

Aber vielleicht wäre es klüger, wenn er – zumindest – rhetorisch abrüsten würde.

Wer atmet verschmutzte Luft ein?

Wer arbeitet 12-Stunden-Schichten in unbeheizten Fabriken?

Wer arbeitet für $ 1 pro Stunde und zwar ohne sich zu beschweren, so dass jemand auf der anderen Seite des Planeten einen „Tagestiefpreis“ für alle möglichen Sachen bei Walmart bekommen kann?

Derzeit erhalten die Amerikaner nützlichen Krimskrams Made in China. Das Zeug wird per Schiff in die USA gebracht. Und zwar zu Lasten der Chinesen. Denn im Gegenzug geben die U.S.-Käufer den Chinesen einfach ein paar grüne Papierfetzen (oder die elektronische Version davon).

Die Verkäufer, die bereits viel zu viel von unserer Währung halten, sind wahrlich ratlos, was sie mit noch mehr davon anstellen sollen.

In der Regel verkaufen sie ihre Dollars, um damit US-Staatsanleihen zu kaufen. Mit anderen Worten, sie verkaufen den einen Schuldschein und kaufen damit den anderen. Und zwar vom selben Emittenten.

Seit 1990 hat das kumulierte US-Handelsbilanzdefizit mit China sage und schreibe die Summe von vier Billionen Dollar überschritten. Alle 24 Stunden kommen nun noch einmal eine Milliarde Dollar hinzu.

Amerikaner haben Autos, Computer, Fernseher und die anderen Utensilien des modernen Lebens hier in den USA bekommen. Im Gegenzug haben die Chinesen genau genommen nichts bekommen. Die Schuldscheine wurden noch nie eingelöst. Und sie werden es wohl auch nicht.

Es wird in diesem Jahr ein wahres Vergnügen sein zu sehen, wie das Team von „The Donald“ dieses „Abkommen“ verbessern will!

Aber warten Sie bitte noch einen Augenblick.

Dieses falsche Geldsystem – nicht Freihandel – ist das eigentliche Problem. Es ist zwar möglicherweise ein gutes „Abkommen“ für US-Verbraucher. Aber es ist eine einzige Katastrophe für die Realwirtschaft in den USA.

Über die Handelskatastrophe von Donald Trump…
von Bill Bonner

Es ist schlimmer als „Voodoo-Ökonomie“, sagt der frühere Finanzminister Larry Summers. Es ist das „wirtschaftliche Äquivalent des Kreationismus“. Warten Sie eine Minute…

Larry Summers liegt ja fast immer falsch. Könnte er damit vielleicht recht haben?

„Betrüger betreiben Handel“

Summers bezieht sich auf das Papier, das von zwei Mitgliedern des neuen Trump-Handelsteams geschrieben wurde: zum einem vom designierten Handelsminister, dem milliardenschweren Investor Wilbur Ross und zum anderen vom Direktor des von Trump neu installierten Nationalen Handelsrates, dem promovierten Wirtschaftswissenschaftler Peter Navarro.

Beide fordern eine Abkehr vom Freihandel. Sie wollen einen sog. „gemanagten“ Handel haben, der von den beiden „vage“ auch als „fairer Handel“ bezeichnet wird.

Wenn die neue Trump-Administration den „Ratschlägen“ des Ross-Navarro-Plans folgt, wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Katastrophe führen.

Sicherlich, es wird wahrscheinlich ohnehin zu einer Katastrophe kommen. Aber mit Blick auf diese Katastrophe kann man den Hotel-Mogul, Reality-TV-Star und designierten Präsidenten nicht verantwortlich machen. Er hat diese Eisenbahnschienen nicht verlegt; er ist nicht daran schuld, wenn der Zug entgleist.

Aber Ross und Navarro sind schlechte Ingenieure … sie verbiegen die Gleise!

