Über EchtGold und FalschGeld

26. Februar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Seit Jahresbeginn stieg der DAX um 2,5 Prozent und turnte jetzt kurz mal bei 12.000 Punkten herum. Wie hat man das gefeiert! Oder war das der Karneval? Ganz heimlich schleichen dagegen die Edelmetalle aufwärts…

Doch neun Prozent Plus bei Gold und 15 Prozent beim Silber seit Jahresstart waren kaum eine Meldung wert. Dabei besagt das doch einiges. Denn Edelmetalle sind in Zeiten, in denen das Finanzsystem mit Heftpflastern zusammengehalten wird, das Anti – bzw. Ersatzgeld der Neuzeit.

Im Gegensatz zu Aktien besitzt Gold zwar kein Eigenleben, es kann aber auch nicht bankrott gehen. Gold bringt zwar keine Zinsen, die aber gibt es beim herkömmlichen Geld auch nicht mehr. Gold ist nicht nur die beständigste Währung, sondern auch die Stärkste dazu. Man muss nur auf die Idee kommen, dass Gold eine Währung ist.

So ähnlich sagte das neulich Alan Greenspan. Er mochte schon immer Gold, außer als Ex-Chefdrucker der US-Notenbank, als Gold sein Gegenspieler war. Wie ein Wendehals schaffte er es aber, sich im richtigen Moment um die eigene Achse zu drehen – eine wichtige Eigenschaft von Zentralbankern! Kann es sein, dass er in den letzten Jahren seiner Amtszeit seinem Lieblingsmetall noch einen Schubs gab, bevor er sich auf der FED verabschiedete? Wir werden es nie erfahren, aber das ist auch egal.

In Zeiten der Nullzinsen und Unsicherheiten wird beim Sparen das Gold künftig eine größere Rolle spielen. Echtes Geld wiegt man. Das Papiergeld zählt man nur. Mit Gold wird man nicht reich, aber auch nicht arm. Wahrscheinlich wird man später in etwa gleiche Menge an Waren und Dienstleistungen kaufen können wie heute und erträgt die Nachrichtenlage etwas gelassener, vor allem, wenn man nicht alles in Euros hat.

Kein Wunder, dass bei der aktuellen Gelddruckerei der Euro immer dünner wird und Gold teurer. Das ist wie Apfelsaft, den man verdünnt. Erst bekommt man Apfelschorle, später schmeckt nichts mehr nach Apfel und schüttet es weg – und holt dann neue Äpfel. Man sollte natürlich nicht alles in Gold sparen, sondern auch leben. Wer will schon der Reichste auf dem Friedhof sein?
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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