Über das nahe Ende der Blasen-Epoche der FED

26. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Zweimal in den letzten 15 Jahren haben die Märkte versucht, die Fehler und Exzesse der Blasenepoche zu korrigieren. Jedes Mal kam die US-Notenbank mit noch mehr Fehlern und Exzessen zurück. Billionen Dollar an neuen Krediten … niedrigere Kreditzinsen … leichtere Kreditbedingungen… ZIRP … QE … und Operation Twist!

Kurzfristig schlagen die Märkte auf diese Mythen an. Die Anleger sind bereit, fast alles zu glauben, … für eine Weile zumindest. Aber auf lange Sicht gibt es Tod und Zerstörung – eine Wirklichkeit außerhalb dessen, was wir glauben.

Unbeachtlich dessen, dass Investoren immer steigende Notierungen haben wollen, zum Beispiel, halten sich die Vermögenspreise nicht immer daran.

Markt-Mythologie

Vorigen Mittwoch sank der Dow 560 Punkte in den ersten Stunden des Handels. Im Verlauf des Handels holte er aber gut die Hälfte der Verluste wieder auf und beendete den Tag mit einem Minus von 249 Punkten oder 1,5 Prozent. US-Rohöl fiel unter $ 27 pro Barrel – den niedrigsten Stand seit 13 Jahren.

Die Finanzmedien wissen nicht, was zu tun ist. Typischerweise spielen sie einen Bärenmarkt so lange wie möglich herunter … erläutern die vielen Gründe, warum die Verkaufswelle“übertrieben“ ist und warum ein „Boden“ nun erreicht sei. Das Wall Street Journal, zum Beispiel, sagt uns, dass die Marktpanik nicht „kongruent“ mit der wirtschaftlichen Realität sei. Yahoo! Finance sieht „Zeichen der Kapitulation.“ Es wird Beratung angeboten, wie man in einem Bärenmarkt handeln soll.

Wir hier im Tagebuch glauben nicht, dass sie „richtiges trading“ im Bärenmarkt versuchen sollten. Bären sind tückisch und unberechenbar. Unser bester Rat ist, ihnen aus dem Weg zu gehen.
Wir wissen nicht, ob es nun sofort hässlicher werden wird … oder es weiter stark fallende Kurse sofort gibt. Aber früher oder später werden die Märkte den Mythen, die die heutigen Vermögenspreise unterstützen, einen Test unterziehen.

Sie werden anfangen, Fragen zu stellen: Sind Aktien zu teuer? Können Investoren ihre Schulden zurückzahlen? Ist die Wirtschaft in der Lage, reales Wachstum erzeugen? Kann ein kleiner Haufen von PhD-Ökonomen ohne jegliche praktische Markt- oder Geschäftserfahrung die gesamte Weltwirtschaft wirklich gut verwalten? In Bezug auf die erste, zweite und die dritte Frage kennen wir die Antworten nicht. Aber die Antwort auf die vierte Frage ist ein klares und eindeutiges „Nein“.

Greenspan, Bernanke und Yellen sind unter dem Strich auch nur Menschen. Sie schlagen auf Mythen wie jeder andere an… vielleicht auch mehr. Sie haben ihre gesamte Karriere mit dem Studium der heiligen Texte der modernen Ökonomie verbracht. Wie ältere talmudische Gelehrten spät im Leben, sind sie nicht geeignet, zum Baptismus zu konvertieren! Sie sagen, dass sie Inflation bei 2% haben wollen. Nicht bei einem Prozent. Nicht bei 3%. Zweihundert Basispunkte – nicht mehr, nicht weniger.

Welche Theorie … welche Erfahrungen … welche Offenbarung führt zu sie zu der Denke, dass eine Wirtschaft jährliche Preiserhöhungen von 2% haben sollte? Es gibt keine. Es ist ein moderner Mythos.

In der Realität gehen die Preise nach oben bzw. unten als Reaktion auf Angebot und Nachfrage. Es gibt keinen Grund, dass sie immer um zwei Prozent nach oben und zwei Prozent zurück gehen sollten.

Die Doktoranden an der Spitze der weltweiten Zentralbanken glauben, dass sie die Kauf-, Verkauf- und Investmententscheidungen der Menschen ändern können. Natürlich immer zum Besten der Menschen und auf Basis falscher Daten. Wir haben keine Zweifel daran, dass die Fed Verhaltensveränderungen verursachen kann. Und besonders der Punkt, dass es nur „zu unserem Besten“ sein soll, beunruhigt uns sehr.

Das Zinsdiktat der Fed sendet völlig falsche Signale aus, da es die tatsächlichen Kosten des Kredits verschleiert. In der Theorie sollen niedrige Zinsen dazu motivieren, mehr zu leihen und auszugeben. Aber wo ist der Beweis dafür? Gibt es nicht auch ein ökonomisches Gesetz dafür, dass genau der gegenteilige Effekt eintritt, wenn man den Sparern die Zinsen auf ihre Einlagen verwehrt? Und damit ist die „Geschichte“ ja noch nicht zu Ende. Es ist eine Realität, ebenso ein Mythos.