Konkret beraten sie die neue Regierung dahingehend, den freien Handel zugunsten von „Crony-Handel“ aufzugeben. Sie wollen hin zu „deals“, um bestimmte Branchen oder Länder zu belohnen oder zu bestrafen. Je nachdem, in welche Richtung die politischen Winde und das Geld der Lobbyisten gerade wehen.

Soweit wir wissen, ist jeder menschliche wirtschaftliche Fortschritt durch eine Kombination von technologischen Fortschritten, Spezialisierung und einer Ausdifferenzierung der Arbeitsteilung, die durch Eigentumsrechte, ehrlichem Geld und freiem Marktkapitalismus ermöglicht wurde, gemacht worden.

Alles, was diesen Dingen im Wege steht, z. B.Crony-Deals, reduziert die Produktion, Reichtum und das Angebot.

Ja, alarmierte Leser des Tagebuchs haben Recht: ebenso wie freie Einwanderung mit einem Zombie-Wohlfahrtssystem unvereinbar ist (es zieht Einwanderer an, die zu Parasiten werden) … kann Freihandel in einem gefälschten Finanzsystem Probleme verursachen (es verursacht Ungleichgewichte, die die Weltwirtschaft bedrohen).

Aus der Hand

Ein ehrliches Geldsystem hat Rückkopplungs-Schleifen, die verhindern, dass die Dinge aus der Hand gleiten. Unter dem Bretton-Woods-System, zum Beispiel, schwanden bei einer Nation, die mehr importierte als exportierte, bald die Goldreserven; und damit auch die Geldmenge. Eine Rezession folgte. Aber das gefälschte Post-1971-Geldsystem hat keine solchen natürlichen Grenzen.

Amerikaner kauften Produkte aus Übersee mit dem Fake-Dollar der Feds. Ausländer – besonders die Chinesen – nahmen diese Dollars an und nutzten sie, um ihre Volkswirtschaften aufzubauen. Und sie konkurrieren nun mit US-Herstellern damit, billige Produkte für kreditgetriebene US-Verbraucher zur Verfügung zu stellen.

Wie wir gestern berichteten, liegt das Handelsbilanzdefizit von Amerika mit China nun bei einer Milliarde Dollar pro Tag. Und seit 1980, als der Handel mit dem Reich der Mitte startete, haben wir ein Handelsdefizit von etwa 10 Billionen Dollar mit China „erwirtschaftet“.

Das ist das Geld, mit dem die Fabriken dort gebaut wurden, die jetzt amerikanische Hersteller unterbieten.. Mit dem Geld wurde unter anderem der Grundstock für den 225 Billionen-Dollar-Stapel der weltweiten Schulden gelegt. Und dieses Geld korrumpierte und korrodierte das globale Finanzsystem. Trotzdem fragen wir uns, ob Ross und Navarro wirklich wissen, was sie tun.

Sie sagen, sie wollen das Handelsbilanzdefizit der USA reduzieren. Das heißt, sie wollen, dass die USA mehr exportieren und weniger importieren und so mehr Dollars zu Hause halten. Die eigentliche Frage stellt sich aber wie folgt: haben sie erkannt, dass unsere gesamte Weltwirtschaft auf falschem Geld, riesigen US-Handelsungleichgewichten und einem Berg von Schulden aufgebaut ist? Nehmen Sie die Handelsungleichgewichte weg und das ganze System kollabiert.

Die gefälschten Dollars gehen nach Übersee … dann kommen dann zurück nach Hause, kaufen US-Staatsanleihen und senken deren Renditen.

Wenn das gefälschte Geld zu Hause bleibt, steigen die Renditen – und die Kreditkosten der Regierung steigen auch und die ganze Chose wird brenzlig. Zinsen steigen. Aktien fallen. Die Wirtschaft geht in die Rezession … und wahrscheinlich in die Depression. China liegt dann am Boden. Und Jobs verschwinden überall … in Mexiko, China … und den USA. Ist es das, was die beiden wirklich wollen?
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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