Über das 13 Billionen Dollar Problem der Zentralbanken

3. Mai 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Fast die Hälfte aller amerikanischen Familien lebt von einem Gehaltsscheck zum nächsten Gehaltsscheck, sagen uns jüngste Studien. Ohne Kreditaufnahme schaffen es 46 Prozent nicht, 400 Dollar für einen Notfall aufzubringen…

Dies ist zumindest mit ein Grund dafür, warum die Einzelhandelsumsätze im März nun schon den zweiten Monat in Folge sanken.Trotz sieben Jahre der wirtschaftlichen „Erholung“, haben Millionen von Amerikanern nicht viel Geld.

Laut dem offiziellen Daten des Census Bureau erhalten 110 Millionen Amerikaner Mittel aus diversen Programmen des Bundes – Lebensmittelmarken, Behindertenprogramme und dergleichen mehr.

Nur 125 Millionen Vollzeitstellen

Und nach dem Bureau of Labor Statistics haben nur etwa 125 Millionen Amerikaner eine Vollzeitstelle. Knapp 112 Millionen haben keinen Arbeitsplatz.

Das heißt, es gibt nur 125 Millionen Menschen mit Vollzeitstellen, die den Riesentanker der US-Wirtschaft mit einer Gesamtbevölkerung von 323 Millionen am Laufen halten müssen.

Bei diesem Verhältnis stützt jeder Vollzeit-Arbeitnehmer etwa 2,6 Personen…wobei da noch fast eine Person da ist, die Geld von den Feds bekommt.

Die Vollzeitarbeitnehmer schultern auch die Staatsverschuldung in Höhe von 20 Billionen Dollar und private Schulden im Umfang von weiteren 40 Billionen Dollar. Pro Vollzeitarbeitnehmer liegt die Schuldenlast also bei „schlappen“ 480.000 Dollar.

Das durchschnittliche Gehalt eines Vollzeit-Arbeitnehmers liegt bei nur 48.000 Dollar im Jahr. Bei einem relativ bescheidenen Zinssatz von fünf Prozent müsste er für seine 480.000 Dollar Schulden jährlich die Hälfte seines Einkommens, sprich 24.000 Dollar, als Zinsdienst aufbringen.

Er hätte also dann nur kärgliche 24.000 Dollar übrig, um seine eigene Familie und alle Drückeberger, Kumpels und Zombies, die vom Staat alimentiert werden, finanziell zu stützen.

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US-Wirtschaft sehr schwach

Es ist offensichtlich, dass das so nicht funktionieren kann. Aber es sagt viel aus über die wahre Schwäche der US-Wirtschaft.

Das ultrabillige Kreditgeld fließt weiter zum reicheren Teil der Bevölkerung … während das Budget der durchschnittlichen Person immer knapper wird.

Selbst die Besucherzhahl von Kettenrestaurants ist rückläufig. Hier gab es im letzten Monate einen Rückgang um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Und überall im ganzen Land schließen Einzelhandelsgeschäfte ihre Türen und nageln ihre Fenster zu, als ob ein Hurrikan kommen würde.

Und vielleicht kommt ja auch einer….

Schuldenrekord

Die Haushaltschulden liegen wieder bei mehr als 14 Billionen Dollar – also auf dem Niveau der Krise von 2008-’09. Bei diesem hohen Schuldenstand fällt es den Verbrauchern wahrlich schwer, noch mehr Geld auzugeben.

Trotz dieser Warnungen klopft sich die Fed immer noch auf die Schultern.

Bloomberg:

„Die Wirtschaft wuchs in den vergangenen Wochen in einem bescheidenen bis mäßigen Tempo weiter. Ein enger Arbeitsmarkt hat dazu beigetragen, die Lohnzuwächse zu verbreitern, obwohl die Konsumausgaben sich nur gemischt entwickelten. Das ergab eine aktuelle Umfrage der US-Notenbank.“

Nicht nur das, die Fed spricht immer noch davon, den Schaden, den sie in den vergangenen acht Jahren angerichtet hat, wieder gutzumachen. Und dabei hofft sie auch, den Abstieg vom gigantischen Schuldenberg ohne Knochenbrüche zu schaffen.

Bloomberg meldet weiter:

„Nach dem Eintritt in das unbekannte Territorium der quantitativen Lockerung [QE] beginnen die Zentralbanken der Welt, ihren Kurs durch die unerforschten Gewässer der quantitativen Verschärfung zu planen.

Wie die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und – schließlich – die Bank of Japan mit dem Übergang umgehen, das könnte letztlich den Unterschied zwischen einer globalen Wiederholung des 2013 „Taper Tantrums“ oder der nahezu nicht nachweisbaren Marktreaktion auf Chinas Abbau von US-Treasuries in den letzten Jahren ausmachen.

Zusammen sind die Bilanzsummen der drei Notenbanken bei jetzt insgesamt etwa 13 Billionen Dollar angekommen, was mehr als das BIP Europas oder Chinas ist.“

Kinderleicht

Schauen wir mal…

Zentralbanken begannen vor acht Jahren mit dem Kauf von Schulden. Jetzt besitzen sie 13 Billionen Dollar davon.

Hey, es hat Spaß gemacht, nicht wahr?

Es ist ja überhaupt nichts schlimmes passiert. Jetzt können sie sich wieder von den Schulden trennen … und nichts Schlimmes wird passieren, oder?

Die Fed kaufte die Schulden – pumpte Geld in die Wirtschaft, das besonders den Reichen zufloss. Jetzt müssen sie die Schulden nur wieder verkaufen. Kinderleicht.

Viele Leute haben ja einfach mal so ein paar Billionen Dollar ohne Verwendung herumliegen. Für sie wird es eine Ehre sein, die Fed zu unterstützen und Anleihen just dann zu kaufen, wenn der Rentenmarkt einbricht.

Der Kater wird genauso viel Spaß machen wie das Saufgelage.

Die Scheidung wird genauso berauschend sein wie die Affäre, die zur Trennung führte.

Selbst wegen Mordes gehängt zu werden wird genauso befriedigend sein wie den Bastard zu erschießen.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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