Realität ist, dass Ressourcen immer noch begrenzt sind. Preise sagen uns, wie wir damit umgehen sollen. Verfälschen wir Preise, kommt es zu falschem Verhalten bei der Bestellung bzw. unterlassenenen Orders. Nach einer Weile, leidet das System unter diesen Verwerfungen.

Hjalmar Schacht, der in Deutschland in den 1930er Jahren Wirtschaftsminister war, brachte es kurz auf den Punkt: „Ich will nicht, dass der Zins zu niedrig ist. Ich will keinen zu hohen Zins. Ich will einen echten, wahren Zins.“

Ein ehrlicher Zins sagt uns die Wahrheit darüber, wie viel Ersparnisse zu welchem Preis verfügbar sind. Natürlich machen die Menschen dann immer noch Fehler; sie stehen morgends auf, um ein paar ziemlich seltsame Dinge zu machen. Aber zumindest die Perversen gibt es dann nicht mehr, die ihre Süßigkeiten auf dem Spielplatz verteilen.

Schmierige Zahlen

Dann gibt es ja noch den Mythos „Arbeitslosigkeit“.

Die Regierungsvertreter schauen auf die offiziellen Zahlen und teilen uns mit, dass die Erholung der vergangenen Jahre ein Erfolg gewesen sei, weil die Arbeitslosenrate wieder auf etwa 5% gefallen sei. Sie berufen sich dabei auf eine so schmierige Statistik als Faktum, die selbst einem Hexendoktor peinlich wäre.

Im Dezember, so gab das US-Arbeitsministerium bekannt, fanden 281.000 Amerikaner einen Arbeitsplatz. Dies wurde weithin als ein Triumph für die Fed angesehen. Viele Male sagte Janet Yellen, sie fühle den Schmerz der Arbeitslosen. Natürlich ist ist nun sehr stolz auf das schöne Bild vom Arbeitsmarkt, das sie zeichnet.

Aber wie Sie wahrscheinlich schon gehört haben, kann nur einer von den 28 Neueingestellten sich davon ein Bier kaufen, um sein neues Glück zu feiern. Die anderen 270.000 schlicht nicht, weil sie in der Realität schlicht nicht existieren!!! Die Regierungsvertreter nahmen insofern lediglich eine saisonale Bereinigung vor. Anders formuliert, die „jobs“ waren blanker Mythos.

Mythische Fakten. Mythische Theorien. Mythische Erholung. Achtung: Der Markt ist ein echter Mythen-Zerstörer!

Quelle: Kapitalschutz Akte
Über das nahe Ende der Blasen-Epoche der FED (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

8 Kommentare auf "Über das nahe Ende der Blasen-Epoche der FED"

  1. bluestar sagt:

    „Aber auf lange Sicht gibt es Tod und Zerstörung“
    Ja, das ist wohl unausweichlich. Vorher aber müssen sich die Falschgeld-Eliten und Oligarchen mit weiteren Sachwerten eindecken, damit die Umverteilung nach oben perfektioniert wird und die Umstellung auf beste Startbedingungen nach der Zerstörung abgeschlossen wird. Dazu noch ein bisschen Kontroll-und Überwachungsstaat.
    Manche glauben ja noch an eine bessere Zeit nach dem großen Knall.

  2. Helmut Josef Weber sagt:

    Mir ist gelinge gesagt egal, was da auf uns zukommt, denn etwas ändern daran kann ich so und so nicht.
    Ich habe es auch nicht zu verantworten, was da auf uns zukommt, denn in die Kreise, die Einfluss auf die Wirtschaft haben, war ich nie und werde auch nie dort hinkommen.
    Ich kann nur meine Zukunft so planen, dass ich mit einem oder zwei blauen Augen davonkomme, wenn etwas mehr oder weniger zusammenbrechen sollte.
    Nach jedem Zusammenbruch ging es aber immer wieder weiter, nur eine Menge Papierwerte waren zerstört; aber wie soll man sonst auch Schulden loswerden?

    ***den Rest hat der Admin nach der 20. Wiederholung aus Gründen der hier schon vermuteten „Exzentrik“ gelöscht***

    • Avantgarde sagt:

      Wir kennen die Geschichte wirklich zur Genüge…
      😀

      Wir alle hier sollten wirklich hoffen, daß der Laden NICHT zusammenbricht.

      • Insasse sagt:

        @Avantgarde: So gerne ich im Grunde mit Ihnen hoffe, so unerträglich ist mir inzwischen dieser…

      • Argonautiker sagt:

        Es wird zusammenbrechen.

        Es ist so ungefähr das eingetreten, was in dem Uraltklassiker von Fritz Lang, „Metropolis“ mal prognostiziert wurde. Das ganze Mechanisierte System hat eine Eigendynamik bekommen. Anfänglich waren die Maschinen dem Menschen dienlich, je größer und automatisierter sie wurden, desto mehr kehrte sich das um, und der Mensch mußte liefern, um die Maschinerie am laufen zu halten, weil sie sich sonst zerstörte.

        Ein grausames Bild. Eine von Menschen geschaffene, sich ständig erweiternde riesige ineinandergreifende Mechanisierung, wird einerseits von Menschen ständig gehegt und gepflegt, und verbessert, während die Maschine sich irgendwann von den Menschen nährt.

        Und je mehr diese Mechanisierung fortschreitet, je mehr Leben verlangt die Maschine. Diese Maschine kann nicht still stehen, weil sie auf Erweiterung ausgelegt ist, deswegen wird es nur zwei Möglichkeiten geben, die Maschinen werden die Welt übernehmen, oder die Menschen werden diese Maschinisierung zerstören. Für die Maschinen oder die Menschen wird es zusammenbrechen. Unweigerlich.

        Diese Maschinisierung ist überall. Schauen sie sich doch die Börsen an, die wirklichen Player haben da Riesen Computer drangesetzt, die in Milliardsteln von Sekunden kaufen, verkaufen, und gegeneinander Rechnen, und es muß immer schneller, und immer mehr werden, weil diese Maschine nun mal auf ständige Expansion ausgelegt ist, was bedeutet immer mehr wollen, als genug. Nicht nur manchmal, das wäre ja Menschlich, nein es muß IMMER mehr als genug sein.

        Warum? Weil niemand mehr seine Bestimmung als Mensch empfindet, und meint wenn er nur genug Geld hat, kann er sich alles kaufen. Also baut er Maschinen, die für ihn arbeiten. Die Sklaven der Sklaven. Stimmt ja auch, es erleichtert, aber auf Dauer macht das scheinbar nicht Glücklich, weil sonst hätte man irgendwann ja mal genug. Wir haben einen riesigen Standart, sind aber nicht glücklich.

        Das ist einfach nur ein Irrweg. Meine glücklichsten Stunden erlebe ich, nachdem ich etwas, was in mir entsteht, aus meinem Tun erschaffe, und je näher das an das heran kommt, was in mir war, desto befriedigender ist das Gefühl, was dann entsteht. Und dann ist erst mal lange Pause. Das ist durch keinen Konsum zu toppen. Und je näher ich meiner inneren Bestimmung dabei bin, desto weniger Maschine will ich zwischen mir und meinem Tun überhaupt haben.

        Ich bin früher etwa 10 Jahre lang beruflich alle zwei drei Tage in einem anderen Land und Ort gewesen, ich kann mit Gewißheit behaupten, dort wo die Menschen am wenigsten maschinisiert waren, waren sie am glücklichsten, egal wieviel Leid und Mühsal das mit einher brachte.

        Wir haben zu viel hohle Menschen, in die man immer weiter neuen Inhalt reinschaufeln muß, und zu wenig Menschen mit Inhalt, die etwas aus sich erschaffen. Ich war 13 als mir der Konsumwahn der Menschen auffiel, und das Verhältnis von innerer Leere und diesem Phänomen.

        Diese hohlen Menschen haben diese Maschinerie erschaffen, damit sie sie ernährt, und nun frißt sie sie selbst.

      • toter_esel sagt:

        Ich sehe das genau so.

        Nur weil ein Teil des „Ladens“ die Preise für Edelmetalle drückt, wünsche ich mir ja nicht den Zusammenbruch des jetzigen Systems, auch wenn man es als „grosses Geschäft“ bezeichnen kann.

        Am besten ist, wenn man das Jetzt geniesst und sich die aktuellen Gold/Silberpreise als künstliches Produkt dieses Spiels auf Zeit zunutze macht.

  3. Incamas SrL sagt:

    Ob das die Masse versteht ? ich glaube nicht ! Die Sparkassenjünger werden untergehen, nur wollen siees nicht hören oder wahrhaben.

  4. toter_esel sagt:

    Richtig, sie gehen unter an ihrer kognitiven Dissonanz.

    Nahezu unbemerkt von der kaum informierten Öffentlichkeit werden italienische Banken ihre sog. Non-Performing-Loans iHv. 200-350 Mrd. € los. Notleidende Kredite, die man auch als Zahlungsausfall bezeichnen kann. Und auf diese bekommen sie frisches Geld. Das geht so:

    Es wird keine klassische Bad Bank geschaffen, sondern jede Bank entscheidet selbst, wie viele notleidende Kredite sie transferiert. Die Altlasten werden dann verbrieft und an Investoren verkauft. Der Staat soll eine Ausfallgarantie bieten, um die Obligationen attraktiver zu machen. Die EU hatte gefordert, dass die Banken die Garantien zu Marktpreisen erwerben müssen, damit diese nicht als staatliche Beihilfen eingestuft werden. Die Banken entscheiden jedoch autonom, zu welchen Zinsen sie die Obligationen ausgeben.

    Das ist schon hart. Vor allem, wenn die Medien das so kommentieren: „Bad Bank und Reformen sollen das Wirtschaftswachstum in Schwung bringen. „

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